US-Präsidentschaftswahlen 2016

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Sonntag, 6. November 2016 7

US-Präsidentschaftswahlen 2016

Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Wir begleiten die Entwicklungen im NewsBlog.

  • Nach der Vorwahl in New Hampshire ergibt sich folgender Zwischenstand bei den Delegierten: Bei den Republikanern führt Donald Trump mit 18, dahinter folgen Ted Cruz (10), Marco Rubio (9) und John Kasich (4). Bei den Demokraten  führt Hillary Clinton mit 38 Delegierten knapp vor ihrem größten Konkurrenten Bernie Sanders (36). 

    Die Delegierten werden nach den Vorwahlen auf den Parteitagen über den endgültigen Präsidentschaftskandidaten entscheiden. Beim Parteitag der Demokraten in Philadelphia werden insgesamt 4764 Delegierte teilnehmen. Notwendig zur Nominierung sind 2382 Delegierte. Beim republikanischen Parteitag in Cleveland nehmen 2442 Delegierte tei. Für eine Nominierung sind hier 1237 Delegierte notwendig.
  • Gewinner und Verlierer - alles auf einen Blick:

    Grafik: C. Goldammer 
  • Das Wichtigste von der New-Hampshire-Vorwahl in aller Kürze: 

    ▪ Mit Abstand macht Donald Trump das Rennen bei den Republikanern, bei den Demokraten beschert  Bernie Sanders seiner Konkurrentin Hillary Clinton eine krachende Niederlage.    

    ▪ Bei den Republikanern folgt mit deutlichem Abstand der Gouverneur von Ohio, John Kasich. Dahinter gibt es ein enges Rennen um Platz drei zwischen dem texanischen Senator Ted Cruz, Floridas früherem Gouverneur Jeb Bush und Floridas Senator Marco Rubio.

    ▪  Bei den Demokraten wird nun interessant, ob Sanders im Zweikampf mit Clinton seine großen Erfolge aus dem Nordosten hinaus auch in andere Teile des Landes wird tragen können. Aktuelle Umfragen in den nächsten wichtigen Vorwahlstaaten nähren daran starke Zweifel.

    ▪ New Hampshire war der zweite US-Bundesstaat, in dem die Parteien ihre Kandidaten für das Rennen ums Weiße Haus wählen. Die erste Wahl in Iowa hatte bei den Demokraten hauchdünn Clinton vor Sanders für sich entschieden. Bei den Republikanern hatte Cruz vor Trump und Rubio gewonnen. 

    Zeitplan zu den US-Vorwahlen der Demokraten und Republikaner. Grafik: A. Brühl
  • