Lkw rast in Berliner Weihnachtsmarkt

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Sonntag, 6. November 2016 7

Lkw rast in Berliner Weihnachtsmarkt

Auf dem Berliner Breitscheidtplatz ist ein Anschlag verübt worden. Es gibt mehrere Verletzte und Tote. Inzwischen ist der mutmaßliche Attentäter Anis Amri erschossen worden.

  • Wichtige Termine in den kommenden Stunden: 

    ▪ 11.30 Uhr Berlin: Auslage eines Kondolenzbuches in der Gedächtniskirche

    ▪ 12.00 Uhr Berlin: Gedenkgottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale, mit Erzbischof Heiner Koch

    ▪ 13.00 Uhr Berlin: Pressekonferenz Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Innensenator Andreas Geisel sowie Polizeipräsident Klaus Kandt 

    ▪ 18.00 Uhr Berlin: Trauergottesdienst in der Gedächtniskirche

  • Der Lastwagen, der in einen Berliner Weihnachtsmarkt gerast ist, könnte polnischen Medien zufolge am Montagnachmittag in Berlin entführt worden sein. GPS-Daten hätten gezeigt, dass der Wagen ab etwa 16 Uhr mehrmals gestartet worden sei, berichtet der Sender TVN24 unter Berufung auf die betroffene polnische Spedition bei Gryfino in der Nähe von Stettin. Dabei könnte es sich um Versuche eines mutmaßlichen Entführers gehandelt haben, den LKW zu steuern, vermuten polnische Medien. 

    Gegen 19.45 Uhr habe der Wagen seinen Standort in Berlin endgültig verlassen, heißt es. Demnach hatte der LKW seit etwa Montagmittag vor einer Berliner Firma geparkt. Es sei geplant gewesen, aus Italien transportierte Stahlkonstruktionen Dienstagfrüh dort auszuladen, sagt der Spediteur dem Sender. Der polnische Fahrer war demnach sein Cousin. Er sei seit etwa 16 Uhr nicht mehr telefonisch erreichbar gewesen. Nach dem Unglück am Abend wurde der Fahrer tot im Wagen aufgefunden.

  • Das Bundeskriminalamt (BKA) übernimmt im Auftrag des Generalbundesanwalts die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt. «Der Generalbundesanwalt beim BGH hat ein Strafverfahren eingeleitet und das BKA mit den Ermittlungen beauftragt», teilen die Wiesbadener Kriminalbeamten auf Twitter mit. 



  • Der erwartete Auftritt von Bundesinnenminister Thomas de Maizière im «Morgenmagazin» - und damit eine weitere Einschätzung der Lage - ist ausgeblieben.

  • Der Terrorismusforscher Peter Neumann hält einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin für sehr wahrscheinlich. «Die Taktik ist wie in Nizza und es passt in die Strategie des Islamischen Staates», sagt Neumann vom King's College in London der Deutschen Presse-Agentur. «US-Geheimdienste haben außerdem in den vergangenen Wochen vor Anschlägen auf Weihnachtsmärkten gewarnt.» 

    Es passe einfach alles zusammen. «Wenn sich das als Anschlag tatsächlich herausstellen sollte, wäre das keine Überraschung», sagt der aus Deutschland stammende Radikalisierungsforscher.


    Peter Neumann. Foto: Karlheinz Schindler, dpa/Archiv
  • Wegen der Ereignisse in Berlin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren für heute geplanten Wahlkreis-Besuch in Mecklenburg-Vorpommern abgesagt. Das bestätigt ein Sprecher des Wahlkreisbüros in Greifswald. Die Kanzlerin wollte bei ihrer  Kurzvisite vor Weihnachten Rügen, Stralsund und Greifswald besuchen. Merkel ist seit 1990 Abgeordnete des Bundestagswahlkreises Rügen, Nordvorpommern und Stralsund.

