Lkw rast in Berliner Weihnachtsmarkt

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Sonntag, 6. November 2016 7

Lkw rast in Berliner Weihnachtsmarkt

Auf dem Berliner Breitscheidtplatz ist ein Anschlag verübt worden. Es gibt mehrere Verletzte und Tote. Inzwischen ist der mutmaßliche Attentäter Anis Amri erschossen worden.

  • Wir haben keinen Zweifel mehr, dass es sich sich bei dem schrecklichen Ereignis gestern Abend um einen Anschlag gehandelt hat. (...) Wir haben es mit einem brutalen Attentat zu tun.

    Thomas de Maizière 
  • Der Minister spricht von insgesamt 48 Verletzten, darunter 18 Schwerverletzte.

  • Erst wenige der zwölf Todesopfer seien identifiziert. Er habe zunächst für heute bundesweite Trauerbeflaggung angeordnet, sagt de Maizière.

  • Der mutmaßliche Täter, der in Berlin festgenommen wurde, streite die Tat ab, wie de Maizière sagt. Nach seinen Angaben hat der Generalbundesanwalt ein Strafverfahren eingeleitet.

  • De Maizière warnt die Deutschen davor, ihren Lebensstil nach dem Berliner Anschlag zu ändern. «Lassen wir unser Leben nicht von Angst bestimmen», fordert der Minister. «Weichen wir zurück, dann haben die Feinde der Freiheit schon gewonnen.»


    Screenshot: phoenix /dpa
  • Richtig sei es, dass die Weihnachtsmärkte in Berlin an diesem Tag geschlossen bleiben, sagt der Bundesinnenminister. Mit seinen Länderkollegen sei er sich aber einig, dass andere Weihnachtsmärkte und Großveranstaltungen weiter stattfinden sollen. Der jeweiligen Lage angepasst werde es weitere Sicherheitsvorkehrungen geben. «Aber eine Absage wäre falsch.»

  • Der Festgenommene stammt nach de Maizières Worten «wohl aus Pakistan». Er sei Silvester 2015 eingereist und im Februar in Berlin aufgetaucht. Sein Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen. In den entsprechenden Terror-Dateien sei er bislang nicht vertreten.

  • De Maizière sagt, es gebe «keine Bekennung» der Terrorganisation Islamischer Staat auf den bekannten Kommunikationskanälen in Zusammenhang mit der Tat.

  • Nach dem Anschlag in Berlin hält die Stadt Nürnberg Deutschlands berühmtesten Weihnachtsmarkt, den Nürnberger Christkindlesmarkt, für sicher. „Wir haben ein Sicherheitskonzept, das gut funktioniert“, sagte Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) am Dienstag. Dennoch solle das Konzept nach Absprache mit der Polizei noch einmal „verdichtet“ werden, sagte Fraas, ohne Einzelheiten zu nennen. Ein vorzeitiges Ende des Marktes stehe nicht zur Diskussion. Schon jetzt sei das „Nizza-Szenario“, bei dem ein Terroranschlag mit einem Lastwagen unterstellt wird, Teil des Sicherheitskonzepts. So verstellten Polizeiwagen breitere Zufahrten zum Hauptmarkt. Zudem ist nach Fraas Ansicht der Nürnberger Christkindlesmarkt mit dem auf dem Berliner Breitscheidplatz nur schwer vergleichbar. „Unser Christkindlesmarkt liegt mitten in der Altstadt. Da stellt sich die Frage, ob ein schwerer Lastwagen überhaupt mit großer Geschwindigkeit auf den Markt gelangen könnte.“
  • Die Öffentlichkeit kann sich darauf verlassen, dass die zuständigen Sicherheitsbehörden nicht rasten und nicht ruhen werden, bis vollständige Klarheit über die Hintergründe dieser Tat besteht. Und ich persönlich werde nicht ruhen, bis der oder die Täter gefunden und einer gerechten und harten Strafe zugefügt worden sind.

    Bundesinnenminister Thomas de Maizière
  • De Maizière spricht von einem Anschlag, vermeidet aber ausdrücklich den Begriff Terroranschlag. «Ich habe meine Worte so gewählt, wie ich sie wäge», sagt er auf eine entsprechende Nachfrage.

  • In der Berliner Gedächtniskirche liegt seit Kurzem ein Kondolenzbuch aus. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller bekundet seine Anteilnahme.


