Lkw rast in Berliner Weihnachtsmarkt

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Sonntag, 6. November 2016 7

Lkw rast in Berliner Weihnachtsmarkt

Auf dem Berliner Breitscheidtplatz ist ein Anschlag verübt worden. Es gibt mehrere Verletzte und Tote. Inzwischen ist der mutmaßliche Attentäter Anis Amri erschossen worden.

  • Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, weist Vorwürfe gegen die Behörden zurück. «Ich finde es schändlich, im Fall des Anis Amri von Behördenversagen zu sprechen. Erst recht, wenn es Politiker wie Armin Laschet tun», sagt Wendt der «Rheinischen Post» (Freitagausgabe).


    Rainer Wendt. Foto: Marc Tirl, dpa
  • Mit einem Konzert am Brandenburger Tor wollen Berliner Künstler und Politiker am Freitag der Opfer des Anschlags gedenken. Neben dem Gedenken an die Toten solle unter dem Motto «Together Berlin» für das Leben, gemeinsame Werte und Freiheit demonstriert werden, teilen die Veranstalter mit. Unter anderem sollen die Musiker Max Giesinger, Elen, Graham Candy, The Dark Tenor, Sebastian Hämer sowie Triple L und Valerio Lombardo auftreten. Moderatoren führen durch das rund sechsstündige Programm.


    Foto: Paul Zinken, dpa
  • Kanzlerin Angela Merkel informiert sich derzeit beim Bundeskriminalamt in Berlin über den Ermittlungsstand nach dem Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt in der Hauptstadt. Gemeinsam mit Innenminister Thomas de Maizière und Justizminister Heiko Maas traf sie am Donnerstagnachmittag am Berliner BKA-Standort im Stadtteil Treptow ein. BKA-Präsident Holger Münch wollte die Kanzlerin und die Minister persönlich unterrichten.


    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • Laut BKA werden sich Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière nach ihrem Besuch öffentlich äußern.



  • Die Berliner Polizei schließt definitiv, «dass am 19.12. Informationen über eine tunesische Staatsangehörigkeit» des Tatverdächtigen für den Berliner Anschlag vorlagen. Damit reagiert die Polizei auf Twitter auf Medienberichte über Tweets eines «Lutz Bachmann». Unter diesem Account wurde am Anschlagsabend geschrieben: «Interne Info aus Berliner Polizeiführung: Täter tunesischer Moslem. Das (sic!) der Generalbundesanwalt übernimmt, spricht für die Echtheit.» 

    Ob der Twitter-Account Pegida-Gründer Lutz Bachmann gehört, lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen. Nur Twitter-Konten mit einem blauen Haken gelten als verifiziert. Der Berliner Polizeisprecher Winfrid Wenzel sagt der Deutschen Presse-Agentur: «Wir können mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass es am Montag keinen Anhaltspunkt für den tunesischen Verdächtigen gab.»



  • UPDATE Die Fingerabdrücke des Terrorverdächtigen Anis Amri sind an dem Fahrerhaus des Lkw sichergestellt worden, der am Montagabend in einen Berliner Weihnachtsmarkt gerast ist. Das sagt Bundesinnenminister Thomas de Maizière nach einem Besuch des Bundeskriminalamtes (BKA) in Berlin. Auch weitere Hinweise seien gefunden worden, sagt de Maizière.

  • De Maizière und Justizminister Heiko Maas loben die Arbeit der Behörden. Die Ermittlungen liefen mit hoher Professsionalität und national und international erstklassig vernetzt, sagt de Maizière.

  • Merkel spricht von einer «hoffentlich baldigen Festnahme». Sie lobt die «hochprofessionelle Arbeit» der BKA-Mitarbeiter und der Landesbehörden. Die Zusammenarbeit laufe «reibungslos und mit großem Elan». Die Kanzlerin betont, man sei «in jeder Stunde» in Gedanken bei den Opfern des Anschlags. Gerade ihnen schulde man einen Erfolg.


    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • Ich bin in den letzten Tagen sehr stolz gewesen, wie besonnen die große Zahl der Menschen auf diese Situation reagiert.

    Angela Merkel nach ihrem Besuch beim BKA.
  • Merkel sagt weiter, man habe in Deutschland in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um dem Terrorismus Herr zu werden. Heute befinde man sich in einer Bewährungsprobe. Dabei habe man die «Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf unsere Seite». 

    Merkel sagt, man habe theoretisch «schon seit langem gewusst, dass wir auch Zielscheibe des islamistischen Terrorismus sind. Und trotzdem ist dann, wenn ein solcher Fall eintritt, wie dieser terroristische Anschlag auf den Breitscheidplatz, das natürlich noch einmal etwas ganz anderes».


    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • So ziemlich jede öffentliche Stellungnahme der Kanzlerin zu den Ereignissen am Breitscheidplatz bekommt auch international große Aufmerksamkeit. 



  • In Sichtweite des Brandenburger Tors bauen Polizeikräfte derweil Betonsperren auf. 


    Foto: Maurizio Gambarini, dpa
  • Viele Berliner befinden sich nach Einschätzung des Berliner Krisendienstes nach dem Terroranschlag noch immer in einem «professionellen Notfall-Modus». Das gelte in erster Linie für Augenzeugen und alle Helfer, sagt Jens Gräbener, Psychologe und einer der Leiter beim Berliner Krisendienst. Es sei aber auch für die gesamte Stadt der erste Anschlag dieser Art. «Jeder von uns hat plötzlich eigene Bezüge, jeder bekommt Anfragen von Familienangehörigen oder Freunden. Das macht es komplett anders als nach anderen Attentaten.» Beim Krisendienst haben sich seit der Nacht zu Dienstag rund 70 Berliner gemeldet. Darunter waren auch Menschen, die Angehörige oder Freunde bei dem Anschlag verloren haben. 

  • Derweil zieht der wiedereröffnete Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche zahlreiche Besucher an. Klaus-Jürgen Meier, der Vorstandsvorsitzende der AG City und Vertreter des Handels, erklärt, warum der Betrieb weiter geht. Die Trauer halte an, sagt er. «Aber unabhängig davon wollen wir unsere Lebensfreude uns nicht nehmen lassen.» Ob die Reaktionen negativ seien, hätte man nicht doch lieber ganz schließen sollen? «Wir erfahren genau das Gegenteil, dass alle kommen und sagen: "Jetzt erst recht"» 


    Foto: Rainer Jensen, dpa

    Foto: Rainer Jensen, dpa
  • Hass hat in unserem Berlin keinen Platz.

    Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller in seiner Weihnachtsbotschaft mit Blick auf den Terroranschlag an der Gedächtniskirche.
  • In Berliner Kliniken werden zwölf Schwerstverletzte weiterhin behandelt. Einige von ihnen seien in kritischer Verfassung, teilt die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Die Zahl der Todesopfer sei bisher nicht weiter gestiegen; sie liegt bei 12. Insgesamt 14 mittel- bis leichtverletzte Opfer des Attentats werden zur Zeit noch in Kliniken behandelt, 30 wurden inzwischen entlassen.

    Bei einer erneuten Abfrage aller Berliner Krankenhäuser mit Notaufnahmen haben sich nach der Todesfahrt mehr Leichtverletzte als bisher erfasst in Kliniken behandeln lassen. Insgesamt gab es nach der aktuellen Zählung 56 Verletzte am Breitscheidplatz, die medizinische Hilfe im Krankenhaus brauchten.

  • Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt im Zentrum Berlins verlangt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) eine Videoüberwachung an «neuralgischen Punkten und bei Großveranstaltungen» in der Hauptstadt. Hierzu zählten Kriminalitätsbrennpunkte und Plätze, an denen viele Menschen zusammenkommen. Durch die Bilder erhielten die Ermittlungsbehörden das nötige Werkzeug, um Straftäter zu identifizieren, begründet der Landesverband seine Forderung.