  • Angela Merkel will sich am Vormittag zum mutmaßlichen Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche äußern. Das Bundespresseamt kündigt für 11.00 Uhr eine Erklärung im Kanzleramt in Berlin an

  • Bundesjustizminister Heiko Maas spricht den Angehörigen der Opfer des mutmaßlichen Anschlags in Berlin sein Beileid aus. «Die Tat trifft nicht nur Berlin mitten ins Herz, sie trifft uns alle», teilt der SPD-Politiker mit. «Unser Mitgefühl ist bei den Angehörigen und Freunden der Opfer. Wir hoffen, dass den Verletzten so gut wie möglich geholfen werden kann.» Es müsse alles getan werden, um diese abscheuliche Tat sorgfältig und vollständig aufzuklären. «Wir stehen über den Generalbundesanwalt im permanent Austausch mit den Sicherheitsbehörden.» 


    Justizminister Maas. Foto: Oliver Dietze, dpa
  • Das Sicherheitskabinett der Bundesregierung kommt unter der Leitung von Kanzlerin Angela Merkel heute um 11.30 Uhr zusammen, um über den mutmaßlichen Anschlag in Berlin zu beraten. Das sagt eine Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Es handelt sich dabei um eine informelle Runde von Regierungsmitgliedern, die einberufen wird, wenn es die Sicherheitslage oder die politische Situation erfordert

    Grundsätzlich besteht das Gremium es aus der Kanzlerin, dem Außenminister, der Verteidigungsministerin, dem Innenminister und dem Chef des Bundeskanzleramtes. Je nach Situation kann die Runde erweitert werden, beispielsweise um den Vizekanzler oder die Leiter der Sicherheitsbehörden und Geheimdienste. 

  • Der mutmaßliche Täter des Anschlags auf dem Berliner Breitscheidplatz ist nach einem Medienbericht dank des couragierten Einsatzes eines Augenzeugen festgenommen worden. Der Zeuge sei dem flüchtenden Lastwagenfahrer gefolgt und habe dabei ständig über Handy die Notrufzentrale über die Position des Mannes informiert, sagt Polizeisprecher Winfrid Wenzel laut «Welt/N24». Eine Bestätigung für den Bericht war bei der Polizei zunächst nicht zu bekommen.

    Nach etwa zwei Kilometern Verfolgungsjagd habe schließlich die Besatzung eines Streifenwagens den Mann an der Siegessäule gestoppt. Mit Hilfe des Zeugen sei möglich gewesen, den Verdächtigen zu fassen, sagte Wenzel. Die Polizei wisse zwar, wer der mutige Zeuge sei, gehe aber davon aus, dass er anonym bleiben wolle.



  • Die Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Regensburg hat die Presse für 11.30 Uhr ins Alte Rathaus eingeladen. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und Rechts- und Regionalreferent Dr. Wolfgang Schörnig nehmen Stellung zu Fragen anlässlich des mutmaßlichen Attentats auf einen Berliner Weihnachtsmarkt, heißt es in der Mitteilung.
     
  • Der festgenommene Verdächtige ist den deutschen Sicherheitsbehörden bislang nicht als Islamist aufgefallen. Der Mann tauche in der entsprechenden Datei der Behörden nicht auf, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Der Verdächtige sei der Polizei allerdings wegen kleinerer Delikte bekannt gewesen. Um welche Vergehen es sich handelt, blieb zunächst offen.


    Der Breitscheidplatz am Tag nach dem mutmaßlichen Anschlag. Foto: Rainer Jensen, dpa
  • Der Innenexperte Burkhard Lischka regt an, den passiven Schutz von Großveranstaltungen zu verbessern. «Dazu könnte etwa das Aufstellen von Betonblöcken an den Zufahrtsstraßen gehören», teilt der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion mit. Zugleich ruft Lischka zur Besonnenheit auf: «Auch wenn es sich bei dem Attentat in der Adventszeit und auf einen Weihnachtsmarkt um einen Anschlag mit hoher Symbolkraft handelt, so dürfen Terror, Hass und Wut nicht die Oberhand gewinnen.» 

  • Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry gibt der Bundesregierung indirekt Mitverantwortung für den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. «Das Milieu, in dem solche Taten gedeihen können, ist in den vergangenen anderthalb Jahren fahrlässig und systematisch importiert worden», erklärt die Parteichefin. Die AfD lege gerade an so einem traurigen Tag keinen Wert darauf, «Recht zu behalten». Ihre Partei fordere aber, «dass unsere so unverantwortlich offengehaltenen Grenzen endlich wieder kontrolliert werden». Petry sagt: «Deutschland ist nicht mehr sicher.» Es wäre eigentlich die Pflicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Bürgern dies mitzuteilen. 

  • Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt sprechen sich die Innenminister von Bund und Ländern gegen eine Absage ähnlicher Veranstaltungen in Deutschland aus. Dies teilt das Bundesinnenministerium nach einer Telefonkonferenz der Ressortchefs mit. 

  • Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Berlin hat die Polizei in München ihre Sicherheitsvorkehrungen für die Weihnachtsmärkte in der bayerischen Landeshauptstadt erhöht. Das Personal auf den Märkten sei verstärkt worden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Einzelheiten wollte er nicht mitteilen. Im Laufe des Vormittags soll über weitere mögliche Konsequenzen aus dem schrecklichen Geschehen in Berlin beraten werden.
  • Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon, spricht nach der Gewalttat in Berlin von «Kriegszustand». Der saarländische Ressortchef sagte im Saarländischen Rundfunk: «Wir müssen konstatieren: Wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten.» Es seien Nachahmungstaten zu befürchten. Bouillon kündigte weiter verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an: «Wir werden, wo wir es für erforderlich halten, auch mit schwerem Gerät antreten. Das heißt Langwaffen, Kurzwaffen, Maschinenpistolen.» Die Zufahrten zu Veranstaltungen müssten in den Sicherheitskonzepten berücksichtigt werden.

  • Der polnische Beifahrer des mutmaßlichen Attentäters von Berlin ist nach Angaben des Brandenburger Innenministeriums vermutlich erschossen worden. Der Pole hatte den Lastwagen nach bisherigen Erkenntnissen gefahren, bevor der Lkw in die Hände des Mannes fiel, der mit dem Lkw am Montagabend auf einen Weihnachtsmarkt im Herzen Berlins raste. Der polnische Kraftfahrer sei Opfer und nicht Täter, teilt Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) nach einer Telefonkonferenz der Innenminister der Länder mit. 

  • Derweil verdichten sich die Hinweise auf Pakistan als Herkunftsland des Tatverdächtigen. Vollständig geklärt sei das Geburtsland des Mannes allerdings nach wie vor nicht, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Zuvor hieß es, es sei auch möglich, dass der Mann aus Afghanistan stamme. 

  • Der festgenommene Verdächtige wurde unter dem Namen Naved B. als mutmaßlichen Flüchtling identifiziert. Der wohl 23 Jahre alte Mann habe zwei Alias-Namen geführt, die dem erstgenannten Namen sehr ähnlich seien, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Der Mann habe in einer Flüchtlingsunterkunft auf dem früheren Berliner Flughafen Tempelhof gelebt, hieß es weiter.

  • Im Kanzleramt wird in Kürze die Erklärung der Kanzlerin erwartet.

  • Merkel spricht - ganz in Schwarz gekleidet von «einer grausamen und letzlich unbegreiflichen Tat».

  • Wir müssen nach jetzigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt im Kanzleramt eine Erklärung zum möglichen Anschlag ab. Foto: Michael Kappeler, dpa
  • Sie sei erschüttert, sagt Merkel. «Das ist ein sehr schwerer Tag.»

  • Sie denke in diesen Stunden zu allererst an die Toten und Verletzten. Ein ganzes Land sei in Trauer vereint.

  •  «Ich denke an die Rettungskräfte, Polizisten, Feuerwehrleute, Ärzte und Sanitäter.» Merkel dankt ihnen «von Herzen für ihren schweren Einsatz». Sie denke auch an die Ermittler.