    Foto: Maurizio Gambarini, dpa
  • Vor der Gedächtniskirche legt eine Frau Blumen nieder. 


    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • Berlins Regierungschef Michael Müller zeigt sich nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt tief schockiert. «Es ist mal wieder ein Anschlag auf unser aller Freiheit, unser Leben - und es hätte tatsächlich auch jeden treffen können», sagt der SPD-Politiker. Am Abend werde wie bei anderen Anschlägen zuvor am Brandenburger Tor gedacht. «Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Farben angestrahlt werden.»

  • In Kassel sollen Betonblöcke einen Anschlag wie in der Hauptstadt verhindern.


    Foto: Swen Pförtner, dpa
  • In der Berliner Polizei geht man laut einem Bericht der Zeitung "Die Welt" davon aus, dass es sich bei dem festgenommenen Pakistani nicht um den Todesfahrer handelt. „Wir haben den falschen Mann“, zitiert das Blatt aus Sicherheitskreisen. Der wahre Täter sei noch bewaffnet auf freiem Fuß, heißt es in dem Bericht. 

    Todesfahrt auf Weihnachtsmarkt: Berliner Polizei – “Wir haben den falschen Mann“ - WELT

    DIE WELT“Wir haben den falschen Mann“: In der Berliner Polizei geht man davon aus, dass es sich bei dem festgenommenen Pakistani nicht um den Todesfahrer handelt. Der wahre Täter sei noch bewaffnet auf freiem Fuß.
  • Nach dem Anschlag von Berlin verstärkt die Polizei vielerorts in Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten. In der Hauptstadt sollen mehr Polizisten unterwegs sein, zudem sollen Betonpoller an bestimmten großen Weihnachtsmärkten Zufahrten versperren, wie der Sprecher von Innensenator Andreas Geisel der Deutschen Presse-Agentur sagt.

    Auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen verstärkt die Polizei ihre Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten. Das gilt auch für Schleswig-Holstein: «Die Polizei erhöht die Präsenz an Weihnachtsmärkten und ähnlich gelagerten Veranstaltungen», sagt ein Sprecher des Innenministeriums in Kiel. Es gebe weiter eine abstrakte Gefährdungslage.


    Eine Beamtin der Hamburger Polizei auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus. Foto: Christian Charisius, dpa
  • Der in Berlin festgenommene Terrorverdächtige hat den Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt möglicherweise nicht begangen. «Es ist in der Tat unsicher, dass es der Fahrer war», sagt Polizeipräsident Klaus Kandt.

  • Nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zur Besonnenheit aufgerufen. „Es wäre verheerend, wenn wir jetzt sagen: Aha, jetzt sehen wir es: Die Flüchtlinge sind schuld“, mahnte Marx am Dienstag in München. Es sei unwahrscheinlich, dass Deutschland ohne Flüchtlinge vom Terrorismus verschont geblieben wäre. Die Antwort dürfe jetzt nicht Gewalt sein. „Wir dürfen diesen Terroristen nicht noch einen nachträglichen Erfolg verschaffen, indem wir gegeneinander lostreten, indem wir nicht zusammenhalten, indem wir unbesonnen und mit Hass im Herzen die Dinge angehen.“ Ansonsten könne der mutmaßliche Terrorakt „natürlich auch für das Miteinander in unserem Gesellschaft verheerende Folgen haben“.
  • EU-Parlamentspräsident Martin Schulz mahnt nach dem mutmaßlichen Terroranschlag von Berlin Geschlossenheit an. «Es ist unsere Pflicht, in Einigkeit und Solidarität zusammenzustehen: Mit den Opfern, ihren Familien und den Verletzten», wird Schulz auf dem Twitter-Profil des Europäischen Parlaments zitiert. «Wir müssen stark hinter den Werten stehen, die unsere Nationen untermauern: Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das sind die Werte, die die Terroristen verachten und die sie versuchen zu zerstören. Wir dürfen und werden uns nicht beugen.»

  • Papst Franziskus hat nach dem tödlichen Anschlag in Berlin sein Mitgefühl ausgedrückt. Die Nachricht über die Gewalttat habe tiefe Betroffenheit in ihm ausgelöst, heißt es in einem Telegramm des Vatikans an den Berliner Erzbischof Heiner Koch. «Papst Franziskus verbindet sich mit allen Menschen guten Willens, die dafür arbeiten, dass der mörderische Wahnsinn des Terrorismus keinen Platz in unserer Welt hat», heißt es darin. Das katholische Kirchenoberhaupt bete für die Verstorbenen und für die Genesung der Verletzten. 


    Foto: Ettore Ferrari, epa/dpa/Archiv
  • Bei dem festgenommenen Tatverdächtigen sollen sich kaum Spuren gefunden haben, die auf einen Kampf hindeuten, wie der «Spiegel» aus hochrangigen Ermittlerkreisen erfahren haben will. Zudem habe man keine typischen Schmauchspuren an seinem Körper gefunden, die auf eine Schussabgabe schließen lassen. 

  • Die Terrormiliz Islamischer Staat hat in ihrer Propaganda auch Anleitungen für Angriffe mit Lastwagen auf Zivilisten gegeben. So veröffentlichten die Dschihadisten im November in ihrem Magazin «Rumiyah» einen dreiseitigen Artikel mit genauen Anweisungen, wie Einzeltäter ein solches Attentat verüben sollen. Dabei priesen sie den Angriff mit einem Lastwagen in Nizza als Vorbild.

    Ein Fahrzeug sei für einen Angriff gut geeignet, weil es einfach zu beschaffen, aber nicht verdächtig sei. «Es ist eine der sichersten und einfachsten Waffen, die man gegen die Kuffar (Ungläubigen) einsetzen kann», heißt es in dem Artikel. Wichtig sei es, große und schwere Fahrzeuge mit ausreichender Geschwindigkeit auszuwählen. Auch für potenzielle Ziele gibt das Magazin Anweisungen. Geeignet seien Märkte, Festivals, Paraden oder politische Versammlungen.

  • Bundespräsident Joachim Gauck beschwört nach dem Anschlag in Berlin den Zusammenhalt der freiheitlichen Gesellschaft. «Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen. Er wird unser Miteinander nicht spalten», sagt das Staatsoberhaupt in Berlin. «Unser Zusammenhalt wird nicht schwächer. Er wird stärker, wenn wir angegriffen werden.» Angesichts dieser erschütternden Tat machten sich die Menschen in Deutschland bewusst: «Wir leben in einer starken Gemeinschaft, in der das Recht zählt und die Menschlichkeit.» Gauck gedachte der Opfer des Anschlags und sagte mit Blick auf die Angehörigen: «Wir werden sie nicht allein lassen in ihrem Schmerz.» 


    Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa
  • Generalbundesanwalt Peter Frank geht beim Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt von einem terroristischen Hintergrund aus. Das teilt er in Berlin mit.

  • Die türkische Regierung verurteilt den Terroranschlag in Berlin scharf und sichert Deutschland Solidarität zu. «Die Türkei und das türkische Volk, die frischen Schmerz aus ähnlichen Vorfällen verspüren, fühlen mit Deutschland und dem deutschen Volk», heißt es in einer Mitteilung des Außenministeriums in Ankara. Der grausame Anschlag sei «ein Beispiel dafür, dass der Terror eine Plage ist, die nicht zwischen Personen, Orten und Nationen unterscheidet». Der Terrorismus könne nur gemeinsam bekämpft werden. 

  • Nach Angaben von Generalbundesanwalt Peter Frank ist noch unklar, ob der Anschlag von Berlin einen islamistischen Hintergrund hat. «Wir haben noch kein Bekennervideo», betont Frank. Aus dem gewählten Ziel und dem Vorgehen des Täters könne man auf ein islamistisches Motiv schließen. Dabei handle sich aber um keine unumstößliche Annahme. Man müsse weiter in alle Richtungen ermitteln.

  • BKA-Präsident Holger Münch kann nicht ausschließen, dass noch immer ein bewaffneter Täter unterwegs ist. Man sei «hochalarmiert», um eventuelle Tatbeteiligte zu identifizieren, sagt Münch. Man wisse nicht sicher, ob der richtige Mann gefasst worden sei und ob es nur einen einzigen Täter gebe.


    Foto: Arne Dedert, dpa
  • Die katholische und die evangelische Kirche in Regensburg laden heute Abend, 18 Uhr, zum ökumenischen Gebet in die Neupfarrkirche am Neupfarrplatz ein. Der evangelische Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss und der Leiter des Referats Seelsorge im Bistum Regensburg, Domkapitular Thomas Pinzer, werden mit allen Gläubigen für die Opfer des Anschlags, deren Angehörige und für den Frieden beten. 
  • Polizeipräsident Klaus Kandt sagt bei einer Pressekonferenz, es sei möglich, dass ein gefährlicher Straftäter noch im Raum Berlin sei. Die Polizei befinde sich rund um die Uhr in einem Sondereinsatz, der voraussichtlich auch bis Silvester andauern werde.

  • Nach den Worten von Generalbundesanwalt Frank ist unklar, ob es eine größere Tätergruppe gibt oder ob der Täter von außen angeleitet wurde. Berlins Polizeipräsident Kandt betont jedoch, es sei «nicht zwingend notwendig», dass mehr als eine Person beteiligt war. Die Tat sei logistisch «nicht so anspruchsvoll» gewesen.


    Polizeipräsident Kandt (r.) bei der Pressekonferenz in Berlin. Foto: Jörg Carstensen, dpa
  • Die Polizei durchsuchte in der Nacht die Flüchtlingsunterkunft im früheren Flughafen Tempelhof, weil der festgenommene Tatverdächtige dort vermutlich untergebracht war, wie Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt erklärt. «Ich glaube schon, dass wir die richtige Schlafstelle da auch gefunden haben.» Der Mann sei nicht als Gefährder eingestuft gewesen.

  • Laut BKA-Präsident Münch war der mutmaßliche Täter von Berlin der Polizei zwar bekannt gewesen, aber nicht im Zusammenhang mit Waffen oder wegen möglicher Kontakte ins islamistische Spektrum. Er sei «kein eingestufter Gefährder» gewesen.


    Holger Münch (l.) und Peter Frank. Foto: Jörg Carstensen, dpa
  • Bei der Durchsuchung der Flüchtlingsunterkunft am früheren Berliner Flughafen Tempelhof wurde ein Mobiltelefon beschlagnahmt. «Wir haben ein Handy gefunden, das wir auswerten», sagt Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt. Weitere Angaben machte er nicht. Die Auswertung des Telefons sei noch nicht weit genug fortgeschritten.

  • Die Entscheidung über den weiteren Umgang mit dem Tatverdächtigen von Berlin fällt möglicherweise noch heute. «Es ist möglich, dass wir heute Abend entscheiden: Er ist es aus unsere Sicht nicht», sagt Generalbundesanwalt Peter Frank. BKA-Chef Münch sagt, es gelte die Ergebnisse der Spurensicherung abzuwarten. Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sagt, die Beschreibungen des geflüchteten Täters seien noch nicht konkret genug.

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mittlerweile am Ort des Anschlages zusammen mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (r.) und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (l.), den Opfern gedacht.


     Foto: Michael Kappeler, dpa
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    +++ Das Wichtigste im Überblick +++

    ▪ Ein Lastwagen rast in die Menschenmenge auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin. 12 Menschen werden getötet. Es gibt mehrere Dutzend Verletzte

    ▪ Unklar ist weiterhin die Identität des festgenommenen Verdächtigen. Es verdichten sich Hinweise, dass er aus Pakistan stammt. Inzwischen zweifelt allerdings die Polizei daran, ob der Festgenommene tatsächlich der Fahrer des Lkw war,

    ▪ Auf dem Beifahrersitz wurde ein toter Mann entdeckt, er starb laut Polizei vor Ort und ist polnischer Staatsbürger. Er ist vermutlich erschossen worden.

    ▪ Bundeskanzlerin Angela Merkel deutet die Todesfahrt in einer Erklärung als Terroranschlag.

    ▪  Offen ist, ob der Vorfall einen terroristischen Hintergrund hat, oder ob es etwa ein Amoklauf war. Die Polizei spricht von einem «vermutlich terroristischen Anschlag».

     

    von dpa-live Desk via null bearbeitet von christine.strasser 12/20/2016 3:07:49 PM
  • Ein Moment der Einkehr - Merkel gedenkt in der Gedächtniskirche den Opfern kurz bevor sie sich in das dort ausliegende Kondolenzbuch einträgt.


    Foto: Hannibal Hanschke, dpa
  • Die Auswirkungen nach dem Anschlag in Berlin sind auch im Ausland spürbar. In Ungarn wurden die Sicherheitsmaßnahmen an öffentlichen Plätzen wie etwa auf dem Budapester Weihnachtsmarkt erhöht.


