Die Kugelschreiber

mz_logo

Live
Sonntag, 6. November 2016 7

Die Kugelschreiber Live

Alles rund um die Kugel am Regensburger Campus: Im MZ-Studenten-Blog berichten Studierende über aktuelle Ereignisse an den Regensburger Hochschulen, den täglichen Uni-Wahnsinn und das studentische Leben in der Domstadt.

    • Zur Debatte
    Stipendien: Förderung der Begabten, Engagierten - und Privilegierten?

    Ob Miete, Büchergeld oder Mensaessen – die Lebenshaltungskosten stellen viele Studierende vor finanzielle Herausforderungen.
    Einige halten sich mit einem Nebenjob über Wasser, worunter das Studium aber oftmals leidet. Mit der Förderung durch ein Stipendium können sich Begabte und gesellschaftlich Engagierte auf das Studieren konzentrieren – und nebenbei wertvolle Kontakte knüpfen. Doch der Vorwurf einer fehlgerichteten Auswahl hält sich hartnäckig.


    Den Stipendiumsinformationstag der Uni Regensburg nutzen Stiftungen aller Couleur, um sich vorzustellen. (Foto: Harzenetter)

    Rund dreißig Studierende haben sich im Foyer des Audimax angesammelt, aufmerksam hören sie Menschen zu, deren Auskünfte wie die Erzählungen von der eierlegenden Wollmichsau klingen. Finanzielle Unterstützung, ideelle Förderung, dazu kostbare Kontakte. All das sei denjenigen gewiss, die sich durch hervorragende Leistungen in der Uni und im Ehrenamt für eines der begehrten Stipendien empfehlen.

    Den Stipendieninformationstag der Uni Regensburg nutzen Stiftungen aller Couleur, um sich vorzustellen: Neben der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung präsentiert sich die sozialdemokratische Friedrich-Ebert-Stiftung, gegenüber informiert das katholische Casanuswerk in Nachbarschaft zur Stiftung der deutschen Wirtschaft. So unterschiedlich die ideologischen Hintergründe der Förderwerke gelagert sind, sie eint ihr Auftrag: das Buhlen um die zukünftigen Leistungsträger der Gesellschaft.

    Mehr als nur monetäre Vorteile

    Als ein solcher wird auch Matthias eingeschätzt. Der Politikwissenschaftsstudent wird seit diesem Jahr im Rahmen des Max-Weber-Programms durch die Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Nachdem er an einem Auswahlseminar teilnahm, wurde der 24-Jährige in den erlesenen Kreis der „hochbegabten Studierenden“ aufgenommen. Seitdem erhält er pro Semester eine Bildungspauschale in Höhe von 900 Euro - was sein Studium enorm erleichtert: „Die finanzielle Unterstützung entlastet mich und meine Eltern erheblich“, sagt Matthias. „Doch daneben ist insbesondere die Möglichkeit der stetigen Weiterbildung äußerst wertvoll“, betont er.

    Denn neben der materiellen Förderung ist bei vielen Begabtenförderwerken die ideelle Unterstützung ein Hauptaugenmerk. Durch Seminare, Workshops, Ferienakademien und Mentorenprogramme sollen die Stipendiaten ihre Ideen einbringen  - und dabei bestmöglich vernetzt werden. Das Knüpfen von Kontakten mit anderen Stipendiaten und erfahrenen Alumni erweist sich für viele der Geförderten als genauso wertvoll wie die monetären Vorteile. Doch bis man die begehrte Förderung erhält, ist es bisweilen ein harter Weg. 

    Ohne soziales Engagement nur schlechte Chancen

    Der Bewerbungsprozess verläuft bei den Förderwerken sehr unterschiedlich – und ist mitunter berüchtigt. Überdurchschnittliche Leistungen im Studium und das ehrenamtliche Engagement der Bewerber werden zumeist gleich gewichtet. Dabei zeigt sich, ob der Bewerber neben fachlicher Begabung, Fleiß und Lernfähigkeit auch soziale Kompetenz besitzt. Bei den parteinahen Stiftungen ist zudem eine gemeinsame Wertebasis von Vorteil, wie Sabine Kerres von der Friedrich-Ebert-Stiftung betont: „Zwar sind gute Noten das Einstiegskriterium, doch ausschlaggebend ist die individuelle Identifizierung mit der sozialdemokratischen Idee und das ehrenamtliche Engagement“. Die in Chemie Promovierende präsentiert die SPD-nahe Stiftung am Informationstag und hat sich neben ihren Noten durch das Mitwirken in der Fachschaft sowie im Sportverein sozial ausgezeichnet. Eine Parteimitgliedschaft sei für die Förderung hingegen nicht notwendig, stellt Kerres klar.

    Hat der Bewerber die erste Hürde genommen, erwartet ihn meistens ein persönliches Auswahlgespräch, in dem mitunter hoher Druck herrscht. Bei Förderwerken wie der Studienstiftung des deutschen Volkes muss man zudem in Gruppendiskussionen bestehen. „Die sind zwar anfällig für eine Ellbogenmentalität, doch eigentlich herrscht auch hier ein sehr fairer Umgang “, berichtet Stipendiat Matthias aus seiner eigenen Erfahrung. Die Diabolisierung der Förderwerke, denen der Ruf eines elitäres Selbstverständnis oftmals vorauseilt, entkräftet er: „Die meisten Bewerber sind schlichtweg Menschen, die ihr Studium ernst nehmen und dementsprechend erfolgreich sind.

    Aus dem Plattenbau zur EliteAkademie

    Doch viele Stiftungen schmücken sich bewusst mit dem Attribut der Elite, was in Deutschland noch immer tendenziell negativ konnotiert ist. Dagegen kämpfen Stipendiaten zunehmend an. Einer von ihnen ist David Kasipovic, der am Informationstag die Bayerische EliteAkademie vertritt und ein elitäres Selbstverständnis entschieden zurückweist. Der 24-Jährige kokettiert damit, aus einfachen Verhältnissen zu stammen, die nicht zum Vorwurf der „Inzucht der Eliten“ passen: „Ich wuchs im Plattenbau auf, bin nicht einmal deutscher Staatsbürger“, sagt der 24-Jährige.

    Seit September ist der Masterstudent der Nano Science Stipendiat in der EliteAkadamie, die in ihrem Programm etwa Kaminabende mit hochrangingen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik bewirbt.
     Im Rahmen der Förderung nimmt jeder Stipendiat an vier vierwöchigen Präsenzphasen teil – und muss dafür jeweils 800 Euro bezahlen. Wie förderlich ist ein Stipendium, das solch hohe Investitionen des Stipendiaten voraussetzt? David hofft darauf, dass sich das Stipendium im Berufsleben ausbezahlt macht und die Ausgaben amortisiert: „Den Betrag stunde ich – wie übrigens die meisten Stipendiaten der EliteAkadamie - und werde ihn während meines Berufsleben zurückzahlen.“ 

    Zwischen Matthäus-Prinzip und Arbeiterkind

    Sehr offensiv tritt etwa die Friedrich-Ebert-Stiftung der Kritik entgegnen, dass Stipendien nach dem Matthäus-Prinzip („Wer hat, dem wird gegeben“) fördern. Um potentiellen Nachwuchs aus einkommensschwachen Haushalten zu unterstützen, haben Bewerber mit Bafög-Förderung größere Chancen auf ein Stipendium. Dass eine Notwendigkeit besteht, das Auswahlverfahren der gesellschaftlichen Realität anzupassen, macht eine Studie aus dem Jahr 2008 deutlich: Ausgerechnet an förderungsbedürftige Studenten aus bildungsfernen Haushalten - sogenannte Arbeiterkinder - wird bislang weniger als jedes zehnte Stipendium vergeben. Umso höher ist der Anteil von Geförderten mit "hoher sozialer Herkunft": mehr als die Hälfte aller Stipendiaten entstammen Haushalten mit beruflich erfolgreichen Akademiker-Eltern. 

    Viele Stiftungen versuchen nun, gegen dieses Missverhältnis anzukämpfen und breiter zu fördern. So auch die Bundesregierung, die mit dem 2011 lancierten Deutschlandstipendium eine umfassendere Stipendiumskultur etablieren möchte. Zur Hälfte von Staat und privaten Geldgebern finanziert, sollten rund acht Prozent aller Studierenden mit einer monatlichen Förderung von 300 Euro unterstützt werden - mit bislang ernüchterndem Erfolg: die Förderquote von 0,84 Prozent (2014) zeigt, wie deutlich der hehre Anspruch derzeit an der Realität scheitert. Elitenbildung statt Breitenförderung? Momentan erscheint die Befürchtung, dass die Stipendienvergabe gesellschaftliche Ungleichheiten zementiert, nicht haltlos. Dennoch mehren sich die Anzeichen, dass ein Umdenken unter den Förderern einsetzt.


    • Hörsaal

    H2: Das dienstagabendliche Summen des Projektors

    Seit sechs Jahren projiziert das Studikino-Team epische Schlachten, große Gefühle und subtile Spannung auf die Leinwand von Hörsaal H2. Die Besucherschlangen werden von Semester zu Semester länger.

    Kinosaal H2 ist randvoll. (Foto: Jan Fiedler) 
    Kinofans im Sammelgebäude: Zum Glück ist H2 ein großer Hörsaal und bietet Platz für alle. (Foto: Jan Fiedler) 
     
     

    1 von 2


    Dienstag Abend: Eine enorme Schlange windet sich über zwei Stockwerke bis zum Eingang von Hörsaal H2. Dort wird nicht etwa Angela Merkel über Flüchtlingspolitik sprechen: Vielmehr wird ein Geheimdienst namens "Kingsman" versuchen, die Welt zu retten. Der ewige Samuel L. Jackson ist dabei, auch die Starwars-Legende Mark Hamill hat einen Auftritt. Für dieses Leinwandspektakel nehmen die Kinofans der Uni Regensburg auch gerne eine halbe Stunde Wartezeit in Kauf.

    Der Eintrittspreis von 1,50 Euro pro Vorführung ist kaum der Rede wert. Dafür bekommen die Besucher eine einzigartige studentische Atmosphäre mit Musik und Partystimmung vor Filmbeginn und ausreichend Bier (im Winter auch Glühwein) und Knabbereien für ein rundes Kinoerlebnis. Neuerdings verleiht das Studikino-Team auch Sitzkissen, damit Besucher ohne viel Sitzfleisch auch unbeschadet einen Überlänge-Film auf den sensationell unbequemen Klappstühlen des Hörsaals überstehen.

    Die Filmauswahl ist abwechslungsreich: Das Studikino-Team stimmt immer zu Beginn eines Semesters über das Programm ab. "Wir treffen uns immer ein Mal in den Ferien und schauen uns zusammen Trailer von so ziemlich allen Neuerscheinungen an", erzählt Thomas Federl. Er ist seit 2010 verantwortlich für viel Organisatorisches beim Studikino: Beamer, Ton, Presseanfragen. "Wir schauen immer, dass es ein ausgewogenes Genre-Verhältnis gibt. Die einzige Bedingung ist: Wir wollen nur aktuelle Filme zeigen." Einzige Ausnahme sei die "Klassiker-Abstimmung": Einmal pro Semester können die Studenten auf der Homepage des Studikinos und auf Facebook über einen Wunsch-Klassiker abstimmen.

    500 Besucher schauen "Fack Ju Göthe" in H2: Von so viel Publikum können Professoren oft nur träumen

    Blockbuster laufen auch im Studikino besonders gut: Quentin Tarantinos "Django Unchained" hat rund 450 Besucher angelockt, der zweite Teil der "Hobbit"-Trilogie immerhin rund 300. Der größte Erfolg: Die Klamauk-Komödie"Fack ju Göthe". Ganze 500 Elyas M'Barek-Fans  haben sich dafür in H2 gezwängt - von so viel Publikum können Professoren oft nur träumen. "Eigentlich schade, dass ausgerechnet Fack Ju Göthe am besten lief - eigentlich kein besonders guter Film", sagt Thomas Federl und lacht. 

    Cineastischer Banausentrend im Studikino? Ein weiteres Indiz: Ganze 12 Personen haben sich den Film "Nader und Simin" in persischem Originalton angeschaut. "Da haben wir's wohl zu gut gemeint, mit dem Originalton", sagt Federl. Dagegen spricht: Die Manieren des Kinopublikums sind vorbildlich. "Die Gäste sind sehr brav, kaum einer redet während der Vorstellung, man sieht kein Smartphone-Display aufleuchten", so Federl. "Das kenne ich zum Beispiel aus dem Cinemaxx ganz anders. Da habe ich oft das Gefühl, dass die Leute nur hingehen, um besonders laut Popcorn zu essen oder sich zu unterhalten."

    Die Besucherschlangen werden immer länger - das Studikino-Team wird wohl noch einige weitere Jahre dafür sorgen, dass der Geruch der großen Denker im Hörsaal H2 jeden Dienstag Abend dem verheißungsvollen Duft von Knabbereien weicht. "Gerade läuft alles wirklich bestens", sagt Thomas Federl und wendet sich wieder dem Ticketverkauf zu. 

    Das Studikino findet immer dienstags im Hörsaal H2 im Zentralen Hörsaalgebäude der Uni Regensburg statt. um ca. 19.30 Uhr beginnt der Kartenverkauf, Filmbeginn ist 20 Uhr. Kommenden Dienstag wird der Animationsfilm "Home - Ein smektakulärer Trip" gezeigt. Hier geht es zum aktuellen Semesterprogramm.

    • Hörsaal
    Die unsichtbaren Fäden des Graham Buckland

    Das universitäre Leben auf Forschung und Lehre zu reduzieren, wäre leichtfertig: Mit Hochschulsport, Uni-Theater oder Studikino gibt es viele Möglichkeiten, am Campus außerhalb der Veranstaltungen aktiv zu sein. Und auch für Musiker gibt es Angebote zur praktischen Entfaltung  - zu Besuch bei einer Orchesterprobe des Sinfonie-Ensembles der Uni Regensburg.

    Rund 40 Musiker des Universitätsorchester proben unter der Leitung des Dirigenten Graham Buckland die dritte Sinfonie Beethovens. (Foto: Harzenetter)  


    Seinen streichend ruhigen Armbewegungen folgen leise und sanfte Geigenklänge, zackig 
    dynamische Gesten werden von einem lautstarken Einsatz der Hörner begleitet. Punktuelle 
    Disharmonieren erkennt sein geschultes Ohr sofort: „Aufpassen, hier setzt das Crescendo 
    bereits ein!“, ruft Graham Buckland mit seinem unverwechselbaren englischen Akzent und 
    die Streicher werden lauter.

    Der geborene Engländer Buckland, der Dirigent des Universitätsorchesters ist ein 
    Energiebündel. Mit Taktstock, Körpereinsatz und britischem Humor gelingt es ihm, seine Musiker in den Bann zu ziehen und zugleich bei Laune zu halten. Während der Proben herrscht eine professionelle Stimmung, die Musiker folgen hochkonzentriert ihren Noten sowie den Anweisungen des Dirigenten. Doch Buckland ist kein unnahbarer Oberlehrer, Kritik vermittelt er mit Witz und Lachen, was die Stimmung lockert.

    Heute proben rund 40 Musiker im Audimax der Uni Regensburg die dritte Sinfonie Beethovens, welche im Rahmen eines großen Beethoven-Wochenendes am 16. und 17. Januar 2016 aufgeführt wird. Bis zu drei Mal in der Woche übt das Ensemble, das aus insgesamt 180 aktiven Musikern besteht und sich buntgemischt zusammensetzt. Zwar studiert die überwiegende Mehrheit aktuell an der Uni oder OTH, doch daneben gibt es auch Ehemalige sowie Ärzte aus dem Uni-Klinikum. „Prinzipiell genießen Studierende Vorrang, doch wenn Vakanzen bestehen, sind wir froh über jeden, der mitspielen will“, sagt Buckland.

    Die Fähigkeit zum Spielen einer Beethoven-Sinfonie ist auf jeden Fall Voraussetzung


    Um im Orchester aufgenommen zu werden, müssen die Musiker  zunächst ihr Können unter Beweis stellen und zum Probespielen antreten. „Die Fähigkeit zum Spielen einer Beethoven-Sinfonie ist auf jeden Fall Voraussetzung“, stellt Buckland klar. Das Probespielen dauert in der Regel nicht länger als fünf Minuten. Wer es schafft, kann je nach Bedarf sofort mitspielen. Wer nicht besteht, erhält Tipps von Buckland und darf im nächsten Semester sein Glück auf ein Neues versuchen.

    Der jüngste Neuzugang des Orchesters ist Aghiad, ein 23-Jähriger Flüchtling aus Syrien. Vor 
    zehn Tagen erst in Regensburg angekommen, ist der Musikstudent aus Damaskus umgehend 
    bei Buckland vorstellig geworden – und hat ihn überzeugt: „Er ist an der Violine hervorragend“, sagt dieser und stellt klar, dass einzig seine Leistung und nicht Mitleid bei seiner Aufnahme gezählt haben.

    Aghiad ist syrischer Flüchtling und erst seit wenigen Tagen in Deutschland - doch heute probt er bereits mit dem Sinfonie-Ensemble der Uni Regensburg. (Foto: Harzenetter)


    Dabei ist Aghiads Geschichte bewegend: Auf seiner Flucht nach Deutschland hatte er nicht viel mehr dabei als seine Kleidung und seine Geige. „Die Musik ist alles 
    für mich. Sie hielt mich am Leben“, sagt der syrische Geiger, während er aufgeregt seiner ersten Probe mit dem Orchester entgegenfiebert. 

    Im Zustrom syrischer Musiker sieht Buckland eine große Chance für die deutsche Musiklandschaft: „Die traditionelle syrische Musik ist arabisch angehaucht und basiert auf einer anderen Tonleiter als die europäische, der Austausch mit ihr hat das Potential unsere Musikkultur ungemein zu bereichern.“ So seien bereits im 18. Jahrhundert die großen Musikzentren dort entstanden, wo Musiker aus unterschiedlichen Kulturen zusammenkamen, wie etwa in Wien, Leipzig oder London.


     Wir entwickeln leider die Gewohnheit, uns das Zuhören abzugewöhnen
    Doch was verschlägt eigentlich einen englischen Dirigenten in die Oberpfalz? „Jeder muss 
    irgendwo sein“, antwortet Buckland wenig schmeichelhaft, aber schelmisch grinsend. 
    Ausschlaggebender Grund sei sein Sohn gewesen, der damals bei den Regensburger 
    Domspatzen sang. Als die Stelle des Leiters des Uni-Orchesters frei wurde, bewarb er sich in 
    der Annahme, dass es sich dabei um ein Provisorium für ein paar Monate handeln würde. 
    Das vermeintlich kurze Gastspiel hat sich mittlerweile zu einer englisch-oberpfälzischen 
    Symbiose entwickelt und feiert in diesem Jahr das 20-jährige Jubiläum.

    Privat hört Buckland am liebsten klassische Musik, mit den aktuellen Charts kann er 
    hingegen nur noch wenig anfangen. Während er eine Beethoven-Sinfonie in einer ganz 
    anderen Ecke des Gehirns verarbeite, sei die meiste Charts-Musik Berieselung. „Wir 
    entwickeln leider die Gewohnheit, uns das Zuhören abzugewöhnen“, stellt Buckland etwas 
    resigniert fest. 