  • «Ich denke an die Rettungskräfte, Polizisten, Feuerwehrleute, Ärzte und Sanitäter.» Merkel dankt ihnen «von Herzen für ihren schweren Einsatz». Sie denke auch an die Ermittler.

  • Merkel kündigt für den Nachmittag einen Besuch auf dem Breitscheidplatz an.


    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • Die CDU-Chefin betont: «Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt.» Auf Weihnachtsmärkte werde man nicht verzichten.

  • Auch wenn es in diesen Stunden schwer fällt: Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen.

    Angela Merkel

    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • Sollte sich bestätigen, dass es sich bei dem Täter um einen Flüchtling gehandelt habe, wäre es nach Merkels Worten «besonders widerwärtig gegenüber den vielen, vielen Deutschen, die tagtäglich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind und gegenüber den vielen Menschen, die unseren Schutz tatsächlich brauchen und die sich um Integration in unser Land bemühen».


    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • Angela Merkels Statement in voller Länge im Video:

  • Oberbürgermeister Wolbergs nimmt gerade Stellung zur Weihnachtsmarkt-Todesfahrt in Berlin. Wir streamen live auf Facebook - hier. 
  • Die Folgen des Berliner Anschlags für den Nürnberger Christkindlesmarkt sind nach Einschätzung der Standbetreiber derzeit noch schwer abschätzbar. „Wir müssen jetzt erst einmal zwei bis drei Tage abwarten, wie sich das auf den Besuch des Marktes auswirkt“, sagte der Vorsitzende des Verbandes der Nürnberger Marktkaufleute und Schausteller, Georg Bernhard, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Beratungen der Stadt mit der Polizei über eine mögliche Verbesserungen des Sicherheitskonzepts für den Christkindlesmarkt liefen am Vormittag noch. Vertreter von Polizei und Stadt wollten sich zu den Ergebnissen der Gespräche am Mittag äußern.
    Grundsätzlich hält der Vertreter der Marktkaufleute die Todesfahrt auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz für „katastrophal“. Das Schlimme sei, dass mit dem Vorfall in Berlin die Fakten geschaffen worden seien, die bisher immer nur als Befürchtung im Raum gestanden hätten. Was die Sicherheit auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt angehe, so halte er sie für sehr gut. Mit quer stehenden Polizeiwagen seien dort alle Zufahrten zum Markt mit Polizeiwagen versperrt.
  • WAS WIR WISSEN

    ▪ Gegen 20 Uhr fährt ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt. Der Fahrer legt eine Strecke von 50 bis 80 Metern zurück, überfährt dabei viele Menschen und zerstört mehrere Marktbuden. Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass es sich bei der Todesfahrt um einen Terroranschlag handelte.

    ▪ Der Fahrer flüchtet und wird nahe der Siegessäule festgenommen. Nach dpa-Informationen kam der Verdächtige im Februar als Flüchtling über die Balkanroute nach Deutschland und lebte in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft. Sicherheitsbehörden geben seinen Namen mit Naved B. an.

    ▪ Als Islamist ist der Verdächtige den deutschen Sicherheitsbehörden bislang nicht aufgefallen. 

    ▪ Auf dem Beifahrersitz wird ein toter Pole entdeckt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei fuhr er den Lastwagen nicht in die Menschenmenge.

    ▪ Das Bundeskriminalamt (BKA) übernahm im Auftrag des Generalbundesanwalts die Ermittlungen

    WAS WIR NICHT WISSEN

    ▪ Offen war zunächst das Motiv für die Todesfahrt. Der Festgenommene bestreitet laut Sicherheitskreisen die Tat.

    ▪ Der mutmaßliche Täter soll 23 Jahre alt sein, wobei unklar ist, ob sich diese Angaben auf ein echtes Ausweisdokument oder auf Angaben des Festgenommenen stützen.

    ▪ Der Verdächtige ist der Polizei wegen kleinerer Delikte bekannt, unklar ist aber, um welche Vergehen es sich handelt.

    ▪ Offen ist, wann und wie der eigentlichen Speditionsfahrer getötet wurde.

  • Der nach dem Lkw-Attentat festgenommene Terror-Verdächtige leugnet die Tat. Der 23 Jahre alte Mann streite bisher alles ab, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

  • US-Präsident Barack Obama sichert Bundeskanzlerin Angela Merkel die Unterstützung der Vereinigten Staaten bei der Aufklärung der Hintergründe zu. Dies teilt Regierungssprecher Steffen Seibert nach einem Telefonat der beiden Politiker mit. Obama drückte demnach seine tiefe Anteilnahme aus und bat die Kanzlerin, den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl zu übermitteln. Den Verwundeten wünschte er rasche Genesung.

  • Andernorts - wie hier am Dresdner Striezelmarkt - werden die Sicherheitsmaßnahmen für Weihnachtsmärkte bereits verstärkt.


    Foto: Arno Burgi, dpa
  • Der nach dem Lkw-Anschlag festgenommene Terrorverdächtige ist am 31. Dezember 2015 in einer Gruppe von etwa 15 Flüchtlingen nach Deutschland eingereist. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen wurden die Personalien des Mannes von der Bundespolizei im bayerischen Passau aufgenommen. Am 19. Februar habe er in Berlin einen Asylantrag gestellt. Im Asylverfahren sei der Verdächtige als renitent aufgefallen, er sei zu Anhörungen nicht erschienen und habe erklärt, er verstehe die deutsche Sprache nicht.

  • Der polnische Beifahrer des mutmaßlich als Terrorwaffe benutzten Lkw ist mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Ob die Waffe von den Ermittlern bereits gefunden wurde, war zunächst unklar. Im Führerhaus des Lastwagens sei zudem blutverschmierte Kleidung gefunden worden. Bei dem später in einiger Entfernung vom Tatort festgenommenen Tatverdächtigen sei dagegen keine mit Blut befleckte Kleidung gefunden worden. Ob dies darauf hindeuten könnte, dass der Mann noch im Lkw die Kleidung gewechselt haben könnte, blieb ebenfalls zunächst unklar.


    Speditionsbesitzer Ariel Zurawski steht Journalisten im polnischen Sobiemysl Rede und Antwort. Ihm gehört der verwendete Lkw. Foto: Marcin Bielecki, epa/dpa 
  • Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) drückt seine tiefe Bestürzung über die Attacke auf den Berliner Weihnachtsmarkt aus. «Der ZMD wird sich mit all seinen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, dass die böse Saat, Panik, Hass und Zwietracht zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und Religionen zu stiften, niemals aufgeht», sagt der Verbandsvorsitzende Aiman Mazyek in Berlin. Die Tat erinnere an die Attentate von Brüssel, Paris und Istanbul, «was uns Muslime zutiefst betroffen macht», fügt er hinzu. Den Täter müsse «die volle Härte unserer Gesetze treffen».

  • Deutschland hat nach der tödlichen Lastwagenfahrt eines Asylbewerbers in Berlin Kontakt mit pakistanischen Behörden aufgenommen. Eine Quelle aus dem pakistanischen Außenministerium, die anonym bleiben will, teilt mit, dass «Deutschland mit dem Außenministerium in Kontakt getreten» war, nachdem die «Herkunft des Täters nach Pakistan zurückverfolgt wurde». 

    Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden pakistanische Behörden gebeten, gleich zwei Datensätze zu überprüfen: Beide tragen den gleichen Namen: Navid Balutsch (unterschiedliche Schreibweisen). Aber es gibt offenbar zwei Geburtsdaten und zwei Geburtsorte - einer in Afghanistan, in der Provinz Nimruz, einer in Pakistan. Medien hatten berichtet, dass der Täter unterschiedliche Angaben über sich gemacht habe. Beide Quellen bestätigten nicht, dass der Mann, den deutsche Sicherheitskreise Naved B. nennen, Pakistaner sei. Er könne auch ein afghanischer Flüchtling sein, der in Pakistan gelebt habe. 

  • Soeben hat die Pressekonferenz von Innenminister Thomas de Maizière begonnen.

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