US-Präsidentschaftswahlen 2016

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Sonntag, 6. November 2016 7

US-Präsidentschaftswahlen 2016

Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Wir begleiten die Entwicklungen im NewsBlog.

  • Im Vorfeld des Wahlkampfes um den Einzug ins Weiße Haus hat Hillary Clinton die finanzielle Unterstützung durch die Finanzindustrie an der Wall Street und andere Branchen gefestigt. So habe die frühere Außenministerin jüngst mehr Wahlkampfspenden von Führungskräften aus dem Finanzsektor erhalten als alle anderen Bewerber zusammen, berichtet das «Wall Street Journal». Clinton habe insgesamt 4,2 Millionen Dollar an der Wall Street eingesammelt, schreibt das Blatt. Allein im März habe sie 344.000 Dollar von dort erhalten, was 53 Prozent der Spenden aus dieser Branche entsprächen, analysiert «WSJ». Einige Wall-Street-Spender, die zuvor noch republikanische Bewerber wie Jeb Bush und Marco Rubio unterstützt hätten, seien nun auf Clintons Seite gewechselt. Donald Trump übrigens habe bislang nicht mehr als ein Prozent der Wall-Street-Spenden eingesammelt, berichtet die Zeitung.


  • Trump-Berater Paul Manafort sieht angesichts der Spannungen zwischen seinem Mandanten und der republikanischen Partei keinen Grund zur Eile. «Es ist ein Heilungsprozess», sagte Manafort dem Sender Fox News. Die Erwartungen der Medien - dass man nach der Vorwahl von Indiana und dem Ausscheiden von Ted Cruz und John Kasich gleich zusammenkomme - seien unrealistisch gewesen. «Wir haben viel Zeit, die Partei zusammen zu führen», sagte der Berater. 

    Trump-Berater und Stratege: Paul Manafort. Foto: Justin Lane, epa/dpa/Archiv
  • Donald Trump selbst zeigt derweil nur bedingt Bereitschaft sich auf Kritiker in den eigenen Reihen zuzubewegen. Zwar denke er, dass es etwas Gutes hätte, wenn die Partei geeint wäre, sagte der Geschäftsmann dem Sender ABC. «Aber ich glaube nicht, dass sie wirklich im traditionellen Sinne vereint sein muss.» Trump machte zugleich klar, dass es keinen Grund gebe, seine Ansichten zu ändern oder seine Rhetorik abzumildern. Schließlich habe er den Republikanern Millionen Wählerstimmen verschafft, die sie ohne ihn nie bekommen hätten.   

     Donald Trump ist nur bedingt kompromissbereit. Foto: Justin Lane, epa/dpa/Archiv
  • Bei den Republikanern gehen unterdessen die Bemühungen hinter den Kulissen weiter, Trump vielleicht doch noch durch einen unabhängigen Gegenkandidaten auf dem Nominierungsparteitag im Juli zu stoppen. Zu den stärksten Befürwortern eines solchen Schrittes zählt der konservative Kommentator und Kolumnist William Kristol. Er kam nach Angaben der «Washington Post» kürzlich mit dem früheren republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney zusammen, der ein besonders scharfer Kritiker Trumps ist. Hoffnungen gehen dahin, dass sich Romney entgegen bisherigen Äußerungen doch noch bereiterklärt, gegen Trump anzutreten - oder zumindest dabei hilft, einen anderen starken Gegenbewerber zu finden.
  • Donald Trump geht bei den Vorwahlen erstmals als einziger Bewerber der Republikaner ins Rennen. Gewählt wird bei den Konservativen in Nebraska und in West Virginia. Nach dem Ausstieg von Ted Cruz und John Kasich als letzte seiner einst 16 Mitbewerber muss sich Trump bei den Republikanern auch dann noch den Vorwahlen stellen, wenn es keinen Gegenkandidaten gibt. Trump hat bisher rund 1050 Delegierte gesammelt. Für die absolute Mehrheit und damit eine Nominierung im ersten Wahlgang beim Parteitag im Juli in Cleveland braucht er 1237 Stimmen. 