    Überraschen kann diese Antwort nicht, wenn man Buckland beobachtet, wie er mit völliger 
    Hingabe sein Orchester leitet. Was für einen Laien wie das Ziehen unsichtbarer Fäden 
    anmutet, ist vielmehr die virtuose Handarbeit eines Vollblutmusikers. Sein Vorbild sei sein 
    alter Lehrer, mit dem er sich misst und dabei versucht, „ihm keine zu große Schande zu 
    bereiten“. Wer Graham einmal live im Zusammenspiel mit seinem Orchester erlebt hat, weiß 
    allzu gut, wie viel Understatement in dieser Aussage steckt.

    Das Sinfonieorchester der Uni Regensburg sorgt am 26.11. für die musikalische Untermalung des Dies Academicus, dem Festakt der Universität Regensburg im Audimax. 

    by Moritz Harzenetter11/26/2015 10:40:40 AMNovember 26 at 11:40 AM


    • Zur Debatte


    1154 mal NEIN zum Auslagenersatz


    Der Streit um den Auslagenersatz für Sprachunterricht geht in die nächste Runde: Studentenvertreter übergeben der Universitätsleitung die Petition "Auslagenersatz steichen". Präsident Udo Hebel lädt zum Dialog in den Senatssaal. Beide Seiten können ihre Argumente vortragen - einig werden sie sich nicht.

    Meuterei im Verwaltungsgebäude. (Foto:Heckler) 
    Treffpunkt Kugel: Die studentischen Aktivisten vor dem Gespräch mit der Universitätsleitung. (Foto: Heckler)
    "Wessen Uni? - Unsere Uni!" Der Protestzug der Studenten zum Verwaltungsgebäude. (Foto: Heckler)

    Montag um die Mittagszeit: Der Senatssaal der Universität Regensburg füllt sich. Präsident Udo Hebel und Vize-Präsident Nikolaus Korber nehmen Platz, außerdem 21 Studentenvertreter der Universität Regensburg. Es entbrennt eine Diskussion um ein eingerahmtes Stück Papier, auf dem groß und gelb eine Zahl prangt: 1154.

    So viele Unterstützer haben die Petition "Auslagenersatz streichen" unterschrieben, die heute formschön im Rahmen an Präsident Hebel übergeben wird. 1154 Personen, das entspricht rund sechs Prozent der Studenten an der Universität Regensburg und der Hälfte der Wahlbeteiligung an der Hochschulwahl. Die Forderung der Petition: Das Bildungsangebot der Uni muss gratis sein - auch im Wahlbereich. Deshalb sind den Unterzeichnern 25 Euro für einen zweistündigen Sprachkurs 25 Euro zu viel. Im Vorfeld wurde vonseiten der Studenten kritisiert, die Universitätsleitung sei zu elitär, zu undemokratisch und nicht gesprächsbereit. Heute nehmen sich Hebel und Korber Zeit, auf die Studenten einzugehen, ausführlich und in großer Runde.

    Präsident Udo Hebel diskutiert mit Studentenvertretern über den Auslagenersatz. (Foto:Heckler) 

    Wortführer der 21 anwesenden Studenten ist Daniel Gaittet. Er war lange hochschulpolitisch aktiv, mittlerweile bekleidet er an der Uni Regensburg keine offizielle Position mehr, allerdings hat er die Petition gestartet und ist, zumindest drängt sich dem Beobachter der Eindruck auf, so etwas wie die charismatische Führungsfigur der politischen Studentenschaft. Seine Vorwürfe: Trotz Auslagenersatz ändere sich nichts an dem prekären Anstellungsverhältnis der angestellten Sprachlehrer, alternative Finanzierungsmöglichkeiten anstelle der Sprachkursgebühr würden von der Universitätsleitung abgeblockt.

    Was mit "alternativen Finanzierungsmöglichkeiten" gemeint ist, erklärt eine Vertreterin der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften: "Wir haben 12.000 Euro freigeschaufelt, um die Sprachgebühr auszugleichen. Doch das Geld wollen Sie (Die Universitätsleitung, Anm. d. Autors) nicht für die Sprachkurse verwenden, obwohl es da wäre." Diese Entscheidung der Universitätsleitung rechtfertigt Präsident Hebel: "Geld einer einzelnen Fakultät zu verwenden, um damit gesamtuniversitäre Ausgaben zu decken, ist problematisch.

    Studenten prangern die Entstehung von"Zwei-Klassen-Abschlüssen" an

    Generell prangern die Studenten um Daniel Gaittet die Ungerechtigkeit des Auslagenersatzes an: Durch die Gebühr würden Studenten ohne ausreichende finanzielle Mittel vom zusätzlichen Bildungsangebot ausgeschlossen, so entstünden "Zwei-Klassen-Abschlüsse". Präsident Hebel entgegnet, die Auslagengebühr beziehe sich nur auf "fakultative Veranstaltungen", niemand sei bei seinem Abschluss benachteiligt. 

    Ein weiterer Vorwurf: Für Studenten der Romanistik und Anglistik sei die Sprachkursgebühr eine "versteckte Studiengebühr", da sie auf Sprachunterricht angewiesen und somit gezwungen seinen, die Gebühr zu bezahlen.  Auch hier widerspricht Hebel: "Alle obligatorischen Kurse für die Anglisten, Romanisten und Amerikanisten werden vollumfänglich abgedeckt. Wenn ein Amerikanist gerne Französisch lernen will, muss er natürlich bezahlen. Sein Englischunterricht ist aber in der Studienordnung fest verankert und muss nicht bezahlt werden."

    Udo Hebel ist selbst Amerikanist, sein Ziel als Präsident ist vor allem die Internationalisierung der Universität Regensburg. Auf die Frage, wie das mit einer Sprachkursgebühr zu vereinbaren sei, entgegnet er: "Internationalisierung ist viel komplexer als ein Auslagenersatz." Das Knüpfen von universitären Partnerschaften (jüngstes Beispiel: ein Abkommen mit der Universität Kathmandu) sei mindestens genauso wichtig für eine internationale Universität wie kostenloser Sprachunterricht.


    Eine Besetzung schließen wir nicht aus.

    Beide Seiten diskutieren ausführlich, einig werden sie sich nicht. Präsident Hebel bietet den Studenten ein weiteres Gespräch an. Der studentische Wortführer Daniel Gaittet gibt sich kämpferisch: "Das ist unser letzter Versuch, eine Lösung im Dialog zu suchen. Falls unser Anliegen erfolglos ist, werden wir uns andere Maßnahmen überlegen. Eine Besetzung schließen wir nicht aus."

    Die Universitätsleitung hat gezeigt, dass sie gesprächsbereit ist. Allerdings gibt es für Präsident Udo Hebel genau zwei Möglichkeiten: Auslagenersatz oder eine völlige Abschaffung des Sprachkursangebots.In den kommenden Wochen und Monaten wird er sich weiteren Konfrontationen stellen müssen - heute haben die Kugelschreiber die Information bekommen, dass die Sprachkurse "Wirtschaftsenglisch" und "Englisch für Fortgeschrittene" komplett abgeschafft werden sollen, trotz Auslagenersatz. Die Fachschaft Wirtschaft plant hierzu eine weitere Petition.

    Präsident Hebel (l.) und der studentische Wortführer Daniel Gaittet mit der eingerahmten Petition. (Foto: Heckler) 

    • Kugelsicher
    Veganer Stern für Uni-Mensa

    Die Mensa der Uni Regensburg wurde von der Tierschutzorganisation PETA mit einem veganen Stern ausgezeichnet - für das Studentenwerk Ansporn zur Verbesserung. (Foto: Harzenetter)

    Die Tierschutzorganisation PETA hat das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz in ihrem diesjährigen Mensa-Ranking mit einem von drei möglichen Sternen ausgezeichnet.
    Jährlich ermittelt PETA die vegan-freundlichste Mensa, indem die Organisation Studentenwerken einen Fragebogen zum Angebot veganer Ernährung sendet. Neben der Häufigkeit eines veganen Essensangebots fließen in die Bewertung unter anderem die Schulung des Küchenpersonals zum Thema veganes Kochen sowie die Veranstaltung von Kochkursen für Studierende ein. Von 58 deutschen Studentenwerken haben 17 die Fragebogen zurückgesendet.

    Im Testergebnis 2015 ergattert sich das Studentenwerk der Uni Regensburg einen von drei möglichen Sternen – und landet damit im hinteren Feld des Rankings. In der Erklärung kritisiert PETA, dass das Studentenwerk bislang nur an zwei Tagen in der Woche vegane Gerichte anbietet, wie beispielsweise Sojageschnetzeltes mit Waldpilzen, Blaukraut und Knödeln oder Schmorgurkencurry. Honoriert werden hingegen Sojamilch für den Kaffee sowie eine große Auswahl an Backwaren ohne Tierprodukte.

    Studentenwerk möchte sich verbessern

    Markus Reitmair leitet die Hochschulgastronomie des Studentenwerks Oberpfalz/Niederbayern. Er empfindet die Bewertung als zutreffend – und sieht sie als Ansporn: „Wir werden versuchen, uns in diesem Bereich weiter qualitativ zu verbessern“, sagt Reitmeier. Das Studentenwerk will einen noch abwechslungsreicheren Speiseplan mit vegetarischer und veganer Ernährung anbieten, die mittlerweile bereits 20 bis 30 Prozent des Tagesumsatzes in den Mensen erzielt. Darunter soll jedoch nicht das Angebot der „Fleischesser“ leiden, die noch immer die große Mehrheit stellen, betont Reitmaier. Das Studentenwerk sei sich jedoch dem Zeitgeist bewusst, sagt Reitmaier. Dabei verweist er auf die BIO-Zertifizierung, den Bezug regionaler Produkte sowie das ausschließliche Führen von Fairtrade-Waren im Segment der Heißgetränke.

    Die Sieger des diesjährigen Tests waren übrigens die Studentenwerke aus Augsburg, Berlin, Düsseldorf, München und Nürnberg-Erlangen. Sie überzeugten mit einem regelmäßigen und vielseitigen Angebot sowie Engagement rund um das Thema vegane Ernährung. Hier geht’s zum gesamten Testergebnis.


    Einen Blick hinter die kulinarische Kulisse der Uni-Mensa boten die Kugelschreiber bereits im September.


    von Christian Basl
    • Kugelsicher
    Vorsicht: Illegale Spendensammlungen auf dem Campus!

    Die Universitätsverwaltung warnt vor einer Gruppe von angeblich taubstummen Trickbetrügern, die gutgläubige Passanten zu Spenden bewegen will.

    Die Masche ist effektiv: Die "Spendensammler" kommen auf Personen zu und bitten um Unterschriften für einen Taubstummenverein. Da die Spendensammler vorgeben, taubstumm zu sein, können Opfer der Betrugsmasche keine Nachfragen stellen. Hinter der Unterschriftenspalte wird ein Spendengeld verlangt, dass nachdrücklich, teilweise mit Ziehen und Halten, eingefordert wird.

    Alle Mitglieder der Universität Regensburg werden angehalten, nichts zu spenden - es handelt sich um Betrug, die Spenden dienen keinem wohltätigen Zweck.

    Hier berichtet die Mittelbayerische Zeitung ausführlich von der Masche der "taubstummen" Trickbetrüger. Der Artikel ist aus dem Jahr 2013: Das Phänomen ist nicht neu, seit 2012 kommt es in Regensburg vermehrt zu bandenmäßigem Betrug. Die Betrüger kommen oft aus dem osteuropäischen Raum und sind nicht in Deutschland gemeldet - das erschwert konsequente Strafverfolgung.

    • Kugelsicher
    "Heimspiel 7" - Sieben Tage Filmkunst


    von Moritz Harzenetter via YouTube


    Ob französisches Protestkino, österreichischer Gegenwartsfilm oder deutsches Milieudrama - das
    Regensburger Filmfest "Heimspiel" bietet Cineasten ab Donnerstag wieder ein abwechslungsreiches Programm
     (hier geht's zur Programmvorschau).
    Sieben Tage lang (19.-26.11.) flimmern an fünf Spielorten rund 50 Filme über die Leinwände. 

    Unter der Leitung des Regensburger Medienwissenschaftlers Sascha Keilholz feiert das "Heimspiel 7"  2015 bereits die siebte Auflage. Seit 2009 sichtet Keilholz zusammen mit Studierenden der Universität Regensburg anspruchsvolle Filme, die den Besuchern einen Kontrast zum Blockbuster-Kino ermöglichen sollen.  „Der Trend geht ganz klar zum politischen Film“, sagt Pressesprecherin Christina Grundl. Denn angesichts der großen Krisenherde, die Europa derzeit bestimmen, würde sich die Politisierung der Gesellschaft auch im Kino widerspiegeln.

    Hochklassige Filme und prominente Gäste

    Zur festlichen Eröffnung läuft am Donnerstag um 21 Uhr im Ostentorkino  "La Résistance de l'Air", ein düsterer Thriller mit gewaltiger Bildästhetik. Darin spielt der französische Shootingstar Reda Kateb einen begnadeten, jedoch finanziell gebeutelten Sportschützen, der ein unmoralisches Angebot erhält. Ein Highlight von tagesaktueller Relevanz ist zudem das Flüchtlingsdrama "Dheepan", das in diesem Jahr bereits mit der Goldenen Palme in Cannes prämiert wurde. Darin inszeniert Regisseur Jacques Audiard so bedrückend wie real das Schicksal von in Europa gestrandeten Flüchtlingen, die in der Spirale aus Gewalt und Verfolgung gefangen sind. Weitere Höhepunkte des diesjährigen Heimspielfests sind der hochgelobte deutsche One-Take-Film "Victoria" (24.11., 21:00 Uhr, Ostentorkino), Ryan Goslings Filmdebüt "Lost River" (20.11., 21:00 Uhr, Ostentorkino) sowie der Kultfilm „Rocker“ (25.11.,  21:45 Uhr, Wintergarten) von Klaus Lemke, dem das "Heimspiel" dieses Jahr eine Hommage widmet.

    Als ein Highlight des "Heimspiel 7" gilt der quasi in Echtzeit gedrehte Thriller "Victoria", der dynamisch und intensiv eine verhängnisvolle Reise durch die Berliner Nacht erzählt. (Foto: dpa)


    Wie in den vergangenen Jahren gelang es den Organisatoren auch beim siebten Heimspiel, Gäste aus der Filmbranche für sich zu gewinnen. Neben Lemke haben unter anderem der österreichische Regisseur Ulrich Seidl sowie der Dokumentarfilmer Jan Soldat  ihr Kommen zugesichert. Seidl, dem die diesjährige Werkschau gewidmet ist, und Soldat werden an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Politik, Praxis und Ästhetik des Dokumentarfilms“ teilnehmen (21.11., 15:00 Uhr, Wintergarten). Als weiteren prominenten Gast kann das "Heimspiel" die Charakterschauspielerin Katy Karrenbauer begrüßen, die für ihre herausragende schauspielerische Leistung in Härte (25.11.,19:15 Uhr, Wintergarten) vom deutschen Filmpreis mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Dazu wird es beim Eröffnungsabend mit der Band "Dress" eine musikalische Darbietung in der Kinokneipe im Ostentorkino geben,

    Das Regensburger Filmfest "Heimspiel" findet vom 19.-26.11. in den Kinos des Andreasstadel (Wintergarten, Akadamiesalon), Ostentorkino, Garbo sowie in der Filmgalerie des Leeren Beutels statt. Für Binge-Watcher bietet das Heimspiel Dauerkarten zum Preis von 40€ (ermäßigt 30€) an, die den Zugang zu sämtlichen Filmen ermöglichen.

    Einen weiteren Bericht der Mittelbayerischen Zeitung zum diesjährigen Heimspiel könnt ihr hier lesen.


    by Moritz Harzenetter


    • Zur Debatte

    Eine gute Rede braucht einen Adrenalinstoß, sie braucht Feuer!

    Die beiden Regensburger Kandidaten Friederike Hartein und Alexander Rathmer. Foto: Heckler

    Dienstag Abend: Der Hörsaal H24 im Vielberthgebäude der Universität Regensburg wird zur Bühne für Reden: über Untiefen des Kirchenrechts, den VW-Abgasskandal, die Flüchtlinge als Chance für Deutschland. Die acht Redner sind allesamt bayerische Jurastudenten. Die Anwaltskanzlei Linklaters aus München, zum zweiten Mal Ausrichter eines bayernweiten Redewettstreits, spendiert den drei besten Rednern insgesamt 1000 Euro. Die Expertenjury wertet hart, aber fair. Die Uni Regensburg schickt zwei Studenten ins Rennen: Friederike Hartwein und Alexander Rathmer. Beide wurden nicht als Rhetorik-Maschinen geboren, sondern haben an ihren Fähigkeiten gearbeitet. Zusammen mit dem Rhetorik-Dozenten Johannes Weber. Nach den Reden seiner Schützlinge hat er Zeit für ein paar Fragen.

    Kugelschreiber: Johannes, wie habt ihr gearbeitet, du und die Kandidaten?

    Johannes Weber: Sehr individuell. Wir haben uns die Rede angeschaut, sie sollte sehr publikumsbezogen sein, aber auch durch starke Inhalte überzeugen.  Im Training selbst haben wir auf Struktur, Körpersprache und Stimme geachtet und daran gearbeitet.

    Wo liegt der Fokus – Inhalt oder Auftreten?

    Der erste Fokus liegt immer auf dem Inhalt, dadurch überzeugt man. Der zweite Fokus liegt auf Authentizität und Ausstrahlung, und das gelingt dann durch Techniken der Körpersprache, Sprache und Stimme sehr gut. 

    Habt ihr die Rede zusammen geschrieben oder haben die Kandidaten alles allein verfasst?

    Die Rede stammt aus der Feder der Kandidaten – sie wurden im Coaching aber auf gewisse Optimierungspunkte hingewiesen. Mehr Publikumsbezug, bildhafterer Einstieg.

    Wie zufrieden bist du mit dem Resultat?

    Ich bin sehr zufrieden mit Friederike und Alexander, sie haben wirklich gute Leistungen abgeliefert. In meinen Augen hätten beide es verdient gehabt, in die zweite Runde zu kommen. 

    Doch nur Friederike hat es in die Finalrunde der besten Vier geschafft - Alexander scheidet als Fünftplatzierter knapp aus. Deshalb hat er in der Pause Zeit für ein Gespräch, während sich Friederike hinter den Kulissen auf die finale Debatte vorbereitet.

    Kugelschreiber: Alexander, wie hast du dich denn vorbereitet auf diesen Redewettstreit? 

    Alexander Hartwein: Wir hatten ja schon eine Vorrunde. In der Vorrunde waren wir alle nicht so gut. Wir haben halt eine Rede geschrieben, die haben wir dann gehalten, nicht sonderlich atemberaubend. Dann haben wir aber aus Regensburg von Johannes Weber ein Coaching bekommen. Das waren mehrere Termine, an denen wir die Rede vor ihm gehalten haben, er hat Verbesserungsvorschläge gemacht.  Auch die Debatte, die jetzt kommt, haben wir geprobt. 

    Wie zufrieden bist du mit deinem Auftritt heute?

    Ich kann’s noch besser. Sagen wir mal so: Ich bin nicht unzufrieden. 

    Was hat dich gestört?

    (Seufzt) Eine Rede braucht einfach einen gewissen Adrenalin-Stoß, ein bisschen Feuer. Das hatte ich heute einfach nicht. Heute war kein Feuer.

    Aber das Thema ist doch eigentlich sehr emotional? (Anm. der Redaktion: Alexanders Thema war: "Flüchtlinge - eine Chance für Deutschland.")

    Ja, ich kann es auch nicht erklären. Ich glaube nicht, dass es am Thema lag.