    Foto: Janos Marjai, epa/dpa
  • Auch Frankreichs Präsident François Hollande warnt vor der Terrorgefahr in seinem Land. «Wir haben eine hohe Stufe der Bedrohung», sagt Hollande in Paris nach einem Besuch seines Amtskollegen aus Senegal, Macky Sall. 

    Hollande weist gleichzeitig auf die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen im Land hin, wie den Einsatz von Armeeangehörigen an öffentlichen Orten. «Der Kampf gegen den Terrorismus betrifft uns alle, überall in der Welt», sagt der Staatschef. 

  • UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt den Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin als «terroristischen Angriff». Er drücke den Familien der Opfer sowie der Regierung und dem deutschen Volk sein tiefstes Mitgefühl und Beileid aus, erklärt Ban in New York. 

  • Wie werden eigentlich andernorts Weihnachtsmärkte gesichert? Ein interessantes Beispiel liefert Straßburg. Seit der dortige Weihnachtsmarkt eröffnet hat, ist die Altstadt der Elsassmetropole regelrecht abgeriegelt. 5 der 21 Brücken, über die man normalerweise über den Kanal ins Stadtzentrum gelangt, sind komplett gesperrt. Die offenen Übergänge werden streng bewacht. Wer den Weihnachtsmarkt, der sich über mehrere Gassen und Plätze verteilt, erreichen will, kommt an einer Taschenkontrolle nicht vorbei. Am Tag nach dem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt werden Besucher gebeten, Jacken und Mäntel zu öffnen.  

    Fahrzeuge dürfen nur ausnahmsweise in die Innenstadt fahren oder dort parken. Auf einigen Brücken verhindern quer stehende Lastwagen und Betonpoller, dass ein Auto oder Lkw überhaupt passieren könnte. Straßenbahnen müssen durch eine Schranke fahren. Die Pflastersteine zwischen den Gleisen wurden an den Übergängen teilweise entfernt, so dass ein Fahrzeug stecken bleiben würde. Soldaten und bewaffnete Polizisten patrouillieren durch die Straßen.


    Polizisten sichern den Eingang des Straßburger Weihnachtsmarktes. Foto: Claudia Kornmeier, dpa
  • Mittlerweile konnten bereits einige der Verletzten die Krankenhäuser wieder verlassen, meldet die Polizei. Gleichwohl bleiben 25 Patienten weiter in stationärer Behandlung, teilt die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. 14 von ihnen seien sehr schwer verletzt.


  • Grafik: Brühl/Dytert
  • Europaweit nutzen Rechtspopulisten den Anschlag in Berlin für Kritik an der Bundesregierung: 


    ▪ Rechtspopulist Geert Wilders in den NIEDERLANDEN twittert das Bild einer blutverschmierten Bundeskanzlerin Angela Merkel, die seiner Ansicht nach für den Anschlag verantwortlich ist. 

    ▪ In ÖSTERREICH kommentiert FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache: «Das alles sind sehr bedenkliche und alarmierende Entwicklungen.» Offenkundig tauge die Balkanroute weiter als Weg auch für Terroristen. Der Festgenommene «wäre nicht der erste radikal-islamistische terroristische Verbrecher, der über die Balkanroute eingesickert ist.»

    ▪ FRANKREICHS Rechtspopulistin Marine Le Pen wirft den Regierungen auf Twitter vor, zahlreiche Migranten einreisen zu lassen, obwohl unter ihnen islamistische Terroristen seien. Die Chefin der rechtsextremen Front National und Präsidentschaftskandidatin forderte zudem eine strategische Allianz der USA, Russlands und Frankreichs, um gegen den «islamistischen Fundamentalismus» vorzugehen.

    ▪ DÄNEMARK könne nicht länger das Risiko eingehen, Asylbewerber ins Land zu lassen, erklärt der außenpolitische Sprecher der Dansk Folkeparti, Martin Henriksen. «Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge, die nach Dänemark kommen, und dem Risiko für Extremismus und damit auch Terrorismus.» 

    ▪ In GROSSBRITANNIEN sorgt der Rechtspopulist Nigel Farage mit einem Twitter-Eintrag für Ärger. «Schreckliche Neuigkeiten aus Berlin, aber keine Überraschung. Solche Geschehen wie diese werden das Erbe von Merkel sein», schreibt der ehemalige Chef der europafeindlichen Ukip-Partei.

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