    Trump wird nach Auffassung von Meinungsforschern entweder alle oder fast alle Delegierten, die bis zum Vorwahl-Finale am 7. Juni zu vergeben sind, erringen und die Hürde von 1237 klar überwinden. Gleichzeitig machen sich jedoch in der Partei Abspaltungstendenzen breit. Strikt konservative Kreise bei den Republikanern halten Trump nicht nur persönlich für ungeeignet, sondern auch programmatisch für nicht tragbar. Viele seiner Thesen seien zu liberal.

    Foto: Tannen Maury, epa/dpa/Archiv
  • Hillary Clinton hat hren 26. Sieg im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur errungen. Sie schlug ihren Konkurrenten Bernie Sanders im US-Außengebiet Guam mit 60 zu 40 Prozent. Der Senator aus Vermont hat bisher 19 Vorwahlen gewonnen.

    Da es bei der Abstimmung in Guam aber nur um sieben Delegierte für den Nominierungsparteitag im Juli ging, ändert das Ergebnis wenig. Insgesamt führt Clinton bei der Delegiertenzahl deutlich vor Sanders und gilt daher als wahrscheinliche Kandidatin. Sie würde dann bei der Präsidentenwahl im November voraussichtlich gegen den Republikaner Donald Trump antreten, der im Vorwahlrennen keine Konkurrenten mehr hat.Die nächste Abstimmung steht am Dienstag in West Virginia an. Jüngste Umfragen zeigen Sanders in Führung.


    Foto: John G. Mbanglo, epa/dpa/Archiv
  • (...) Um mit den unerwarteten Herausforderungen fertig zu werden, vor denen unsere Nation in den nächsten vier Jahren unausweichlich stehen wird, erfordert es von seinem Inhaber große Tapferkeit und Demut, das nötige Naturell und einen starken Charakter. Donald Trump hat dieses Naturell oder eine solche Charakterstärke nicht unter Beweis gestellt. Er hat keinen Respekt für die Verfassung gezeigt. Und: Er ist kein konsequenter Konservativer. (...)

    Jeb Bush, frühzeitig gescheiterter US-Präsidentschaftsbewerber, wird Donald Trump nicht wählen. Auch  Hillary Clinton will er seine Stimme nicht geben. Der frühere Gouverneur von Florida schließt sich damit einer Reihe prominenter Republikaner an, die dem voraussichtlichen Kandidaten der Partei im Kampf um das Weiße Haus die Unterstützung versagen.
  • US-Präsident Barack Obama wünscht sich mehr Ernsthaftigkeit in der Diskussion um seine Nachfolge: 

    Wir leben in ernsten Zeiten, und dies ist ein ernster Job, es geht hier nicht um Unterhaltung, und es ist auch keine Reality Show.
  • Donald Trump hat sich für einen Austritt Großbritanniens aus der EU ausgesprochen. «Ich würde sagen, sie wären ohne sie (die Europäische Union) besser dran», sagte Trump dem US-Fernsehsender Fox News. «Ich glaube, dass die Einwanderung (von Flüchtlingen) eine fürchterliche Sache für Europa gewesen ist und zu einem großen Teil von der EU befördert wurde.»

    Seine Einschätzung zu einem möglichen «Brexit» sei aber nicht als Empfehlung zu verstehen und basiere nur auf seinem persönlichen Gefühl, schränkte Trump ein. Entscheiden müssten die Briten selbst. Trump hatte zuvor US-Präsident Barack Obama dafür kritisiert, den Briten von einem Austritt aus der EU abgeraten zu haben. 


  • Die US-Regierung sollte sich nach Meinung eines Großteils der Landesbewohner stärker um Probleme in den Vereinigten Staaten kümmern, und weniger um die anderer Länder. Nur 37 Prozent seien der Ansicht, dass die USA anderen Staaten beim Lösen ihrer Probleme helfen sollte, ergab eine Studie des Pew Research Center, die in Washington veröffentlicht wurde. 41 Prozent halten die derzeitige Beteiligung der USA an der Lösung der Weltprobleme für zu hoch.