    Die Juroren bewerten die Vorträge Old-School: Mit Kreide auf Schiefertafeln. Foto: Heckler

    Ihr beide hattet ja ein Flüchtlingsthema – war das Zufall? (Anm. d. Red.: Friederikes Thema war: "Deutschland wohin?" In Anspielung auf die öffentliche Debatte um die Flüchtlingsfrage)

    Ja, das war Zufall. Ein Zufall, der uns beiden auch nicht besonders lieb war. Wir waren von den elf Kandidaten, die in der Vorrunde mitgemacht haben, die beiden einzigen, die dieses Flüchtlingsthema hatten. Und dann haben wir uns dummerweise beide für die Endrunde qualifiziert. Da mussten wir natürlich gucken, dass unsere Reden nicht völlig identisch werden. 

    Was ist das Wichtigste beim Halten einer Rede? 

    Das Wichtigste und auch das Erste, was man bei jedem Rhetorikkurs lernt, ist: Pausen machen! Die Menschen reden immer schnell, wenn sie glauben, dass sie was zu sagen haben, auch gerade wenn da Feuer dahinter ist. Man muss sich zwingen, langsam und deutlich zu sprechen. Dann nehmen einen die Leute wahr. Das ist der beste Tipp den ich habe,vielleicht nicht ganz so medienwirksam.

    Nein, der ist super! Vielen Dank!

    Es geht weiter mit der finalen Debatte. Thema: Streikrecht. Ein Student aus Erlangen setzt sich durch, Friederike schafft den dritten Platz und gewinnt 200 Euro.

    Kugelschreiber: Friederike, erstmal herzlichen Glückwunsch zum Finaleinzug und auch zum erfolgreichen Abschluss – ein guter dritter Platz!

    Friederike: Vielen Dank!

    Nach der Rede und der Debatte: Was ist dein Endeindruck? Wie zufrieden bist du mit dem Verlauf des heutigen Abends?

    Grundsätzlich muss ich mich glaube ich immer wieder daran erinnern, dass es ja auch schon die Vorrunde gab – dass ich da schon einmal weitergewählt wurde, also schon einmal eine ganz gute Leistung abgeliefert habe. Den heutigen Abend fand ich sehr schön, ich fand die Redebeiträge ganz toll. Das Niveau war unglaublich hoch. Mit meinem Vortrag bin ich eigentlich ganz zufrieden, die Rede dagegen…(zögert) Naja. (lacht) 

    Zum zweiten Mal wird der Linklaters-Redewettstreit bayernweit ausgetragen. 

    In deiner Rede hast du auch gesagt, dass du dich in der Refugee Law Clinic engagierst. Inwiefern war es für dich ein persönliches Thema?

    Seit ich mich entschlossen habe, an dem Redewettstreit teilzunehmen – das war schon im Juni – habe ich fieberhaft überlegt, welches Thema ich auswählen kann. Das Flüchtlingsthema hatte ich immer im Hinterkopf, weil mich vieles gestört hat an der öffentlichen Diskussion in Deutschland. Dieses Herunterbrechen auf Willkommenskultur hier und Ausländerfeindlichkeit da. Dann habe ich mir eigentlich fest vorgenommen, nicht über Flüchtlinge zu sprechen, weil das Thema zu brisant ist. Ich dachte mir: Ich kann es nur falsch machen, ich kann mich nur in die Nesseln setzen. Dann habe ich es aber doch genommen (lacht). Ich denke, ich habe einen ganz guten Mittelweg gefunden, wo ich Streitpunkte anspreche, aber niemandem zu nahe trete. 

    Wie sah deine rhetorische Vorbereitung aus? Was hast du in dem Coaching von Johannes Weber gelernt?

    Ich muss gestehen, rhetorisch haben wir sehr wenig gearbeitet. Allerdings hab ich in den letzten zwei Jahren schon mehrere Rhetorikkurse bei Johannes besucht, da wurden die Kleinigkeiten eigentlich schon ausgemerzt. Ich hatte immer Probleme mit meinen Händen, der Stimmgeschwindigkeit. Das wurde damals schon angesprochen, auf das Wissen konnte ich jetzt zurückgreifen.

    Wie aufgeregt warst du vor deiner Rede?

    (lacht) Ich habe versucht, es zu verdrängen, aber das ist schwierig, wenn alle zehn Minuten jemand kommt und fragt: Schon aufgeregt? Ja, ich war furchtbar aufgeregt. Ich habe einen wichtigen Teil meiner Rede völlig vergessen und rausgelassen. 

    Aber es war doch eine Punktlandung. Als du fertig warst, waren noch zwei Sekunden auf der Stoppuhr.

    Am Ende habe ich einfach improvisiert. Eine schöne Fragestellung habe ich völlig rausgelassen, Naja, passiert. Aber abseits der Aufregung: Ich habe mich auch gefreut, denn es ist ein gutes Gefühl, auf dem Podium zu stehen und zu wissen: Alle hören zu. Aber klar, ich war als Vorletzte dran, habe all die tollen Wertungen gesehen – da hat sich der magen schon ein bisschen verkrampft vor Aufregung. Aber das ist normal denke ich – sonst wäre ich doch irgendwie innerlich tot. 

    Vielen Dank! Glückwunsch nochmal und genieß den Abend!


    von Bernhard Heckler bearbeitet von roland.jungbauer 11/13/2015 1:04:57 PM
    • Jung & Krumm
    Eine Bachelorarbeit mit Pep

    Mathematiker können erklären, warum Cristiano Ronaldo so gute Freistöße schießt. Medienwissenschaftler haben analysiert, wieso David Beckham bekannter ist als die Queen. Sophie Meistring, Studentin der Informationswissenschaft an der Uni Regensburg, kümmert sich jetzt um Pep.

    Allerdings ist der Nachname ihres Forschungsobjekts nicht Guardiola und Sophie versucht in ihrer Abschlussarbeit auch nicht zu erklären, wie die katalanisch-bayerischen Informationen des Trainer-Genies so zielgerichtet bei den Bayern-Spielern ankommen. Sie interessiert sich für eine Oberpfälzer Lokalberühmtheit ohne Nachnamen: den Unikater Pep. 

    Der bibliotheken-affine Stubentiger war im Internet schon in allen möglichen Posen zu sehen: niedlich eingerollt im Bücherregal, wissbegierig dreinschauend vor dem Computerbildschirm, Nickerchen haltend auf dem Bibliotheksteppich. 

    Wieso das Phänomen süße Katze so garantiert zum Dauerbrenner in sozialen Netzwerken wird, dass manche sich bereits fragen: "Was war zuerst da, die Katze oder das Internet?", das fragt sich Sophie jetzt in ihrer Bachelorarbeit - am Beispiel von Pep. Alles dazu und viele niedliche Katzenbilder findet ihr hier.

    • Zur Debatte
    Erstsemesterbegrüßung mit kritischen Untertönen


    Am Dienstagabend hat die Universität Regensburg ihre neuen Studenten offiziell begrüßt.
    Bei der Veranstaltung gab es aber auch Kritik an der Uni-Leitung: Studierende warfen von der Empore aus Flugblätter ins Audimax, auf denen sie den "Ausverkauf von Universitäten" beklagten und dazu aufriefen, sich gegen die "schleichend fortschreitende Kapitalisierung von Bildung" zu wehren. Uni-Präsident Prof. Dr. Udo Hebel gab den Flugblatt-Werfern insofern recht, dass die Unis mehr Geld bräuchten, um ihren Bildungsauftrag zu erfüllen.
    Den ganzen Artikel lest ihr hier.

    • Im Profil
    Ein deutsch-syrisches Tandem

    Sprachen lernen ist wie Fahrradfahren: Übung macht den Meister. Und zu zweit fährt es sich besser als allein, denken Pia Schwarz und Yassin Hussein. Deshalb lernen sie regelmäßig zusammen: erst eine Stunde Arabisch, dann eine Stunde Deutsch. Das Sprach-Tandem ist über die Regensburger Studenteninitiative CampusAsyl zustandegekommen.

    Yassin Hussein (l.) mit Leoni Rossberg (M.), Pia Schwarz (2.v.r.) und seinen Töchtern in seinem Wohnzimmer. (Foto: Heckler) 

    Arabische Gastfreundschaft in Regensburg: Familie Hussein empfängt Pia Schwarz  zum Kaffetrinken auf ihrer Terrasse. Yassin Hussein ist mit seiner Familie im März über die Ägäis und den Balkan nach Deutschland gekommen. Die Husseins sind als Asylbewerber bereits anerkannt – sie können bleiben. Das Wichtigste ist jetzt: die Sprache lernen. Dabei hilft Pia, die an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Regensburg studiert. Sie ist die Sprachpatin von Yassin. Pia hat schon in Jordanien studiert und etwas Arabisch gelernt – seit ein paar Wochen unterrichten Yassin und sie sich gegenseitig in ihren Landessprachen. 

    Pia: "Es macht wirklich Spaß. Und man merkt auch deutliche Fortschritte auf beiden Seiten, weil wir beide eine unglaubiche Wissbegierde mitbringen!"

    Im Sprachpatenprogramm bilden Pia und Yassin ein Tandem. Die erste Stunde lernen sie gemeinsam Deutsch, die zweite Arabisch. Das Programm wird von der Studenteninitiative CampusAsyl organisiert (die Kugelschreiber haben bereits von der Initiative berichtet). Leoni Rossberg leitet das Programm ehrenamtlich und vermittelt Kontakte – so wie bei Pia und Yassin. Die Sprachpatenschaften sollen Sprachkenntnisse verbessern, aber auch kulturellen Austausch ermöglichen. Die Nachfrage hat alle Erwartungen übertroffen, ja Leoni hat inzwischen sogar ein außergewöhnliches Problem:


    Leoni: "Es fehlen jetzt fast schon bisschen die Flüchtlinge, die ich an die Paten verteilen kann – weil es unglaublich viele Anfragen von Regensburgern gibt. Das ist wunderschön, aber ich muss nochmal gezielt Flüchtlinge ansprechen, sie fragen, ob sie Lust auf das Programm haben."

    Familie Hussein hatte Lust. Und zwar nicht nur Vater Yassin: Auch Mutter Khoulut trifft sich regelmäßig mit Pia. Sie macht schnell Fortschritte. Yassin sagt, seine Frau könne mittlerweile besser deutsch als er. Und Hulut kommt auch außerordentlich gut mit Pia zurecht, wie Yassin feststellt:

    Yassin: Es gibt da eine ganz spezielle Verbindung zwischen Pia und meiner Frau. Khoulut erzählt mir immer, wie sehr sie Pia mag. Manchmal werde ich wirklich eifersüchtig! (lacht)

    Anders als Yassin spricht Khoulut kein Englisch, deshalb sind Deutsch-Kenntnisse für sie besonders wichtig. Mittlerweile kann sie schon selbst Einkäufe erledigen und Kontakte knüpfen, ohne Sprachbarriere. Und so wie die Husseins Fortschritte machen, lernt auch Pia täglich neue Arabisch-Vokabeln. Und das auch gleich im passenden arabischen Dialekt . Denn der ist von Land zu Land unterschiedlich. 

    Pia: "Das Hocharabisch wird ja nicht gesprochen, sondern mehr Dialekt und als ich dann wieder herkam – es gibt eigentlich keine Dialektkurse. An den Unis wird meistens nur Hocharabisch unterrichtet. Ich bin sehr froh, dass ich jetzt Yassin als Partner habe, denn der syrische Dialekt ähnelt stark dem jordanischen."

    Noch dazu ist Yassin ein ausgebildeter Arabisch-Lehrer und kann Pia sehr gut die Struktur der Sprache vermitteln.
    So wird das Gespräch am Kaffetisch von Familie Hussein von Nachmittag zu Nachmittag etwas fließender – sowohl auf Arabisch, als auch auf Deutsch.
    • Jung & Krumm

    Spindlein Spindlein an der Wand, wer hat das originellste Schließfach im Regensburger Land?

    Während US-amerikanische Highschool-Filme den Spind gerne als identitätsstiftenden Aufbewahrungsort stilisieren, fristet er in unseren Breiten ein Nischendasein. Doch auch an der Uni Regensburg gestalten Studierende ihre Spinde bisweilen mit voller Hingabe. Mal politisch, oft banal, fast immer mit einem Augenzwinkern.





    Zwar bietet derzeit weder Uni noch OTH eine Hochschulausbildung zum Bierbrauer an, doch im Selbststudium sind der Vielfalt akademischer Grade keine Grenzen gesetzt. (Foto: Harzenetter)

     
    Der Spind als Medium anonymer Annäherung - liebevoll gestaltete Schließfächer bleiben nicht unbemerkt. (Foto: Harzenetter) 

    Für Studierende der Uni Regensburg scheint das Erblicken einer unverhüllten Steinernen Brücke wahrscheinlicher als das eines rechten Kommentars am Campus. (Foto: Harzenetter)

     

    Schaffe, schaffe, Spindle mieten - schwäbische Bescheidenheit zelebriert der Mieter dieses Spinds. (Foto: Harzenetter)

     
    Der Spind als Konstante im schnelllebigen Unialltag - Zeugnis dafür sind alte Sticker von Nationalspielern aus den 90ern, die Fußballfans nostalgisch werden lassen. (Foto: Harzenetter) 

    Ein Fall für den Tierschutz? Dem Mieter von diesem Spind scheinen alle Mittel recht zu sein, um den Inhalt vor unbefugtem Zugriff zu schützen. (Foto: Harzenetter)

     

    "Bricht man einen Spind auf, so ist das eine strafbare Handlung. Werden tausend Spinde aufgebrochen, ist das eine politische Aktion.

    Zufall oder Absicht, dass ausgerechnet ein Spind mit dem Hinweis der Notrufnummern aufgebrochen wurde? (Foto: Harzenetter)

     
    Leidenschaftlich kokettieren Studierennde mit dem Prokrastinieren - der Sticker diesen Spinds verleiht dieser ungewollten Untugend Ausdruck. (Foto: Harzenetter) 

    Ob sich der politische Kompass von Erstsemestern mit ehrlichen Wahlkampfslogans wie diesem beeinflussen lässt? (Foto: Harzenetter)

     

    Läuft der Mietvertrag eines Spinds aus, kann man ihn verlängern oder zurückgeben - ansonsten droht die kostenpflichtige Räumung. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät scheint dabei aber augenscheinlich eine gewisse Milde walten zu lassen. (Foto: Harzenetter)

     

    Spinnen im Spind - ein Tag/Monat/Jahr des offenen Schließfachs lockt so manch ungebetenen Gast an. (Foto: Harzenetter)

     
     
     

    1 von 11










    • Kugelsicher
    So behalten Erstsemester den Überblick

    Anwesenheitspflicht, Fachschaft, GRIPS, NC: An der Uni werden Erstsemester mit vielen neuen Begriffen und Einrichtungen konfrontiert. Da kann man schon mal den Überblick verlieren.
    MZ-Autor Benedikt Bögle hat daher die wichtigsten Begriffe des Studentenlebens zusammengetragen - von A bis Z. Die komplette Übersicht
    findet ihr hier.

     In diesem Wintersemester sind mehr als 21.000 Studenten an der Uni Regensburg eingeschrieben. (Foto: Knobloch)


    • Mach's selber





    Studentenbude mit Prozentgehalt

    Der studentische Alkoholkonsum ist berüchtigt, regelmäßig warnen Studien vor einem zunehmenden Alkoholmissbrauch an deutschen Universitäten. Neben den Risiken für sich und seine Umwelt liegt im Erwerb von alkoholhaltigen Erfrischungsgetränken jedoch auch kreatives Potential - zumindest für den studentischen Heimwerker.

    Bei der Thematik "Alkohol im Studium" gibt es einige Appelle an den gesunden Menschenverstand, eher selten an den studentischen Heimwerker. Dabei kann ein verantwortungsvoll-kreativer Umgang mit Alkoholprodukten die studentischen vier Wände aufwerten.

    Außer in der Gastronomie wird man seinen Alkohol nur selten in flüssiger Reinform erhalten. Gewöhnlich erwirbt man das Prozenthaltige in Flaschenform, mit Etiketten und Verschlüssen, in Kisten oder Fässern. Nach dem Verzehr landet die Verpackung meistens im Müll oder wird gegen Pfand zurückgebracht. Das dekorative Potential wird oftmals unterschätzt - dabei ist es eine Wohltat für die klamme Studentenkasse. Vier Vorschläge, wie die Reste des nächsten Rausches nachhaltiger und konstruktiver verwertet werden können.

    1. Der Hopfenhocker

    Neben Pulp-Fiction-Poster, Expedit-Regalen und Gratispostkarten aus den umliegenden Kneipen, gehört der leere Kasten Bier zum Klischeebild einer studentischen Behausung. Erfahrungsgemäß ist es leichter, Nachschub frischen Gerstensaftes zu holen, als die Überreste des alten wegzubringen. Dabei wohnt einem leeren Bierkasten komfortables Potential inne, wie der Hopfenhocker zeigt.

    Grundbaustein des Hopfenhockers: Ein leerer Kasten Bier. Von der Größe ist die spätere Höhe des Stuhls abhängig. Kästen im Format 24x0,5 eignen sich am besten. (Foto: Harzenetter)
    Eine große Auswahl von Magazinen bildet das Fundament. Die Lektüre sollte das Din A4-Format besitzen, so fügt sie sich problemlos querkant in den Bierkasten ein. (Foto: Harzenetter)
    Bis zu den Trägergriffen wird der Bierkasten mit Magazinen aufgefüllt, bevor zwei Gürtel längs durchgezogen werden.Sie dienen der späteren Stabilisierung. (Foto: Harzenetter)
    Abhängig von der gewünschten Sitzhöhe und der Länge der Gürtel werden die Magazine aufgetürmt. (Foto: Harzenetter) 
    Die Qualität eines Stuhls bemisst sich natürlich zuallererst an seinem Komfort. Deswegen sollte als Sitzunterlage ein bequemes Kissen gewählt werden, das der Größe des Lektürestapels entspricht. (Foto: Harzenetter) 
    Die Gürtel umspannen das Kissen und den Trägergriff. Zur seitlichen Stabilisierung können weitere Magazine eingesteckt werden. Fertig ist der Hopfenhocker. (Foto: Harzenetter)
     
     

    1 von 6


    2. Der Spirituosenspender

    Wem ein verkaufsüblicher Seifenspender zu konventionell ist, der kann dem Hygieneartikel im Handumdrehen eine ausgefallene Note verpassen. Benötigt werden dazu nur ein Spender mit Druckmechanismus, sowie die leere Spirituose der persönlichen Wahl.

