Die Kugelschreiber

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Sonntag, 6. November 2016 7

Die Kugelschreiber Live

Alles rund um die Kugel am Regensburger Campus: Im MZ-Studenten-Blog berichten Studierende über aktuelle Ereignisse an den Regensburger Hochschulen, den täglichen Uni-Wahnsinn und das studentische Leben in der Domstadt.

    • Jung & Krumm

    Sommerurlaub in Regensburg

    Ein knappes Budget, Praktikum, Ferienarbeit: Es gibt viele Gründe, warum einige Studierende in den Semesterferien in ihrer Studentenstadt bleiben. Andere wiederum fahren jeden Sommer in den Urlaub. Lohnt sich das überhaupt, wenn man in der "nördlichsten Stadt Italiens" wohnt? 
     
     
    Ob Sandstrand, Kieselstrand oder Wiese - der "Guggi" ist während der Badesaison täglich von 6 bis 23 Uhr geöffnet. Hier kann man baden, grillen, surfen, im Strandkorb lesen oder einfach nur entspannen - und zwar umsonst! 
     
    Noch mehr Strand bietet der 0941 Beach an der Donau. In Strandkörben, -betten und auf Liegestühlen kann man den Sand wortwörtlich zwischen den Zehen spüren. Dazu ein erfrischendes Getränk, eine gute Mahlzeit und Musik.
     
    Wer plantschen, rutschen, springen und Bahnen schwimmen will, ist im RT-Bad genau richtig. Studierende zahlen bei Vorlage eines gültigen Studentenausweises nur 2 Euro Eintritt und dürfen mit einem Einzelticket den ganzen Tag (von 9 bis 20 Uhr) im Freibad bleiben. Natürlich gibt es am Kiosk auch die obligatorische Portion Pommes. Da werden Kindheitserinnerungen wach!
     
    In Regensburg kann man sich nicht nur im Freibad oder im See abkühlen, auch die Donau ist an bestimmten Stellen zum Baden geeignet. Biologen und Hydrologen beschreiben die Wasserqualität als "gut oder mäßig". Wem das zu wenig ist, der kann auf der Jahninsel grillen und den Gitarrenklängen lauschen.
     
    Eines der schönsten Dinge am Sommer ist die Biergartenzeit. Bei einer ordentlichen Brotzeit, Würstl mit Kraut oder Steckerlfisch lässt es sich unter den gigantischen Bäumen gut aushalten. Wer weder frisch gebrautes Bier aus der Region mag, noch Fleischesser ist, kann auf Obazda und alkoholfreie Getränke zurückgreifen.
     
    Die letzte Station eines perfekten Sommertages in Regensburg ist der Bismarckplatz, wo zur warmen Jahreszeit mehr Studenten sind als in der Uni. Beim gemütlichen Beisammensitzen am Brunnen oder an den Tischen der Alten Filmbühne bietet das Stenz eine süße Abkühlung. Wer will da noch nach Italien?
     
    Und wo verbringen die Regensburger Studierenden ihre Semesterferien?
    • Jung & Krumm

    Kann man Schreiben eigentlich lernen?

     
    Ein Jahr lang dauert das Seminar „Schreibwerkstatt“. Prof. Dr. Jürgen Daiber wählt aus bis zu 25 Bewerbungen fünf oder sechs Studierende aus, mit denen er dann ein Jahr lang gemeinsam das literarische Schreiben übt. Der Kugelschreiber war bei der Abschlusslesung.
     
    Zum Abschluss liest Franziska Stöckinger ihren Text vor. Zuvor hatten Franziska Reng, Bernhard Heckler, Lukas Wutke und Lia Neumaier ihre Texte zum Besten gegeben. Foto: Tilman Leicht
     
    Wie lässt man sich denn nun von der Muse küssen? „Da gibt es kein Geheimrezept“, sagt Daiber. Manche Künstler hätten Benzol geschnüffelt, andere schrieben nur aus dem Bett. Viele tranken Alkohol, manche zu viel. Einige rauchten gar Opium. „Ein Talent fürs Schreiben erkenne ich an der Empathiefähigkeit einer Person.“ Wenn seine Schüler bei den Schreibübungen abdriften, hält Daiber ein Schild hoch. Ein Zitat von Henry James steht darauf: „Show, not tell.“ Die „Bildlichkeit der Sprache“ sei ungemein wichtig für ein gutes literarisches Werk, sagt der Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Uni Regensburg.
     
    Der Kunstverein GRAZ stellte der Schreibwerkstatt seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Foto: Tilman Leicht
     
    In Bayern gibt es an allen Hochschulen eine „Schreibwerkstatt“. Man kann sich zudem noch bei der Bayerischen Akademie des Schreibens bewerben. Hier wird dann das Schreiben nochmal in mehreren Wochenendkursen lang vertieft behandelt.
     
    Ein Clown, der seine Ex-Freundin zur Ex-Ex-Freundin macht
     
    In einem Hinterhof der Schäffnerstraße, in den Räumen des Kunstverein Graz, lesen die fünf „Auserwählten“ ihre Texte vor. Gut 80 Leute sind gekommen um Franziska Reng, Bernhard Heckler, Lukas Wutke, Lia Neumaier und Franziska Stöckinger zuzuhören. Zehn bis fünfzehn Minuten ist eine Kurzgeschichte lang (oder kurz). Thema: Schwarz-Weiß. Das ist weit gefasst und so erzählen die Autoren auch die unterschiedlichsten Geschichten. Ein Clown, der zwischen Beruf und Berufung steht und dem am Ende nicht viel von seinen Träumen bleibt. Eine Geschichte von Eifersucht und Heirat, in der ein Rasiermesser eine tragende Rolle spielt. Ein Ritter, der, gefangen in einem Käfig, anfängt mit seiner Freundin zu diskutieren. Sie fragt ihn unablässig: „Findest du mich hübsch?“
     
    Kann man Schreiben denn jetzt lernen? Da hält es sich wohl so wie mit der Frage der Freundin des Ritters im Käfig. Ein Stück weit ist es Talent. Der Rest liegt im Auge des Betrachters. 
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 7/21/2016 3:08:58 PM
    • Hörsaal

    Meine erste Monique Haber

     
    Letzte Woche hat das Institut für Kunstgeschichte ein fiktives Auktionshaus ausgerichtet. Dabei wurden Werke der Klassischen Moderne und Zeitgenössisches, unter anderem von Regensburger Künstlern, hypothetisch zum Verkauf angeboten. Dem Budget waren keine Grenzen gesetzt.
     
    Auktionator Christoph Härtl führt die rund vierzig Anwesenden durch den Abend. Foto: Leicht
     
    Was für eine skurrile Vorstellung, dass gerade ich an einer fiktiven Kunstauktion teilnehme. Ich, 20 Jahre jung, Student, eher wenig mit Kunst am Hut. In der Schule habe ich mal 300 Künstler und die dazugehörigen Bilder auswendig lernen müssen. Seitdem ist es kompliziert mit uns, mit der Kunst und mir.
    Nun stehe ich also hier, in H26 im Vielberth-Gebäude der Uni, und bekomme die Bieterkarte mit der Nummer fünf in die Hände gedrückt. Verstohlen genehmige ich mir eines von den Häppchen, die auf den Tischen stehen und nippe an meinem Glas Orangensaft. Lounge-Musik aus der Decke, Gemurmel von den Seiten. Junge Leute betrachten in schicken Kleidern und Jacketts die Staffeleien. Dr. Benno Lehmann, Leiter der Auktion und des Seminars „Einführung in den Kunstmarkt“, tritt an das das Mikrofon. Werke regionaler Künstler, Zeitgenössische Kunst, Plastiken und Fotografien stehen zur Auktion.
     
    „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten…“
     
    Das erste Bild geht für 2300 Euro an die Bieterin mit der Nummer 17. Die 40 Leute im Saal werden munter, denn wer will das nicht mal gemacht haben, so ein Bild für mehr als zwei Riesen ersteigern. Der Beamer wirft eine Bilderreihe von der Regensburger Künstlerin Monique Haber an die Wand. Vor meinem inneren Auge sehe ich ihn über meiner Couch hängen. Der würde sich gut machen über meiner Couch, dieser Schwarz-Weiß-Druck.
     
    „Wer bietet mehr als 400 Euro“, fragt Auktionator (und Student der Kunstgeschichte) Christoph Härtl. „450? Der Bieter mit der Nummer fünf—und nickt mir zu. Voller Stolz senke ich meine Karte und muss grinsen. „Wir haben ein Angebot über unsere Telefonleitung: 500€.“ Bitte was?! Da will mir doch tatsächlich jemand den Rang ablaufen – übers Telefon – bei einer fiktiven Kunstauktion. Das lasse ich nicht auf mir sitzen und strecke meine Karte empor: 550€. Keine Rückmeldung vom anderen Ende der Leitung. „Zum ersten, zum zweiten…“, klingt es in meinen Ohren, als mein Höhenflug jäh unterbrochen wird. „600€ hier vorne!“ Entsetzt drehe ich meinen Kopf und blicke geradewegs in das freche Lächeln einer hübschen Frau. „Zum ersten…“, tönt es von vorne und ich reiße meine Karte nach oben. So geht das Spiel eine Weile, und erstaunlich schnell sind wir bei 1000€ angekommen. Das lasse ich mir nicht nehmen, selbst wenn ich Monique Haber über Nacht zur fiktiven Millionärin machen muss. „1050€. Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten verkauft an den Bieter mit der Nummer fünf.“
     
    Fast besser als ein EM-Finale so eine Bilderreihe für 1050 Euro zu ersteigern—was man als Student an einem Donnerstagabend halt so macht. Vielleicht wird es ja doch noch was mit der Kunst und mir. Und dem nötigen Kleingeld.
     
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 7/10/2016 2:25:05 PM
    • Kugelsicher

    Kunsthändler für einen Abend

     
    Heute Abend, am Donnerstag 30.6., veranstalten Studierende der Kunstgeschichte unter der Leitung von Dr. Benno Lehmann ein fiktives Kunsthaus. Von 18 bis 22 Uhr werden in H 26 (Vielberth-Gebäude) zeitgenössische Arbeiten und Werke der Klassischen Moderne von Regensburger KünstlerInnen hypothetisch zur Versteigerung angeboten. Die Bieterinnen und Bieter erhalten fiktive Budgets, der Eintritt ist frei und die interessierte Öfrfentlichkeit herzlich eingeladen.
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/30/2016 10:00:50 AM
    • Kugelsicher

    ERASMUS man mal gemacht haben!

     
    Das Studium begonnen, jetzt geht’s los! So viel Zeit und Raum vor sich und gespannt mit was sich diese Hülle füllen wird. Doch nach anderthalb Jahren, drei Semestern, da ist es bereits vorbei—zur Hälfte. Vielen stellt sich die Frage: Was ist eigentlich aus meinem erträumten Auslandssemester geworden? Nicht so schlimm, im Master geht es ja auch noch. Oder nach der Uni nochmal reisen...
     
    Was ist eigentlich ERASMUS? Gibt es Auslands-Bafög? Diese Fragen beantwortet das International Office. Foto: Uni Regensburg
     

    Es ist erklärtes Ziel des Bildungsministeriums und der Hochschulen 50 % aller Studierenden einen Semesterplatz an einer ausländischen Hochschule zu verschaffen. Dafür wurden die Ausländische Ämter an den Hochschulen eingerichtet, wie z.B. das International Office (IO) an der Uni Regensburg. Viele Studierende werden das IO in ihrer Studienzeit nie betreten und nicht ins Ausland gehen. Wegen der Liebe, wegen dem Anrechnen der Credits, wegen unzureichenden Sprachkenntnissen (nicht jeder will in ein englischsprachiges Land und spricht eine weitere Fremdsprache). Wer das Projekt Auslandsstudium doch wagt, der wird sich noch oft mit Fragen vor den gelben Türen des IO wiederfinden.

    Wer hier fragt, warum ins Ausland, dem wird entgegnet: „Warum eigentlich nicht?“
     
    Das Angebot des IO ist groß. Es wird denen geholfen, die ins Ausland gehen wollen, die aus dem Ausland kommen, die aus der Heimat geflüchtet sind und studieren wollen, die ein Praktikumsplatz im Ausland suchen, die Deutsch lernen wollen, die im Ausland eine neue Sprache lernen wollen.
    Wer sich dazu entscheidet (wie auch der Autor dieses Artikels) im Ausland zu studieren, der kann an 280 Partnerhochschulen der Uni Regensburg studieren. In Asien, Australien, Europa, Nord- und Südamerika. Sydney, Melbourne, Bali, London, Madrid, Santiago de Chile, Arizona, Boston. Welche Universität in welchem Land für den eigenen Studiengang in Frage kommt, erfahren Interessierte über Infoveranstaltungen, Broschüren, oder auch die Suchmaschine, die zurzeit aber offline ist und im Oktober 2016 in neuem Design wieder online geht. Außerdem gibt es auch die Infothek. Dort warten Erfahrungsberichte und Eindrücke aus dem (akademischen) Leben im Ausland.
     
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/29/2016 9:43:51 AM
    • Jung & Krumm

    Hier lässt sich das Sommerwetter aushalten

     
    Foto: dpa
    Die schönsten Grill- und Badeplätze Regensburgs. Foto: dpa
     
    Da ist er (hoffentlich), der Sommer. Pünktlich zur Prüfungsphase und Seminararbeitsfristen knallt die Sonne auf die gut gefüllte Donau und die Universität. Bei über 30 Grad versuchen sich die armen Seelen, im Lesesaal hockend, das prüfungsrelevante Wissen zwischen die Hirnlappen zu pressen. Wer sich dann am Abend nicht auf dem Bismarckplatz garen lassen möchte, geht noch an die Donau. Hier läuft man dann nur Gefahr auf zwei Kilometern Flusspromenade keinen Sitzplatz mehr zu ergattern. Auf Mittelbayerische Maps haben wir die schönsten Grill- und Badeplätze in und um Regensburg verzeichnet. Etwas Ablenkung zwischen Lernstress, Brexit-Referendum und den Gedanken an den möglichen Viertelfinalgegner der "Mannschaft" (Spanien oder Italien) wird sicherlich niemandem wehtun.

    Hier darf gebrutzelt und gebadet werden

    Über 30 Grad verspricht der Wetterbericht: Auf Mittelbayerische Maps findet Ihr Grill- und Badeplätze in und um Regensburg.
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/23/2016 9:17:31 AM
    • Kugelsicher

    Die vorläufigen Ergebnisse der Hochschulwahlen

    Der Studentenfunk hat die vorläufigen Ergebnisse verkündet. Die Bunte Liste bleibt stärkste Kraft, der Neuling "Die Partei" sitzt kommendes Jahr im Konvent. Die Bunte Liste erhält zwei Plätze im Senat, der RCDS und die Jusos jeweils einen. Im Konvent erhält die Bunte Liste acht Sitze, die Jusos sechs und der RCDS fünf. Die "Partei" erhält drei Plätze. Die Wahlbeteilgung war im Vergleich zum Vorjahr 1,5 Prozent höher und lag bei 13 Prozent.
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/16/2016 11:45:23 AM
    • Zur Debatte

    Protest unter Studierenden

    „Werner J. Patzelt ergreift regelmäßig Partei für Rechtspopulist*innen. Er schürt Ressentiments gegen Muslim*innen.“, sagt der Studentische Sprecher*innenrat der Universität Regensburg in einem offenen Brief, den zwölf weitere studentische Gruppen unterstützen. Nun ist Werner Patzelt immerhin renommierter Politikwissenschaftler und Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität Dresden; er tritt regelmäßig in Talkshows auf. Wie kommt es also zu dem Widerstand in der Regensburger Studierendenschaft?

    Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt. Foto: dpa
     

    „Gauland ist kein Rassist“

    Patzelt, von der Fachschaft Politikwissenschaft eingeladen, hält am 15. Juni einen Vortrag zum Thema „Gewalt & Politik“. Der Politikprofessor plädiert seit dem Aufkommen der PEGIDA-Bewegung in Dresden dafür die Ängste der Demonstranten ernst zu nehmen. Einige seiner Kollegen an der TU Dresden distanzierten sich daraufhin von seinen Aussagen und warfen Patzelt vor, er sei in der Debatte mehr politischer Akteur denn Wissenschaftler. Vor kurzem sorgte der Politikwissenschaftler aus Passau dann erneut für Aufsehen. Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hatte in einem Interview mit der FAZ (FAS) Jerome Boateng, den Abwehrchef der deutschen Nationalmannschaft beleidigt. „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Gauland erklärte sich einige Tage später in der Talkshow von Anne Will, in der auch Werner Patzelt saß. Als Anne Will Patzelt fragte, ob Herr Gauland ein Rassist sei, verneinte er dies mit der Begründung Gauland habe nur die Position einiger Leute wiedergegeben. 

    „Muslime gehören zu Deutschland“

    Vier Tage nach dieser Talkshow, am 9. Juni 2016, veröffentlicht der Sprecher*innenrat der Universität Regensburg den offenen Brief und kritisiert die Einladung der Fachschaft Politikwissenschaft, die auch nach mehrmaligen Anfragen der Kugelschreiber nicht reagierte. Die Kritiker, unter anderem das „festival contre la racisme“ und die Fachschaft Philosophie, werfen dem Dresdner Professor vor, Sympathien für rechte Bewegungen zu hegen. Der sagt: „Ich plädiere dafür die Sorgen der Leute ernst zu nehmen. Ich befinde es für schlecht, wenn sich rechts von der Union eine politisch nennenswerte Partei etabliert.“ Die Kritik geht weiter. Patzelt schüre Vorurteile gegen Muslime. „Es stimmt auch nicht, dass ich Ressentiments gegen Muslime schüre. Muslime gehören zu Deutschland und wir müssen den Islam an unsere freiheitlich demokratische Grundordnung anpassen, z.B. durch islamischen Religionsunterricht.“, verteidigt sich Patzelt und verweist auf seine Internet-Seite. Im Brief heißt es weiter: „Patzelt ist in der gesamten Pegida-Debatte mehr politischer Akteur denn Wissenschaftler.“ Diese Kritik äußerten auch Studierende und Angestellte des Lehrstuhls für Politikwissenschaft an der TU Dresden. Patzelt entgegnet: „Ich habe mich mit allen damals vorgebrachten Kritikpunkten auseinandergesetzt, doch bis heute keine Antwort erhalten.“

    Der Vortrag ist am Mittwoch, den 15. Juni 2016 um 18 Uhr in H10.

     

    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/15/2016 10:09:30 AM
  • Geh' wählen!

    Am morgigen Dienstag sind Hochschulwahlen. Die Universität fordert in einer Rundmail vom Montagmorgen zum Urnengang. "In den letzten Jahren lag die Wahlbeteiligung auf einem, für eine Universität in einem demokratischen Land, erschreckend niedrigen Niveau." Und es würde sich für die Studierenden lohnen, wenn sie ihr Stimmrecht wahrnehmen würden. In Bayern ist eine verfasste Studierendenschaft nach wie vor gesetzlich nicht festgelegt. Ganz anders als in den anderen Bundesländern. Das schmälert die Position und das Gewicht bayerischer Studierender und erschwert es der studentischen Vertretung im Senat die eigenen Interessen durchzusetzen, was wiederum zur Frustration bei den Studierenden führt. Ein Teufelskreis, der nur mit einer höheren Wahlbeteiligung zu durchbrechen ist. 
     
    Wo kann ich wählen?
    -Philosophikum, Gebäude PT, Großer Sitzungssaal, Zi.Nr. 3.0.79
    -Recht und Wirtschaft, Gebäude R+W, Zi.Nr. 101
    -Naturwissenschaften, Gebäude Physik, Zi.Nr. 5.0.21
    -Klinikum, Geb. Klinikum, Bauteil D2, Raum 2.33, Konferenzraum, Studiendekanat
     
    Wie wähle ich richtig?
    "Ihr könnt im Wahllokal auf die Kandidierenden für den Konvent 22, auf die für den Senat jeweils 4 Stimmen verteilen. Um die Stimmen zu verteilen, könnt ihr oben auf der Liste ein Listenkreu machen, dadurch werden eure Stimmen gleichmäßig auf der Liste verteilt. Darüber hinaus könnt ihr die Stimmen aber auch einzeln auf der Liste verteilen und sogar einzelnen Kandidierenden bis zu 3 Stimmen geben. Dabei ist sehr wichtig, dass ihr eure Stimmen nur auf einer Liste verteilen könnt. Das heißt ihr könnt zwar beispielsweise beim Senat Liste A und im Konvent Liste B wählen, müsst euch aber bei den einzelnen Stimmzetteln für Senat und Kovent jeweils für eine Liste entscheiden (nicht panaschieren). Man kann also z.B. nicht auf dem Stimmzettel für den Konvent die  Kandidierenden von Liste A und B gemischt wählen, ansonsten wird der Stimmzettel ungültig." - Auszug aus der Rundmail der UR 
     
    Wen wähle ich?
    Du weißt noch nicht, welche Parteien deine Interessen vertreten? Hier geht's zum Regensburger Wahlomat.
     

     

    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/13/2016 8:32:02 AM
  • Ein Wahlomat für die Hochschulwahlen

    Am 14.6. sind Hochschulwahlen an der Uni. In den letzten Jahren lag die Wahlbeteiligung immer zwischen 10 und 15 Prozent. Zu niedrig, findet Michael Schweiger, und entwickelt zusammen mit dem Sprecher*Innenrat und dem Programmierer Sven Zemanek den Wahlomat für die Hochschulwahlen der Uni Regensburg. Ein Wahlomat soll der/dem Wählenden helfen, seine Interessen und Präferenzen mit denen der Parteien bzw. Hochschulgruppen zu vergleichen. Michael, der im Erststudium Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie studiert hat, studiert nun Medieninformatik und Informationswissenschaft und steht selbst auf Listenplatz sechs der Hochschulgruppe "Bunte.Liste". "An anderen Unis gibt es schon länger Wahlomaten. Hoffentlich können wir die Studierenden überzeugen am nächsten Dienstag an die Wahlurne zu gehen!"
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/12/2016 5:00:56 AM
    • Jung & Krumm

    Das Studium eingetütet

    Die Studentin Carolin Bauer und ihre selbst designte Einkaufstüte.
     
    Carolin Bauer studiert Architektur an der OTH, parallel absolviert sie ein Masterstudium an der Akademie der Bildenden Künste in München. Den Industriedesign-Bachelor der OTH hat sie schon in der Tasche. Apropos Tasche: Vor einigen Wochen wurde sie gefragt, ob sie nicht Lust hätte eine Einkaufstasche für ihre Heimatstadt Kelheim zu entwerfen. Wie lange die Kelheimerin gebraucht hat und wie die Tasche aussieht, das lest Ihr im Artikel von MZ-Redakteurin Elfi Bachmeier-Fausten.
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/9/2016 10:15:50 AM
  • Das Campusfest 2016

     

    Am Fußballturnier auf der Campuswiese nahmen zwölf Mannschaften teil.
    Die Wiese rund um das Kulturzelt: Ein Muss für Elektroliebhaber.
    Essen fassen: Hier stand man ein wenig länger an.
    Den ganzen Tag über schien die Sonne. "Wie für euch bestellt.", sagt der Veranstalter.
    Die Bands, allesamt aus der Region, spielten ab 13:30 Uhr.
    Auf jeder denkbar möglichen Wiese wurde sich niedergelassen. 
    Die große Bühne auf der Wiese vor der OTH-Mensa.
    Bis 22 Uhr wurde gespielt. Danach ging es weiter in der Alten Mälzerei.
     
    Fotos: Tilman Leicht
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/8/2016 10:48:01 AM
  • Studieren geht auch morgen wieder

    Am Dienstag, den 7.6., ist es wieder so weit: das Campusfest auf der Wiese zwischen OTH und Uni. Es treten zahlreiche lokale Bands auf; Fachschaften und studentische Initiativen bieten im Kulturzelt Workshops an. Wer es kaum erwarten kann, der sei beruhigt, denn es wird bereits ab 9:30 Uhr frühgeschoppt. Ab 13 Uhr rollt der Ball beim Fußballturnier. Ab 13:30 Uhr spielt die Musik auf der Bühne. Laut Veranstalter Campus Regensburg e.V. wurde dieses Jahr besonders auf ein Line-Up mit Künstlern aus der Region geachtet. "Alle Künstlerinnen und Künstler bezeichnen München oder sogar Regensburg selbst als ihre Heimatstadt." Für Elektro-Fans ist im Kulturzelt gesorgt, wo drei DJs auflegen. Und wer um 22 Uhr immer noch weiter machen mag: Mälze, Aftershow-Party.
    Die Wettervoraussagen für Dienstag: 26 Grad und Sonne. Foto: Campus Regensburg e.V.
     
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 6/5/2016 11:37:09 AM
    • Hörsaal

    Aufklärung statt Aufrüstung

     
    Am Dienstagnachmittag war Jürgen Trittin  in der Vorlesung "Einführung in die Internationale Politik" zu Gast. Prof. Dr. Stephan Bierling moderierte, das Publikum stellte die Fragen.
     
    Bereits zwanzig Minuten vor Beginn der Veranstaltung ist jeder Platz im Vielberth-Gebäude auf dem Campus belegt. Jürgen Trittin, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Bundesumweltminister a.D., sitzt in der ersten Reihe und plaudert mit Professor Stephan Bierling, Lehrstuhlinhaber für Internationale Politik an der Universität Regensburg, und dem Präsidenten der Universität Dr. Udo Hebel. Als alle ihren Platz, ob auf Stühlen, Tischen oder auf dem Boden, gefunden haben, ergreift der Uni-Präsident das Wort, begrüßt den Grünen-Politiker, und der legt gleich richtig los.
     
    Jürgen Trittin trägt sich in das Goldene Buch der Universität ein. Hinter ihm: Prof. Dr. Stephan Bierling (links) und der Präsident der Universität Dr. Udo Hebel. Foto: Carolin Huber, Institut für Internationale Politik, Universität Regensburg
     
    Jürgen Trittin plädiert in seinem Vortrag „Internationale Politik - Unilateral, Multilateral, Kollateral“ für mehr deutsche Beteiligung in den Vereinten Nationen, für EU und NATO und für Kooperation statt Aufrüstung. Er kritisiert Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen für die „traditionelle“ Aufrüstung der Bundeswehr. Mehr Panzer, das sei nicht die Lösung unserer Probleme. Die Bundeswehr müsse ihre Kompetenzen vor allem im Bereich der hybriden Kriegsführung, also z.B. dem gezielten Einsatz von Propaganda, Truppen ohne Hoheitsabzeichen oder Cyberattacken, vergrößern, um so auch den Konflikten der Zukunft vorzubeugen. Trittin: "Die eigentliche Gefahr für unsere Sicherheit ist der Staatszerfall." Deswegen wirbt er für eine Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) und die Aufstockung von Aufklärungsdrohnen.
     
    Jürgen Trittin führte bereits am Vormittag ein Interview mit der Mittelbayerischen Zeitung. (Link am Ende des Textes) Foto: Carolin Huber, Institut für Internationale Politik, Universität Regensburg
     
    Nach dem zwanzigminütigen Vortrag ist Zeit für Fragen. Die Causa Jan Böhmermann? Da habe Merkel Fehler gemacht. Der Einsatz von Drohnen? Der militärische Einsatz sei problematisch, denn die die Kollateralschäden seien einfach nicht absehbar. Trittin, der 2017 wieder für den Bundestag kandidieren möchte, schließt mit einem Statement zum Umgang mit extremen Meinungen. „Ein kritischer Dialog ist zwingend notwendig - denn die Mitte definiert sich immer durch das, was außen ist.“ Das Publikum verabschiedet Trittin unter tosendem Applaus.
     
     
     
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 5/26/2016 12:23:37 PM
    • Hörsaal
     

    Jürgen Trittin steht Rede und Antwort

    Er gilt als Vertrauter von Kanzlerin Merkel und ist ein altbekanntes Gesicht in der Bundespolitik. Am 24. Mai 2016 diskutiert Jürgen Trittin zusammen mit Prof. Dr. Stephan Bierling und Studierenden der Universität Regensburg über die deutsche Außenpolitik.
     
    Jürgen Trittin ist Mitglied des Bundestags, der Parlamentarischen Versammlung der NATO und des Auswärtigen Ausschusses. Als ehemaliger Bundesumweltminister und im Wahlkampf zusammen mit Renate Künast forderte er die Abschaffung der Wehrpflicht, Asyl für den Whistleblower Edward Snowden und einen Schuldenschnitt für Griechenland. Der 62-jährige polarisiert, er wurde von Kollegen als „Ökostalinist“ oder „Salonbolschewist“ bezeichnet.
     
    Am 24. Mai zu Besuch in Regensburg: Jürgen Trittin. Foto: dpa.
     
    „Die Außenpolitik ist so relevant wie nie seit dem Zerfall der UdSSR. Das muss zurzeit jeden interessieren“, meint Professor Bierling, Lehrstuhlinhaber für Internationale Politik und Transatlantische Beziehungen. „Die Entscheidungen des Auswärtigen Ausschusses sind ein Kernbereich der Internationalen Politik.“. Und Bierling fügt hinzu: „Der Besuch von Jürgen Trittin passt perfekt in die Reihe politischer Entscheidungsträger, die wir hier in Regensburg regelmäßig zu Besuch haben.“ 
     
    Die Veranstaltung ist von 16-18 Uhr am Dienstag, den 24. Mai 2016 in H 24 (Vielberth-Gebäude). Weitere Gäste dieser Vortragsreihe sind: Helga Schmid, Stellv. Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes: "Die EU in einer unsicheren Welt", (07.06.2016, H2) und Prof. Dr. Gary Jacobson (UC San Diego): "And the next president is. Reflections on the US election campaign 2016" (05.07.2016, H2).
     
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 5/21/2016 8:41:00 AM
    • Im Profil

    Dynamics: Der Roll Out

    Im April waren die Kugelschreiber zu Gast in der Werkstatt der Dynamics der OTH Regensburg. Am Dienstag hat das Rennteam seinen aktuellen Boliden präsentiert.
     
    Schon im April haben die Kugelschreiber die Dynamics in ihrer Werkstatt besucht - Probesitzen im Boliden inklusive. (Foto: Heckler) 

    Nach Monaten der Arbeit ist es soweit: Der Vorhang fällt, zum Vorschein kommt der brandneue Rennbolide RP16c: Schwarz, rote Nuancen, weißer Aufdruck. Der Roll Out ist eine Galavorstellung, Sektempfang und roter Teppich inklusive. 
     
     
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 5/19/2016 12:24:45 PM
    • Kugelsicher

    Probieren geht über Studieren

    In den Pfingstferien können Interessierte den universitären Alltag kennenlernen. In der Schnupperwoche vom 23.-25. Mai werden Vorlesungen besucht, der Campus besichtigt und in der Mensa gegessen.
     
    Für alle, die sich für ein Studium an der UR interessieren. Foto: Universität Regensburg 

     
    Was heißt es eigentlich, an der Universität zu studieren? Alle, denen sich diese Frage stellt, sollten sich am Montagmorgen um 9:45 Uhr an der Kugel auf dem Campus der Universität Regensburg einfinden. Es werden Vorlesungen aus verschiedensten Fachrichtungen des laufenden Semesters besucht. Management und Unternehmensgründung, Aspekte kirchlicher Zeitgeschichte seit der Wiedervereinigung, Anatomie, Neuroanatomie, Evolutionsbiologie, Aufbau der Materie - hier sollten alle auf ihre Kosten kommen. Zudem gibt es Vorträge zur Studienentscheidung, Campusführungen durch UR-StudentInnen und am Mittwoch eine Bibliotheksführung. Zudem hält die Studienberatung eine offene Sprechstunde.
     
    Montag, 23. Mai bis Mittwoch, 25. Mai 2016 jeden Morgen um 9:45 Uhr an der Kugel. 
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 5/19/2016 10:12:10 AM
    • Kugelsicher

    Eine Woche im Zeichen der Slowakei

    Am 1. Juli tritt die Slowakei ihre erste EU-Ratspräsidentschaft an. Doch was macht dieses Land eigentlich aus, das man besser nicht mit Slowenien verwechseln sollte. Vom 9.-15. Mai gibt das Europaeum der Universität Regensburg Einblicke in die Welt der Slowaken.
     
    Während der "Europawoche" können Interessierte die Slowakei und ihre Sprache kennen lernen. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und der  slowakische Botschafter Dr. Peter Lizák eröffnen die Veranstaltungswoche mit der Vernissage der Fotoausstellung "Did you know? This is Slovakia." am Montag, den 9. Mai um 12 Uhr im Oberen Foyer der Zentralbibliothek.
     
    Ab 19 Uhr diskutiert dann der slowakische Botschafter unter anderem mit der ehemaligen österreichischen Botschafterin der Tschechoslowakei Magda Vásáryová in H25. Thema der Podiumsdiskussion: "In der Mitte Europas angekommen? Die Slowakei vor der EU-Ratspräsidentschaft."
     
    Außerdem gibt es in den darauf folgenden Tagen Slowakisch-Crashkurse, Kurzfilme der Filmhochschule Bratislava im Leeren Beutel und jeden Tag ein traditionell slowakisches Gericht in der Mensa, wie zum Beispiel Smažený sýr - frittierter Käse mit Pommes; Parané buchty - eine Art Germknödel mit Vanillesauce; und das Nationalgericht der Slowaken, Bryndzové halušky - Kartoffelspätzle.
     
    Das 2000 gegründete Ost-West-Zentrum der Universität Regensburg, das Europaeum, möchte den interdisziplinären Dialog zwischen dem östlichen und westlichen Europa anregen. Das Ziel ist es, Brücken in Forschung und Lehre zu bauen und Projekte zu initiieren, die Europa zusammenwachsen lassen.
     
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 5/6/2016 10:33:59 AM
    • Mach's selber


    Fußballspielen für den guten Zweck

    Asylsuchende spielen gemeinsam mit OTH-Studierenden auf einem Charity-Turnier. Der Förderverein Europäische Betriebswirtschaft (FEB) organisiert die Veranstaltung am Sportzentrum der Uni Regensburg. Erlöse gehen an die Vereine Nothing is Forever e.V. und Campus Asyl.
     
    Fußball für Integration und gegen Neurofibromatose. (Foto: Eibner-Pressefoto) 
     
    Kennenlernen auf dem Fußballplatz:  Am 21. Mai von 9 bis 16 Uhr veranstaltet der Förderverein Europäische Betriebswirtschaft (FEB e.V.) in Zusammenarbeit mit der Studierendeninitiative Campus Asyl ein Fußballturnier. Gemischte Teams aus OTH-Studierenden und Asylsuchenden treten auf zwei Kleinfeldern gegeneinander an. Das Turnier findet im Sportzentrum der Uni Regensburg statt.
     
    Ziel der Aktion sei die Integration von jungen Geflüchteten, so die Veranstalter. Teilnehmer sollen sich austauschen und Kontakte knüpfen. Zuschauer sind willkommen, Essen und Trinken gibt es vor Ort. Die eine Hälfte des Erlöses geht an Campus Asyl, die andere Hälfte erhält  Nothing is Forever e.V. - ein Verein, der die medizinische Forschung zur Bekämpfung der Krankheit Neurofibromatose unterstützt. Neurofibromatose ist angeboren und tritt ungefähr bei einem von 3000 Neugeborenen auf. Die Krankheit ist noch nicht heilbar.
     
    Seit vier Jahren richtet der FEB e.V. bereits Benefiz-Sportveranstaltungen aus, immer im Rahmen eines alljährlich stattfindenden Maiballs. Ziel der Veranstalter in diesem Jahr ist es, Spenden in Höhe von 4000 Euro zu sammeln, die zu gleichen Teilen an die beiden begünstigten Vereine fließen sollen. „Gerade sind wir etwa bei 1500 Euro, natürlich hoffen wir auf etwas mehr in den kommenden Wochen, damit die Vereine auch etwas von der Aktion haben“, sagt ein Sprecher des FEB e.V. auf Kugelschreiber-Nachfrage.
     
    Der Spendenaufruf richtet sich an Unternehmen und Privatpersonen. Auch Sachspenden sind gern gesehen, diese werden dann auf einer Tombola bei dem Maiball verlost. Spendenquittungen werden ausgestellt.
     
    Spenden können auf dieses Konto überwiesen werden:
     
    Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach 
    Empfänger: FEB e.V. 
    IBAN: DE65 7506 0150 0000 5576 17
    BIC: GENODEF1R02
    Verwendungszweck: Spende Charity Event
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 5/2/2016 11:54:41 AM
    • Kugelsicher

    Veranstaltungstipp für Fußball-Verweigerer: Filmisches Philosophieren

     
    Foto: Screenshot Website Leerer Beutel 
     
    Falls ihr keine Lust auf Champions League habt: Das Kino im Leeren Beutel zeigt heute in der Reihe "Filmisches Philosophieren" den Film "Still Alice". Das ergreifende Drama erzählt die Geschichte einer begabten Wissenschaftlerin, die mit Anfang 50 eine einschneidende Diagnose erhält: Sie ist an Alzheimer erkrankt. Juliane Moore hat für ihre Rolle der Alice im Jahr 2015 den Oscar als Beste Hauptdarstellerin bekommen. 
     
    Im Anschluss an die Filmvorführung hält Dr. Martina Schmidhuber einen Kurzvortrag und ordnet den Film in einen philosophischen Kontext ein. Die Leitfrage: Inwiefern ist die Filmprotagonistin "Still Alice"? Nach dem Kurzvortrag ist eine Diskussion mit dem Publikum geplant.
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 4/27/2016 7:20:00 AM
    • Zur Debatte

    Verwirrung um Unisex-Toiletten auf dem Campus

    Letzten Montag tauchen an der Universität Aushänge auf. Sie verkünden die Testphase von Unisex-Toiletten. Die Universität möchte diese Meldung nicht bestätigen, der studentische "AK queer" dementiert jegliche Beteiligung. Wer war's denn nun?
     
    Letzte Woche teilt der "AK queer" (Arbeitskreis gegen die Diskriminierung der LGBTIQ-Gemeinschaft) ein Foto auf Ihrer Facebook-Seite. "Wir begrüßen die Entscheidung der Universität und halten eine dauerhafte Einrichtung geschlechtsneutraler Toiletten für wünschenswert", sagt der AK auf seiner Facebook-Seite. Gerade für Menschen, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen können, sei der Gang zur Toilette jedes Mal eine Überwindung. "Nicht selten werden diese Menschen verbal beschimpft oder gar körperlich angegriffen", so der Arbeitskreis weiter.
     
    Also ein mutiger Vorstoß seitens der Universität? Eher nicht. Auf Nachfrage der MZ verweist die Presseabteilung der Universität Regensburg auf den Arbeitskreis: "Dies war eine Aktion des "AK Queer" des Sprecherrats."
     
    Der "AK queer" zeigt sich auf Nachfrage wiederum begeistert über die Testphase. Ein Mitglied der Gruppe hätte am Montag den Aushang an der Uni gesehen. Man halte die Meldung seitdem für authentisch. "Die Reaktion der Uni überrascht uns insofern, dass es weder ein klares „Ja“ noch ein „Nein“ ist."
     
    Wie schon Sokrates wusste, wissen auch wir jetzt, dass wir nichts wissen. Und zwischen diesem Unwissen vermutet so manch einer, dass es sich hier wohl um einen PR-Gag handelt, der eine Debatte lostreten sollte. Sollte das stimmen, dann ist die Aktion gelungen. 
     
    An US-amerikanischen Universitäten sind Unisex-Toiletten ganz normal. Wer bei wem auf Toilette gehen mag, das ist jedem selbst überlassen. Neben Unisex-Toiletten gibt es auch reine Damen- und Herrentoiletten. In Regensburg darf man jedenfalls gespannt bleiben.
     
    Was haltet ihr von Unisex-Toiletten? Die Kugelschreiber haben nachgefragt.
    von Bernhard Heckler
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 4/25/2016 10:49:35 AM
    • Hörsaal


    Learning by Doing in Echtzeit

    Der Studentenfunk ist das Ausbildungsradio der Uni Regensburg. Seit vergangenen Oktober ist der Sender 24/7 on Air - jetzt gibt es auch täglich Liveshows. Die Kugelschreiber waren bei der Auftaktsendung zum Sommersemester dabei.
     
    Die Moderatoren Kira (rechts) und Patrik in Aktion: Der Sound von Sänger Manuel soll perfekt sein. (Foto: Heckler) 
     
    Es ist kurz vor 20 Uhr am ersten Tag des Sommersemesters. Kira und Patrik, beide 19 Jahre alt und Studierende der Medienwissenschaft, treffen ihren heutigen Gast. Manuel, Sänger der Regensburger Band "Ohrange", ist schon zum zweiten Mal beim Studentenfunk, um seine Musik zu präsentieren. Das Studio ist eingerichtet wie ein Jugendraum.
     
    Für Kira und Patrik ist es die erste Erfahrung mit Livemusik im Studio - beim Soundcheck übersteuert die Gitarre, das Insturment ist zu laut, dann zu leise. Noch fünf Minuten bis zum Start der Liveshow. Täglich gibt es im Programm des Studentenfunk ein Sendefenster von 20 bis 21 Uhr mit Live-Moderation, immer mit verschiedenen Mottos. Montags ist normalerweise die "Azubi-Show" auf Sendung, in der sich der Redaktionsnachwuchs am Mikrophon ausprobieren kann.
     
    Pünktlich um 20 Uhr passt der Sound
     
    Zum Nachswuchs gehören Kira und Patrik, trotz ihres jungen Alters, nicht. Vielmehr bildet das Zweiergespann eine Art Chefredaktion beim sonst hierarchielos organisierten Studentenfunk. Sie wirken bei Planung und Koordination der Sendungen mit und haben einen Überblick über die Organisation. Heute moderieren sie die Auftaktsendung zum neuen Semester. Das Motto: Stichpunkte aufschreiben, Stichpunkte weglegen, drauflos moderieren. 
     
    Die Stimmung im Studio ist gut. Der Sound passt pünktlich um 20 Uhr, ungefähr 50 Leute hören zu. Während der Show können die Zuhörer im Live-Chat mit den Moderatoren kommunizieren und dem Gast Manuel Fragen stellen. Es gibt mehrere Gesprächssequenzen mit dem Sänger, live vorgetragene Lieder und zwischendrin Charts. "Knapp 2000 Euro Gema-Gebühren mussten wir zahlen, um die Songs spielen zu können", erzählt Patrik. Diese Kosten übernimmt die Universität, ansonsten ist der Studentenfunk finanziell weitgehend auf sich gestellt. Das Studioequipment wird mit Partys finanziert, das Redaktionsteam engagiert sich natürlich ehrenamtlich.
     
    Doch es gibt zumindest für Medienwissenschaftler neben wertvoller Radioerfahrung noch einen anderen Anreiz, beim Studentenfunk mitzumachen: Zehn Leistungspunkte gibt es für eine Teilnahme beim "StuFu". Auch gibt es die Möglichkeit, sich seine Mitarbeit als Praktikum anrechnen zu lassen. 
     
    Der Gast kommt nicht zu kurz
     
    Patrik und Kira sind ein eingespieltes Team. Schon im vergangenen Semester haben sie eine Show zusammen moderiert. Das Duo ist schlagfertig und lässt den Gast nicht zu kurz kommen. Die Zuhörer erfahren, wie Manuel zur Musik gekommen ist (sein Bandkollege hat ihn unter der Dusche singen hören, "Quit playing games with my heart") und wie die Band Ohrange sich entwickelt. In Pausen erzählen die Moderatoren von neuen Projekten: Uni-Nachrichten sind geplant, neue Möglichkeiten des 24/7-Programm sollen erschlossen werden. Warum nicht mal ein Hörspiel produzieren?
     
    Dann zurück zum Gast. Letzter Sendeblock. Manuel soll auf Fragen mit Songs antworten. Zum Abschluss spielen die Moderatoren die Studio-Version eines neuen Ohrange-Songs, und schon ist die  Stunde vorüber. Manuels Schlusswort fasst die Stimmung während der Show gut zusammen: "Das ging ja schnell."
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 4/21/2016 11:06:10 AM
    • Im Profil

    Von 0 auf 100 in drei Sekunden

    Die "Dynamics" der OTH Regensburg bauen Rennboliden für internationale Wettbewerbe der "Formula Student". Jahr für Jahr feilen bis zu 90 Motorsport-Enthusiasten aus allen Fachrichtungen am perfekten Rennauto. 5000 Teilnehmer und 10.000 Zuschauer auf Wettbewerben, Sponsorengelder, Prestige - trotzdem ist die Studenten-Rennserie auf dem Campus erstaunlich unbekannt. Ein Werkstattbesuch.
     
    Ferrari-rotes Interieur: Eine Regalwand in der Werkstatt der "Dynamics". (Fotos: Heckler)  
    Im Maschinenbau-Gebäude der OTH Regensburg stellen die Dynamics ältere Boliden aus. Zwei ältere Modelle... 
    ...ein Stockwerk höher zwei aktuellere Modelle. Rechts der Bolide von 2015. Gewicht: ca. 200 kg, von 0 auf 100 in beeindruckenden drei Sekunden.
    Eine Innenansicht des Cockpits. Der Einstieg fühlt sich an, als zwänge man sich in ein sehr enges Kanu. 
    Probesitzen: Größer als 1,90 Meter sollte der Fahrer nicht sein - und kein Klaustrophobiker. 
    Ausgezeichnet: Die Dynamics gewinnen regelmäßig Preise für ihre Teamleistung. Links zu sehen: der "Longest Travelled Cone". Das bedauernswerte Hütchen geriet in das Fahrgestell der 100-PS-Maschine.
    Im Keller des Maschinenbau-Gebäudes stellen Teammitglieder der Dynamics den neuen Motor auf den Prüfstand. Gesucht: der ideale Zündmoment für die optimale Fahrleistung.
    Der Eingang in das Allerheiligste der Dynamics - die Teamwerkstatt. 
    Dicht an dicht werden Bauteile in Regalen verstaut. 
    Der IT-Bereich der Werkstatt - durch das Fenster geht's auf die private Dachterrasse. 
    Wer bei den Dynamics mitarbeitet, hat oft wenig Zeit für das Studium. Deadlines für internationale Wettbewerbe drängen, der eigene Perfektionsanspurch spornt auch mal zu Nachtschichten in der Werkstatt an.
     
     

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    Acceleration, Skid-Pad, Autocross, Endurance: so heißen die Herausforderungen für das Rennteam "Dynamics" auf den internationalen Wettbewerben der "Formula Student". Auf deutsch: Beschleunigung, liegende Acht, Slalom, Hauptrennen. Wer mit Missbilligung notorische Anglizismen wittert, dem sei zur Rechtfertigung der Dynamics gesagt: die offizielle Sprache auf allen Veranstaltungen der "Formula Student" ist Englisch. Es treten Hochschulteams aus ganz Europa gegeneinander an, sogar Kanada schickt regelmäßig Vertreter auf die Rennstrecken.
     
    Und zwar nicht auf irgendwelche Rennstrecken, sondern: auf den baden-württembergischen Hockenheimring, den Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg, den Circuit de Barcelona-Catalunya, um nur eine Auswahl der prestigeträchtigen Veranstaltungorte zu nennen. 2006 fanden erste Rennen der "Formula Student" statt, mittlerweile trifft sich das who-is-who der internationalen Automobilbranche bei den Veranstaltungen. Namhafte Autohersteller, darunter BMW oder Daimler, halten dort Ausschau nach den Autobauern von morgen. Firmen wie Continental zahlen Geldbeträge im sechsstelligen Bereich - nur für einen Werbestellplatz bei den Veranstaltungen.
     
    Insgesamt werden in der "Formula Student" erstaunliche Summen bewegt, wie Michael Lermer erzählt. Der 22-jährige Maschinenbaustudent ist seit Jahren Mitglied der Dynamics und mittlerweile Teamleiter."Bis zu einer halben Million Euro kostet die Konstruktion eines Boliden", sagt Lermer. Die OTH sei der größte Geldgeber des Teams. Der Rest werde von privaten Sponsoren aus der Region finanziert, darunter Continental oder eine bekannte Firma für Chip-Tuning.
     
    Was zählt, ist Leidenschaft für Motorsport
     
    90 Leute arbeiten aktuell im Dynamics-Team. Und nicht nur Maschinenbauer: Die Dynamics haben eine große Wirtschafts- und Sponsoringabteilung, die sich um Finanzen, Sponsoren und Buchhaltung kümmert - vornehmlich Studierende der Wirtschaftswissenschaften übernehmen diese Aufgaben. "Obwohl wir ein Verein sind, agieren wir wie ein Unternehmen", sagt Lermer. Was für eine Mitgliedschaft bei den Dynamics vor allem zähle, so Lermer, sei nicht etwa die Fachrichtung, sondern echte Leidenschaft für Motorsport. "Wir haben auch ein Mädchen aus der Vergleichenden Kulturwissenschaft, das bei uns mitmacht", erzählt Lermer. Die Dynamics sind zwar männerdominiert, doch etwa ein Viertel der Mitglieder sind Frauen. 
     
    Gerade baut das Team einen neuen Boliden für die anstehenden Wettbewerbe im Juli und August. Nur einmal darf ein Team mit einem Auto antreten - das schreibt die "Formula Student" vor. Daher entstehen Jahr für Jahr neue Boliden, stets etwas ausgefeilter konstruiert. "Letztes Jahr war unser Auto mit rund 200 Kilogramm etwas schwer - diese Saison peilen wir 180 Kilo an", sagt Lermer. Um ein möglichst geringes Gewicht zu erreichen, verbauen die Dynamics aufwändige Bauteile aus Carbon. Die einzelnen Bauteile werden von den Sponsoren geliefert und von den Ingenieuren der Dynamics modifiziert.
     
    Im Mai ist das sogenannte "Roll-Out" - dort präsentieren die Dynamics ihre neue Konstruktion vor geladenen Gästen. "In der Regel laden wir befreundete Teams ein, es gibt ein Buffet und eine bunte Abendgestaltung", sagt Felix Rolka. Der 22-jährige studiert BWL und ist seit einem Semester bei den Dynamics. Er freut sich auf seine erste Rennsaison. Und er wundert sich ein wenig: darüber, dass die "Formula Student" trotz vieler Teilnehmer - rund 5000 auf großen Wettbewerben - und namhafter Unterstützer auf dem Campus weitgehend unbekannt ist. Als Mitglied des Wirtschaftsteams will er das in den kommenden Semestern ändern.
     
    Die "Formula Student": Kontaktbörse und interkultureller Austausch
     
    "Wir wollen als Team noch präsenter sein, bei Stadtfesten und bei Campusveranstaltungen", so Rolka. Eine Mitarbeit bei den Dynamics lohne sich, sagt Teamleiter Lermer. "Die Veranstaltungen machen immer riesigen Spaß - darüber hinaus ist die "Formula Student" eine riesige Kontaktbörse. Auch im Lebenslauf ist ein Engagement bei uns gern gesehen.
     
    Neben dem Curriculum wird auch der interkulturelle Austausch gepflegt. Die Dynamics stehen in regem Kontakt zu einem kanadischen Team, Technologie- und Wissenstransfer inbegriffen. "Wir hoffen, das die Kanadier auch dieses Jahr wieder am Hockenheimring starten", sagt Lermer. Eine Teilnahme ist nicht selbstverständlich: Aufgrund der hohen Bewerberzahlen müssen die Rennteams ein Quiz absolvieren, das als Qualifikation dient. Abgefragt werden Regeln und Modalitäten, zudem werden physikalische und mathematische Kenntnisse geprüft. "Bisher haben wir den Test aber jedes Mal geschafft", sagt Rolka.
     
    Am 17. Mai stellen die Dynamics ihren diesjährigen Rennboliden vor - man darf gespannt sein. Hier bekommt ihr einen Eindruck von den Wettbewerben der "Formula Student":
     
    Die "Formula Student" 2015: Da kocht der Hockenheim-Ring. 
    von Bernhard Heckler
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 4/4/2016 1:10:21 PM
    • Kugelsicher
     

    Nur gelbe Mülltonnen?

    Die gelben Pfandmülltonnen von Enactus sind campusweit bekannt. Sie stehen vor den Cafeten und Lesesälen, oft bereits gegen Nachmittag heillos überquellend. Zwar spenden viele Studierende ihr Pfand, doch wer Enactus ist, das wissen nur die wenigsten.
     
    Im Regensburger Enactus-Team sind mehr als 40 Studierende aktiv. Foto: Enactus Regensburg
     
    Studierende, die eine weltverbessernde Idee haben, bestärken - das ist der Leitsatz von "Enactus". Die global agierende Non-Profit-Organisation wirbt mit dem Slogan "Unternehmerisch die Welt im Kleinen verbessern". Studierende und Unternehmer arbeiten zusammen, "um die Welt für uns alle nachhaltiger zu gestalten", so Enactus auf ihrer Internetseite.
     
    Enactus = Entrepreneurial actions for us.
     
    Vor sechs Jahren haben zwei Mitglieder der Regensburger Enactus-Gruppe, die damals noch unter dem Namen SIFE lief, dann die zündende Idee. "Spende dein Pfand" taufen sie ihr Projekt. Anstatt ihre leeren Pfandflaschen nach der Vorlesung wegzuschmeißen, werfen die Studierenden sie in eine der gelben Tonnen. Mit der Abholung und Verwertung des Pfands sind wiederum psychisch Kranke betraut, denn sie finden oftmals nur schwer Anschluss an den Arbeitsmarkt. Dieses Projekt gibt ihnen also die Chance wieder einen Anschluss an die Gesellschaft zu finden. Es schont die Umwelt und finanziert durch seine Einnahmen auch soziale Projekte. Die Idee der Beiden wird gegen 1.600 internationale Konkurrenten zum "World Champion" gekürt - die beste Idee aller Enactus-Gruppen im Jahre 2011.
     
     Jedes Jahr im Oktober ist der "World Cup". Hier treten alle nationalen Gewinner gegeneinander an. Foto: Enactus

     
    Omas erzählen Geschichten - Drogensüchtige verkaufen an die Hochschule
     
    Solch eine erfolgreiche Idee hätten auch Oguz Sutanrikulu, 26 Jahre alt und Teamleiter der Enactus-Gruppe, und sein Team gerne. In mehreren Gruppen feilen sie an ihren Projekten und freuen sich schon auf den bundesweiten Wettbewerb gegen die anderen 39 Hochschulgruppen in Deutschland. "Ham Yari" sei ein sehr vielversprechendes Projekt, meint Oguz. Die Idee kam dem Team, als sie darauf aufmerksam wurden, dass aufgrund der extrem großen Kleiderspenden viele Kleidungsstücke einfach wieder aussortiert werden, wenn sie kleinste Mängel aufweisen. Das Aussortierte wird von "Ham Yari" abgeholt und zusammen mit Geflüchteten wieder repariert. Kaputte Reißverschlüsse werden repariert, kleine Löcher gestopft, Risse vernäht. Es ist eine Chance aus dem tristen Alltag des Lagers auszubrechen. Über die Form der Entlohnung zerbrechen sich die Studierenden noch den Kopf, treffen Unternehmer und Anwälte.
    Ein weiteres Projekt ist "Bib-Box". Hier bauen Drogenabhängige Holzboxen, die als Stauraum an die OTH-Bibliothek verkauft werden. Oder auch "Grannytales": Senioren erzählen einem Publikum Geschichten. Diese werden dann in einem Buch veröffentlicht. "2waycare" ist eine Online-Plattform, die Hilfesuchende und Hilfebietende schneller und unkomplizierter zusammenbringen soll.
     
    Oguz, der Wirtschaftsinformatik an der OTH studiert, meint, dass sich die Begriffe Unternehmer und Weltverbesserer keinesfalls ausschließen und dass der Reiz von Enactus darin liegt, dass es Soziales und Unternehmerisches verschmelzen lässt. "Bereits nach einem Jahr bei Enactus glaube ich daran, dass ich ein Start-Up gründen oder ein Unternehmen führen kann - und da bin ich nicht der Einzige."
     
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 3/24/2016 5:49:02 PM
    • Im Profil
    Was habe ich nur davor mit meiner Zeit gemacht?

    "Ich war noch nie so oft traurig. Und ich habe noch nie so viel gelacht wie in dieser Zeit", sagt Joséphine Bonduka. (Foto: Sabine Franzl)

    Joséphine Bonduka ist ehrenamtliche Helferin bei CampusAsyl.
    Die 23-jährige hofft, dass ihr Engagement für Flüchtlinge irgendwann nicht mehr so notwendig ist. Die Mittelbayerische Zeitung hat Joséphine einen Tag lang begleitet: In der aktuellen nr.sieben lest ihr in einem ausführlichen Porträt, warum die ehrenamtlichen Helfer noch einen weiten Weg vor sich haben.


    Die Kugelschreiber begleiten die Organisation CampusAsyl schon länger. Hier könnt ihr mehr zum Thema lesen:

    Nochmal leben, auf Deutsch

    "Es ist ein Unding, dass so viele Menschen arbeiten wollen, es aber nicht dürfen"

    Ein deutsch-syrisches Tandem

    • Jung & Krumm

    Von den Wundern der Physik

    Vergangene Woche wurde das Regensburger Donau-Einkaufszentrum zur experimentellen Spielwiese für Jung und Alt. Im Rahmen der Frühjahrstagung der DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft) haben Physik-Studierende der Uni Regensburg einen kleinen physikalischen Versuchs-Parcours aufgebaut. Die Kugelschreiber haben ihn ausprobiert. Im Video seht ihr einen menschlichen Körper unter Hochspannung, Geschosse aus Disconebel und große Gefühle - von kindlichem Erstaunen bis zu wütender Frustration.
     
    Physik - Hautnah und zum Anfassen!
    von Bernhard Heckler
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 3/14/2016 2:47:04 PM
    • Kugelsicher


    Internationale Kurzfilmwoche: Das Studentenprogramm

     
    Vom 09.-16. März läuft in Regensburg die Internationale Kurzfilmwoche. 
     
    Schon zum 22. Mal findet in Regensburg die Internationale Kurzfilmwoche statt, dieses Jahr unter dem Motto: "Crossing the Code". Regensburger Studenten gestalten mit: In einem Projektseminar haben junge Medienwissenschaftler aus über 3700 Kurzfilmen aus aller Welt eine Vorauswahl für das Festivalprogramm getroffen. Dazu organisieren sie mehrere Sonderprogramme im Rahmen der Kurzfilmwoche.
     
    Lukas Zellner ist 23 Jahre alt, studiert Medienwissenschaft und hat mit zwei Kommilitonen Kurzfilme für das Studentenprogramm ausgewählt. Aus hunderten Filmen haben die Studenten ihre jeweiligen Lieblinge ausgesucht. Entscheidend für das studentische Komitee seien zwei Fragen gewesen, erzählt Zellner. Erstens: Wie flüchten Menschen vor Kommunikation? Und zweitens: Wie nutzen Menschen Kommunikation, um ihrer Einsamkeit zu entfliehen? "Eine etwas paradoxe Gegenüberstellung, aber auch interessant", sagt Zellner lächelnd. Das Publikum darf sich auf eine lustig-melancholische Auswahl aus internationalen Kurzfilmen von Japan über Frankreich bis Österreich freuen.
     
    Hier geht es zur Programmübersicht der Kurzfilmwoche. Das Studentenprogramm wird zwei Mal gezeigt: Am Sonntag, 13.03. um 19 Uhr, und am Mittwoch, 16.03. um 20 Uhr, jeweils im Kulturzentrum W1 in der Regensburger Altstadt.
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 3/11/2016 12:34:31 PM
    • Jung & Krumm

    Studenten sind...Part 2

     
    Was Google-Nutzer über Studenten denken: Nach wie vor dominiert nicht gerade Bewunderung für Wissenserwerb und akademische Aufopferung. Glaubt man dem Google-Algorithmus, sind die Studenten so faul und dumm wie schon im vergangenen August.
     
    Neu und von weitaus subtilerer Gemeinheit ist dagegen: "Studenten sind der Rost am Schwert der Revolution". Nicht mehr in den Top-Vorschlägen vertreten: "arrogant". Wahrscheinlich, weil die Studenten vor lauter Armut gar nicht mehr die Zeit für eine standesgemäße Portion Arroganz finden.
     
    Arme Akademikergeneration. Die fetten Jahre sind vorbei.
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 3/7/2016 1:50:12 PM

  • Jowita Jezuit (25) aus der Nähe von Krakau, Polen (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Xavier Larue (24) aus Rouen, Frankreich (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Chloë Orenes (22) aus Vichy, Frankreich (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Basem Qeshta (26) aus Palästina (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Clémence Val (20) aus Montpellier, Frankreich (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Abraham Mendoza (22) aus Mexiko-Stadt (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Petra Múcková (23) aus Bratislava, Slowakei (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Loïc Lavelle (22) aus Bordeaux, Frankreich (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
     
     

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    Warum Erasmus-Studenten Regensburg lieben

    Seit 1987 gibt es das Erasmus-Programm. Alle EU-Länder sowie die Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und die Türkei nehmen daran teil.

    Zurzeit findet eine Umfrage der Webseite uniplaces.com statt, bei der die beste Erasmus-Stadt Europas gekürt wird. Regensburg war anfangs auf Platz 1. Deshalb haben wir Erasmus-Studenten gefragt, was ihnen an ihrer zwischenzeitlichen Wahlheimat so gut gefällt. Mittlerweile ist Regensburg nur noch auf Platz 3, aber die Umfrage ist noch nicht beendet.

    "Die Vorteile einer großen Stadt in einer kleinen"

    Die schönen Seiten Regensburgs sind vielfältig. Die meisten Erasmus-Studenten schätzen vor allem die historische Altstadt und die Donau.  Auch die Größe der Stadt ist für viele ein Pluspunkt. „Alle Vorteile einer großen Stadt sind in einer kleinen vereint“, sagt die Erasmus-Studentin Clémence aus Montpellier, die zum ersten Mal in Deutschland ist. Das International Office der Universität sollte auf jeden Fall erwähnt werden, meint Abraham, ein anderer Erasmus-Student aus Mexiko-Stadt. „Wir waren alle wie eine große Familie.“ Loïc kommt aus Bordeaux und erklärt, dass alle Klischees, die es über die Deutschen gibt, aus Bayern kommen. Er mag das, genauso wie Wurst, Bier und das Oktoberfest. Basem ist Palästinenser und sehr kulturell interessiert. Er schätzt die Museen in der Domstadt.  Einige haben sich während ihres Erasmus-Semesters sogar so gut eingelebt, dass sie gleich hier geblieben sind. Die ehemaligen Erasmus-Studentinnen Petra aus Bratislava, Jowita aus Krakau und Chloë aus Vichy machen mittlerweile ihren Master an der Universität Regensburg.

    Ein teures Vergnügen

    Natürlich hat jede Stadt auch Nachteile. Beispielsweise fahren in Regensburg keine Nachtbusse. Dann müssen die Studenten entweder auf Taxen ausweichen oder nach Hause laufen. Da viele in Uni-Nähe oder im Studentenwohnheim wohnen, kann letzteres schon mal eine Stunde dauern. Hohe Mietpreise seien auch ein Problem, meint Xavier aus Rouen, der lange nach einer bezahlbaren Wohnung gesucht hat. Leider sei auch alles aufs Zentrum fixiert, außerhalb der Innenstadt sei nicht viel los, findet Clémence. 

    Trotzdem überwiegen für die Erasmus-Studenten die Vorteile. Viele loben auch die Arbeit des International Office, das die Studenten unterstützt und Ausflüge organisiert. Alle Erasmus-Studenten, die wir befragt haben, fühlten sich insgesamt sehr wohl in ihrer „internationalen, europäischen“ Erasmus-Stadt und würden jederzeit wiederkommen.

    • Im Profil

    Farben denken

    Christiane Settele ist Synästhetikerin: Sie nimmt Zahlen in bestimmten Farbtönen wahr. Diese spezielle Wahrnehmungsfähigkeit verarbeitet sie in Ölgemälden. Ausgewählte Werke sind gerade in einer Ausstellung im "Art Forum" der Universität Regensburg zu sehen.
     
    Das Gemälde ist eine "Momentaufnahme der Empfindungen", sagt die Künstlerin. (Fotos: Ronja Bischof)
    Schwarz trifft bunt: Die Künstlerin und ihr Werk. 
    Neben flächigen Ölfarben benutzt Settele auch Ölsticks, um Details zu setzen. 
    Konkrete Zeichnung trifft Verfremdung.
    Die kleineren Grafiken tragen den Titel "Konglomerat 1-8". 
    Der Titel bezieht sich auf mehrere, sich überlagernde "Konglomerate" menschlicher Silhouetten. 
    Frühere Werke von Christiane Settele. Das Farbspektrum ist grünlich, die Figuren konkreter. 
     
     
     

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    Das "Art Forum" der Universität Regensburg ist klein. Höchstens neun Quadratmeter misst der Ausstellungsraum des Instituts für Kunsterziehung, der in Kooperation mit dem Studentenwerk entstanden ist. Tageslicht durchflutet den Raum durch Glaswände. Christiane Settele, ganz in schwarz gekleidet, steht neben einem sehr bunten, großflächigen Ölgemälde und denkt laut über ihre Arbeit nach.
     
    "Ich könnte mir vorstellen, dass viele Leute nicht besonders viel mit diesem Bild anfangen können", sagt die 27-jährige Künstlerin, die gerade am Lehrstuhl für Kunsterziehung promoviert. Zu abstrakter Kunst habe sie selbst bis vor Kurzem auch noch keinen großen Zugang gehabt.  "Aber wahrscheinlich gefällt Einigen, dass es knallt." Gegenüber der abstrakten Farbexplosion aus Ölfarben hängen einige kleinere, schwarz-weiße Grafiken, die sehr viel plastischer sind. So entsteht ein Kontrast zwischen Verfremdung und Konkretisierung.
     
    Das Ölgemälde ist eine Komposition aus mehreren figürlichen Elementen, die zu abstrakten Formen verfließen: Ansätze eines Beins, der schemenhafte Umriss eines Kopfes, und immer wieder: Bruchstücke von Zahlen. Christiane Settele ist Synästhetikerin. Sie nimmt die Zahlen von Eins bis Neun in bestimmten Farbtönen wahr. Die Vier erscheint ihr beispielsweise knallrot. 
     
    Synästhetische Wahrnehmung als Inspiration
     
    Synästhesie ist eine seltene neurologische Wahrnehmung, deren Verbreitung nicht genau untersucht ist - Forscher gehen davon aus, dass ungefähr 0,5 Prozent der Menschen eine Fähigkeit zur synästhetischen Wahrnehmung haben. Settele war lange davon ausgegangen, dass ihre Farbwahrnehmung ganz normal sei - bis sie irgendwann erfahren habe, dass die Zahl Drei bei anderen Menschen nicht rosa erscheint. Sie nutzt ihre Wahrnehmung jetzt als Inspiration.
     
    Mit ihrem Ausstellungsstück wolle sie keine Geschichte erzählen, sagt sie. "Wenn ich genau wüsste, was ich ausdrücken will, müsste ich kein Bild malen, sondern könnte auch ein Buch schreiben.Das abstrakte Gemälde sei vielmehr eine Momentaufnahme ihrer Empfindungen. Settele bedient sich im kreativen Schaffensprozess einer bestimmten Technik, die sie selbst als "ein Wechselspiel von Zufall und Kontrolle" bezeichnet. Sie beginnt mit bestimmten Figuren, wie zum Beispiel dem Umriss eines Beins, und bricht dann bewusst mit dem Element, um es in ein Anderes übergehen zu lassen - so entsteht das Gemälde in Etappen.
     
    Als Künstlerin hat Christiane Settele unter anderem schon in Regensburg, München und Wuppertal ausgestellt - außerdem arbeitet sie im Zuge ihrer Promotion in einem Forschungsprojekt über Bildhauerei. Gelingt die Gleichzeitigkeit von akademischer und kreativer Arbeit?
     
    Drei Tage Kunst, vier Tage Wissenschaft
     
    "Manchmal ist es nicht leicht. Aber im Grunde hilft mir mein akademischer Hintergrund bei der Reflexion meiner eigenen Kunst", erzählt die Künstlerin. Drei Tage die Woche arbeite sie im Atelier, vier Tage an der Uni. Ihre wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Kunst trübt ihre Leidenschaft nicht: "Ich bin vielleicht etwas kritischer geworden, besonders wenn ich in Museen bin. Aber ich habe durch mein Studium auch einen ganz anderen Zugang gefunden, besonders zu abstrakter Kunst.
     
    Abstrakte Kunst: Das sei insgesamt ein schwieriges Feld, erzählt Settele. In großen Städten treffe man auf mehr Akzeptanz, während der Regensburger Kunstmarkt eher von konkreten, figürlichen Motiven dominiert sei. Doch der Münchener Pinakothek der Moderne scheint Setteles Kunst zu gefallen: Ein Kuratorium hat kürzliches eines ihrer Bilder für den eigenen Bestand erworben.
     
    Ein Besuch der Ausstellung von Christiane Settele ist noch bis zum 15.04.2016 möglich. Das "Art Forum" befindet sich im Studentenhaus der Universität Regensburg. In der vorlesungsfreien Zeit sind Terminvereinbarungen mit der Künstlerin möglich.
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 2/22/2016 3:15:07 PM
    • Jung & Krumm

    Regensburg: Die beste Erasmus-Stadt!

     
    Wer hätte das gedacht: Regensburg führt ein internationales Ranking als beste Erasmus-Stadt Europas an. (Foto: Screenshot erasmuscity.uniplaces.com) 
     
     
    Rund 32.000 Studierende der Regensburger Hochschulen haben es sowieso schon immer geahnt: Die Domstadt ist die beste Uni-Stadt der Welt! Offensichtlich teilen auch internationale Erasmus-Studenten diesen Eindruck - denn Regensburg belegt in einem internationalen Ranking auf der Seite Uniplaces momentan den ersten Platz als "beste Erasmus-Stadt der Welt".
     
    Ein Erasmus-Semester ist ein unvergessliches Erlebnis.Tausende Rückkehrer bringen Eindrücke, Anekdoten und neue Freundschaften zurück in die Heimat. So auch Marco: Der italienische Austauschstudent aus Turin studiert für ein Semester Maschinenbau an der OTH Regensburg. Er hat in der Abstimmung für seine Wahlheimat votiert: "Ich bin begeistert", sagt er. "Die Stadt ist nicht zu groß und nicht zu klein. Die OTH hat viele Treffen organisiert und hilft den Studenten, wo sie kann." Er sei am ersten September angekommen und habe nur wenige Tage später schon viele Freunde gefunden, erzählt Marco.
     
    Marco hat in Regensburg geforscht und Deutsch gelernt
     
    Marco ist einer von 114 Studierenden, die die OTH Regensburg in diesem Wintersemester aufgenommen hat. Während seines Aufenthalts hat er an seiner Masterarbeit geschrieben und Deutsch gelernt. Durch seine Stimme nimmt er wie jeder Teilnehmer an einem Gewinnspiel teil. Vier kleine Fragen zur Stadt müssen zusammen mit dem Voting beantwortet werden, dann winkt möglicherweise eine bezahlte Rückkehr in die Herzensstadt mit zwei Begleitpersonen.
     
    Uniplaces, der Veranstalter des Gewinnspiels, ist ein Online-Marktplatz, wo wohnungssuchende Erasmus-Studenten nach Unterkünften suchen können. Die Seite war für eine Nachfrage nach der Dauer des Gewinnspiels leider nicht zu erreichen. Noch läuft die Abstimmung, Regensburg liegt vor Cadiz und Madrid auf dem ersten Platz.
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 2/9/2016 5:00:00 PM
    • Im Profil
    Nicht zwingend politisch, unbedingt kritisch, bloß kein Sudokuheft werden

    So formuliert die diesjährige Chefredaktion des Studierenden-Magazins Lautschrift ihren Selbstanspruch.
    Diese Woche erscheint die Jubiläumsausgabe - das Sprachrohr der Studierenden wird zehn Jahre alt.

    Die diesjährigen Lautschrift-Chefredakteure Anna,Maximilian und Tilman (v.l.n.r.) besprechen sich. (Foto: Heckler)

    Im Januar 2007 verteilen ein paar Studierende, hauptsächlich Gesellschaftswissenschaftler, ein kostenloses Heft mit der Aufschrift "Fairness" auf dem Campus der Universität Regensburg. Die erste Lautschrift, so schreibt der erste Chefredakteur David Lanius im Vorwort, ist mehr als nur ein Magazin: Sie ist die Stimme der Studierendenschaft. Nicht nur ein schnödes Blatt, sondern "ein Signal der Aufklärung". Oberstes Ziel der Lautschrift sei es, "Neugier und Interesse zu vermitteln", und zwar in "öffentlichen, hochschulpolitischen [...] und wissenschaftlichen Themen."

    Knapp zehn Jahre später sitzen Anna, Tilman und Maximilian vor dem Laptop und arbeiten am Layout der aktuellen Ausgabe. Das Magazin wird dieses Semester etwas umfangreicher als sonst: es ist die 20. Ausgabe, die Lautschrift feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Zum normalen Heft gibt es eine Jubiläumsbeilage.

    Es erscheint mit einem Doppelcover zu den Themen "Mach Mal/Zwanzig!".
    Die Chefredakteure, die aus Amerikanistik und Politikwissenschaft kommen, stellen sich die gleiche Frage wie David Lanius vor zehn Jahren: Was ist der Selbstanspruch, was das oberste Ziel der Lautschrift? "Das Magazin soll irgendwo zwischen Neon und fluter rangieren", sagt Tilman. Seine Kollegen nicken zustimmend. Politisch müsse das Heft nicht zwingend sein, dafür unbedingt kritisch. "Auf keinen Fall soll die Lautschrift zum Sudokuheft verkommen", sagt Anna.

    Ein Wandel der Lautschrift zeichnet sich deutlich ab


    Wenn man die aktuellen Ausgaben durchblättert, ist zumindest keine Sudoku-Tendenz augenfällig.
    Ein Wandel der Lautschrift zeichnet sich aber deutlich ab. Hochschulpolitik wird nicht mehr behandelt. Das liegt an dem generellen Desinteresse der Studierenden an Hochschulwahlen und anderen Formen der politischen Partizipation. Nicht einmal jeder Zehnte Studierende hat zuletzt sein Kreuzchen auf dem Stimmzettel gemacht.

    Wissenschaft wird allenfalls boulevardtauglich aufbereitet: Warum ist man eigentlich oft so hungrig, wenn man Alkohol getrunken hat? Außerdem: Tipps für gelungene Papierflieger, Kolumnen, Glossen. "Wir wollen uns in den kommenden Semestern thematisch noch mehr in Richtung Stadt öffnen", sagt Tilman. Die Lautschrift wolle verstärkt kulturelle Themen aus Regensburg aufgreifen, mit studentischem Bezug, aber nicht mehr zwingend auf den Campus beschränkt. Eine Reportage über Street Art  aus dem Heft "Abenteuer" ist ein gutes Beispiel dafür.

    Eine Frage bleibt: Wie kritisch ist die Lautschrift noch? In der Jubiläumsausgabe werden sich verschiedene Redakteure ohne Eitelkeit dieser Frage nähern.


    Ab morgen wird auf dem Campus kostenlos die aktuelle Lautschrift verteilt. Thema: "Mach mal/Zwanzig!".
    • Kugelsicher

    Studienplatzbörse ist eröffnet!

    Wer im Sommersemester mit dem Studium starten will, kann ab heute nach Restplätzen suchen. (Foto: dpa) 
     
    Auf der Suche nach einem Studienplatz? Heute öffnet die Restplatzbörse für Studienplätze der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Auf dieser kostenlosen Plattform können sich alle spätberufenen Bewerber bis zum 30. April nach einem Studienplatz für das kommende Sommersemester umsehen. Mehr Infos gibt es hier.
     
     
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 2/1/2016 12:29:27 PM
    • Im Profil

    Eine Insel der Spiritualität

    Zwischen Zentralbibliothek, Kugel und PT befindet sie sich und bietet einen Ort der Besinnung für all jene, die im hektischen Studienbetrieb Rast suchen: Die Universitäts-Kapelle lädt zum Glauben, Denken und Lesen ein. Unter Verantwortung der katholischen und evangelischen Hochschulgemeinden finden mehrmals pro Woche Gottesdienste statt, die für viele eine Ergänzung zum irdischen Studieren darstellen. 
    Das warme Licht der Wachskerzen umhüllt das Betongrau der Universitätskapelle mit einer andächtigen Ruhe. (Foto: Harzenetter)
     
    Als Jesus in einer Synagoge die verdorrte Hand eines Mannes heilt, beschließen die Pharisäer, ihn gemeinsam mit den Anhängern des Herodes umzubringen. Er hatte es gewagt, am heiligen Sabbat entgegen den jüdischen Vorschriften zu handeln – indem er die Liebe zum Menschen über eine Idee stellte. „Jedoch zu denken, dass die selbstgerechte Besessenheit einer Theorie ausschließlich den alten Pharisäern vorbehalten sei, ist falsch“, mahnt Hermann Josef Eckl. 
     
    Anhand der Bibelstelle des Markus-Evangeliums veranschaulicht der Hochschulpfarrer der Universität Regensburg die Notwendigkeit, auch mal eine Theorie sterben zu lassen, um einem Menschen zu helfen. Ein knappes Dutzend Studierende folgt aufmerksam den Gedanken Eckls, der mit einer erfrischenden Mixtur aus lockerem Habitus und gebotener Nachdenklichkeit die heutige „Atempause“ in der Kapelle der Universität Regensburg leitet. 
     
    Ort zum Nachdenken, Entspannen und Verschnaufen
     
    Jeden Montag bis Donnerstag findet um 12.10 Uhr die 40-minütige Andacht statt, die fester Bestandteil des Programms der Universitäts-Kapelle ist. Inmitten des oftmals hektischen Campuslebens soll sie ein Ort sein, der zum Nachdenken, Entspannen und Verschnaufen einlädt. „Die meisten Eindrücke des Uni-Alltags sind positiv und bereichernd, aber umso wohltuender ist es, wenn man sie in einem Augenblick der Ruhe auch persönlich wirken lassen kann“, erklärt Eckl das Konzept der Kapelle. Dies gelte ebenso dann, wenn Zeitdruck bei Prüfungen oder offene Fragen über den eigenen Lebensweg einen Studierenden belasten.
     
    Am Mittwoch ist die „Atempause“ als Eucharistiefeier gestaltet. Es herrscht eine behagliche Stimmung, was weniger am charakteristischen Sichtbeton der Uni liegt, der auch für das Gotteshäuschen stilprägend ist. Vielmehr strahlt das warme Licht der weißen Wachskerzen, das Altar, Ambo und Kreuz erleuchten lässt, eine andächtige Ruhe aus. Untermalt wird diese vom regelmäßigen Beten und Singen während des Gottesdiensts, der freilich auf die liturgische Begleitung einer Orgel verzichten muss. Zwar werden katholische Sakramente wie die heilige Kommunion durch das Spenden von Hostie und Wein zelebriert, doch wie das gesamte Kapellprogramm steht auch die "Atempause" Angehörigen aller Konfessionen offen.
     
    Kapelle als spiritueller Kontrast zum Uni-Alltag
     
    Dass in der derzeitigen Prüfungsphase die Uni-Kapelle einen stärkeren Zulauf erfährt, erkennt Eckl insbesondere an der Zahl der Kerzen, die in der Kapelle entzündet werden. „Ich denke, das hängt damit zusammen, dass während der Prüfungszeit sich manche Lebensfragen besonders stark stellen: wird alles gut gelingen? Wie geht es persönlich mit mir weiter?“, mutmaßt Eckl, der seit 2007 Studentenpfarrer an der Uni ist. 
     
    Dass jedoch ausschließlich Studierende der Theologie die 2003 eröffnete Kapelle aufsuchen, ist ein Trugschluss. Christoph ist 25, studiert Lehramt und kommt zur „Atempause“, um sich vom Stress der Uni zu erholen: “Zwar mögen die grauen Wände den Trübsal des Alltags widerspiegeln, doch der Strahl der Kerzen verwandelt die Kapelle zu einem sehr schönen Ort an der Uni”. Auch Theresa studiert Lehramt, seit dem letzten Sommersemester nimmt sie regelmäßig an der "Atempause" teil. “Es ist einfach ein tolles Kontrastprogramm zum oft hektischen Uni-Alltag”, sagt die 21-Jährige, die zudem in der katholischen Hochschulgruppe KHG aktiv ist.
     
    Gemeinsam mit der evangelischen Hochschulgemeinde ESG ist die KHG für das Programm der Kapelle verantwortlich, zu dem neben der „Atempause“ etwa auch der „Morgenimpuls“ gehört. Montags und donnerstags wird der Tag um 7:30 Uhr mit einem Morgengebet begangen - für die früh aufstehenden Kapellgänger sicherlich zu keiner „unchristlichen“ Zeit. 
    von Moritz Harzenetter bearbeitet von Ronja.Bischof 1/29/2016 1:49:42 PM

  • Weißwurst mal anders

    Gut angebraten in der Brezenstange, Meerrettich-Preiselbeer-Topping drauf, dazu frischer Schnittlauch: So geht die Radlweisse über die Kiosktheke. Die Industriedesign-Erstsemester haben ihr Semesterprojekt präsentiert.


    Eine Menschentraube rund um die Radlweisse. Foto: Jacopo Foglietti
    Rege Betriebsamkeit an der OTH Prüfeningerstraße: Industriedesigner laufen hin und her zwischen Arbeitsraum und Weißwurststand. Im Arbeitsraum werden die Weißwürste schon mal vorgebraten, am Stand dann an den Kunden gebracht. Schließlich sollen alle Interessenten in den Genuss einer Radlweissen kommen.

    Der Andrang ist groß: Ein Menschentraube hat sich rund um den Kiosk gebildet, der als Fahrradanhänger konzipiert ist.
    Es ist eiskalt am Dienstagnachmittag, der den Höhepunkt des fünfmonatigen Kiosk-Projekts darstellt – die Präsentation. Doch die Köche braten weiter trotz roter Backen und kalter Finger, schließlich gilt es, Ausgaben wieder reinzuholen. Ob das klappt?

    „Alles reinzuholen wird schwer“, sagt Anna Eckl.
    Sie hat zusammen mit einer Kommilitonin die Organisation der Arbeitsgruppen übernommen. „Allein heute haben wir für die Zutaten über 300 Euro ausgegeben.“ Doch der Verkauf soll zumindest einen Teil der Ausgaben refinanzieren. Sie hat zusammen mit einer Kommilitonin die Organisation der Arbeitsgruppen übernommen. Die insgesamt 25 Teilnehmer mussten das gesamte Projekt aus der eigenen Tasche finanzieren.

    Tradition trifft auf Innovation


    Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Kiosk ist schlank und professionell verarbeitet, zusätzliche Bauchläden schaffen mehr Verkaufsfläche.
    Der Imbiss selbst ist raffiniert: Die Weißwurst wird in einer Brezenstange serviert, garniert mit Meerrettich-Preiselbeer-Topping und frischem Schnittlauch.

    „Die Radlweisse ist eine gute Idee“, sagt Prof.
    Matthew Burger. „Tradition trifft auf Innovation.“ Er ist verantwortlich für das Semesterprojekt der Industriedesign-Erstsemester. Für das Gelingen des Kiosk-Projekts waren für ihn zwei Zutaten besonders wichtig: Mut und Fantasie. „Manche der Teilnehmer haben viel Fantasie, sind aber nicht mutig bei der Umsetzung. Andere sind förmlich übermütig, aber fantasielos. Die Mischung in der Gruppe war gut“, sagt Burger.

    Insgesamt ist der Professor zufrieden mit der Umsetzung des Kiosks.
    Der Prototyp funktioniert gut und wird womöglich noch öfter zum Einsatz kommen. Die Industriedesigner dürfen auf gute Noten hoffen.

    Eindrücke der Präsentation seht ihr in der Kugelschreiber-Bildergalerie:


    Auf geht' zum ersten Einsatz! Der Kiosk ist als Fahrradanhänger konzipiert. Fotos: Jacopo Foglietti
    Die Weißwurst kommt in der Brezenstange. Jede Stange wird auf den Millimeter genau aufgeschnitten - mithilfe einer eigens angefertigten Brotschneidemaschine.
    Die Qualität liegt im Detail - die Industriedesigner haben sogar eigene Grillzangen hergestellt.
    Und zwar nicht nur zu Deko. Hunderte Weißwürste wurden gewendet.
    Der Grill wird angeworfen, während sich bereits erste hungrige Interessenten nähern.
    Die Theke des Kiosks ist klein - Bauchläden bringen zusätzlichen Platz.
     Hier wird garniert. Mal sehen, ob die kulinarische Szene Regensburgs das Logo der Radlweissen noch öfter zu sehen bekommt.
    Ein gelungenes Food Design: Die Radlweisse ist hochwertiges Fast Food.
    Es scheint zu schmecken.
     Fairer Preis für Fleischliebhaber und Vegetarier. Natürlich gibt's auch Bier.
    An Kundschaft mangelt es bei der Präsentation wahrlich nicht - trotz vier Grad minus.
    Geschafft: Nach fünf Monaten ist das Projekt Radlweisse abgeschlossen. Die Zufriedenheit ist groß - auch beim Professor (2.v.l.)
     
     

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    • Zur Debatte

    Das Böse editieren

    Mystifiziert, geächtet und tabuisiert, aber selten gelesen: Adolf Hitlers „Mein Kampf“ wurde jahrzehntelang unter Verschluss gehalten. Nach dem Erlöschen des Urheberrechts erschien nun eine kritische Edition, die die manipulativen Verschwörungstheorien durch wissenschaftliche Anmerkungen entkräften soll. Schon bald könnte es auch im Bestand der Universitätsbibliothek Regensburg stehen.

    Das berüchtigte Vermächtnis Adolf Hitlers "Mein Kampf" könnte bald in Form der kritischen Edition in der Regensburger Universitätsbibliothek erhältlich sein. (Foto: dpa)
     
    Wie geht eine Universit��tsbibliothek mit dem Werk eines Autors um, dessen Wirken das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte kennzeichnet? Verhältnismäßig strikt. Versuchen Studierende, sich anhand des Regensburger Katalogs unter 3,6 Millionen Medien den Weg zu Adolf Hitlers "Mein Kampf" weisen zu lassen, ergeben sich ungewöhnliche Probleme: Die unheilvolle Kampfschrift findet sich in keinem zugänglichen Regal, lesen können Studierende es nur auf Antrag und mit dem Nachweis des wissenschaftlichen Interesses.
     
    Diesem Sperrschutz liegt der volksverhetzende Charakter des Buchs zugrunde, den der Freistaat Bayern als verfassungsfeindlich einstuft. Über Jahrzehnte machte das Land als Nachlassverwalter Hitlers deswegen von seinem Urheberrecht Gebrauch und verbot den Nachdruck, was wesentlich zur Mystifizierung von „Mein Kampf“ beitrug. Wer das Werk in keinem verstaubten Dachboden fand, musste im Internet oder bei Antiquariaten fündig werden.  
     
    Neuauflage polarisiert
     
    Seit Ende 2015 ist „Mein Kampf“ jedoch „gemeinfrei“: Wie bei jedem anderen Werk verfiel 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers die Schutzdauer, weswegen eine Neuauflage rechtlich möglich wurde. Um zu verhindern, dass die berüchtigte Hetzschrift Leser unwidersprochen erreicht, entschied sich das Münchener Institut für Zeitgeschichte zur Herausgabe einer kritischen Edition. Eingebettet in einen wissenschaftlichen Rahmen von 3500 Fußnoten, werden Hitlers ideologische Wurzeln aufgezeigt, falsche Angaben richtiggestellt und biographische Angaben korrigiert. 
     
    Ohne Wirbel erfolgte die Neuauflage von „Mein Kampf“ jedoch nicht, die Veröffentlichung von Hitlers Machwerk polarisiert. Befürworter der Neuauflage betonen den Beitrag zur Aufklärung und Sensibilisierung für den Nationalsozialismus. Gegner wie Jeremy Adler argumentieren hingegen, dass sich das Böse nicht editieren ließe. Der Brite, der am Londoner King’s College Germanistik lehrt, verurteilt die Verbreitung einer rassistischen Hetzschrift durch eine rechtsstaatliche Institution scharf. 
     
    Kritische Edition öffne nicht Büchse der Pandora 
     
    Dem widerspricht Josef Memminger, akademischer Oberrat am Regensburger Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik, entschieden. Adlers Kritik folge einem Ansatz, der ausschließlich literarisch wertvolle Texte in die Zukunft zu retten beabsichtigt. „Dabei zweifelt kein Historiker an der Bedeutung von „Mein Kampf“ als wissenschaftliche Quelle“, sagt Memminger. Die kritische Edition öffne nicht die Büchse der Pandora, bekräftigt der 45-Jährige. Mit Hitlers Hetzschrift finde seit Jahrzehnten eine wissenschaftliche Auseinandersetzung statt, Schulbücher etwa würden Textpassagen seit jeher behandeln. 
     
    In der Herausgabe der kritischen Edition sieht Memminger insbesondere für die Pädagogik einen wichtigen Beitrag: Lehrern werde eine leicht zugängliche und wissenschaftliche Kommentierung an die Hand gegeben, die Hitlers Ideologie entlarve und dekonstruiere. Aus diesem Grund beabsichtigt er, bei der Universitätsbibliothek eine Aufnahme des Exemplars in den Bestand zu beantragen. Wie einfach Studierende die kritische Edition dann lesen können, ist jedoch noch unklar. Nach Auskunft der Universitätsbibliothek liegt das Auferlegen eines erneuten Sperrschutzes im Ermessen des bayerischen Justizministerium.
    von Moritz Harzenetter bearbeitet von Ronja.Bischof 1/20/2016 6:28:46 PM
    • Mach's selber
    Happy Birthday, Wikipedia!
    Die digitale Weltenzyklopädie feiert heute ihren 15. Geburtstag. Die Kugelschreiber haben bei den Wikipedia Natives nachgefragt: Welchen Anteil hat die Seite an eurem Studienerfolg? Schon mal gespendet oder gar selbst einen Artikel geschrieben? Und ganz sentimental zum Jubiläum: Was bedeutet euch Wikipedia? Reaktionen und Meinungen seht ihr im Video. 
    Happy Birthday, Wikipedia
    von Bernhard Heckler

    • Kugelsicher
    Von der Uni auf‘s Parkett der Weltpolitik

    Eine Delegation von zwölf Studierenden der Uni Regensburg fliegt im März nach New York, um in die Welt der Diplomatie einzutauchen. Als Teilnehmer der National Model United Nations simulieren sie mit über 5000 weiteren Studierenden aus aller Welt für fünf Tage den Alltag der Vereinten Nationen. Die Aufgabe der Regensburger Delegation dabei: die Vertretung isländischer Interessen.
    Unter der Verantwortung von Prof. Dr. Stephan Bierling (mitte, oben) und der Leitung von Susanne Prechtl (mitte, unten) fliegt die Regensburger Delegation zur NMUN nach New York. (Foto: Prechtl)  

    Im Herzen Manhattans, zwischen First Avenue und dem Ufer des East Rivers, ragt das Hauptquartier der Vereinten Nationen in den New Yorker Himmel. Gewöhnlich trifft sich hier die internationale Gemeinschaft, um in lebhaften Diskussionen Lösungen für die Probleme dieser Welt zu finden. Im kommenden März nehmen die Plätze der hochrangigen Diplomaten jedoch Menschen ein, deren Gesichter die Staatsoberhäupter bislang noch nicht kannten: Rund 5000 Studierende werden im Rahmen der weltgrößten Simulationskonferenz der Vereinten Nationen über die globalen Herausforderungen debattieren, unter ihnen: zwölf Studierende der Universität Regensburg.

    Mittlerweile zum zwölften Mal beteiligt sich die Universität Regensburg mit einer eigenen Delegation an der National Model United Nations (NMUN). Seit 1946 findet die Konferenz statt, an der Studierende aus über 50 Ländern teilnehmen. Die Spielregeln sind so einfach wie herausfordernd: Jeder Delegation wird ein Land zugeteilt, in dessen Rolle die Studierenden schlüpfen. Während der Konferenz vertreten die Jung-Diplomaten dann in verschiedenen Komitees die Interessen der Länder. Die Regensburger Delegation wird 2016 dabei wohl einen Schwerpunkt auf geothermale Energie, den Kampf gegen die Verschmutzung der Meere und ausgeklügelte Allianzpolitik legen: ihnen wurde Island zugelost.

    Reiz des Perspektivwechsels

    Wie viel Spannung verspricht die Vertretung eines Inselstaates, der nur rund doppelt so viel Einwohner wie der Landkreis Regensburg hat? Eine Menge, meint Susanne Prechtl, die das Projekt am Regensburger Lehrstuhl für Internationale Politik betreut. „Der Reiz der NMUN ist der Perspektivwechsel und der findet immer statt, egal welches Land man repräsentiert“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Man vertrete immer einen anderen als den eigenen Standpunkt und versuche, so gut wie möglich der Rolle des jeweiligen Landes gerecht zu werden. Zudem sei Island auch politisch interessant: Ohne eigene Streitkräfte ist es auf ein geschicktes Allianzverhalten angewiesen, zudem ist es Vorbildland und Pionier der erneuerbaren Energien: 100 Prozent des genutzten Stroms werden aus Erdwärme und Wasserkraft erzeugt. 

    Mit diesen Erfahrungswerten kann ein vermeintlich weltpolitisch unbedeutendes Land den Dialog in den verschiedenen Komitees bereichern. Um sich auch als kleines Land bei der NMUN erfolgreich Gehör zu verschaffen, bereiten sich die Regensburger Delegierten ein halbes Jahr auf die fünftägige Simulation vor. „Dazu gehört die intensive Auseinandersetzung mit dem politischen System Islands, seiner Geschichte, Kultur und Gesellschaft, vor allem aber seiner Außenpolitik und seiner Rolle in den Vereinten Nationen“ , sagt Prechtl. Für die Teilnehmer veranstaltet die 26-Jährige eigens eingerichtete Kurse, in denen sie die Delegierten über die Geschäftsordnung der Simulation unterrichtet und bei der organisatorischen Vorbereitung der Exkursion hilft.

    Lohnenswerte Investition

    Die akademischen Hintergründe der Regensburger Delegation sind dabei divers, Studierende aller Fachrichtungen  – ob Jura, Medizin oder Physik – wagen den Rollenwechsel und möchten ihr Verhandlungsgeschick unter Beweis stellen. Traditionell am stärksten sind jedoch Studierende der Politikwissenschaft in der Delegation vertreten, die theoretisch Erlerntes in der Praxis anwenden wollen. So auch Enno Schulz, der sich dazu entschlossen hat, an der diesjährigen NMUN teilzunehmen. "Die Möglichkeit an einem der vielleicht wichtigsten Orte der Weltpolitik auf 5000 andere Studenten aus der ganzen Welt zu treffen und sich auszutauschen, wollte ich mir nicht entgehen lassen", begründet der 26-Jährige seine Teilnahme.

    Rund 1500 Euro kostet pro Teilnehmer das Gesamtpaket, in dem Flüge nach New York, Unterkunft im Hotel sowie Verpflegung enthalten ist - für viele Studierende ist das kein Pappenstiel. Aus diesem Grund bemüht sich ein eigenes Fundraising-Team darum, Sponsoren zu finden, die die Kosten für die Bildungsreise übernehmen. Enno wird für die Finanzierung zudem auf Erspartes zurückgreifen und von den Eltern unterstützt. Angesichts der hohen Ausgaben bekräftigt er, sich davon nicht abschrecken zu lassen: "Bei einer solchen Gelegenheit sollte man nicht nur auf die Kosten blicken. Vielmehr gewinnt man eine unvergessliche Zeit und jede Menge Erfahrung".

    Die meisten Delegierten reisen bereits ein paar Tage früher an, um auch New York zu erkunden. Dabei treffen sie zudem die isländische Vertretung bei den Vereinten Nationen, um Informationen aus erster Hand zu den Positionen des Landes zu erhalten. Vielleicht bietet sich dabei auch die Möglichkeit, weitere Ratschläge für eine Expedition anderer Art einzuholen: Nach der 
    intensiven Auseinandersetzung mit dem bislang unvertrauten Land planen einige der Delegierten nach Island reisen, um den kleinen Inselstaat mit all seinen Facetten kennen zu lernen und die sagenumwobene Naturvielfalt zu erleben. 


    • Kugelsicher
    Ist die Uni fit für die digitale Zukunft?

    Und muss das wirklich sein, alle 90 Tage das Passwort zu ändern? Martin Wimmer, Leiter des Rechenzentrums an der Uni Regensburg, sagt: Ja und Ja! Warum IT-Sicherheit primär immer lästig ist und wofür das Rechenzentrum demnächst rund zwei Millionen Euro ausgeben will, seht ihr im Kugelschreiber-Videointerview. 

    von roland.jungbauer
    • Kugelsicher
    Zwischen den Jahren: Wie Studierende 2015 ausklingen lassen

    Es ist Ende Dezember, die Uni Regensburg erstrahlt im Grau ihres charakteristischen Sichtbetons, das weihnachtliche Weiß lässt noch immer auf sich warten. Doch dank Glühweinständen, Christbäumen und Weihnachtsfeiern hält allmählich auch am Campus die besinnliche Zeit Einzug. Viele Studierende fahren anlässlich der Festtage in die Heimat - doch wie verbringen sie Weihnachten und Silvester? Ihre Pläne haben sie uns in einer Umfrage erzählt. 

    Wie verbringt ihr Weihnachten? Und was habt ihr an Silvester vor? Studierende der Uni Regensburg gewähren Einblick in ihre Pläne - falls es die schon gibt.
    by Moritz Harzenetter 12/24/2015 5:00:06 AM24. Dezember 6:00


    • Jung & Krumm
    Das Periodensystem fordert seinen Tribut

    Explosionen, Verwüstung und Chaos im Chemietrakt der Universität Regensburg: Das JungChemikerForum (JCF) hat zur allweihnachtlichen Showvorlesung geladen. Bananen werden schockgefroren, Beeren abgefackelt, Tischtennisbälle im Raum verschossen. Die explosiven Ereignisse des Abends im Zeichen der "Tribute des Periodensystems" könnt ihr hier in aller Ausführlichkeit nachlesen. Hier gibt es ein paar bildliche Impressionen:

    Brille auf und abfackeln: Jungchemiker unterhalten das Publikum mit Knalleffekt. (Foto: Heckler) 
    Die ungefähr 250 Zuschauer bestaunen floureszierende Reaktionen - manch einer geht vorsichtshalber in Deckung (links unten im Publikum). (Foto: Heckler) 
    Der Hörsaal wird zum überdimensionalen Hexenkessel. (Foto: Heckler) 
    Was passiert, wenn man Schwefel anzündet? Wer weiß - sicherheitshalber mal die Ohren zuhalten. (Foto: Heckler) 
    Und ein weiterer Versuchgegenstand verabschiedet sich: hier hat es eine unschuldige Waldbeere erwischt. Der Brandschutzbeauftrage der Uni Regensburg muss heute ein Auge zudrücken. (Foto: Heckler) 
    Nach einer Stunde voller Experimente bleibt ein Schlachtfeld. (Foto: Heckler) 
    In diesem Sinne: Schöne Weihnachtsferien und bitte schnell den Raum verlassen - die Rauchentwicklung wird bedenklich! (Foto: Heckler) 
     
     

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    • Jung & Krumm
    Auf eine Radlweisse mit den Industriedesignern

    Volkswirtschaftler rechnen Graphen aus, Philosophen schreiben Hausarbeiten - die Industriedesigner bauen einen mobilen Weißwurststand. Die Kugelschreiber begleiten die Arbeit an dem Semesterprojekt.


    Ein mobiler Kiosk soll es werden. Das ist die einzige Vorgabe für das Semesterprojekt für die Erstsemester des Bachelorstudiengangs Industriedesign an der OTH Regensburg. Ansonsten sind die Studierenden sich selbst und der eigenen Kreativität überlassen. Die insgesamt 25 Kommilitonen des Erstsemesterjahrgangs arbeiten geschlossen in mehreren Arbeitsgruppen an der Umsetzung.

    Das Konzept steht bereits: Die Industriedesigner entwerfen einen mobilen Weißwurststand. Sie haben sich auch eine eigene Imbisskreation überlegt: die "Radlweisse". Logo und Werbung sind auch schon produziert. Das Motto: Tradition trifft Design. Das Ergebnis: ziemlich Hipster. Logos, Skizzen, Bauteile und Prototypen der Radlweissen seht ihr in der Kugelschreiber-Bildergalerie:

    So soll sie aussehen, die Radlweisse. Weißwurst in der Brezenstange, bestes Bavarian Fast Food. (Foto: Kugelschreiber)
    "Mobiler Kiosk": Von zwei Worten zum fertigen Weißwurststand muss einiges passieren. Darum treffen sich die Industriedesign-Erstsemester mindestens einmal wöchentlich, um an ihrem Projekt zu arbeiten. (Foto: Kugelschreiber)
    Der Kiosk muss fahrbar und weißwurstkochfähig sein. Über Bauchläden soll der Verkauf erfolgen. (Foto:Kugelschreiber)
    So oder so ähnlich: Skizze des Kiosk to be. Mit CO2-neutralem Fahrradantrieb. (Foto: Kugelschreiber)
    Größer wird's nicht: Das Grundgerüst des Kiosks. (Foto: Kugelschreiber)
    Das Auge isst mit: Deshalb beschäftigt sich eine eigene Arbeitsgruppe nur mit dem Logo-Design. Ideen gab es genug. (Foto: Kugelschreiber)
    Durchgesetzt hat sich dieser offizielle Logo-Schriftzug.
    (Foto: Kugelschreiber)
    Damit am Präsentationstag auch genug Radlweisse über die Verkaufstheke gehen, muss auch das Food Design stimmen: erste Schritte. (Foto: Kugelschreiber)
    Dass sich die Weißwurst durchgesetzt hat, war anfangs nicht abzusehen. Zu Beginn im Gespräch: Pizza, Bagel, Burger. (Foto: Kugelschreiber)
    So soll es die Weißwurst auf die Hand geben: im Brezenmantel. Skizziert... (Foto: Kugelschreiber)
    ...und gekocht. Stilecht in bayerischer Rauten-Serviette. (Foto: Kugelschreiber)
    Tradition meets design: Heraus kommt "The Woipidog" - in bester Hipster-Manier. (Foto: Kugelschreiber)
    Anna (18, links) und Larissa (21) sind für die Koordination der einzelnen Arbeitsgruppen verantwortlich. Freiwilliges Extra-Engagement? Nicht ganz:"Eigentlich sind wir einfach bestimmt worden", lacht Anna. Ihren Job erledigen die beiden natürlich trotzdem mit vollem Einsatz. (Foto: Heckler)
    Im ersten Stock der OTH Prüfeningerstraße entstehen Ideen und Skizzen in einem großen Arbeitsraum. (Foto: Kugelschreiber)
    In der Kellerwerkstatt des Gebäudes werden die Bauteile dann bearbeitet. (Foto: Kugelschreiber)
    Der Papp-Entwurf für einen Bauchladen. (Foto: Kugelschreiber)
    Hier entstehen Essenscoupons aus Bierdeckeln...
    (Foto: Kugelschreiber)
    ...die können dann Hungrige aller Fakultäten am 19. Januar einlösen und sich eine entspannte Pause mit einer frisch zubereiteten Radlweissen gönnen! (Foto: Kugelschreiber)
     
     

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    Das Projekt läuft bereits das gesamte Semester, das Ergebnis soll am 19. Januar der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dann gibt es an der Prüfeningerstraße die Radlweisse auf die Hand, auch Vegetarier werden versorgt. Mit dem Erlös wollen die Industriedesigner ihr Projekt refinanzieren: bisher haben sie alles aus eigener Tasche bestritten.

    Die Kugelschreiber raten: Diät bis zum 19. Januar, und dann ordentlich zuschlagen!
    • Kugelsicher

    Das Verbrechen verstehen 

    Rasche Blicke am Tatort, verblüffend genaue Angaben zum Täterprofil, intuitive Beschreibung des Tathergangs. Der Beruf des Profilers wird in Krimiserien wie CSI oder Criminal Minds gerne verklärt, viele Krimifans eifern ihm nach. Dabei sollten sie einem Trugschluss jedoch nicht aufsitzen: deswegen den Regensburger Masterstudiengang „Kriminologie und Gewaltforschung“ zu studieren.

    Mit den Ursachen und Erscheinungsfolgen von Gewalt und Aggression beschäftigt sich der Regensburger Master "Kriminologie und Gewaltforschung". (Foto: dpa)


    Seit dem Wintersemester 2013/14 bietet die Universität Regensburg den Masterstudiengang „Kriminologie und Gewaltforschung an“. Was für viele wie die aufregende Aufklärung von Verbrechen klingt, ist vielmehr die Lehre davon. Dabei ist die fallanalytische Kriminalistik von der Kriminologie abzugrenzen, die sich mit den Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen von Straftaten, Gewalt und Aggression beschäftigt.

    Der Regensburger Master versucht mit einem fächerübergreifenden Angebot dieser interdisziplinären Herausforderung gerecht zu werden: Neben Vorlesungen in Forensik, Medizin und Psychologie gehören Veranstaltungen in Soziologie, Theologie und Kulturwissenschaft zum Programm. Im wissenschaftlichen Charakter der Module zeigt sich dabei sehr deutlich, dass die Studierenden nicht unmittelbar für die Polizeiarbeit ausgebildet werden. Vielmehr bietet sich ihnen ein Berufsfeld in all denen Bereichen, wo Kriminalität, Gewalt und Aggression ein Thema ist – beispielsweise im Strafvollzug oder bei der Gewaltprävention in Bildungseinrichtungen.

    Bundesweites Interesse 

    In Deutschland bieten bislang nur vier Universitäten ein Studium der Kriminologie an, nicht zuletzt deswegen stößt der Regensburger Masterstudiengang bundesweit auf Interesse. Rund 30 Studierende beginnen pro Semester den Master - wie auch Philipp, der seinen Weg in die Oberpfalz gefunden hat, nachdem er in Sachsen-Anhalt aufwuchs und bereits ein Jahr in Hamburg den Master Internationale Kriminologie studierte: „Die politikwissenschaftliche Ausrichtung und die Reserviertheit der Dozenten gegenüber anderen Disziplinen war jedoch unbefriedigend“, konstatiert der 28-Jährige. In Regensburg stellen ihn die verschiedenen Fachrichtungen und Forschungsschwerpunkte bisher hingegen zufrieden.

    Insbesondere die Vorlesung von Prof. Dr. Osterheider in Forensischer Psychiatrie begeistert ihn: „Er ist eine unglaubliche Koryphäe auf seinem Fachgebiet und schafft es perfekt, Theorie und Praxis in seiner Vorlesung zu verbinden.“ Dabei wird die Systematik krimineller Handlungen untersucht, zuletzt mit einem Schwerpunkt auf Pädophilie und Sexualstraftaten.

    Weites Berufsfeld

    Nicht minder zufrieden ist bislang Marcia, die ihren Bachelor in Politikwissenschaft an der Uni Regensburg erworben hat und zudem Rechtswissenschaft studiert. Für den Master habe sich die 24-Jährige entschieden, weil sie die Frage umtreibt, warum manche Menschen Straftaten begehen, andere hingegen nicht. Mit ihrer Fächerkombination ist sie jedoch schon fast eine Exotin in ihrem Jahrgang, die meisten ihrer Kommilitonen haben einen Abschluss in Sozialer Arbeit, Psychologie oder Soziologie. 

    Wer weder Lehramt noch Medizin studiert, kann der Frage nach dem angestrebten Beruf schwer entkommen. Marcia hat ein starkes Interesse daran, im Feld des Strafrechts zu arbeiten. „In meinem Jurastudium lerne ich Paragraphen und Gesetze kennen, jedoch nicht die Menschen, auf die sie angewendet werden“, erklärt sie. Insofern stelle ihre Studienkombination eine wichtige Verknüpfung dar, um eine Straftat auf verschiedenen Ebenen zu verstehen. Philipp möchte sich hingegen der Therapie von (Sexual-)Straftätern widmen, wozu sein kombinierter Bachelor in Psychologie und Soziologie eine nützliche Grundlage bietet. 

    Verbesserungsbedarf besteht

    Da der Master in Regensburg noch in seinen akademischen Kinderschuhen steckt, sehen sowohl Marcia als auch Philipp Verbesserungsbedarf. Beide bemängeln, dass die Lehre bislang ausschließlich innerhalb von Vorlesungen vermittelt werde. „Um die Diskussion zu fördern und die kritische Betrachtung anzuregen, wären Seminare hilfreich“, sagt Marcia. Zudem hätten diese den Vorteil, dass man durch die gemeinsame Arbeit an einem Thema seine Kommilitonen schneller kennenlerne, ergänzt Philipp den sozialen Aspekt.

    Um Missverständnissen vorzubeugen, empfehlen Marcia und Philipp Interessierten, sich sorgfältig über das Studium zu informieren. Denn nicht selten werden mit dem Master falsche Annahmen verbunden, wie etwa klischeemäßig die Ausbildung zum Profiler. Sollte dieser Berufswunsch hingegen tatsächlich bestehen, hat das Bundeskriminalamt einen Leitfaden zusammengestellt - um die Kluft zwischen der realitätsfernen Darstellung der Medien und dem tatsächlichen Polizeialltag eines Operativen Fallanalysten zu schließen.



    • Kugelsicher

    Refugee Law Clinic zieht erste Bilanz und professionalisiert sich

    Im Oktober gründete sich die Refugee Law Clinic an der Uni Regensburg: In anglo-amerikanischer Tradition bieten Studierende eine kostenlose Rechtsberatung für Flüchtlinge an. Auf der Weihnachtsfeier blickt das Projekt auf die ersten Monate zurück – und stellt die Weichen für die Zukunft. 

     Gemeinsam blickten sie auf die ersten Monate der Refugee Law Clinic zurück und informierten über die Neustrukturierung, v.l.n.r.: Nina Kerstensteiner (stellv. Sprecherin der Refugee Law Clinic), Larissa Borkowski (Vorstand LLP), Bastian Winter (Sprecher der Refugee Law Clinic) und Prof. Dr. Alexander Graser (Vorstand LLP). (Foto: Harzenetter)

    Als im November die Flüchtlingskrise das bestimmende Gesprächsthema in Deutschlands Talkshows, Parteitagen und Stammtischen war, hielt sie auch die Refugee Law Clinic der Universität Regensburg auf Trab. Das Projekt, in dem Studierende eine kostenlose Rechtberatung für Flüchtlinge anbieten, betreute zeitweise bis zu 25 Fälle im Asyl-, Ausländer- und Sozialrecht. An Fragen wie „Wie erhalte ich eine Arbeitserlaubnis?“ oder „Wie mache ich meine Rechte im Asylverfahren geltend?“ arbeiten im Schnitt zwei bis vier Mitarbeiter, sagt Bastian Winter, Sprecher der Refugee Law Clinic.

    Im Rahmen der Weihnachtsfeier zog die Law Clinic erstmals Bilanz, nachdem im Oktober die Gründung offiziell erfolgte. Seitdem ist nicht nur die Fallmenge angewachsen, sondern auch die Anzahl der aktiven Mitarbeiter: rund 90 Studierende sind derzeit in der Rechtsberatung tätig, Tendenz steigend. Zwar studieren die meisten Rechtswissenschaft, doch das Projekt ist ausdrücklich für Engagierte aller Studienrichtungen offen. 

    Funktionelle Ausdifferenzierung notwendig

    Um die wachsende Nachfrage bewältigen zu können, professionalisiert sich die Law Clinic nun. Zukünftig ist die Law Clinic ein Projekt unter dem Dach des neugegründeten Trägervereins Legal Leverage Platform e.V. (LLP, zu Deutsch: Plattform, die rechtliche Mittel als Hebel zur Unterstützung sozial Benachteiligter nutzt), wie Alexander Graser bekanntgibt. Der Professor am Regensburger Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Politik ist Mitinitiator der Law Clinic und begründet diesen Schritt mit der notwendigen funktionellen Ausdifferenzierung: „Auf Dauer ist es nicht möglich, dass die Universität eine solch umfassende Rechtsberatung anbietet“.

    Fortan werde die Beratung in den Verein ausgelagert, die Uni bleibt jedoch mit ihrem lehrenden Angebot als Kooperationspartner erhalten. Damit solle zudem die Eigenständigkeit der Law Clinic gesichert werden, betont Graser, der zusammen mit Larissa Borkowski und Rechtsanwalt Dr. Christoph Lindner den Vorstand des neuen Vereins bildet  Die LLP werde dabei für die Förderung des Vereinszwecks sorgen, die Mitarbeitenden versichern sowie die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen.

    Mitglieder geben sich eigene Ordnung

    Die Refugee Law Clinic sei jedoch in ihrer Willensbildung weiterhin frei, bekräftigt Winter. Gewährleisten soll dies eine eigene Ordnung, die zuletzt erarbeitet wurde und in der nächsten Woche von den Mitarbeitern verabschiedet werden soll. Die Ordnung ernennt dabei die Mitarbeiterversammlung als höchstes Beschlussorgan, einen fünfköpfigen Leitungsrat zur Aufsicht über die laufenden Geschäfte und einen Fachrat, in dem sachkundige Personen die Qualität der Beratung sichern.

    Im Rahmen dieser Struktur soll in Zukunft die Rechtsberatung noch besser organisiert und Raum für weitere Projekte geschaffen werden. Für die Studierenden bietet sich dabei die wertvolle Chance, erlerntes Wissen in der Praxis anzuwenden – und ihren persönlichen Beitrag bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zu leisten. Angesichts des anhaltenden Zustroms von hilfesuchenden Flüchtlingen wird dieses Angebot wohl weiterhin auf eine dankbare Nachfrage stoßen.

    • Im Profil

    Peer Steinbrück zu Gast an der Universität Regensburg

    Peer Steinbrück (links) im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Prof. Stephan Bierling. (Foto: Christian Wapenhensch)


    Der Hörsaal H24 im Vielberth-Gebäude platzt am Dienstag Nachmittag aus allen Nähten.
    Studierende quetschen sich aneinander, der Mittelgang ist gänzlich verschwunden. Wenn es jetzt anfängt zu brennen, dann gute Nacht.

    Doch zum Glück ist das Einzige, das brennt, das Verlangen der Menge
    nach Peer Steinbrück: dem SPD-Kanzlerkandidaten, der dem SZ-Magazin im Bundestagswahlskampf 2013 den Mittelfinger gezeigt hat und auch sonst den Ruf genießt, ein Mann klarer Worte zu sein.

    Der Organisator des Abends ist Professor Stephan Bierling (Internationale Politik). Im ersten Teil der Veranstaltung stellt der Politikwissenschaftler Bierling dem Gast Steinbrück Fragen zu einer ganzen Reihe an Themen, die mitunter Zündstoff bergen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete antwortet erfrischend offen und ehrlich, rhetorisch begeisternd, hanseatisch trocken - die Herzen im Saal fliegen ihm nur so zu.

    Die Kanzlerkandidatur 2013

    Steinbrück erzählt, seine Bekanntgabe als Kandidat bereits im Jahr 2012 sei viel zu früh gewesen. "Da wirst du ein Jahr an der Bande entlanggezogen. Das hält niemand aus", sagt der Bundesminister a.D. im Hinblick auf die lang andauernde mediale Konzentration auf seine Person. Die SPD habe damals ein völlig falsches Bild von der Bundesrepublik gehabt, sie sei für eine saturierte Wählerschaft mit ihrem Konfrontationskurs eher ein Störfaktor gewesen. Später wirft er der politischen Klasse vor, sie habe die deutsche Gesellschaft "sediert", diese habe sich das aber auch gefallen lassen. Daneben spricht er von "persönlichen Fehlern".

    Helmut Schmidt

    Immer wieder zitiert Steinbrück den jüngst verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt. Er sei einer der größten Politiker in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen. "Helmut Schmidt hat diesem Land Profil gegeben", sagt der Mann, der selbst gerne Kanzler geworden wäre.

     Die Finanzkrise

    Steinbrück hat Ökonomie studiert. Heute tritt er zeitweise als Ökonom auf und liefert eine wirtschaftswissenschaftliche Analyse der Entstehung der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008. Doch er schildert auch seine privaten Erfahrungen als involvierter Politiker: "Ich habe zeitweise unter immensem Druck gestanden", sagt der damalige Bundesfinanzminister. Stündlich haben ihn neue Hiobsbotschaften erreicht, zeitweise habe er völlig resigniert. "Ich konnte nur noch auf immer neue Katastrophen reagieren. Zwischenzeitlich habe ich wirklich die Hoffnung aufgegeben." Denen, die auf vollständige Transparenz des politischen Systems pochen, sagt er: "Wenn alles immer völlig transparent kommuniziert wird, kann man nicht regieren. Entscheidungen müssen Regierende treffen können, ohne von einer ununterbrochenen öffentlichen Debatte gestört zu werden."

    "Die deutsch-französische Konstante ist fundamental für die deutsche Sicherheitspolitik"
    Im Gespräch plädiert Steinbrück außerdem für den Einsatz deutscher Streitkräfte im Konflikt mit dem Islamischen Staat (IS) im Rahmen eines Mandats. "Die deutsch-französische Konstante ist fundamental für die deutsche Sicherheitspolitik", sagt Steinbrück. Daher solle der Hilferuf der französischen Regierung erhört werden.

    Der jungen Generation, die heute seine Zuhörerschaft bildet, gibt er einen Rat mit: "Einsetzen!" Nur durch persönlicher Teilnahme an politischem und gesellschaftlichem Leben bleibe der hohe Lebensstandard in Deutschland weiterhin das, was er ist: eine Selbstverständlichkeit.

    Hier geht es zur weiteren Berichterstattung über den Besuch von Peer Steinbrück an der Universität Regensburg.



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