    Dass zudem knapp die Hälfte der Bevölkerung überzeugt ist, die USA seien weniger mächtig als noch vor zehn Jahren, passt in das Wahlkampfschema des Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump. Der designierte Kandidat der Republikaner hat seine Außenpolitik unter die Devise «America First» gestellt.

  • Der zähe Kampf bei den Demokraten könnte Trump in die Karten spielen. Er beginnt damit, Anhänger von Clintons Rivalen Bernie Sanders zu umwerben. So sagte in Indiana ein Viertel der Sanders-Wähler, sie würden niemals für Clinton stimmen. Auf sie setzt Trump und hofft, das Protestpotenzial des Sanders-Lagers mit seiner Kampagne kurzschließen zu können. Trump sagte, die Demokraten hätten das Wahlsystem absichtlich gegen Sanders zurechtgebastelt.

    Die frühere First Lady liegt viele hundert Delegierte vor Sanders. Ihr Abschneiden verdeutlicht aber, dass sie selbst viele Demokraten nicht als Kandidatin überzeugt. Gewinnt Sanders weitere Vorwahlen, etwa in Montana oder Oregon, ginge Clinton als beschädigte Kandidatin in das Duell mit Trump.
  • Sowohl Donald Trump als auch Hillary Clinton stellen sich auf einen erbitterten Zweikampf ein. Der Reality-TV-Star begann bereits, die ehemalige First Lady persönlich anzugehen. Clinton schaltete nach der Vorwahl in Indiana einen TV-Spot, der eine dichte Folge negativer Trump-Kommentare republikanischer Spitzenleute zeigt.

    Clinton sagte CNN, Trump sei unberechenbar und gefährlich. «Ich werde nicht gegen ihn kämpfen, ich kämpfe meinen eigenen Kampf.» Wenn der «dröhnende» Trump persönlich werden und sie auf ihr Privatleben ansprechen wolle, sei sie gut vorbereitet, sagte Clinton. «Er wäre wirklich nicht der Erste, der das tut.»

     Fühlt sich gut gewappnet gegen Donald Trump: Hillary Clinton. Foto: Mike Nelson, epa/dpa
  • Mehrere republikanische Politiker erklärten, sie wollten nicht zum Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland reisen. Er wolle nicht an einer Krönungsmesse für Donald Trump teilnehmen, sagte Joshua Claybourn, ein Delegierter aus Indiana, dem Sender CNN. «Weder werde ich für ihn stimmen, noch ihn in sonst irgendeiner Weise unterstützen», sagte er und stellte sein Delegiertenmandat einem Nachrücker zur Verfügung. 

    Senator Ben Sasse aus Nebraska will einen konservativen Gegenkandidaten aufbauen, der möglicherweise parteiunabhängig antreten könnte. Die früheren Präsidenten George Bush und sein Sohn George W. Bush verpassten sich selbst einen Maulkorb und wollen sich nicht mehr zu Trump äußern. 
  • Nach der praktisch besiegelten US-Präsidentschaftskandidatur des umstrittenen Seiteneinsteigers Donald Trump werden bei den US-Republikanern Spaltungstendenzen sichtbar. Der Präsident des US-Abgeordnetenhauses, der Republikaner Paul Ryan, sagte im US-Fernsehen auf die Frage, ob er Trump unterstützen werde: «So weit bin ich im Moment noch nicht.» Er hoffe aber, dass sich das ändere.

    Der frühere Präsidentschaftsbewerber und Senator von Arizona, John McCain erklärte, Trump schmälere möglicherweise seine Chancen auf eine Wiederwahl in den Senat: «Es könnte das (schwerste) Rennen meines Lebens werden», sagte McCain.


  • Trumps Erfolg wäre undenkbar ohne die Arbeit der Tea Party, die seit vielen Jahren schon die Verherrlichung der traditionellen Werte der amerikanischen Kultur predigt, Präsident Obama unaufhörlich attackiert und den Hass auf Einwanderung und Minderheiten auf ihre Fahnen schreibt. (...) Der New Yorker Millionär repräsentiert den Triumph der Antipolitik, die sich die Angst vor Arbeitslosigkeit, vor der Konkurrenz aus Asien, vor den Folgen des technologischen Wandels und der Globalisierung zu Nutze macht (...) Man kann Trumps Erfolg besser verstehen, wenn man diesen in Verbindung mit dem Aufstieg des Populismus in Europa setzt, der vom Verlust der Glaubwürdigkeit der politischen Klasse und den Folgen der Krise verursacht wird. Trump ist kein isoliertes Phänomen. Er ist ein Produkt der kollektiven Frustration in der westlichen Welt.