    Den Spender mit Druckmechanismus gewinnt man aus einem herkömmlichen Mehrwegseifenspender. (Foto: Harzenetter)  
    Nach gründlichem Ausspülen wird die ausgediente Spirituose mit Seife aufgefüllt und der Druckspender aufgeschraubt. Fertig ist der Spirituosenspender. (Foto: Harzenetter)
     
     

    1 von 2



    3. Das Weinkistenregal

    Als Überbleibsel eines großzügigen Weinerwerbs kann die Weinkiste nutzlos in der Wohnung stehen. Dabei hält sie als Einrichtungsgegenstand derzeit verstärkt Einzug in deutschen Studentenzimmern. Sie überzeugt dabei durch robuste Bauart, ökologische Werthaltigkeit und einem Erscheinungsbild, das der stilsichere Do-It-Yourself-Dekorateur gern als Vintage bezeichnet. Mit wenigen Handgriffen transformiert sich die Weinkiste zum Regal, Hocker oder einer Ablagefläche. Möchte man sie in der Wohnung nutzen, empfiehlt sich jedoch eine Anti-Holzwurm-Wärmebehandlung. 
    "Wein schenkt Freude", das denken sich auch immer mehr Heimwerker, die ihre Weinkisten als Einrichtungsgegenstand weiterverwenden. Kann man sie nicht vom örtlichen Winzer beziehen, sind sie kostengünstig auf diversen Online-Marktplätzen erhältlich. (Foto: Harzenetter)
    Mit Dübeln und entsprechenden Haken kann die Weinkiste im Handumdrehen an der Wand befestigt werden. Dann kann sie als Glasregal, Kleiderschrank oder Ablagefläche genutzt werden. (Foto: Harzenetter)
    Daneben kann in der Weinkiste eine Lichtquelle installiert werden, die einen angenehmen Schatten erzeugt. Der Kreativität sind jedoch selbstverständlich keine Grenzen gesetzt. (Foto: Harzenetter)
    Ob für Kleidung, Bücher, die DVD- oder Vinylsammlung, hochkant aufgestellt wird die Weinkiste zum vielseitig nutzbaren Regal. (Foto: Harzenetter)
     
     

    1 von 4



    4. Knorker Korken

    Zwar ist der Drehverschluss auf dem Vormarsch, doch qualitativ hochwertiger Wein, Sekt und Obstbrand möchten nicht auf ihn verzichten: der Korken. Hat der Korkenzieher beim Öffnen der Flasche nicht zu großen Schaden angerichtet, kann man ihn vielseitig als Dekoartikel verwenden. Beispielsweise als Schlüsselbrett.




    Korken gibt es in verschiedenen Variationen: Naturkorken, Sektkorken, 1+1 Korken oder Sektkorken - hergestellt werden sie alle aus der Rinde der Korkeiche. Für die Anfertigung eines Schlüsselbretts eignet es sich Korken der in etwa gleichen Größe zu wählen. (Foto: Harzenetter)
    Dreieck D-Ringe und dünne Nägel benötigt man, um das Schlüsselbrett später an der Wand zu befestigen. (Foto: Harzenetter)
    An Haken, Reißzwecken und Pinnadeln werden die Schlüssel später aufgegangen. (Foto: Harzenetter) 
    Die mit Heißkleber fixierten und an einer dünnen Kartonscheibe angebrachten Korken werden an der Wand aufgehangen. Die Haken können leicht in den Korken gedreht werden - fertig ist das Schlüsselbrett. (Foto: Rüggeberger)
     
     

    1 von 4








    von Moritz Harzenetter bearbeitet von roland.jungbauer 10/20/2015 8:19:00 AM
    • Im Profil



    Zeit, flügge zu werden

    Noch herrscht volle Betriebsamkeit an der OTH Prüfeninger Straße. Doch spätestens 2020 kehrt Ruhe ein: Nach und nach sollen 1600 Bauingenieure, Architekten und Industriedesigner umziehen in die Seybothstraße. Es ist eigentlich noch zu früh für einen Nachruf - aber an der Prüfeninger Straße verbreitet sich schon jetzt nostalgische Stimmung.

    Eindrücke von der OTH in der Prüfeninger Straße (Musik des Beitrags: Inside An Outsider by Speck featuring Xalpheric, aus: ccmixter.org/files/speck/49538).
    von Christian Basl

    Wenn die Eingangstür nach innen schwingt, riecht es in der Empfangshalle des OTH-Gebäudes an der Prüfeninger Straße nach einer eigenartigen Mischung aus Katzenstreu und Altersheim. Doch der Geruch verfliegt schnell, die Luft wird mit jedem Schritt atembarer. Optisch erinnert der Eingangsbereich entfernt an ein Theater der 1920er Jahre - vergoldete Türrahmen und Treppengeländer, die Wände in einem warmen Beige-Ton. Ein bisschen erinnert es aber auch an ein Verwaltungsgebäude der Staatssicherheit: massive dunkelbraune Holztüren, lange Gänge, vereinzelt huschen Gestalten in grauen Anzügen durch die Flure.

    Es ist Mitte September, noch ist nicht viel Betrieb im Reich der Bauingenieure, Architekten und Industriedesigner der OTH Regensburg. Doch das neue Semester steht schon vor der Tür - heute ist der erste Einschreibetag. Ein paar Erstsemesterstudenten werfen sich fragende Blicke zu : Wo geht es hier zur Anmeldung? Einige sind überrascht, hier zu sein. In der Prüfeninger Straße.

    Zum Beispiel Benjamin: Er beginnt im Oktober sein Studium an der Fakultät für Bauingenieurwesen. Dass es hier im Regensburger Stadtwesten einen OTH-Sitz gibt, weiß er erst seit heute. "Auf der Homepage wirbt die OTH mit den neuen Gebäuden an der Seybothstraße", erzählt er. "Ich dachte auch bis gerade, dass ich dort studieren würde. Erst bei der Einschreibung habe ich erfahren, dass ich hier in der Prüfeninger Straße studieren werde. Da war ich etwas enttäuscht, aber es ist schon in Ordnung."

    Wieso behandelt die OTH den Prüfeninger Bau so stiefmütterlich?

    Tatsächlich: Keine Spur vom Prüfeninger Gebäude auf der Homepage der OTH - zumindest auf den ersten Blick. Wieso wird dieses 1953 erbaute, geschichtsträchtige Gebäude so stiefmütterlich behandelt? Schließlich war es lange Zeit das Hauptgebäude der Fachhochschule - bis 1983 war der Komplex auf dem Galgenberg nur das Ausweichgebäude. Doch heute wirkt der Bau vor Allem: Alt. Wie eine leergeräumte Kulisse für einen Historienfilm über die DDR. Als hätte man sie einfach stehen gelassen. Wie ein aus der Mode gekommener Rollkragenpullover, den man nicht wegwerfen will.

    Bis 2019 sollen alle Studiengänge an die Seybothstraße verlagert werden. Die Bauingenieure sind die Ersten, die umziehen. Schon 2016 soll das "Haus der Technik" fertig sein, das gerade am Galgenberg gebaut wird. Dann sollen die Architekten und Designer folgen, spätestens 2020 verlässt der letzte Student die Prüfeninger Straße. Die Kosten für die Campusfusion: rund 41 Millionen Euro. Benjamin findet den Umzug gut. "Kann sein, dass die Stimmung hier familiärer ist als oben. Aber vielleicht entsteht ein größeres Zugehörigkeitsgefühl, wenn wir mit den anderen OTH-Studenten zusammen auf einem Campus studieren.

    Wirklich zugehörig zum großen Bruder auf dem Galgenberg fühlen sich wenige Studenten in der Prüfeninger Straße. Benjamin hat überhaupt keine Berührungspunkt mit dem Campus an der Seybothstraße. "Nur um meine Kopierkarte aufzuladen, war ich mal oben", sagt er grinsend. Oben. Das Wort benutzt auch Sebastian, wenn er nach dem Campus am Galgenberg gefragt wird. " Nur zum Chemiepraktikum war ich mal oben, in einem Labor. Sonst bin ich immer hier unten.

    Sebastian ist immer zufrieden gewesen, "hier unten"

    Sebastian ist im fünften Semester seines Studiums, den Umzug der Bauingenieure wird er nicht mehr mitbekommen. Schlimm findet er das nicht. Er ist immer zufrieden gewesen hier "unten". Nur Wahlfächer seien ein Problem. "Die Wahlfächer finden oben statt, im gleichen Takt wie die Pflichtveranstaltungen. Eine halbe Stunde Pause zwischen den Veranstaltungen reicht oft nicht, um rechtzeitig auf den Galgenberg zu kommen. Oft kommt man zu spät oder kann die Kurse nicht belegen." Daher sei es vernünftig, die Gebäude zusammenzulegen. "Auch wenn's schade ist um das Gebäude hier", sagt er und schaut sich um, ein Hauch von Wehmut im Blick. 

    Tatsächlich hat der Hochschulbau an der Prüfeninger Straße Charme.Viele Ausstellungsstücke der Architekten und Designer zieren die Wände und Vitrinen. Beinahe wie in einem Museum. Auch die Cafeteria ist angenehm hell und offen, mit Mikrowelle zur freien Verfügbarkeit. Fast wie im Wohnraum einer großen WG. Zugegeben: einer sehr großen. Ungefähr 1600 Studenten essen hier jeden Tag zu Mittag oder unterhalten sich bei einem Becher frischem Kaffee über ihre Projekte und Arbeiten. 

    Die OTH Prüfening ist wie ein kautziger Verwandter

    Die Mikrowelle steht nicht von Ungefähr in der Nähe der Ausgabetheke. "Das Essen wird nicht hier gekocht", erzählt Sebastian. "Es wird immer von der OTH-Mensa Seybothstraße angeliefert. Meistens ist es warm, manchmal muss man aber nachhelfen." Sagt er und lacht. Als würde er über einen kauzigen Verwandten mit liebenswerten Marotten sprechen. Familiär ist wohl das Wort, das die Stimmung an der Prüfeninger Straße am Besten beschreibt. Warm. Unbestimmt vertraut. Aber es scheint an der Zeit, flügge zu werden. Die Architekten, Industriedesigner und Bauingenieure werden aus ihrem jahrzehntelangen Hort entlassen. Spätestens 2020.

    Dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Oben, auf dem Galgenberg.
    • Kugelsicher
    Wissenswertes für neue Studenten

    Am heutigen Montag beginnt auch an der Universität Regensburg das Wintersemester. Insgesamt sind laut Uni-Angaben nun 21.052 Studenten eingeschrieben, davon 3378 Erstsemester. Diese haben auch außerhalb der Hörsäle dringende Fragen: Wo finde ich eine Wohnung? Wie komme ich von A nach B? Was wird sportlich geboten und wo wird am Abend gefeiert?
    Die MZ hat Links zu verschiedenen Angeboten gesammelt - von der Wohnungsbörse über eine Fahrradwerkstatt bis hin zu Flohmarktterminen und Konzert-Locations. Alle Infos findet ihr hier.

    • Kugelsicher


    (Wohnungs-)Not macht erfinderisch – Regensburger Erstsemester auf der Suche nach Obdach

    Alle Jahre wieder beklagen Studienanfänger vielerorts das Fehlen preiswerten Wohnraums. Auch in Regensburg gilt die Lage zum Beginn des Wintersemesters als verschärft. Viele Erstsemester sind noch immer auf der Suche - und müssen die Zeit bis zum Einzug in ihre eigenen vier Wände irgendwie überbrücken.

    Der Regensburger Wohnungsmarkt ist ein hart umkämpftes Terrain – und wie die letzten Jahre werden einige Studienanfänger bis zum Beginn des Wintersemesters keinen bezahlbaren Wohnraum gefunden haben. Während in den letzten Jahren für diese Härtefälle noch Matratzenlager im Dr. Kessler-Heim bereitstanden, ist dies aufgrund von Renovierungsarbeiten derzeit nicht möglich (die MZ berichtete). Der SprecherInnenrat der Universität Regensburg hat deswegen zur Hilfe aufgerufen. Personen, die übergangsweise einen Schlafplatz anbieten wollen, sollen sich unter info@asta-regensburg.de melden.

    Daneben gibt es jedoch auch Studenten, die andere Wege wählen, um ein Dach über dem Kopf zu finden. Sie wählen Alternativunterkünfte - aus Gründen des Komforts, der Abenteuerlust oder weil sie eine neue Erfahrung zwischenmenschlicher Art gewinnen wollen.


    Übergangslösung Hostel

    Wer neu in der Stadt ist und bei der Wohnungsuche erfolglos blieb, steuert zum Studiumsstart oftmals ein Hostel an. Armin Günther, 38, betreibt seit 2004 das Brook Lane Hostel in der Regensburger Altstadt - und ist zum Semesterstart komplett ausgebucht. Primär liegt das am Studiumsauftakt, jedoch auch am Beginn vieler Praktika, Handwerkskammerkursen und Meisterschulen. Zur Stoßzeit des Oktobers würden viele Wohnungssuchende nach Regensburg drängen, was die Stadt vor eine Herausforderung stellt. “Wenn das Loch zu dünn ist und zu viele durchwollen, dann stockt es erstmal eine Zeit lang - und das ist im Oktober der Fall”, sagt Günther. Zu dieser Zeit beherbergt er stets fünf bis zehn Gäste, die in seinem Hostel schlafen und nebenbei studieren. Die Wohnungsnot trägt dabei kuriose Blüten. “Weil sie keine Wohnung fanden, unterbreitete mir einmal eine Gruppe von Studenten das Angebot, das komplette Hostel für ein Semester zu mieten”, erinnert sich Günther.


    Im Oktober ist das Brook Lane Hostel in der Regensburger Altstadt Anlaufstelle vieler wohnungssuchender Erstsemester - und deswegen komplett ausgebucht. (Foto: Heckler) 


    Für andere studentische Gäste ist das Hostel dagegen weit mehr als nur eine Übergangslösung. Einige eher pragmatisch Veranlagte quartierten sich mehrere Semester lang bei ihm ein. “Die haben meist ihren Stundenplan so gelegt, dass sie nur an drei Tagen in der Woche Veranstaltungen hatten und so die zwei Nächte bei uns verbrachten”, erzählt Günther.

    Mut macht der Hostelbesitzer insbesonderen Studiumsnachrückern, die in der kurzen Zeit zwischen Studiumsbescheid und Semesterstart keine Bleibe finden konnten. Bis jetzt hätte noch jeder eine Unterkunft finden können - auch zu bezahlbaren Preisen. Durch die Schicksalsgemeinschaft der Wohnungssuchenden seien zudem einige Freundschaften in seinem Hotel entstanden, merkt Günther an. Grund zur Verzweiflung bestehe somit nicht.

    Erstie auf dem Campingplatz

    Das Schicksal vieler anderer Erstsemester teilte Johannes, der zu Beginn seines Studiums kein Obdach fand. Als gebürtiger Nürnberger war Pendeln für ihn keine Option. Zur Überbrückung bot ihm ein Bekannter einen Wohnwagen an - eine unkonventionelle Lösung, der Johannes nicht nur aus Gründen der Kostenersparnis einen Reiz abgewann. Mehr als zwei Wochen lebte er auf dem Campingplatz Azur im Regensburger Westen – und fiel sofort auf. Inmitten von Rentnern machte es sich der Studienanfänger gemütlich, auch wenn die Voraussetzung dafür nicht die besten waren. Mit seinen zwei Metern quetschte sich Johannes in sein nur zwei Meter hohes und vier Meter langes Übergangsdomizil. 

    Im Herbst geht es auf dem Campingplatz Azur im Regensburger Westen beschaulich zu. Es sei denn, studentische Amateurcamper schlagen auf. (Foto: Harzenetter)


    Als es Ende Oktober nachts ziemlich kalt wurde, kam Johannes auf eine folgenschwere Idee. Er steckte seinen alten elektrischen Heizlüfter an – und verursachte damit einen Stromausfall auf dem gesamten Campingplatz. Am Sicherungskasten traf er eine Schar betagter Herren, die lauthals mutmaßten, dass wohl irgendein Idiot kaputte Elektrogeräte verwendet. „Ich hab dann einfach mitgeschimpft. Aber ich bin mir sicher, dass die mich schnell durchschaut haben“, sagt Johannes. Schließlich sei er mit seinem etwas heruntergekommenen Wohnwagen neben ihren großen Luxuskutschen deutlich aufgefallen. Der Strom sei umgehend wieder angelaufen, doch seine Heizung blieb unbenutzbar. Nach einigen kalten Nächten konnte er im November in eine Wohnung ziehen. Sein kleines Abenteuer auf dem Camping-Platz bereut er jedoch nicht, es sei eine interessante Erfahrung gewesen und man hätte was zu erzählen. „Nur könnte man sich vielleicht etwas besser vorbereiten“, gesteht Johannes schmunzelnd ein.

    Airbnb

    Auf der Suche nach einer kurzfristigen Unterkunft wählen neben Reisenden auch vermehrt Studierende das Wohnungsportal von www.airbnb.com. Dort bieten Privatpersonen ihren Wohnraum zur Miete an, zumeist wesentlich günstiger als im Hotel. Das Geschäft boomt – auch in Regensburg finden sich mittlerweile dutzende Angebote. Doch die Kritik an dieser Geschäftspraxis ist laut geworden. Der Vorwurf: Die Unterkünfte, die auf Airbnb angeboten werden, stehen nicht mehr dem normalen Wohnungsmarkt zur Verfügung. Für eine Stadt wie Regensburg, in der seit Jahren das Wohnungsangebot knapp ist, kann das die Lage zusätzlich verschärfen. 


    Ute bietet bei Airbnb ein Zimmer ihrer Privatwohnung an und hat in den vergangenen Jahren bereits mehrmals Erstsemester bei sich aufgenommen. Kritik daran weist sie zurück. “Die Probleme sind doch ganz andere: durch immer neue Auflagen verteuern sich ständig die Baukosten. Auch Zahlungsunwilligkeit, Mietnomaden und Ruhestörungen verschärfen das Problem”, erklärt Ute.  Das alles würde potentielle Investoren davon abhalten, genügend Wohnungen für den Markt bereitzustellen. Sie freue sich, mit dem Zimmer die Haushaltskasse aufzubessern und neue Leute kennenzulernen.
    Auch Tanja inseriert ihr Zimmer auf Airbnb, allerdings nur tageweise. Bereits mehrere Anfragen von verzweifelt wirkenden Ersties musste sie ablehnen, da diese sich für mehrere Wochen einquartieren wollten. Wie der Markt auf die Wohnungsnot reagiert, hat sie in ihrem privaten Umfeld festgestellt: „Viele nutzen die Zeit zum Studiumsbeginn, um ihren Geldbeutel mit Airbnb etwas aufzufüllen“.

    Wohnen für Hilfe

    Dass trotz verschärfter Wohnungssituation eigentlich nutzbarer Wohnraum besteht, zeigt das Projekt „Wohnen für Hilfe“. Das Prinzip ist einfach: Junge Menschen – Auszubildende oder Studenten ab 18 Jahren – ziehen bei Personen ein, die Hilfe im Alltag benötigen. Das können Senioren sein, Menschen mit einer Behinderung oder Familien und Alleinerziehende. Die Studenten helfen bei Haus oder Gartenarbeit, gehen Einkaufen, unterstützen die Eltern bei der Kinderbetreuung oder leisten einfach Gesellschaft. Im Gegenzug zahlen sie wenig oder gar keine Miete, nur die Nebenkosten werden fällig. Als Faustregel gilt pro Quadratmeter Wohnfläche eine Stunde Arbeit pro Monat. Das Projekt hat mittlerweile in Deutschland Schule gemacht, in Regensburg bietet es der Immobilienmakler Christian Janele seit 2011 an – ehrenamtlich. „Sowohl für Wohnraum-Anbieter als auch für Studierende ist die Vermittlung kostenfrei“, betont Janele.

    Mittlerweile wurden bereits einige der ungewöhnlichen Wohngemeinschaften vermittelt. Im Gegensatz zum Hostel oder Airbnb ist "Wohnen für Hilfe" jedoch nicht als kurzfristige Unterkunft konzipiert. Die älteren Vermieter stellen die Wohnfläche auch deshalb zur Verfügung, weil sie sich davon eine persönliche Beziehung zum Mitbewohner erhoffen. Für Studenten verspricht die Begegnung von Jung und Alt einen großen Mehrwert -  denn nicht zuletzt vor den ersten Prüfungen kann die Gelassenheit von Menschen am Lebensabend zur Inspiration dienen.