    «Wer nicht für solchen Technikeinsatz ist, schützt indirekt Straftäter und Terroristen. Die Regierungskoalition in Berlin muss sich rasch entscheiden, auf welcher Seite sie handelt», sagt der DPolG-Landesvorsitzende Bodo Pfalzgraf. 

  • Die Familie des möglichen Attentäters zeigt sich erschüttert von den Nachrichten über den jüngsten Sohn der Familie. Sie könne sich nicht vorstellen, dass ihr Sohn Anis Amri zu solch einer Tat fähig sei, sagt die Mutter des 24-Jährigen, Nur al-Huda, der Deutschen Presse-Agentur. Sie hoffe darauf, dass die Wahrheit bald ans Licht kommt. Die Familie bete mit den Opfern. 

    Nach Angaben der Familie hatte der Bruder sich das letzte Mal am vergangenen Sonntagabend gemeldet. Man habe regelmäßig telefoniert


    Die Familie Amris mit einem Porträt des Verdächtigen in ihrem Haus im tunesischen Oueslatia. Foto: Mohammed Messara, epa/dpa
  • Über den Tunesier Anis Amri ist einiges bekannt, es bleiben aber viele Fragen

    WAS WIR WISSEN Er wird dringend verdächtigt, den Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt gesteuert zu haben. Die Ermittler gehen von einem Terroranschlag aus. Die Fingerabdrücke des Terrorverdächtigen wurden am Fahrerhaus des Lkw sichergestellt, der in die Menschenmenge gerast ist. «Wir können Ihnen heute mitteilen, dass es zusätzliche Hinweise gibt, dass dieser Tatverdächtige mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich der Täter ist», sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Am Abend wird Haftbefehl gegen Amri erlassen.

    WAS WIR NICHT WISSEN Es scheint zumindest so, dass sich Amri beim Anschlag im Lkw befand, aber es ist nicht vollkommen geklärt. Vielleicht wurden seine Papiere auch als Bekenntnis oder als falsche Fährte absichtlich im Lkw abgelegt. Es könnte auch sein, dass sie im Kampf mit dem später erschossenen polnischen Speditionsfahrer verloren gingen, dessen Leiche auf dem Beifahrersitz gefunden wurde. Weiterhin unklar, ist auch, ob der Gesuchte Einzeltäter war. Er könnte auch Komplizen gehabt haben. Es muss geklärt werden, ob er von außen gesteuert wurde oder aus eigener Initiative gehandelt hat.

  • Eine Übersicht der bislang bekannten Orte, die bei den Ermittlungen eine Rolle spielen. 


    Grafik: A. Brühl
  • Die Dunkelheit senkt sich über den mittlerweile wieder hell erleuchteten Weihnachtsmarkt rund um die Gedächtniskirche.


    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • UPDATE Die Bundesanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den flüchtigen 24-jährigen Tunesier Anis Amri wegen des Lastwagen-Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt erwirkt. Das teilt eine Sprecherin der Behörde am Abend in Karlsruhe mit. Sie wollte auf weitere Fragen und Spekulationen nicht eingehen. Sie wies darauf hin, dass verschiedene Orte in Nordrhein-Westfalen und Berlin, an denen sich Amri aufgehalten haben solle, durchsucht worden seien. Auch ein Reisebus in Heilbronn sei durchsucht worden. Festnahmen habe es keine gegeben. 


    Die Pressesprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler. Foto: Franziska Kraufmann, dpa
  • Berliner Sicherheitskräfte haben bei einer Reihe von Einsätzen in der Hauptstadt nach dem Terrorverdächtigen Tunesier Anis Amri gesucht. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmte heute nach dpa-Informationen auch einen Salafistentreffpunkt im Stadtteil Moabit. Dort soll auch Amri verkehrt haben. Die «Berliner Zeitung» berichtet, bei dem Einsatz gegen den Moschee-Verein «Fussilet 33» seien Blendgranaten benutzt und eine Tür aufgesprengt worden. 

    Der Moschee-Verein «Fussilet 33» wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz «Islamischer Staat» in Syrien radikalisiert worden sein. Auch sei Geld für Terroranschläge in Syrien gesammelt worden. 2015 hatte die Polizei die Räume schon einmal gestürmt. Ein Iman saß zeitweise in Untersuchungshaft. Nach dpa-Information gab es noch weitere Einsätze gegen mögliche Kontaktpersonen Amris in der Hauptstadt. 

  • Spurensuche nach dem Anschlag - wo die Ermittler in der Hauptstadt bislang nach Hinweisen suchten.


    Grafik: R. Mühlenbruch
  • Europas größter Chanukkaleuchter leuchtet am Abend am Brandenburger Tor. Das diesjährige Chanukkafest ist den Opfern des Anschlags am Breitscheidplatz gewidmet. 


    Foto: Maurizio Gambarini, dpa
  • Der Terrorismusforscher Peter Neumann wirft den deutschen Behörden ein «systemisches Versagen» bei der Bekämpfung des Terrorismus vor. «Der mutmaßliche Attentäter Anis Amri war den Behörden bekannt. Man wusste, dass er die Absicht hatte, in Deutschland einen Anschlag durchzuführen und trotzdem haben die Strukturen nicht funktioniert», sagt Neumann vom King's College in London der Deutschen Presse-Agentur.

    Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Verdächtige sich in die Enge getrieben fühle und zu weiteren Taten bereit sei, sagt Neumann. «Das ist wirklich im Moment keine gute Situation.» Er könne sich vorstellen, dass der Tatverdächtige «gar nicht so weit weg und dass er nach wie vor mit Leuten aus der Szene in Kontakt ist». In Deutschland müssten Personal und Befugnisse, die Kooperation zwischen Landes- und Bundesbehörden und die Zusammenarbeit innerhalb Europas überprüft werden, fordert der Radikalisierungsforscher. 


    Peter Neumann kritisiert die deutschen Behörden. Foto: Michael Reynolds, epa/dpa
  • Die Bundesregierung will nach einem Medienbericht das heimliche Mitlesen von Messenger-Diensten wie WhatsApp bei Terrorverdächtigen rechtlich ermöglichen. Per Gesetz solle erlaubt werden, dass Handys in Zukunft mit einer richterlichen Genehmigung komplett überwacht werden können. Das berichtet die «Bild»-Zeitung unter Berufung eine entsprechende Abmachung von Justizminister Heiko Maas und Innenminister Thomas de Maizière. Das Gesetz solle bis zur Bundestagswahl im kommenden September in Kraft treten.

    Bislang können bei einer Überwachung zwar Handys und Telefone abgehört werden. Die Behörden haben bei Ermittlungsverfahren allerdings Probleme, die Kommunikation von Terrorverdächtigen über Messenger-Dienste zu verfolgen, weil die Nachrichten verschlüsselt werden. Dafür solle nun eine Spähsoftware («Trojaner») zum Einsatz kommen können. Datenschützer befürchten, dass eine solche Software auch zur unbefugten Kontrolle von Sozialen Netzwerken eingesetzt wird.

  • Anis Amri war in Deutschland nur geduldet. Was bedeutet das?

    In Deutschland sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums etwa 205.000 Menschen ausreisepflichtig. Davon haben mit Stand vom 30. November rund 153.000 eine Duldung. Diese hatten keinen Erfolg mit ihrem Asylantrag, werden aber trotzdem vorerst nicht aus Deutschland abgeschoben, etwa weil sie keine Papiere haben oder krank sind. 