    Zum Erfolg des US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump bei den Vorwahlen der Republikaner schreibt die rechtsliberale spanische Zeitung «El Mundo» (Madrid).
  • Der Trump-Stil hat eine Kampagne der ständigen Denunzierung der Eliten geprägt, für das die sozialen Netzwerke das ideale mediale Vehikel gebildet haben. In diesem Sinne ist Trump ein «moderner» Kandidat seiner Zeit, der des Triumphs des Info-Spektakels. Das Entscheidende ist zunächst, nicht zu langweilen. Aber die Form hätte nicht gereicht, wenn er nicht inhaltlich eine tiefe Wut eines Teils der öffentlichen Meinung eingefangen hätte. (...Aber in seiner Simplifizierung - die die Methode des Sündenbocks missbraucht und alles und jedes verspricht - wendet dieses Programm sich an die Ängste der Mittelschicht, all jene, die das Gefühl haben, dass das «System» für sie nicht mehr funktioniert (...). «Der Donald» ist ein «Vertriebsmann»: Er verkauft Illusion, Traum, Nostalgie, ein Spielautomaten-Hirngespinst aus vergoldeten Pailletten. Man weiß, dass das in der Politik nicht nur gefährlich sein kann. Es kann zur Tragödie werden.

    Die französische Tageszeitung «Le Monde» analysiert den Erfolg des US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump bei den Vorwahlen der Republikaner.
  • Trumps Gegner haben sich immer wieder als äußerst schwach erwiesen. Ja, am Anfang gab es in diesem Wettkampf viele Mitbewerber. Aber sie waren alle zu ängstlich, Schwierigkeiten anzusprechen oder moderaten und unabhängigen Wählern die Hand zu reichen. Sie waren ganz mit parteistrategischen Fragen beschäftigt statt mit der wichtigsten - der wirtschaftlichen Unsicherheit -, was der Kampagne Trumps Auftrieb gegeben hat. (...) Und den meisten fehlte es völlig an jenem Charisma, das - wie widerwärtig es auch im Falle Trumps sein mag - ein unbestrittener Faktor in seinem Triumph ist.

    Zum Erfolg von US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump bei den Vorwahlen der Republikaner schreibt die britische Zeitung «The Guardian».
  • Die Rolling Stones wollen Donald Trump verbieten, ihre Lieder für seinen Wahlkampf zu nutzen. Trump habe keine Genehmigung gehabt, die Songs bei seinen Auftritten laufen zu lassen, erklärt das Management der Band im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die britische Rockband hatte den republikanischen Kandidaten zuvor aufgefordert, jegliche Nutzung ihrer Musik unverzüglich einzustellen.
     
    Bei seinen Wahlkampfveranstaltungen hatte Musikliebhaber Trump nach Angaben der Nachrichtenagentur PA unter anderem den Klassiker «You Can't Always Get What You Want» abgespielt. Die Rolling Stones stellen sich damit in eine Reihe von Künstlern, die Trump die Nutzung ihrer Werke verbieten. Sängerin Adele zeigte ihm im Februar die rote Karte, Aerosmith-Sänger Steven Tyler im September und der ehemalige REM-Frontmann Michael Stipe im Oktober.
     
    Ronnie Wood, Mick Jagger, und Keith Richards von den Rolling Stones. Foto: Alejandro Ernesto epa/dpa/Archiv
     
  • Donald Trump wird sich nach Ansicht der US-Politikwissenschaftlerin Amanda Friesen auch nach seiner faktisch unausweichlichen Kür zum Präsidentschaftskandidaten treu bleiben. «Trump ist eine Marke. Jeder kennt ihn, und jeder kennt ihn so, wie er ist», so Friesen im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Trump habe im Vorwahlkampf alle Regeln gebrochen, die politisches Benehmen eigentlich vorschreibe. In einem Fall habe er sogar einen Behinderten imitiert. «Ich dachte, jetzt ist es aus», erklärt Friesen. Seine Anhängerschaft verzeihe ihm die Verbalausfälle aber offenkundig.
     
    Foto: Tannen Maury, epa/dpa/Archiv
     
  • In der pfälzischen Heimat seiner Vorfahren wünscht man Donald Trump viel Erfolg bei der anstehenden US-Wahl. «Wir hätten nicht gedacht, dass er so weit kommt», so der Bürgermeister von Kallstadt, Thomas Jaworek, im Gespräch mit dem Radiosender SWR info. «Und jetzt drücken wir ihm natürlich die Daumen für die Präsidentschaftskandidatur.» Die gesamte Gemeinde habe die Vorwahlerfolge von Trump gespannt verfolgt. Die Ahnen des Republikaners stammen aus dem Weinort in Rheinland-Pfalz. 
     
    Ein Grabstein mit der Aufschrift «Trump» in Kallstadt auf dem Friedhof. Foto: Uwe Anspach, dpa/Archiv
     
  • John Kasich, letzter verbliebener republikanischer Konkurrent Donald Trumps im Vorwahlkampf, beendet sein Rennen um die Kandidatur für das Weiße Haus. Er hatte bis zuletzt an seiner Bewerbung festgehalten, obwohl er im monatelangen Vorwahlrennen nur einen einzigen Staat geholt hatte, seinen Heimatstaat Ohio. Bei der vergangenen Vorwahl im Bundesstaat Indiana landete er mit einer einstelligen Prozentzahl auf dem dritten Platz. Der New Yorker Milliardär Trump hat damit bei den Republikanern keinen Konkurrenten mehr, der ihm seine Kandidatur streitig machen könnte. Formal muss Trump dennoch die Schwelle von 1237 Delegierten überschreiten, um offizieller Kandidat der Republikaner zu werden.

    Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa/Archiv 
  • Die restlichen Wahltermine, der Fahrplan bis zur Vereidigung des neuen US-Präsidenten auf einen Blick:

    Grafik: J. Reschke  
  • Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat Donald Trump ist zuversichtlich, die Republikaner nach seinem Sieg in Indiana rasch zu vereinen. Er erhalte nun viel Zustimmung von allen Seiten, sagt Trump im ersten Interview nach seinem Vorwahlsieg dem Sender MSNBC. Die Unterstützung komme auch von bisherigen Gegnern, sagt Trump. «Das ist kein Problem für sie, es sind ja Politiker.» Trump wiederholt seine Angriffe auf Hillary Clinton, Spitzenkandidatin der Demokraten. Sie dürfe schon wegen ihrer E-Mail-Affäre eigentlich gar nicht erst antreten.

    Befragt nach seinen Positionen zu Muslimen sagt Trump, man müsse sehr wachsam und vorsichtig sein. «Migranten zerstören Europa. Das werde ich für die USA nicht zulassen.» Es interessiere ihn nicht, ob ihm solche Aussagen schadeten. «Ich tue das, was ich für richtig halte», sagt Trump. 

     Donald Trump will die Republikaner nach seinem Sieg in Indiana rasch einen. Foto: Justin Lane, epa/dpa


  • Immer wieder sorgt Donald Trump mit markigen Sprüchen für Schlagzeilen. Eine Auswahl seiner deftigsten Aussagen:
     
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    von dpa·live Desk
  • Anfang des Jahres erklärte die ehemalige Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, höchst medienwirksam ihre Unterstützung für Donald Trump. Viel war in letzter Zeit von ihr nicht zu hören. Doch nun meldet sie sich zu Wort - auf Facebook. Sie bedankt sich bei den Wählern von Indiana und schwärmt in höchsten Tönen vom 69-Jährigen Immobilienmogul: «Wir haben eine Revolution gebraucht und nun haben wir den Revoluzzer gefunden.»