    • Im Profil

    Der neue Sprecherrat

    Ab dem ersten Oktober gibt es einen neuen Sprecherrat an der Uni. Wir stellen euch eure neuen studentischen Vertreter vor.

    Dominik Graf von der Bunten Liste studiert Philosophie, Politikwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte im Bachelor. Im neuen Sprecherrat wird er das Ökologiereferat übernehmen und sich für eine ökologischere und sozialere Uni einsetzen. 
    Leon Struve von den LAF/Jusos ist im neuen Sprecherrat der Referent für Hochschulpolitik. Er vertritt dann die Studenten in den Landesastenkonferenzen. Sein Ziel ist es, die Wahlbeteiligung an der Uni zu erhöhen. Leon studiert Politikwissenschaft und Geschichte im Bachelor. 
    Lea Karamizadeh von den LAF/Jusos studiert Jura im dritten Semester. Im neuen Sprecherrat übernimmt sie das Referat Soziales. Sie setzt sich für einen barrierefreien Lageplan der Universität und für Flüchtlinge ein. 
    Marius Cramer (LAF/Jusos) ist im neuen Sprecherrat der Referent für Öffentlichkeit und Kultur. Der Philosophie-Student möchte verschiedene Theaterprojekte für die "Gesellschaft-Macht-Geschlecht"-Tage engagieren. 
    Julia Greim von der Bunten Liste ist eine der beiden Sprecherinnen des neuen Sprecherrats. Mit Michael Achmann kümmert sie sich um die Organisation und Koordination der einzelnen Referate. Sie studiert Politikwissenschaft und klassische Archäologie. 
    Nadine Randak (Bunte Liste) wird die neue Referentin für Antidiskriminierung. Sie möchte ein Bewusstsein für diskriminierende Strukturen schaffen und die Uni als Lebensraum für alle gestalten. Sie studiert Philosophie und Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft.
    Michael Achmann von der Bunten Liste ist einer der beiden Sprecher des neuen Sprecherrats. Neben der Organisation des Gremiums setzt er sich für eine Weiterführung des Urban-Gardening-Projekts ein. Er studiert Philosophie und Politikwissenschaft. 
     
     

    1 von 7



    • Im Profil

    Konkret ist, dass das Semesterticket wieder teurer werden wird.

    Ab dem ersten Oktober gibt es einen neuen Sprecherrat an der Uni. Die Kugelschreiber haben mit Referenten für Hochschulpolitik Leon Struve von den Jusos und Sprecherin Julia Greim von der Bunten Liste über den Auslagenersatz, das Semesterticket und die geringe Wahlbeteiligung gesprochen.

    Julia Greim und Leon Struve sind ab Oktober die Vertreter der Regensburger Studenten im Sprecherrat (Foto: Basl). 

    Kugelschreiber: Wie habt ihr euch auf eure Aufgabe als studentische Sprecher vorbereitet?

    Leon Struve: Wir haben uns schon vor unserer Amtszeit mit dem neuen Gremium getroffen und bestimmte Fragen geklärt und unser Selbstverständnis erörtert. Andererseits haben wir uns auch mit dem alten Sprecherrat zusammengesetzt und versucht, da einen möglichst reibungslosen Übergang hinzukriegen.

    Julia Greim: Es haben auch teilweise schon Leute aus dem neuen Sprecherrat an Projekten des alten Gremiums teilgenommen. Dadurch haben wir gelernt, wie die Projektleitung funktioniert und erfahren, an wen man sich in bestimmten Fragen wenden muss.

    Was werden die Regensburger Studenten in der kommenden Amtsperiode von euch hören?

    Leon: Unser Anspruch ist einerseits, konkret politische Arbeit zu machen, das heißt die Interessen der Studierenden an der Universität zu vertreten. Da fallen viele Auseinandersetzungen mit den universitären Gremien darunter, wie zum Beispiel Gespräche mit der Hochschulleitung. 

    Darüber hinaus haben wir verschiedene Veranstaltungsreihen wie die „Gesellschaft-Macht-Geschlecht“-Tage oder das „Festival contre le Racisme“. Darüber hinaus werden wir uns dafür einsetzen, dass Studenten, die zu Beginn des Semesters noch keinen Wohnraum haben, wieder in einem Matratzenlager unterkommen können.

    Also wird es wieder ein Matratzenlager geben?

    Julia: Der Raum im Dr.-Gessler-Heim, den wir sonst immer nutzen, wird momentan renoviert. Wir suchen deshalb nach Alternativen im städtischen Raum aber auch in anderen Wohnheimen. Noch ist nicht ganz geklärt, wo das Matratzenlager dann sein wird.

    Ein großes Thema ist ja auch der Auslagenersatz für Sprachkurse. Kürzlich hat sich die SPD-Landtagsabgeordnete Margit Wild auf eure Seite gestellt – hat das etwas gebracht?

    Julia: Die Universitätsleitung ist empört, dass wir uns so gegen den Auslagenersatz sträuben. Es gab noch keine konkreten Versuche der Universitätsleitung, auf uns zuzugehen und mit uns zu sprechen. Nichts desto trotz hat der studentische Konvent beschlossen, das Vorgehen gegen den Auslagenersatz zu unterstützen. Wir hoffen, dass wir in unserer Amtszeit in Zusammenarbeit mit dem Senat etwas bewirken können.

    Leon: Es ist auf jeden Fall erreicht worden, dass das das Thema nach der Einführung nicht gleich wieder vergessen wurde. Es gibt jetzt ein Bewusstsein dafür, dass das ein Missstand ist. Es geht ja nicht konkret um die 25 oder 50 Euro, sondern die Tendenz, dass trotz des erfolgreichen Volksentscheids gegen Bildungsgebühren den Studierenden jetzt wieder peu à peu in die Tasche gegriffen wird. Das ist der Knackpunkt beim Kampf gegen den Auslagenersatz.

    Ihr unterstützt ja auch die Petition gegen den Auslagenersatz – aber sie scheint mit bisher nur 265 Unterzeichnern (am 23. September) wenig Erfolg zu haben. Haben die Studenten vielleicht gar nichts gegen den Auslagenersatz?

    Julia: Ich denke, dass viele einfach nicht die Möglichkeit sehen, da etwas zu ändern. Viele Studierende sagen doch: „Ach, was können wir schon groß dagegen machen“. Ich glaube, das demotiviert viele Studierende. Vor allem weil wir in Bayern auch keine verfasste Studierendenschaft haben. 

    Leon: Das Thema Auslagenersatz wurde von der Universitätsleitung auch relativ geschickt verkauft. Natürlich gibt es Missstände im Bereich der Sprachkurse, z.B. dass sich viele anmelden und dann aber nicht erscheinen. Diesen Unmut hat die Hochschulleitung genutzt, um den Auslagenersatz durchzudrücken. Man muss aber Konzepte für ein ausreichendes Sprachkursangebot entwickeln, ohne die Studierenden zu belasten. In so einem reichen Bundesland wie Bayern wäre das kein Ding der Unmöglichkeit.

    Die Abstimmung über eine mögliche Abschaffung de  Auslagenersatzes ist ja vor allem ein Thema des universitären Senats – was kann denn da der Sprecherrat konkret bewirken?

    Leon: Konkret müssen wir so ehrlich sein, dass wir im Vergleich zu anderen Bundesländern keine so stark ausgebauten Möglichkeiten haben. Wir können aber mit den Leuten reden, die an unserer Universität etwas zu sagen haben: Mit dem Unipräsidenten oder dem Kanzler. Es ist eine Frage der Verhandlung. Letztlich muss man aber darauf vertrauen, dass gute Argumente auch zünden.

    Ein anderes Thema: Seit mehreren Semestern hat es keine Vollversammlung mehr gegeben. Wird es bei euch eine geben?

    Leon: Das können wir uns vorstellen. Es gibt ja auch entsprechende Themen dafür: Der Auslagenersatz oder  die Zivilklausel (also die Selbstverpflichtung von wissenschaftlichen Einrichtungen, ausschließlich für zivile Zwecke zu forschen, Anm. d. Autors). Solche großen Themen sollten einmal zur Abstimmung gestellt werden. Eine Frage ist auch, wie es mit dem Semesterticket weitergehen wird. Einen konkreten Termin für eine Vollversammlung gibt es aber noch nicht.

    Gibt es denn schon neue Verhandlungen zum Semesterticket?

    Leon: Leider noch nicht. Was aber leider immer konkret ist, dass es wieder teurer werden wird. Es steht auch zur Debatte, ob der RVV-Raum erweitert wird. Diesen Herausforderungen werden wir uns stellen müssen. Wir werden uns für ein solidarisches Semesterticket einsetzen, das für Vorlesungszeit genauso gilt wie für die vorlesungsfreie Zeit.

    Die Wahlbeteiligung war mit knapp 11 Prozent auch in diesem Jahr wieder sehr gering – fühlt ihr euch trotzdem legitimiert, für alle Studenten zu sprechen?

    Julia: Natürlich ist das ein sehr trauriger Umstand, dass es nur so wenige Studierende in die Wahlkabine schaffen. Trotzdem sind es viele Menschen, die uns direkt gewählt haben. Allein denen fühle ich mich verpflichtet. Man darf den Teufelskreis nicht weiter antreiben und behaupten: Weniger Studierende gehen zum Wählen, deshalb sind wir weniger legitimiert, deshalb gehen wieder weniger Studierende zum Wählen und so fort. 

    Leon: Die Legitimiation richtet sich wie bei allen Wahlen ja nicht nach der Wahlbeteiligung. Bei den Landtagswahlen gehen mehr Leute wählen, die Landesparlamente und –regierungen hätten dann aber auch nicht die ganze Legitimation. Das Problem der mangelnden Wahlbeteiligung ist uns bewusst. Andererseits haben wir aber auch Verständnis dafür: Es ist von der Landesregierung nicht gewünscht, dass es politisierte Unis gibt. Aber man muss eben die Gremien, die man hat, möglichst stark ins Rennen schicken gegen die Hochschulleitung und die Staatsregierung.

    Ein Kritikpunkt vieler Studenten ist, dass sie zwischen den Wahlen kaum etwas von euren Tätigkeiten mitbekommen würden – und dann bei der Wahl nicht wüssten, wen oder was sie überhaupt wählen. Wie sollen die Studenten von den Tätigkeiten ihrer Vertreter erfahren?

    Julia: Unsere Pressemitteilungen sind auf unserer Facebook- und Internetseite zu finden. Es gibt auch verschiedene Pinnwände an der Uni, an denen unsere Aushänge zu finden sind. Viele Studierende kommen auch durch unsere Wohnungsbörse mit uns in Kontakt. Ein Punkt wäre auch, den Kontakt zu den Fachschaften zu verbessern und in den Ersti-Veranstaltungen verschiedene Gremien, wie den SprecherInnenrat, vorzustellen.

    Leon: Wir bemühen uns auch, unsere Arbeit in die breite Öffentlichkeit zu streuen: Jeder, der Interesse hat, darf die Asta-Sitzungen mitverfolgen. Wir machen da keine Mauscheleien im Hinterzimmer. Jeder darf bei uns vorbeikommen und mit uns sprechen. Wir haben auch immer wieder Stände bei den Hochschultagen. Aber das mangelnde Verständnis für die verschiedenen Gremien kann man nicht nur dem Asta anlasten. Da müsste man den Ball auch mal ein bisschen in Richtung der politischen Hochschulgruppen spielen.

    Die Sitzungen des studentischen Konvents sind ja ebenfalls öffentlich – warum aber werden die Termine nicht bekanntgegeben? Die Webseite des Konvents wurde 2013 zum letzten mal aktualisiert.

    Leon: Wir würden uns wünschen, dass die Arbeit des Konvents mehr nach außen getragen wird, dass da nicht im stillen Kämmerlein Entscheidungen für die Studierenden getroffen werden. Das ist Aufgabe des neuen Konvents.

    Habt Ihr denn schon konkrete Projekte für die Erhöhung der Wahlbeteiligung?

    Leon: Das beste, was wir tun können, ist für eine Kultur der Mitbestimmung und Partizipation zu kämpfen. Die Studenten sollten es von sich aus für wichtig empfinden, zur Wahl zu gehen – ohne große Überzeugungsarbeit der Gremien. Das wollen wir schaffen, indem wir den Kampf um die verfasste Studierendenschaft weiter fortführen. Es gibt Überlegungen, die Leute länger wählen zu lassen oder die Leute auch in Vorlesungen daran zu erinnern. Dazu sollten auch mal die Dozenten einen Satz verlieren.
    • Jung & Krumm
    Wenn man's genau nimmt ...

    Lebensmittel verboten - Todesmittel erlaubt (Gefunden in der OTH Prüfeninger Straße).


    • Im Profil
    Am Anfang war das Bild von John in meinem Kopf, wie er von unten an die Eisdecke klopft. Dann ist die Geschichte entstanden.
    Manuel Niedermeier liest aus seinem Debüt-Roman "Durch frühen Morgennebel". 
    von Bernhard Heckler via YouTube
    Job in der Buchhandlung tagsüber, neuen Roman schreiben am Feierabend, zwischendrin noch die Dissertation über Creative Writing: so geht Belletristik heute.
    Manuel Niedermeier ist Schriftsteller. Sein Debüt-Roman "Durch frühen Morgennebel"  wurde 2014 mit dem bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. In Regensburg hat der 31-jährige seinen Abschluss in Sprach- und Literaturwissenschaft gemacht - und das Schreiben für sich entdeckt. Momentan lebt und arbeitet er in Wien. Den Kugelschreibern hat er erzählt, wie ein Roman entsteht: von der ersten Sequenz bis zur letzten Seite. Außerdem hat er wertvolle Ratschläge für Regensburger Nachwuchsschriftsteller.

    Kugelschreiber: Herr Niedermeier, wie sieht momentan Ihr Alltag aus?

    Manuel Niedermeier: Mein Alltag ist gerade zweigeteilt. Hauptsächlich schreibe ich gerade an meinem zweiten Buch. Nebenbei arbeite ich aber auch in der Wiener Buchhandlung, in der ich angestellt bin – dort bin ich hauptsächlich für Veranstaltungen zuständig. Dazu sollte ich eigentlich noch an meiner Dissertation schreiben. (lacht)

    Sie schreiben also gerade an Ihrem zweiten Buch. Können Sie schon etwas über Titel oder Inhalt verraten?

    Der Titel steht noch nicht fest, da gibt es einige verschiedene Ideen. Zum Inhalt: Das Buch wird eine Mischung aus Reiseroman, Gesellschaftsanalyse und Coming-Of-Age-Geschichte. Der Protagonist plant eine Weltreise. Er erfährt, dass ein Freund ebenfalls eine Weltreise mit einer fast identischen Route antritt und die beiden starten zusammen. Auf der Reise bekommen sie sich fürchterlich in die Haare und erleben nebenbei all das, was zu einer Weltreise gehört.

    Nebenbei arbeiten Sie an Ihrer Dissertation. Was ist Ihr Thema?

    Ich beschäftige mich mit Creative Writing in den USA und in Deutschland. Während man in den USA an beinahe jeder Universität Creative Writing als Studienfach belegen kann, gibt es im deutschsprachigen Raum nur wenige ausgewählte Adressen.  Mich interessiert, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist. Beinahe jeder bedeutende Schriftsteller in den USA hat sich akademisch mit dem Creative Writing auseinandergesetzt. Warum gibt es das in Deutschland nicht in dieser Form?

    Können Sie von Ihrer Tätigkeit als Buchautor leben?

    Nicht ausschließlich. Das ist generell in der Belletristik schwierig. In der Unterhaltungs- oder Fantasyliteratur sieht das vielleicht anders aus, aber von der Belletristik können in Deutschland nur die paar Autoren leben, deren Namen man auch wirklich kennt – alle anderen nicht.

    Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem C.H.-Beck-Verlag? Haben Sie dort ein Manuskript eingeschickt?

    Als ich noch in Regensburg studiert habe, habe ich an der Schreibwerkstatt teilgenommen, unter der Leitung von Professor Jürgen Daiber. Danach habe ich das Stipendium der Bayerischen Akademie des Schreibens bekommen, die unter anderem von Christiane Schmidt geleitet wird. Frau Schmidt arbeitet für den C.H. Beck Verlag und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, mein Buch dort zu veröffentlichen.

    Generell gibt es mehrere Möglichkeiten, zu einem Verlag zu kommen: Entweder, so wie in meinem Fall, über ein Stipendium ,dann über Agenturen, oder über Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften. Gute Literaturzeitschriften sind BELLA triste oder kolik.

    Manuel Niedermeier ist presigekrönter Nachwuchsschriftsteller und Absolvent der Universität Regensburg. Foto: © Magdalena Fritsch 

    Ein kleiner Einblick: Wie kann ich mir den Prozess des Erzählens vorstellen, von der ersten Sequenz bis hin zum fertigen Roman?


    Tatsächlich hatte ich bei der Entstehung von „Durch frühen Morgennebel“ anfangs das Bild von John in meinem Kopf, wie er von unten gegen die Eisdecke klopft. So ist dann nach und nach die Geschichte darum herum entstanden, der Konflikt, die anderen Figuren. Für das Buch habe ich insgesamt drei Jahre gebraucht. Die Geschichte war komplett fertig, bevor ich mit dem Schreiben begonnen habe. Manche machen das anders, aber für mich ist es wichtig, vor dem Schreiben genau zu wissen, was passiert. Die Recherche war sehr aufwändig. Ich habe mich zum Beispiel intensiv mit dem Verhalten der Belugawale auseinandergesetzt, um die Figur des John mit Substanz zu füllen. (Anm. d.Red.: Der Protagonist John beschäftigt sich in "Durch frühen Morgennebel" in seiner Dissertation mit Belugawalen. Für das Schreiben habe ich dann ungefähr ein dreiviertel Jahr gebraucht, danach habe ich den Text noch einmal überarbeitet.
     
    Wo kann sich ein junger Mensch mit dem Wunsch, ein Buch zu schreiben, Inspiration, Hilfe und Unterstützung suchen?

    Für die, die an der Universität Regensburg studieren, ist die Schreibwerkstatt sicher ein sehr guter Einstieg, auch die Bayerische Akademie des Schreibens. Außerdem gibt es noch die Schreibwerkstatt Salamander als gute Adresse für Nachwuchsschriftsteller. Generell ist es typabhängig: Will ich lieber in einem stillen Kämmerchen schreiben und dann veröffentlichen oder will ich eine Text-Kritik im Rahmen einer Schreibwerkstatt? Das sind grundunterschiedliche Herangehensweisen. Grundsätzlich ist Literaturport eine gute Seite. Dort werden alle Stipendien des deutschsprachigen Raumes gesammelt und ausgeschrieben. Auch die puls-Dreier-Lesereihe vom Bayerischen Rundfunk kann ein gutes Sprungbrett sein.

    Vielen Dank für das Gespräch!

    Manuel Niedermeiers Debüt-Roman "Durch frühen Morgennebel" ist 2014 erschienen und zum Beispiel über die Verlagsseite von C.H.Beck erhältlich.
    • Kugelsicher
    Vielen Bachelorarbeiten wird gerade noch der letzte Schliff verpasst, an einigen Lehrstühlen der Uni Regensburg sind allein in der letzten Woche rund 200 Arbeiten abgegeben worden. Viel zu korrigieren für die Professoren - deutschlandweit haben 2014 rund 230.000 Studenten den Bachelorabschluss gemacht. Mehr Zahlen zu den Hochschulabsolventen 2014 findet ihr in dieser Grafik:

    von roland.jungbauer

    • Im Profil

    Gute Seelen an der Uni: Mensakoch Jürgen Heigl

    Die Uni ohne Mensaessen? Undenkbar! Jürgen Heigl bekocht seit fünf Jahren die Regensburger Studenten. Im zweiten Teil unserer Serie "Gute Seelen" haben wir ihm beim Kochen über die Schulter geschaut - das Gericht: Kalbsrahmgulasch mit Spätzle. 

    Übrigens: Pro Woche werden in der Großküche tausend Kilo Fleisch und zweitausend Kilo Kartoffeln verarbeitet.

    von Christian Basl 9/9/2015 3:28:00 PM17:28

    (Musik des Beitrags: Parametaphoriquement by gmz und Tumblin Down (cdk Mix) by cdk)
    • Kugelsicher
    Wo es noch Begrüßungsgeld gibt, seht ihr hier (Eine Infografik von Umziehen.net)



    • Mach's selber

    Begrüßungsgeld für neue Studenten

    Wer seinen Hauptwohnsitz am Studienort anmeldet, erhält von manchen Städten einen Bonus. Dabei lässt das Meldegesetz eigentlich keine freie Wahl zu.

     100 Euro Begrüßungsgeld für Neu-Studenten gab es seit 2003 in Osnabrück. Aktuell hat die Stadt die Vergünstigung allerdings wieder abgeschafft – ebenso wie Nürnberg.  Foto: Friso Gentsch/dpa

    Bevor im Oktober das Wintersemester beginnt, ziehen viele Erstsemester an ihren Studienort um.
    Neben der dortigen WG oder dem Wohnheimplatz haben sie häufig aber auch noch ein Zimmer zu Hause bei den Eltern – und damit zwei Wohnsitze. Als Anreiz, die Hauptwohnung am Studienort anzumelden, zahlen einige deutsche Städte ein Begrüßungsgeld: Furtwangen im Schwarzwald und Braunschweig überweisen neuen Studenten 200 Euro, Kiel 100 Euro, in Marburg gibt es Gutscheine über 100 Euro und in Berlin 50 Euro.

    Hintergrund ist, dass Städte für jeden Bürger, der dort mit Hauptwohnsitz gemeldet ist, Schlüsselzuweisungen vom Bund erhalten. Mit diesem Geld finanziere die Stadt das sportliche, soziale und kulturelle Angebot sowie die Infrastruktur, die allen Bürgern zur Verfügung stehe, heißt es dazu etwa auf der Homepage der Stadt Passau. Diese hatte in den vergangenen zwei Jahren mit der Kampagne „Du bist echt Passau – Dein Erstwohnsitz in unserer Stadt“ und Gutscheinen im Wert von 100 Euro um Hauptwohnungs-Anmeldungen von Studenten geworben. Das Projekt werde derzeit evaluiert, hieß es auf MZ-Nachfrage. Ob es im Wintersemester 2015/16 fortgeführt werde, stehe noch nicht fest.

    In Regensburg gibt es kein solches Begrüßungsgeld für Studierende.
    Alle Neubürger erhalten jedoch ein Willkommenspaket, sagt Helmut Dutz, der Leiter des Bürgerzentrums. Darin seien etwa ein Gutschein für eine Stadtführung, ein Coupon des Theaters Regensburg sowie ein Tagesticket des RVV enthalten. Begrüßungsgeld hin oder her – Dutz zufolge müssen sich Studierende in der Regel grundsätzlich mit ihrem Hauptwohnsitz am Studienort anmelden: Nach dem Meldegesetz sei die Hauptwohnung die vorwiegend benutzte Wohnung. Für Studierende sei das daher „zunächst einmal grundsätzlich der Ort, an dem sie ihrem Studium nachgehen“, so Dutz.

    Eine Anmeldung mit Nebenwohnung am Studienort Regensburg sei nur in Einzelfällen möglich, wenn ein Student plausibel darlegen könne, dass er sich vorwiegend woanders aufhalte.
    Dutz zufolge müsste ein Student aber in diesem Fall nicht nur die kompletten Semesterferien an seinem zweiten Wohnsitz verbringen, sondern auch jedes Wochenende nach Hause fahren. Ein Kriterium ist die Entfernung zum Heimatort eine Rolle – akzeptiert werde ein Umkreis von bis zu 200 Kilometern zum Studienort Regensburg.

    Manche Studierende hätten Bedenken, dass ihre Eltern kein Kindergeld mehr erhalten oder steuerliche Nachteile erleiden, wenn sie ihren Hauptwohnsitz an den Studienort verlegen.
    „Die Art der Wohnung – also Haupt- oder Nebenwohnung – hat darauf keinen Einfluss“, versichert Dutz. Die Studierenden hätten durch den Hauptwohnsitz vielmehr Vorteile, weil sie an Wahlen und Abstimmungen in Regensburg teilnehmen und bestimmte Behördenangelegenheiten vor Ort unter der Woche erledigen könnten.

    Nürnberg schafft Vergünstigung ab

    Auch beim Einwohneramt der Stadt Nürnberg verweist man auf das Meldegesetz: „Der Ort, an dem der zeitlich überwiegende Aufenthalt ist, ist die Hauptwohnung. Da gibt es keine Wahlmöglichkeit“, betont Dienststellenleiter Olaf Kuch. Studierende, die ihren Hauptwohnsitz in Nürnberg anmeldeten, bekamen bisher entweder eine Semesterfahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr oder eine Halbjahreskarte für die Nürnberger Bäder. Damit ist jetzt allerdings Schluss: Die Stadt habe die Vergünstigung abgeschafft, so Kuch. „Hintergrund ist, dass die Studierenden in fast allen Fällen das ÖPNV-Ticket gewählt haben, es seit diesem Semester aber im VGN erstmals ein echtes Studententicket gibt und diesem Anliegen damit Rechnung getragen sein sollte.

    In Eichstätt gibt es dagegen noch ein Begrüßungsgeld: Hier erhalten neu immatrikulierte Studenten der Katholischen Universität (KU) Eichstätt-Ingolstadt einen 50-Euro-Gutschein – wahlweise zum Kauf eines Semestertickets für die Stadtlinie Eichstätt (Gesamtkosten: 70 Euro) oder in Form von Einkaufsgutscheinen, die in teilnehmenden Geschäften in Eichstätt eingelöst werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass die Studierenden ihren Hauptwohnsitz mindestens ein Jahr lang in Eichstätt haben. „Wird der Hauptwohnsitz vor Ablauf von zwölf Monaten abgemeldet, so ist das Begrüßungsgeld in voller Höhe zurückzuzahlen“, sagt Heike Oehlke, Mitarbeiterin des Hauptamts Eichstätt.

    Amberg erstattet jährlich den Studentenwerksbeitrag

    In Deggendorf erhalten Studierende, die ihre Hauptwohnung dort anmelden, ebenfalls ein Begrüßungsgeld in Form von fünf Gutscheinen über je zehn Euro.
    Diese können in vielen Geschäften vor Ort eingelöst werden. Dazu gibt es für die neuen Studenten noch ein Deggendorf-Buch.

    In Amberg profitieren nicht nur die Erstsemester: Einmal im Jahr erstattet die Stadt auf Antrag allen Studierenden, die am Standort Amberg der OTH Amberg-Weiden immatrikuliert sind und die ihren Hauptwohnsitz in Amberg angemeldet haben, den Studentenwerksbeitrag in Höhe von aktuell 42 Euro. Unabhängig vom Wohnsitz erhalten seit dem vergangenen Wintersemester zudem alle Erstsemester einmalig eine Willkommensbroschüre  mit Gutscheinen etwa für Museen, Stadtführungen oder Bäder. In Weiden gibt es keinen solchen Zuzugsbonus für Studierende. Alle Neubürger halten aber im Einwohnermeldeamt eine Begrüßungsmappe mit Infomaterial und Gutscheinen, etwa für einen Besuch der Weidener Thermenwelt.

    http://www.mittelbayerische.de/uni-nachrichten/begruessungsgeld-fuer-neue-studenten-21984-art1280415.html
    • Jung & Krumm
    Der Hellas-Express hat Verspätung

    Skopje, Thessaloniki, Sofia – alles mit dem Zug. Viele Studenten versprechen sich in den Semesterferien ein Abenteuer auf einer Reise durch den Balkan. Gerade warten sie oft vergebens an den Bahnsteigen: Einige Länder haben den Zugverkehr aufgrund der Flüchtlingsströme vorübergehend eingestellt. Eindrücke einer Reise mit dem Beigeschmack einer Weltkrise.

    Der Bahnhof in Skopje in der Morgendämmerung. Foto: Harzenetter 

    Es ist 4.30 Uhr morgens. Der Bahnsteig in Skopje füllt sich mit Menschen. Planmäßig trifft um 4.45 der Hellas-Express ein, der Belgrad, Skopje und Thessaloniki verbindet. Es gibt nur diesen einen Zug, täglich frühmorgens. Der Bahnhof der mazedonischen Hauptstadt ist in einem desolaten Zustand, die Fahrgäste müssen sich in der nur notbeleuchteten Bahnhofshalle durch Absperrzäune zwängen, um zu den Gleisen zu gelangen. Das Geld fließt in Skopje fast ausschließlich in die Errichtung von Regierungsgebäuden und Prestigebauten aberwitzigen Ausmaßes. Für einen anständigen Bahnhof reicht das Geld scheinbar nicht.

    Auch Katarina wartet auf den Zug. Sie kommt aus der Slowakei und will in Thessaloniki Freunde besuchen. Diese haben sie bereits vorgewarnt: Pünktlichkeit ist beim Hellas-Express eher eine Rarität. Daher wundert sie sich nicht, dass um 5 Uhr immer noch kein Zug in Sicht ist. Auch als der Muezzin bereits zum Morgengebet gerufen hat und die Sonne bereits aufgegangen ist, sitzt Katarina entspannt auf der Wartebank und hört Musik.

    Als es 6 Uhr wird, macht sich zunehmend Unruhe breit. Katarina kann sich mit mazedonischen Fahrgästen verständigen, da slowakisch derselben Sprachfamilie entstammt: Manche sagen, der Zug kommt vielleicht um 6.30 Uhr, andere verlassen bereits resigniert den Bahnsteig – sie wollen morgen wiederkommen. Der Zug trifft schließlich doch noch ein, um 7.30 Uhr. Katarina schläft im Abteil ein.

    Griechenland hat den Zugverkehr nach Mazedonien wegen der hohen Flüchtlingszahlen vorübergehend eingestellt

    Zwei Stunden später wird sie unsanft vom Schaffner geweckt, alle Fahrgäste sollen aussteigen. Der Zug hat den Bahnhof von Gevgelija erreicht, einer Grenzstadt an der mazedonisch-griechischen Grenze. Noch vor ein paar Tagen war der Bahnhof weltweit in den Schlagzeilen, weil Tausende Flüchtlinge dort auf ihrem Weg in ein besseres Leben zwischenzeitlich gestrandet sind. Nun ist der Bahnhof menschenleer, der Flüchtlingsstrom hat sich bereits in Richtung Budapest verschoben. 

    Katarina und die anderen Fahrgäste sollen in Busse umsteigen, der Zug fährt nicht weiter. Der Busfahrer erklärt, dass Griechenland den Zugverkehr in Richtung Mazedonien vorübergehend vollständig eingestellt hat, da die Bahngesellschaften völlig überlastet waren von der Zahl der Flüchtlinge, die sich zu Tausenden in die Waggons gezwängt hatten. 

    Schließlich erreicht der Bus Thessaloniki, vier Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit. Katarina geht zu ihrem Hostel. Dort trifft sie Hieu. Er kommt aus Vietnam und studiert in Hamburg. Er hat sich zusammen mit zwei deutschen Freundinnen das InterRail-Ticket gekauft und reist durch Europa. Er hat ein Problem: Sein deutsches Visum erlaubt ihm freie Reise innerhalb der gesamten Europäischen Union – doch sein Weg in Richtung Kroatien sollte ihn durch Mazedonien führen. Dort ist er an der Grenze abgewiesen und von seinen Begleiterinnen getrennt worden. Er wusste nicht , dass er zwangsläufig durch ein Nicht-EU-Land reisen muss, um von Griechenland nach Kroatien zu kommen. 

    Innerhalb von 72 Stunden dürfen Flüchtlinge ohne Registrierung durch Mazedonien reisen

    Die mazedonische Regierung gewährt allen Flüchtlingen eine registrierungsfreie Durchreise durch ihr Land innerhalb von 72 Stunden, um Staus an Grenzübergängen zu verhindern. Für Hieu gilt diese Erlaubnis nicht – er muss sich jetzt ein Flugticket kaufen. Sein Zimmer im Hostel teilt er sich mit Bjarni aus Island und Simon aus der Schweiz. Die beiden haben auch ein InterRail-Ticket gekauft und wollen über Belgrad nach Budapest fahren und von dort aus weiter nach Wien reisen. Doch ihr Vorhaben können sie gerade nicht umsetzen: Ungarn hat den Zugverkehr ab Budapest vorübergehend eingestellt, Zehntausende Flüchtlinge campieren am Bahnhof. Bjarni und Simon lesen die Berichte auf Twitter und entscheiden, vorerst nicht weiterzureisen, da die Situation schwer einzuschätzen ist.


    Das Hostel in Thessaloniki - Ein Blick aus dem Aufenthaltsraum. Foto: Heckler 

    Anders der Hawaiianer Shaun: Er fährt weiter Richtung Sofia. Er ist seit fünf Monaten in Europa unterwegs und hat auf seiner Reise bisher keine Probleme oder Berührungspunkte mit Flüchtlingen gehabt. Doch in Südosteuropa ist er erst seit einigen Tagen unterwegs. Über die Krise insgesamt weiß er nicht viel. In den US-amerikanischen Medien sei das Thema nicht sehr präsent, sagt er. 

    Ähnlich sehen es Nathan und Kelly. Die beiden sind Nachwuchsjournalisten aus den USA. Sie haben ihren Trip aus eigener Tasche bezahlt, um eine Reportage über die Flüchtlingssituation in Europa zu schreiben. Damit wollen sie ihren beruflichen Durchbruch schaffen. Einen Tag später reisen sie weiter nach Budapest und dann nach Wien. Nathan schreibt zwei Tage später, er sei zusammen mit einigen Flüchtlingen aus Syrien im Zug unterwegs gewesen, der in der Zwischenzeit wieder fährt. 

    Nathan erzählt von seinen Eindrücken. Foto: Screenshot Twitter 

    Wer gerade mit dem InterRail-Ticket in Südosteuropa unterwegs ist, erlebt, wie europäische Infrastruktur an ihre Grenzen stößt.
    • Im Profil

    „Es ist ein Unding, dass so viele junge Menschen arbeiten wollen, es aber nicht dürfen.“

    Eva König engagiert sich ehrenamtlich bei „CampusAsyl“. Sie koordiniert die Sprachkurse in der Erstaufnahmeeinrichtung. Mit uns hat sie über ihre Erfahrungen in den Deutschkursen und mit den Flüchtlingen gesprochen.

    Eva König vor dem Aktenschrank in der Erstaufnahmeeinrichtung. Dort bewahrt sie die Unterrichtseinheiten für den Deutschkurs auf. (Foto: Basl) 

    Kugelschreiber: Jeden Dienstag bietet „CampusAsyl“ einen Deutsch-Crashkurs für Flüchtlinge an. Wo liegen denn die Herausforderungen für die Lehrenden?

    Eva König: Die Herausforderung ist, dass man das überhaupt nicht Klasse nennen kann: Es sind mal 20 Leute da, mal sind 50 Leute da. Mal sind’s viele Kinder, mal sind’s viele Erwachsene. Manchmal sind viele Kosovaren da, die zum Teil schon mal in ihrer Kindheit hier waren und einigermaßen gut Deutsch können. Andere sind gerade mal zwei, drei Tage in Deutschland und haben noch nie eine Fremdsprache gelernt.

    Das unter einen Hut zu bringen, geht eigentlich nur, wenn man improvisiert. Wirklich vorbereiten darauf kann man sich nicht. Wir versuchen, jedem der da ist, wirklich von Null an die allerersten Worte beizubringen: „Hallo ich heiße Eva, wie heißt du?“, „Ich komme aus Deutschland, woher kommst du?“ Das ist immer der Anfang und danach beginnen wir mit ein paar ganz einfachen alltagsrelevanten Themen.

    Letztes Mal wurden auch einfach einige mitten im Unterricht rausgeholt, dann hieß es: Die werden jetzt nach Chemnitz gebracht, weil die umverteilt werden. So was kann man nicht planen.

    Wie erlebst du die Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung?

    Das sind so unglaublich liebe Menschen! Es ist ein Wahnsinn, wenn ich in die Erstaufnahme reinkomme und mit einer Gastfreundlichkeit empfangen werde, mir was zu trinken angeboten wird. Und eigentlich würde ich mir wünschen, dass viel mehr Deutsche die  Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, kennen lernen. Ich nehme gerne jeden mit. Dann würden solche Anschläge, wie es gerade überall in Deutschland gibt, nicht mehr möglich sein.

    Ich erlebe hier so viele hoffnungsvolle Menschen, die zufrieden sind, endlich mal durchatmen zu können. Gleichzeitig aber auch Menschen, die gerne weiterwollen und die gerne mehr tun würden. Es gibt ganz viele, die sofort arbeiten wollen das nicht dürfen, sondern erst mal abwarten müssen: Sie müssen ihren Antrag stellen und warten, wohin sie weiterverteilt werden. Hier erleb ich noch viele euphorische Menschen, während in den Gemeinschaftsunterkünften viele Menschen wirklich deprimiert und resigniert sind.

    Woran liegt das?

    Das liegt natürlich einerseits an den Verwaltungsverfahren, die sich so unglaublich lange hinziehen, aber auch an der Asylgesetzgebung selbst. Es ist ein Unding, dass hier so viele junge Menschen arbeiten wollen, es aber nicht dürfen. Gleichzeitig herrscht aber Fachkräftemangel in Deutschland. Das liegt an unseren Gesetzen und die könnte man leicht ändern.

    Wie wirkt sich das auf den Deutschunterricht aus?

    In den Gemeinschaftsunterkünften läuft das sehr unterschiedlich. Manchmal ist es da schwerer, die Leute zu erreichen. Gerade Menschen, die vielleicht schon seit mehreren Jahren hier sind und darauf warten, dass ihre Anträge bearbeitet werden. Es ist schwer, die zu erreichen, wenn einfach ganz viele auch klinisch diagnostizierte Depressionen haben.

    Wenn dort aber so wenige zum Kurs kommen – kann man da dann von einem Erfolg sprechen?

    Ich glaube, es ist immer ein Erfolg, wenn Menschen miteinander in Kontakt kommen. Auch das ist ein Ziel des Kurses. Und auch, wenn ein Mensch in einem Kurs nur ein paar Brocken gelernt hat, sind das erste Anfänge. 

    Was würdest du dir denn wünschen?

    Ich würde mir wünschen, dass es wirklich offizielle Kurse gibt, so dass die Ehrenamtlichen nicht die Hauptverantwortung tragen, sondern mehr Unterstützer sind. So läuft es momentan nämlich. Es ist ja so, dass man erst, wenn man das gesamte Verfahren durchlaufen hat, was ja zum Teil Jahre dauert, einen offiziellen Integrationskurs und einen offiziellen Sprachkurs belegen kann. Erst dann würde das Sprachenlernen beginnen und das verschleppt natürlich alles. Und das bei so motivierten Menschen.