    Für Menschen, die in Deutschland nur geduldet sind, gibt es keine Fristen, nach denen sie sich bei der Polizei oder anderen Behörden melden müssen. Das Ministerium teilt mit, es gebe aber immer die Möglichkeit, dass Ausländerbehörden die Dauer der Duldungen so kurz halten, dass die betroffenen Personen regelmäßig vorsprechen müssen, um ihre Bescheinigung verlängern zu lassen. Wie dies im Fall Amri geregelt war, blieb zunächst unbekannt.

     
  • Die Zahl der radikal-islamischen Salafisten in Deutschland ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) teilt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit, aktuell liege die Zahl der Anhänger dieser besonders konservativen Auslegung des Islam bei 9700 Menschen. Das sind etwa 500 Frauen und Männer mehr als noch vor drei Monaten. Mitte September gingen die Verfassungsschützer von rund 9200 Salafisten in der Bundesrepublik aus.

    Die Zahl der bisher aus Deutschland in die Kampfgebiete der Terrormiliz Islamischer Staat ausgereisten Islamisten stieg leicht. Aktuell verzeichnet der Verfassungsschutz insgesamt 890 Ausreisen. Im November waren es 880. Unter den Ausgereisten waren etwa 20 Prozent Frauen und 5 Prozent minderjährig. Das BfV geht davon aus, dass ein Drittel der Ausgereisten inzwischen wieder zurückgekehrt ist. 


    Foto: Marijan Murat, dpa/Archiv
  • Deutsche und Polen haben bei einem sehr gut besuchten Gottesdienst in der St.-Johannes-Basilika der Opfer des Terroranschlags auf dem Breitscheidplatz gedacht. Unter den zwölf Toten ist auch ein Lastwagenfahrer aus Polen. Der 37-Jährige, der für eine Spedition bei Stettin arbeitete, wurde nach der Bluttat tot in der Fahrerkabine gefunden. Zu dem Gottesdienst kamen schätzungsweise 200 bis 300 Besucher. Die St.-Johannes-Basilika ist eine Anlaufstelle für Polen, die in Berlin leben.

    Als Mitglied der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe im Bundestag nahm auch der CDU-Politiker Karl-Georg Wellmann an dem Gottesdienst teil. Über den Toten sagte er in einer Ansprache: «Er war ein Held.» Der Lkw-Fahrer soll nach Erkenntnissen der Polizei noch kurz vor dem Anschlag mit dem Attentäter im Führerhaus gekämpft haben, bis dieser ihn erschoss. So habe er möglicherweise Schlimmeres verhindert. «Deutschland und Polen sind in Trauer vereint», sagte Wellmann. «Wir werden gemeinsam dem Terror standhalten.»


    Foto: Paul Zinken, dpa
  • Mehrere Tausend Menschen sind in München für eine offene Gesellschaft und gegen Fremdenfeindlichkeit auf die Straße gegangen. Die Demonstration stand unter dem Motto «Für eine angstfreie und offene Gesellschaft». Die Polizei sprach von mehr als 4000 Teilnehmern, unter ihnen waren auch Prominente wie der Schauspieler Maximilian Brückner. Auf Plakaten hieß es unter anderem «München ist bunt», «Hass macht hässlich» und «Gemeinsam für Menschlichkeit».

    Zu der Kundgebung vor der Münchner Oper hatte ein breites Bündnis von Parteien, Organisationen und Vereinen aufgerufen. Die Bayerische Staatsoper unterstützte die Aktion, auf Bannern hieß es «Humanität», «Respekt» und «Vielfalt». 


    Schauspieler Maximilian Brückner (l.) und Intendant Christian Stückl. Foto: Tobias Haase, dpa
  • Der Moment des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist auf dem Video einer Autokamera festgehalten. Das von «Bild.de» veröffentlichte Video zeigt aus der Perspektive eines Autofahrers, wie der Lastwagen mit hohem Tempo ungebremst in den Weihnachtsmarkt fuhr. Kurze Zeit später ist zu sehen, wie Menschen vom Tatort weglaufen. Entgegen anderslautenden Aussagen scheinen die Scheinwerfer des Lasters zur Tatzeit eingeschaltet gewesen zu sein. Einblicke in den Weihnachtsmarkt selbst gewährt das Video nicht.

  • UPDATE Der europaweit gesuchte mutmaßliche Attentäter von Berlin ist nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in Mailand erschossen worden. Er sei bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. Nach ersten Informationen ging der mit Haftbefehl europaweit gesuchte Tunesier Anis Amri der Polizei bei einer normalen Kontrolle ins Netz. Dabei habe er eine Schusswaffe gezogen und auf die Polizisten geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert und ihn erschossen. 

    Amri sei zu Fuß unterwegs gewesen und aufgefordert worden, seine Ausweispapiere zu zeigen. Dann habe er die Waffe gezogen und geschossen. «Die Abklärungen laufen, wir sind in Kontakt mit den italienischen Sicherheitsbehörden», sagt ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf dpa-Anfrage. 

  • Das Innenministerium in Rom kündigt laut Ansa eine Pressekonferenz an. 

  • Der in Mailand Getötete sei anhand seiner Fingerabdrücke als Anis Amri identifiziert worden, meldet Sky News. Der Sender beruft sich dabei auf eine Aussage aus Polizeikreisen.



  • Auch Ansa berichtet unter Berufung auf Anti-Terror-Quellen in Mailand, dass Die Fingerabdrücke Amris eindeutig identifiziert worden seien.

  • Dem italienischen Innenminister zufolge ist der europaweit gesuchte mutmaßliche Attentäter von Berlin in Mailand erschossen worden. Er sei bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden, sagt Marco Minniti bei einer Pressekonferenz in Rom. 

  • Innenminister Minniti während seiner Erklärung.



  • Auch die italienische Polizei bestätigt nun den Tod von Anis Amri auf Twitter:

  • Anis Amri ist der Polizei in Mailand bei einer normalen Kontrolle ins Netz gegangen. Als der 24-Jährige nach seinen Dokumenten gefragt worden sei, habe er eine Waffe gezogen und geschossen, sagt der italienische Innenminister Marco Minniti in Rom.

  • Der mutmaßliche Attentäter von Berlin hat bei der Polizeikontrolle in Mailand «ohne zu zögern» eine Waffe gezogen und geschossen. Der getroffene Polizist schwebe nicht in Lebensgefahr, sagt Minniti.

  • Anis Amri kam nach Polizeiangaben mit dem Zug nach Italien. Er sei aus Chambéry in Frankreich nach Turin gekommen, berichtet der Mailänder Anti-Terror-Chef Alberto Nobili. Von Turin in der italienischen Region Piemont sei er wiederum mit dem Zug nach Mailand gefahren, wo er gegen 1.00 Uhr in der Nacht zum Freitag angekommen sei. Gegen 4.00 Uhr am Morgen sei er den beiden Polizisten begegnet, die ihn bei einem Schusswechsel töteten.

  • Italienische Beamte sichern in Mailand Spuren nach dem Schusswechsel.


    Foto: Daniele Bennati, dpa
  • Der italienischen Polizei zufolge hatte der erschossene Terrorverdächtige Anis Amri bei der Kontrolle gegen 3.30 Uhr in Mailand keine Dokumente bei sich. Er habe mit einer 22-Kaliber-Pistole geschossen, schreibt die Polizei auf Facebook. Die Waffe sei scharf gewesen, als er sie aus einem kleinen Rucksack holte. 


    Foto: Daniele Bennati, dpa
  • Der mutmaßliche Attentäter von Berlin ist am Bahnhof der Stadt Sesto San Giovanni im Großraum  Mailand erschossen worden. Anwohner berichten, sie hätten am Morgen mehrere Schüsse gehört, aus dem Fenster geschaut und einen Mann am Boden liegen sehen. Die Beamten hätten versucht, ihn zu reanimieren, berichten Augenzeugen. 


    Foto: Daniele Bennati, dpa
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