  • Wie geht es nun weiter? Nach der Vorwahl in Indiana stehen in den USA nun noch Abstimmungen an nurmehr acht Wahltagen an. Durch den Ausstieg von Ted Cruz hat sich die Ausgangslage bei den Republikanern komplett verändert. Der wichtigste verbleibende Termin für die wahrscheinliche Kandidatur Donald Trumps ist der 7. Juni. Dann wird in Kalifornien gewählt, einem Staat mit besonders vielen zu vergebenden Delegierten. Am gleichen Tag stimmen Republikaner und Demokraten in Montana, New Jersey, New Mexico und South Dakota ab, die Demokraten außerdem in North Dakota.
     
    Nach jetzigem Stand wird spätestens der 7. Juni darüber entscheiden, wer als Kandidat seiner Partei den Kampf um das Weiße Haus aufnimmt. Am 14. Juni schließen die Demokraten in der Hauptstadt Washington DC die langen Monate der Vorwahlen ab. Im Juli stehen Parteiveranstaltungen an (Republikaner: Cleveland, Demokraten: Philadelphia). Dort werden die Kandidaten für die Wahl des nächsten US-Präsidenten offiziell gekürt.
     
    Alles spricht dafür, dass diese beiden das Rennen um das Weiße Haus unter sich ausmachen: Hillary Clinton und Donald Trump. Fotos: Justin Lane und Andrew Gombert, epa/dpa/Archiv
     
     
  • Trump erringt also gewissermaßen die Nominierung, während sein persönlicher Zuspruch bei den Wählern im Keller ist, mit 67 Prozent der Amerikaner, die nachteilig über ihn denken. Das macht ihn zum am wenigsten geschätzten Präsidentschaftskandidaten in einer der großen Parteien seit mindestens 1984 - und die Feindseligkeit, die ihm von Teilen der Führung der republikanischen Partei entgegenschlägt, ist ohne Beispiel. Aber nichts von diesen harten Tatsachen konnte die Strahlkraft von Trumps Stunde des Sieges schwächen.

    Zum erneuten Vorwahl-Sieg von US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump meint die britische Zeitung «The Guardian».
  • Für den republikanischen Parteichef Reince Priebus ist Donald Trump der «anzunehmende Kandidat» für das Präsidentenamt. Das schreibt er auf Twitter. Gleichzeitig ruft er seine Partei zur Einheit auf: «Wir müssen uns alle vereinen und uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu schlagen».
     
    Republikaner-Chef Reince Priebus. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa/Archiv
     
  • Nach dem Ausscheiden seines Rivalen Ted Cruz aus dem US-Vorwahlrennen sagt der wahrscheinliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump der Demokratin Hillary Clinton den Kampf an: «Wir werden Hillary Clinton schlagen», so der Multimilliardär. «Wir werden im November gewinnen - und wir werden hoch gewinnen.»

    Nach den erbitterten Konfrontationen im Vorwahlkampf schlug Trump versöhnliche Töne gegenüber Cruz an. Der Senator aus Texas sei ein sehr harter Konkurrent gewesen, erklärt der Immobilienmogul. Cruz sei ein «zäher, smarter» Mann und habe eine große Zukunft vor sich. «Ich beglückwünsche ihn», sagt Trump.

  • Ted Cruz gibt den Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner auf. Der Senator von Texas sagte vor Anhängern in Indianapolis, er beende seinen Wahlkampf schweren Herzens. Mit dieser Entscheidung ist der Weg für den Milliardär Donald Trump als Kandidat seiner Partei für das Weiße Haus frei. Cruz erklärte, er habe immer gesagt, er kämpfe so lange weiter, wie es eine realistische Chance auf die Kandidatur gebe. Er müsse aber nach dem Ergebnis der jüngsten Vorwahl in Indiana anerkennen, dass die Wähler anderes wollten.

    Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa
     
  • Auf ihrem Weg zur Präsidentschaftskandidatur hat Hillary Clinton einen weiteren Etappensieg verpasst. Sie verlor die Vorwahl im Bundesstaat Indiana mit gut fünf Prozentpunkten Rückstand gegen Bernie Sanders. Auf das Gesamtrennen der Demokraten hat das wenig Einfluss, weil die frühere Außenministerin und First Lady immer noch weit vor Sanders liegt. Die Vorwahl in Indiana zeigt aber einmal mehr, dass Clinton auch in ihrer eigenen Partei nicht durchgängig beliebt ist.
     
    Holt sich einen weiteren Vorwahsieg: Bernie Sanders. Foto: David Maxwell, epa/dpa/Archiv
     
  • Donald Trump hat die Vorwahl der Republikaner im US-Bundesstaat Indiana mit großem Abstand gewonnen. Seine Konkurrenten Ted Cruz und John Kasich waren weit abgeschlagen. Er hat damit die Kandidatur als Präsidentschaftskandidat der Republikaner zwar noch nicht sicher. Sie ist ihm aber kaum noch zu nehmen. Der New Yorker Milliardär muss für die Nominierung die Schwelle von 1237 Delegierten erreichen. Mit dem Sieg in Indiana kommt er dieser Marke nochmals näher.
     
    Foto: Justin Lane, epa/dpa
     
  • Ted Cruz will auch im Falle einer Niederlage in Indiana weiter um die Nominierung der republikanischen Partei kämpfen. Das kündigt der Senator von Texas einen Tag vor der Vorwahl in dem Bundesstaat an. «So lange wir einen gangbaren Weg zum Sieg haben, so lange kämpfe ich bis zum Schluss», zitiert der Sender NBC News Cruz. Insgesamt 57 Delegierte gilt es für die Präsidentschaftsbewerber in Indiana für sich zu gewinnen. Eine Niederlage Cruz' würde die Nominierung Donald Trumps aufseiten der Republikaner noch wahrscheinlicher machen.   

     Will bis zum Ende durchhalten: Ted Cruz. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa/Archiv
  • Der Republikaner Donald Trump hat erneut China zum Ziel eines Verbalangriffs gemacht. «Wir dürfen es nicht weiter zulassen, dass China unser Land vergewaltigt», sagte der Geschäftsmann bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Indiana.  Trump warf China in seiner Rede in Fort Wayne eine unfaire Handelspolitik vor. Bereits in der Vergangenheit hatte er Peking Währungsmanipulation vorgeworfen, um seine Exporte wettbewerbsfähiger auf dem Weltmarkt zu machen. 

     Verteilt erneut verbale Tiefschläge: Donald Trump. Foto: Paul Buck, epa/dpa/Archiv
  • Kurz vor der Vorwahl in Indiana zeichnet sich laut einer Umfrage ein weiterer Sieg für Donald Trump ab. Der umstrittene Republikaner führt einer Erhebung von NBC News, «Wall Street Journal» und Marist zufolge mit 15 Prozent vor seinem schärfsten Rivalen Ted Cruz. Trump kommt demnach auf 49 Prozent Zustimmung, während Cruz 34 Prozent und John Kasich auf 13 Prozent der Stimmen kämen. Wenn Cruz in Indiana nicht gewinnen kann, hat Trump sehr gute Chancen auf eine absolute Mehrheit der Delegierten. Sollte Cruz hingegen klar gewinnen, dürfte es für Trump schwer werden, die Mehrheit vor dem Parteitag in Cleveland zu sichern. In jedem Fall wird das Rennen nicht vor dem 7. Juni entschieden, wenn mit Kalifornien der größte Bundesstaat abstimmt.

    Bei den Demokraten hingegen dürfte das Rennen enger werden. Hier sieht die Umfrage Hillary Clinton mit 50 Prozent knapp vor Bernie Sanders mit 46 Prozent der Stimmen.



  • Trotz des deutlichen Vorsprungs seiner innerparteilichen Rivalin Hillary Clinton will Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders weiter um die offizielle Nominierung der Demokraten kämpfen. Es sei nahezu unmöglich für die frühere Außenministerin bis zum Parteitag im Sommer eine Mehrheit der gewählten Delegierten zu erreichen, sagte der Senator von Vermont laut NBC News. Sein Ziel sei es daher, die Super-Delegierten davon zu überzeugen, ihn vor und während des Parteitages zu unterstützen Die Super-Delegierten sind stimmberechtigte Parteigrößen, die von keinem Vorwahlergebnis abhängig sind und jederzeit ihre Meinung - wen sie unterstützen - ändern können. «Sollte ich in einem Bundesstaat 70 Prozent gewinnen, dann denke ich, habe ich Anspruch auf diese Super-Delegierten», sagte Sanders. Die Demokraten halten noch in zehn Bundesstaaten Vorwahlen ab. 

     Bernie Sanders und seine Frau Jane beim Korrespondenten-Dinner im Weißen Haus. Foto: Olivier Douly, epa/dpa/Archiv
  • Ein Bericht des britischen «Guardian» wirft ein wenig schmeichelhaftes Licht auf das direkte Umfeld der beiden republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und Ted Cruz. Beide beschäftigen demnach Berater, die vor einigen Jahren gemeinsam für einen rechtspopulistischen Präsidentschaftskandidaten in Guatemala arbeiteten. Der von Korruptionsvorwürfen belastete Manuel Baldizón hatte damals unter anderem damit Wahlkampf gemacht, Kriminelle im Fernsehen hinrichten zu lassen. 

    Während der Trump-Berater Tim Clark dem «Guardian» bestätigte, gemeinsam mit seinem damaligen Kollegen Ron Nehring für Baldizón gearbeitet zu haben, wollte sich der Cruz-Berater Nehring nicht dazu äußern. Allerdings schrieb Nehring, er habe nichts von dem Wahlkampfversprechen Baldizóns gewusst. Obwohl - so die Zeitung - damals nicht nur international sondern auch in Guatemala selbst über das Ansinnen des Politikers berichtet wurde, Menschen öffentlich zu exekutieren.  



  • Bei einer Wahlkampfveranstaltung des umstrittenen Politikers Donald Trump in Kalifornien ist es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Hunderte Trump-Gegner blockierten laut Medienberichten eine Kreuzung in Orange County, wo Tausende Trump-Anhänger einer Rede des Geschäftsmannes folgten. Einem Bericht der «Los Angeles Times» zufolge wurde mindestens ein Streifenwagen demoliert und Steine geworfen. Die Polizei von Costa Mesa bestätigte dem Blatt die Festnahme von 17 Personen. Ich protestiere, weil ich gleiche Rechte für alle will und ich will einen friedlichen Protest», zitierte die Zeitung einen 19-jährigen Teilnehmer. Dem Eindruck der Reporter zufolge bestand die Demonstrationen zu großen Teilen aus jungen Latinos.



  • Blick in die internationalen Medien: Die sozialdemokratische norwegische Tageszeitung «Dagsavisen» kommentiert den Erfolg des republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbers:

    Es gibt viele Gründe für Donald Trumps große Unterstützung. Wir können über eine entfremdete Arbeiterklasse sprechen, über wirtschaftliche Probleme und die tiefe Frustration vieler amerikanischer Wähler, die sich von einer Politik und einem wirtschaftlichen System ignoriert fühlen, das für sie nicht funktioniert. Wir können über eine geteilte republikanische Partei sprechen. Das ist alles richtig. Aber ein großer Teil der Erklärung für Donald Trumps wahnwitzigen Erfolg liegt in seiner totalen Dominanz der Medien.
    Wird er der Päsidentschaftskandidat der Republikaner? Vieles spricht im Moment dafür: Donald Trump. Foto: Paul Buck, epa/dpa
  • Er hat den Teufel im Leib. Ich habe Freunde bei den Demokraten und Freunde bei den Republikanern. Ich komme mit fast jedem klar, aber ich habe noch nie in meinem Leben mit einem erbärmlicheren Hurensohn zusammengearbeitet.

    Der frühere Vorsitzende des US-Abgeordnetenhauses, John Boehner, Republikaner, in einem Town Hall Meeting an der Stanford University über den Präsidentschaftsbewerber der Republikaner, Texas' Senator Ted Cruz.

    Heftige Worte für Ted Cruz: John Boehner. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa/Archiv
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