    Vielen Dank!
    • Im Profil

    Nochmal leben, auf Deutsch

    Die Regensburger Initiative „CampusAsyl“ bietet Deutschkurse für Flüchtlinge an. Doch die sprachliche Vielfalt ist nicht einzige Herausforderung für die ehrenamtlichen Helfer. Über den Kampf mit den Folgen zäher Asylverfahren.

    Eine ehrenamtliche Helferin von "CampusAsyl" lernt mit einer Familie erste deutsche Wörter. (Foto: Basl) 

    Wenn Hamid Gummibärchen verteilt, verschwinden die Bilder für einen Moment aus seinem Kopf: Seine kleine Tochter. Lachend, mit Kopfhörern. Dunkles Haar, wie der Vater. Glücklich, in Hamids Armen. Ein Maschinengewehr, in Hamids Hand. Zerbombte Häuser. Blutlachen auf den Straßen. Szenen in Syrien, Bilder auf Hamids Facebook-Profil.

    „Hast du Kinder, Hamid?“, fragt eine Studentin. Ein Standardsatz, Small-Talk auf Deutsch, Lektion eins. Ja, sagt Hamid zuerst, zögert, antwortet dann aber korrekt: „Nein.“ Er hat keine Tochter mehr. Ein Bombenangriff von Assad, sagt er, formt seine rechte Hand zu einem Flugzeug und markiert mit dem linken Zeigefinger den Abwurf einer Bombe. „Mein Haus ist zerstört. Meine Frau und meine Tochter sind tot“, erzählt er, geht zu einem der in kleine Grüppchen zusammengestellten Tische, teilt die Gummibärchen aus, scherzend, und übersetzt für vier Syrer einen deutschen Satz auf arabisch. 

    Hamid ist im Mai aus Damaskus nach Regensburg geflohen. Seitdem lebt er dort in der Erstaufnahmeeinrichtung. Jeden Tag steht er um sieben auf, hilft bis Abends, wo er kann, gönnt sich keine freie Minute. Sonst kehren die Bilder zurück, sagt er. Zwei Mal die Woche besucht er den Deutsch-Crashkurs von „CampusAsyl“, einer Initiative von Regensburger Studierenden und Mitarbeitern der Universität. Hundert Wörter Deutsch habe er da schon gelernt, sagt er, mehr als die meisten anderen Flüchtlinge, die heute in den Speisesaal der Einrichtung zum Deutschkurs gekommen sind. 

    Sechs Leitz-Ordner für ein neues Leben

    Hamid eilt zwischen den Lerngruppen umher. Statt Teller liegen jetzt viele Arbeitsblätter mit einfachen deutschen Sätzen auf den Tischen. Sechs ehrenamtliche Helfer sind gekommen: Studierende und Lehrerinnen, hauptsächlich Frauen. Die meisten seien zum ersten Mal da, sagt Eva König, die den Einsatz der Helfer bei „CampusAsyl“ koordiniert. Oft wüssten die Helfer nicht, mit welchen Schicksalen sie konfrontiert werden, mit welchen Voraussetzungen die Flüchtlinge zu dem Kurs kommen. „Manche sind gerade zwei, drei Tage da. Wirklich vorbereiten kann man sich da nicht“, sagt Eva, „wenn man wirklich alle unter einen Hut bringen möchte, geht das nur, wenn man improvisiert.“ 

    Sechs dicke Leitz-Ordner sind die Grundlage des Kurses, verstaut in einem Metallschrank im ersten Stock des Verwaltungsgebäudes der Einrichtung. „Wir haben sechs verschiedene Unterrichts-Einheiten entworfen, die alle drei Wochen wiederholt werden“, erklärt sie und zieht einen heraus. Es sind erste Wörter auf Deutsch, grundlegende Sätze, Begrüßungsformeln, wie „Ich heiße Eva, wie heißt du?“, die für die Flüchtlinge erste Bausteine für ein neues Leben sind.

    Im Speisesaal herrscht lautes Stimmengewirr, fröhlich, ausgelassen: die Erleichterung, endlich dem Krieg entkommen zu sein. Fast vierzig verschiedene Stimmen sprechen durcheinander, in mindestens vier verschiedenen Sprachen: deutsch, englisch, arabisch und albanisch. Mehr als deutsch und englisch können die ehrenamtlichen Deutschlehrerinnen aber auch nicht, erzählen sie. Einige haben sich vor dem Kurs noch eine Übersetzungs-App heruntergeladen. Andere erklären mit erst weit ausgestreckten, dann mit zusammengezogenen Armen, was „dick“ und „dünn“ bedeutet. Und wenn gar nichts hilft, tritt Hamid an den Tisch heran, begrüßt die Helfer mit einem zünftigen „Servus“, und übersetzt auf arabisch. „Reschbeckt“, sagt er dann auf bairisch, wenn er weiterhelfen konnte.

    Am schlimmsten ist das Warten

    Hamid möchte in Deutschland leben, arbeiten. In Damaskus habe er ein Internetcafé betrieben und Bekleidung verkauft. Das könne er sich auch hier vorstellen. Der Deutschkurs ist für ihn der erste Schritt in ein neues Leben, das Gummibärchen-Verteilen der Abschied vom alten. 

    Die Chancen als syrischer Flüchtling in Deutschland anerkannt zu werden, sind derzeit gut. Ganz im Gegensatz zu Flüchtlingen aus dem Balkan: die albanische Familie, die heute an einem der Tischgrüppchen hockt, sich gegenseitig Deutsch beibringt, hat kaum Chancen, hier bleiben zu können. Doch am schlimmsten ist das Warten, die Ungewissheit.

    Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge dauert die Bearbeitung eines Asylantrags derzeit im Durchschnitt 5,4 Monate, wie die „Welt“ schreibt. Eine Arbeitserlaubnis erfolgt daraus aber noch nicht; ein gestellter Asylantrag bedeutet zunächst einmal nicht mehr, als sich in Deutschland aufhalten zu dürfen: nach den drei Monaten Erstaufnahmeeinrichtung in einer der Gemeinschaftsunterkünfte bleiben zu dürfen. Und dort zu warten. Teilweise Monate. Jahre. So lange, bis die anfängliche Euphorie und Motivation der Frustration gewichen ist.

    „Viele haben klinisch diagnostizierte Depressionen“, sagt Eva über die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Grunewaldstraße in Regensburg. „Manchmal ist es schwer, die Leute dort zu erreichen.“ Auch dort bietet „CampusAsyl“ jeden Mittwoch einen Deutschkurs an. Was hier auffällt, ist die Stille. 59 Menschen wohnen derzeit in dem alten Hotel. Nur zwei sind zum Unterricht gekommen. Rêbîn (Name v. d. Redaktion geändert), ein Kurde aus dem Irak und Apti, ein Tschetschene. 

    Jahre später: Frust statt Euphorie

    Der Raum im Keller des alten Hotels erinnert an eine alte Wirtsstube. Roter Steinfußboden mit einfachen Ornamenten, dunkle Holzbalken an weißen Wänden. Stühle wie aus einer gemeinsamen Rumpelkammer eines italienischen Restaurants, einer Schule und eines bayerischen Wirtshauses. Es riecht alt, wie Möbel, die zu lange im Keller gestanden haben. „Nach Sofa“, sagt Maria Gut, die gemeinsam mit Judith Müller den Kurs betreut. Beide sind Studentinnen, Maria studiert Grundschullehramt, Judith Soziale Arbeit.

    Studentin Judith Müller über ihre Arbeit als ehrenamtliche Deutschlehrerin, den Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und ihre Wünsche für die deutsche Asylpolitik.
    von Christian Basl

    An der Stirnseite des Raums ist eine White-Board-Tafel angebracht, darüber hängt ein Zettel: „WICHTIG: Alles, was an der Tafel steht, muss auch ins Heft.“ Judith steht vor der Tafel, schreibt mit einem blauen Stift darauf Wörter, die zum Begriff „Grillparty“ passen.

    „Feuerzeug“, sagt Rêbîn und Judith schreibt es an die Tafel. Wenn Rêbîn deutsch spricht, knüllt er an den Arbeitsblättern, die vor ihm auf dem Tisch liegen. Er spricht leise, meistens in seine Hand hinein. Von der Euphorie und Erleichterung der Erstaufnahmeeinrichtung ist bei Rêbîn nichts zu spüren. 

    Das Datum, als er aus dem Irak nach Deutschland kam, weiß er genau: 12.12.2009, schreibt er auf einen Notizzettel, die einzelnen Zahlen je von rechts nach links. Er sei vor radikalen Islamisten geflohen. Er erzählt von Angriffen auf seine Stadt im Irak, dort, wo nun keine Menschen mehr leben würden, Bilder, die er nie mehr vergessen könne. 10.000 Dollar habe seine Flucht gekostet, zwölf Tage habe sie gedauert. Seitdem wartet er darauf, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Sie kommt nicht. Er könnte backen und kochen, sagt er, Pizza und Pasta würde er gerne machen. Stattdessen arbeitet er schwarz, geht jeden Tag zum Regensburger Hafen, um zu sehen, ob er sich etwas dazuverdienen kann, meist unter schlechten Arbeitsbedingungen, erzählt er. 

    Der Kampf mit langen Asylverfahren

    Er will deutsch lernen, deutsch sprechen können, um irgendwann eine Arbeit zu finden. Seit Mai besucht er den Deutschkurs von „CampusAsyl“. Wünsche oder Perspektiven für die Zukunft hat er nicht, sagt er. Aus ihm spricht der zähe Fluss deutscher Bürokratie, langer Asylanträge, mit dem auch Judith und Maria zu kämpfen haben: „Wir sind schon einmal durch die ganze Unterkunft gegangen, um für den Kurs zu werben. Wir hätten auch Mandalas zum Ausmalen für Kinder“, sagt Judith. Aber im Durchschnitt kämen gerade einmal vier. 

    Pro Jahr würde nur jedem sechsten Bewohner der Grunewaldstraße der Asylstatus anerkannt, sagt Erich Bauer, Hausmeister in der Unterkunft. Erst dann dürfen die Flüchtlinge einen offiziellen Sprachkurs machen. „Das verschleppt natürlich alles. Und das bei so motivierten Menschen“, sagt Eva. Sie wünscht sich, dass die Asylverfahren verkürzt werden, dass nicht die Ungewissheit überhand nehme über die Motivation, die Euphorie. 

    Wenn Eva von den langen Asylverfahren spricht, von motivierten Flüchtlingen und der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland, gerät sie in Rage. Hamid eilt herbei. Er stellt Eva einen kleinen, weißen Plastikbecher hin. Etwas Apfelsaft bei der Hitze. „You are here. You are my guest“, sagt er zu ihr. Er hat Hoffnung.
    • Kugelsicher
    Allgemeiner Lesesaal: Tische werden heute abgebaut

    Ohropax mitnehmen: Bis Ende September müssen Studenten im Allgemeinen Lesesaal mit Baulärm rechnen. Denn: Der Teppichboden wird ab Ende der Woche komplett ausgewechselt. Das teilt die Universität in einer aktuellen Pressemitteilung mit. 

    Die Tische zum Arbeiten im unteren Hauptraum werden heute komplett weggeräumt. Für drei bis vier Wochen müssen die Studenten daher mit rund 100 Arbeitsplätzen weniger auskommen. "Für die fehlenden Arbeitstische wird es keinen Ersatz geben", sagt Pressesprecherin Cordula Böll. Die Zeit für die Bauarbeiten sei bewusst so gewählt worden, da die Bibliothek im September weniger genutzt würde, so Böll.

    Die Tische zum Arbeiten werden abgebaut: Bis Ende September soll hier ein neuer Teppichboden verlegt werden. (Foto: Knobloch) 
    • Jung & Krumm
    Studenten sind .... dumm!

    Google weiß alles - auch, was die Nutzer der Suchmaschine über Studenten denken. Folgende sympathische Adjektive schlägt die Suchmaschine vor:


    Danke! Ich fühle mich geschmeichelt ...
    • Im Profil

    Gute Seelen an der Uni: Glasbläser Markus Lindner


    In unserer neuen Serie "Gute Seelen" wollen wir euch die Menschen vorstellen, ohne die ein Studium an der Uni undenkbar wäre: Vorlesungstechniker, Bibliotheksmitarbeiter oder Pförtner - Menschen, die im Hintergrund den Unibetrieb am Laufen halten. Teil eins der Serie: Markus Lindner, Werkstattleiter der hauseigenen Glasbläserei. (Musik des Beitrags: Fibonacci's Rabbits by annabloom und Parametaphoriquement by gmz featuring Morusque)

    Eine gute Seele an der Uni: Glasbläser Markus Lindner.
    von Christian Basl

    • Mach's selber
    Grillplätze in und um Regensburg

    Gerade raus aus der Bib und Lust auf einen Grillabend? Aber bloß nicht schon wieder auf der Jahninsel! Auf Mittelbayerische Maps findet ihr alle Grillplätze in und um Regensburg. Auf zu neuen Orten!

    Grillplätze in und um Regensburg: Hier könnt ihr bei Bratwurst oder Grillkartoffel einen lauen Sommerabend verbringen.
    von roland.jungbauer 8/12/2015 8:40:00 PM22:40

    von Christian Basl bearbeitet von roland.jungbauer 8/12/2015 3:36:24 PM
    • Kugelsicher

    Ab in die Heia zum defragmentieren!

    Habt ihr schon mal eine Nacht durchgelernt? Und bereitet euch die Prüfungszeit schlaflose Nächte? Eure Erfahrungen habt ihr uns in einer Umfrage erzählt.
    von Christian Basl

    Für
    viele Studenten haben die Semesterferien noch gar nicht begonnen - sie stecken immer noch tief in der Prüfungsphase. Statt die Nächte durchzufeiern nutzen viele die Zeit, um durchzupauken. Doch ist das sinnvoll? Oder lernt man doch eher im Schlaf? Wir haben bei euch und Prof. Michael Arzt vom Schlaflabor der Uniklinik nachgefragt.

    Kugelschreiber: Während der Prüfungszeit nutzen viele Studenten auch noch die Nächte, um sich auf Prüfungen vorzubereiten. Ist das denn sinnvoll?

    Prof. Michael Arzt: Schon vor 100 Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Schlaf erforderlich ist, um das gewonnene Wissen zu konsolidieren. Der Schlaf dient dazu, wichtiges von unwichtigem Wissen zu trennen. Ich vergleiche das gerne mit einer Festplattendefragmentierung: Im Schlaf wird alles, was tagsüber erlebt wurde, noch einmal durchgegangen und sondiert.

    Mehr als acht Stunden pro Tag zu lernen ist ohnehin nicht sinnvoll, weil der Prüfungsstoff nicht mehr behalten wird.

    Also stimmt der Mythos, dass man im Schlaf lernt?

    Dazu gibt es ein paar einfache Experimente, in denen sich zwei Probandengruppen verschiedene Wörter merken sollen.
    Die eine Gruppe darf schlafen, die andere nicht. Wenn die Wörter dann am nächsten Tag abgefragt werden, schneidet die schlaflose Gruppe schlechter ab als die andere. Aber man muss auch sagen: Nur mit Schlafen lernt man auch nicht.

    Wie viele Stunden Schlaf sind denn für den Prüfungserfolg sinnvoll?

    Der Schlafbedarf einer einzelnen Person ist sehr individuell. Die mittlere Schlafzeit beträgt 7,5 Stunden. Aber jeder muss für sich selbst rausfinden, wie viel Schlaf sinnvoll ist. Das kann zwischen fünf und zehn Stunden liegen. Es gilt die Faustregel: Der Mensch schläft dann ausreichend, wenn er sich am nächsten Tag erholt und wach fühlt.

    Die Lernzeit ist für die meisten Studenten sehr stressig.
    Prüfung folgt auf Prüfung, dazwischen der Stress, den ganzen Stoff zu wiederholen.
    Welche Auswirkungen hat das denn auf den gesunden Schlaf?

    Mit solchen Stresssituationen gehen die Menschen ganz verschieden um. Meistens hängt es vom Vorbereitungsstand ab, wie gut man schläft. Stresszustände bedingen aber, dass man schlechter einschläft, weil man die Probleme mit ins Bett nimmt und noch einmal durchwälzt.

    Wichtig ist, nicht bis tief in die Nacht hinein zu lernen und dann vom Schreibtisch direkt ins Bett zu gehen. Dann nimmt man die Probleme mit ins Bett. Man sollte davor eine Pause einlegen und sich bewegen. Eine solche Kombination von Schlaf und Sport ist für den Prüfungserfolg besonders zuträglich.

    Prof. Michael Arzt leitet das Schlaflabor am Universitätsklinikum. Foto: UKR

    Derzeit schwitzen die Studenten nicht nur wegen dem gewaltigen Prüfungsstoff, sondern auch wegen den tropischen Temperaturen. Und die Nächte sind auch nicht kälter. Wie wirkt sich das auf den Schlaf und den Prüfungserfolg aus?

    Das kennt eigentlich jeder: Bei Hitze ist man weniger leistungsfähig. Bei den derzeitigen Temperaturen ist das Denken gestört. Die Hitze führt auch zu Schlafstörungen, weil nicht die optimale Schlaftemperatur erreicht werden kann.

    Manche schlafen sogar im Winter mit dem offenen Fenster. Man könnte sagen, zwischen 18 und 21 Grad Raumtemperatur ist eine gute Schlaftemperatur. Aber 30 Grad in der Nacht liegen definitiv über der optimalen Schlaftemperatur.
    von Christian Basl bearbeitet von Kathrin Wieland 8/11/2015 11:54:45 AM
    • Mach's selber
    Vom Beet auf den Teller
    Hitzerekord jagt Hitzerekord. Temperaturen bis zu 40 Grad und kein Niederschlag - eigentlich schlechte Rahmenbedingungen für angehende Hobbygärtner. Trotzdem haben die Kugelschreiber heute, nach genau fünf Wochen des Gießens, Hegens und Pflegens, die ersten Früchte der urbanen Gärtnerei geerntet: einen Strauß roten Mangold. Vom Beet wandert das Vitamin-K-haltige Salatgewächs direkt auf den Teller - und wertet die Mensakost ungemein auf. Seht selbst:


    Weg ist er. Nach fünf Wochen ist der Mangold ausgewachsen und erntebereit.
    Durch starke Sonneneinstrahlung wurde die Pflanze schon etwas in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem sind die Blätter noch knackig und grün.
    Und siehe da: Schon wird aus einem durchschnittlichen Mensagulasch ein optisch und geschmacklich ansprechendes Mittagessen.
    Auch zu Gemüsecrêpes macht sich der Mangold gut.
    Komm schon, GurkeDie Pflanze wächst rasch, bis zur Ernte der Früchte wird es aber wohl noch ein wenig dauern.
     
     

    1 von  5


    von Bernhard Heckler bearbeitet von Kathrin Wieland 8/11/2015 11:51:15 AM
    • Jung & Krumm
    Niveau de Toilette

    Die Uni-Toiletten sind das, was die Hörsääle sein sollten: Ein Ort der Debatte. Innenansichten einer Akademikergeneration, die den SSV Jahn verehrt und kein gutes Haar am Kapitalismus lässt.

    Wer diese hehren Hallen betritt, bekommt mehr geboten als leidlich hygienische Sanitäranlagen: Ausschnitte aus der Gedankenwelt der Studierenden zieren in Graffiti-Form die Wände. 



    Arbeiten. Kaufen. Sterben. Der Mensch auf dem Fließband. Kapitalismuskritik, die subtile Variante. 


    Drei Klohäuser weiter: Die um Nuancen weniger subtile Kapitalismuskritik. 


    Generell sucht der feingeistige WC-Graffiti-Liebhaber vergebens nach rhetorischen Stilblüten. Die geneigten Toilet-Art-Künstler pflegen überwiegend eine Kultur der "Schnörkellosigkeit" (wohlmeinend). Die Sprache in den Toilettenkabinen ist oftmals so fäkal wie der Grund des Besuches.


    Antisemitismus gibt es auch in den Toilettenkabinen. Doch niemals unwidersprochen. 


    Auch die Space Invaders setzen ein Zeichen. 


    Klassiker der WC-Parolen, Teil 1. 


    Klassiker der WC-Parolen, Teil 2. Ausdruck eines differenzierten universitären Meinungsbildungsprozesses. 


    Insgesamt sind die Toilettenwände Orte der kontroversen Debatte, links und rechts stehen sich meist unversöhnlich gegenüber. Hier ist der Minimalkonsens aller Parteien zu sehen: die Liebe zum SSV. Viel Glück beim Wiederaufstieg, Jungs! 


    Was nirgends zu finden ist: Homophobie. Eine schöne Randnotiz!  
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Kathrin Wieland 8/7/2015 3:30:26 PM
    • Kugelsicher
    Boden offen vor PT

    Seit dem 22. Juli dürfen vor dem Eingang PT keine Fahrräder mehr abgestellt werden - jetzt ist auch klar warum: Hier wird das Pflaster komplett aufgerissen und saniert. Wie lange die Bauarbeiten noch andauern werden, ist bis jetzt nicht bekannt.

     
     

    1 von 3



    • Jung & Krumm

    ... und vermeiden Sie es, in die Besteckbox zu schwitzen! Mahlzeit.

    • Mach's selber
    Preisgünstig weg: Die Top 10 Reiseziele für Studenten

    Jedes Jahr kürt der Reiseführer "Lonely Planet" die Top 10 Reiseziele - auch unter der Kategorie "
    preisgünstig".
    In der Bildergalerie findet ihr Anregungen für euren nächsten Urlaub, den ihr auch mit einem kleinem Studentenbudget bezahlen könnt. (Achtung: Bei weiten Zielen den Flug schon ein gutes Jahr vorher buchen.)

    Samoa: Die Anreise auf die Insel ist etwas kompliziert - dafür erwartet den Besucher aber ein preisgünstiges Tropenparadies: einfache Strandhütten, geführt von einheimischen Familien, die mit alten Bussen erreicht werden. (Foto: Kronocide)
    Taiwan: Viele asiatische Großstädte sind inzwischen sehr teuer geworden - anders Tai Peh. Hier kann man noch günstig übernachten und dabei den Flair einer pulsierenden Großstadt erleben. (Foto: Peellden)
    Bali: Wie die meisten Inseln in Indonesien ist Bali immer noch relativ günstig zu bereisen - trotzdem ist die Insel völlig überlaufen. Wer sich aber für wenig Geld einen Roller ausleiht, um die Insel zu erkunden, kann grüne, palmengesäumte Vulkanlandschaften entdecken. Geheimtipp: das Tal Sidemen. (Foto: Basl)
    Tunesien: Trotz der politisch prekären Lage ist Tunesien ein lohnendes Reiseland. Hier können Reisende mit geringem Budget die nordafrikanische Großstadt Tunis oder auch ein Filmset von Star Wars kennen lernen. Aber auch ein entspannter Strandurlaub ist hier möglich. (Foto: Wotan)
    Uruguay: Wer Südamerika erleben möchte und wenig Reisebudget hat, der kann einen Trip durch Uruguay planen. An der Küste kann es in der Hochsaison teurer werden, im Vergleich ist Uruguay in Südamerika immer noch sehr günstig. (Foto: Casaseneleste)
    Südafrika: Hier können auch Studenten mit geringerem Budget aufregende Safaris erleben und mit günstigen Transportmitteln durch das Land reisen. Der Grund: Kursschwankungen machen das Reisen dort so günstig wie nie. (Foto: adjusted)
    Rumänien: Hier gibt es ehrwürdige Burgen, romantische mittelalterliche Dörfer und natürlich das Donaudelta - für Studenten, die zwischen Klausuren und Hausarbeiten nur eine Woche frei haben, das ideale Reiseziel. (Foto: Joe Mabel)
    Shanghai: Die Stadt boomt - trotzdem bleibt das Reisen für Rucksack-Touristen günstig. Hostels bekommt man unter acht Euro. (Foto: Carl Lovén)
    Portugal: Wer mehr als nur einen Strandurlaub auf Malle möchte, für den hält Portugal viel bereit: Lissabon ist der kulturelle Knotenpunkt des Landes und mit dem Flieger (Ryanair) günstig zu erreichen. (Foto: Ignatius Wahn)
    Burkina Faso: Lebhafte Märkte, gastfreundliche Einheimische und eine atemberaubende Felslandschaft: In Burkina Faso können Reisende mit wenig Geld Westafrika kennenlernen.  (Foto: Martin Grandjean)
     
     

    1 von 10



    von Christian Basl bearbeitet von Kathrin Wieland 8/4/2015 2:47:10 PM
    • Im Profil
    Auf Bali wird nie ein verrückter Amerikaner in Tennissocken einem Reiseführer hinterherrennen, der eine Stange hochhält.


    Angelika Hein arbeitet seit fünf Jahren im Reisebüro an der Universität Regensburg. Mit den Kugelschreibern hat sie über Abenteuer, Low-Budget-Reisen und die Zukunft von Reisebüros gesprochen.


    Angelika Hein hat auch schon Studenten in die Dominikanische Republik geschickt. Sie waren begeistert. (Foto: Basl)

    Können Sie uns günstige Reiseziele für Studenten verraten, die auf der Suche nach einem Abenteuer sind?

    Es ist so: Wer zu mir reinkommt und sagt “ich will etwas günstiges und billiges”, der kriegt auch was billiges. Reisen ist nun mal nicht billig, wenn man etwas Schönes haben will. Der Student, der ein Abenteuer erleben will, und sagt “Ich will einen kleinen Preis”, der soll nach Asien gehen! Es gibt auch den Studenten, der sagt: “Ich will gar nichts tun, ich will einfach eine Woche Hotel, ich will nicht viel Geld ausgeben.” Für den ist Ägypten ein tolles Reiseziel, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht.


    Gibt es Reiseziele, die noch nicht touristisch überlaufen sind?

    Nicht touristisch gibt es nicht! Diejenigen, die nichts Touristisches machen wollen, sollen daheim bleiben. Da ist es nicht touristisch! Diese geheimen Ziele, die ich noch vor 20 Jahren entdecken durfte, gibt es nicht mehr. Heute ist die ganze Welt offen, und von allen Reisezielen ist das, wo man noch am meisten “frei” ist, Asien. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut und beispielsweise Sri Lanka ist ein wunderbares Land zum Erkunden.

    Ist das Konzept der Individualreise also kommerzialisiert worden?


    Ja, durch die Globalisierung. Vor allem Bali: Bali boomt wie verrückt unter den Studenten. Dadurch, dass es dort seit kurzer Zeit eine Universität gibt, mit der Austausch möglich ist, hat sich sehr viel verändert. Bali ist nicht mehr das Land, das ich vor über 20 Jahren entdecken durfte. Es ist aber trotzdem immer noch eine Reise wert. Es wird nie so sein wie in Regensburg, wo irgendein Touristenführer eine Stange in der Hand hält und ein verrückter Amerikaner in weißen Tennissocken hinter ihm her rennt. Auch auf Mallorca gibt es Ecken, wo kaum jemand ist.


    Was sind die beliebtesten Reiseziele von Studenten hier an der Uni?

    Das ist total verschieden. Die beliebteste Station für Praktika vor oder während des Studiums ist Neuseeland. Wenn der Uni-Abschluss dann geschafft ist, heißt es oft: “So, jetzt muss ich mal nach Amerika.” Dieser Hype wird wohl immer bestehen bleiben, warum auch immer.


    Was ist ihr persönliches Lieblingsreiseziel?

    Bei mir persönlich steht Asien an oberster Stelle. Kambodscha ist ein wunderschönes Reisland. Das ist noch relativ unentdeckt. Auch eine Reise entlang des Mekong-Flusses ist fantastisch. Man fängt unten in Vietnam an und kämpft sich dann zu Fuß vor ins goldene Dreieck nach Laos. So eine Reise wird immer ein Abenteuer bleiben und für uns Europäer etwas ganz Besonderes.


    Mit welchem Budget muss ich rechnen, wenn ich in den Semesterferien drei Wochen Asien erleben möchte?

    Wenn man frühzeitig bucht, bekommt man Flüge für ungefähr 500 Euro. Frühzeitig bedeutet: ein Jahr im Voraus. Für 20 Euro bekommt man eine großartige Übernachtung. Auch für 5 Euro gibt es schon Betten, sofern man kein Problem damit hat, mit anderen Leuten in einem Zimmer zu schlafen. Zugreisen sind in Asien auch sehr günstig.


    Gibt es auch Studenten, die weniger weit weggehen?

    Innerhalb Deutschlands gibt es nicht wirklich Reisebuchungen. Aber Lissabon ist ein beliebtes Reiseziel, auch Italien. Dort gehen viele junge Leute wandern.


    Gehen junge Menschen eigentlich überhaupt noch in Reisebüros oder buchen sie gleich auf eigene Faust im Internet?


    Last-Minute-Angebote gibt es natürlich, die werden auch oft gebucht. Dann stellen die Leute jedoch fest, dass sie effektiv zwei Urlaubstage weniger haben, weil die Anreise oft sehr spät und die Abreise oft sehr früh erfolgt. In Reisebüros werden sie eingehend beraten und nutzen dieses Angebot auch häufig, besonders wenn sie von Internetbuchungen bereits enttäuscht wurden. Insofern geht der Trend meiner Meinung nach zurück ins Reisebüro.

    von Bernhard Heckler bearbeitet von Kathrin Wieland 8/4/2015 1:56:51 PM
    • Im Profil

    Die Prüfungen sind rum, die Semesterferien haben begonnen: Endlich Freizeit! Ab in den Urlaub? Nicht für jeden. Ihr habt uns erzählt, was eure Pläne und Wünsche für die Semesterferien sind - und warum bei manchen ein Cocktail unter Palmen dem Kaffee unter der Zimmerpflanze weichen muss.

    • Zur Debatte

    Für wen sich eine Promotion lohnt

    Mittelbayerische ZeitungEine Doktorarbeit zu schreiben kostet Zeit und Nerven. Promovierte verdienen dafür später mehr und sind seltener arbeitslos.
    • Im Profil


    Arrivederci - Auf Wiedersehen

    1975 wurde die Uni-Pizzeria eröffnet - am 31.12.2015 stellt sie nun ihren Betrieb endgültig ein. 

    Eine Ära geht zu Ende: Nach 40 Jahren stellt die Uni-Pizzeria zum Ende des Jahres ihren Betrieb ein. Die Hintergründe könnt ihr im MZ-Portrait nachlesen. Im Kugelschreiber-Interview erzählen Studierende, was sie mit dem Italiener verbinden - und Mitarbeiter verraten, wie es für sie weitergeht.

    Francesco arbeitet  an dem Segafredo-Stand im Audimax-Gebäude. Hier serviert er seinen Gästen seit fast zwei Jahren Café in Barista-Qualität. Zum Ende des Jahres stellt der Stand zusammen mit dem Restaurant den Betrieb ein.

    Der Segafredo-Stand im Audimax-Gebäude gehört zur Uni-Pizzeria. Er stellt zum Ende des Jahres zusammen mit dem Restaurant den Betrieb ein. 
    Jeder zehnte Kaffee war gratis - 40 Jahre lang. 
     
     

    1 von 2


    Lieber Francesco, wie geht es für dich jetzt weiter?

    Davide ist der Sohn des Gründers der Uni-Pizzeria. Er ist mit dem Restaurant aufgewachsen, nun orientiert er sich neu und eröffnet ein Restaurant in der Regensburger Altstadt. 

    Lieber Davide, hast du einen Abschiedsgruß für die Studierenden?

    Im Jahr 2016 wird das Gebäude generalsaniert, ab 2017 löst das italienische Restaurant "Unikat" die Uni-Pizzeria ab.

    von Bernhard Heckler bearbeitet von Kathrin Wieland 7/28/2015 4:08:50 PM
    • Mach's selber

    Es wächst und gedeiht


    Die Landgurken treiben bereits aus. Die Pflanzen sind pflegeleicht, gelegentliches Gießen genügt. 
    Das Kugelschreiber-Beet aus der Vogelperspektive. Mangold und Landgurken gedeihen bereits, während die Strauchtomaten in der Mitte noch etwas auf sich warten lassen. 
    Der rote Mangold wächst schnell. Er ist aromaintensiv und sowohl als Salat als auch im gekochten Zustand ein Genuss. 
     
     

    1 von 3

    • Zur Debatte

    Der Sturm gegen 25 Euro

    Seit Monaten wettern Studentenvertreter gegen den im Sommersemester eingeführten Auslagenersatz für Sprachkurse. Jetzt bekommen sie Unterstützung von der SPD-Landtagsabgeordneten Margit Wild – doch der Vizepräsident der Uni lässt die Argumente der Auslagenersatz-Gegner nicht gelten.

    25 Euro müssen Studenten der Uni Regensburg seit dem Sommersemester für einen zweistündigen Sprachkurs bezahlen. (Foto: Knobloch) 

    Der Sprecherrat der Uni Regensburg echauffiert sich, wettert seit Januar 2015 gegen die Universitätsleitung. Eine privat initiierte Petition ringt um Unterstützer, über 400 Personen aus ganz Deutschland haben schon unterschrieben. Jetzt hat sich auch die Landtagsabgeordnete Margit Wild (SPD) öffentlich geäußert. Der Anlass: 25 Euro – der im Sommersemester eingeführte Auslagenersatz. Seitdem müssen Studenten, wenn sie einen zweistündigen Sprachkurs belegen wollen, die umstrittene Summe bezahlen.

    „Die Universitätsleitung muss sich überlegen, ob sie in Kauf nehmen will, dass die Anmeldungen für die Kurse weiter sinken“, sagt Margit Wild im Kugelschreiber-Interview. Denn: Im Sommersemester haben sich nur noch gut 3000 Studenten um einen Platz in einem Sprachkurs beworben – im Wintersemester zuvor waren es noch knapp 6000. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten an das Kultusministerium hervor. Die gesunkene Nachfrage ist für Wild ein Anzeichen dafür, dass der Auslagenersatz eine Hürde für Studenten mit sozial schwächerem Hintergrund sein könnte. „Falls die Nachfrage weiter zurückgeht, wäre es an der Zeit, die Gebühren noch einmal zu überdenken“, sagt sie.

    "Bildung sollte nicht von finanziellen Ressourcen abhängig sein!"

    Damit stellt sich Wild auf die Seite des Sprecherrats der Uni, der schon im Januar in einer Pressemitteilung die Abschaffung des Auslagenersatzes forderte. Yasmin Hopp von der Bunten Liste begründet: „Bildung sollte nicht von finanziellen Ressourcen abhängig sein – das ist ein hohes Gut, zu dem keinem der Zugang verwehrt werden sollte.“ Auch sie sieht den Auslagenersatz als Hürde – als hinterrücks wieder eingeführte Bildungsgebühren. Der Sprecherrat wirbt deshalb für eine derzeit laufende Petition zur Abschaffung des Auslagenersatzes, gerichtet an die Universitätsleitung. 500 Unterstützer braucht die Petition aus Regensburg – von den bundesweit 400 Unterstützern sind das aktuell schon 239.

    Der Vizepräsident der Universität, Nikolaus Korber, lässt das Hürden-Argument indes nicht gelten: „Die Kurse sind immer noch drastisch überbucht – kann man da überhaupt von einem gravierendem Rückgang sprechen?“  Er erklärt sich die gesunkenen Anmeldezahlen anders: „Jetzt wählen die Studierenden einfach gezielter. Der Auslagenersatz ist ein Regulierungsmechanismus, den wir vorher nicht hatten.“ Vor der Einführung des Auslagenersatzes hätten sich Studierende einfach für viele Kurse auf einmal beworben – mit den 25 Euro würden sie sich jede Anmeldung noch einmal überlegen. „Aber einen Protest gegen den Auslagenersatz kann ich dahinter nicht erkennen“, sagt er.

    "Das Sprachkursangebot wird weiter sinken."

    Korber wehrt sich auch strikt dagegen, den Auslagenersatz „Sprachkursgebühr“ zu nennen. „Unser Ziel war es, die Angebote so gut wie möglich zu erhalten.“ Denn: 2013 versiegten die bisherigen Finanzierungsquellen der Sprachkurse allmählich. Die Überschüsse aus den abgeschafften Studiengebühren waren aufgebraucht und die Kompensationsgelder wurden zugunsten der Fakultäten umverteilt. Die Folge: Zahlreiche Sprachkurse wurden gestrichen. Ebenso waren die Gelder aus der Ausbauplanung – ein Finanzierungsprogramm des Landes zum Auffangen des doppelten Abiturjahrgangs – Anfang 2014 zurückgegangen. Also suchte die Universitätsleitung nach anderen Möglichkeiten, die Sprachkurse zu finanzieren: den Auslagenersatz. 

    52.000 Euro sind allein in diesem Semester dadurch eingenommen worden, und bis zum Ende des Semesters sollen noch weitere 12.000 Euro dazukommen. Damit werde die Infrastruktur der Kurse, also Lehrmaterialien, finanziert, so Korber. „Der Auslagenersatz ist ein Beitrag für die Möglichkeit, die Sprachkurse zu erhalten. Es war nicht das Ziel, das Sprachkursangebot zu erhöhen“, sagt Korber. „Im Gegenteil: Das Angebot an Sprachkursen wird sogar weiter sinken.

    Denn: Während im Wintersemester 2014/15 noch 178 Kurse angeboten wurden, waren es im Sommersemester nur noch 142. Für Yasmin Hopp ein klares Argument gegen den Auslagenersatz: „Das führt die Sprachkursgebühr doch ad absurdum“, wettert sie. „Der Geldmangel der Universität sollte nicht an die Studierenden weitergeleitet werden, sondern an den Freistaat.“ Doch selbst die Petition richtet sich nicht an den Freistaat, sondern gegen die Universitätsleitung – ebenfalls die falsche Adresse? Nein, sagt Yasmin Hopp, denn die Universitätsleitung habe wesentlich mehr Mittel, um vom Freistaat mehr Geld einzufordern. 

    „Es geht darum, ein Zeichen zu setzen.“

    Dass der Auslagenersatz bei einem Erfolg der Petition abgeschafft würde, könne sich weder Yasmin Hopp noch Margit Wild vorstellen. „Wichtig ist, den Auslagenersatz in der Universitätsleitung zu thematisieren“, sagt die Landtagsabgeordnete. Für Yasmin Hopp geht es auch mehr darum, ein Zeichen zu setzen. „Es besteht ja auch die Gefahr, dass dieser Auslagenersatz ein Türöffner für weitere Kursgebühren ist“, warnt sie. 

    Korber kann das jedoch nicht bestätigen: Ihm sei nicht bekannt, dass in Zukunft Gebühren für Zusatzkurse geplant seien. Er versteht den Trubel um den Auslagenersatz nicht: „Andere Unis würden sich totlachen, wenn sie von dem geringen Beitrag hören würden“, sagt er. Allerdings sieht er nur eine Alternative, sollte der Auslagenersatz abgeschafft werden: eine massive Begrenzung des Sprachkursangebots. Immerhin werden im Wintersemester wieder mehr Sprachkurse angeboten: 147 statt 142.
Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht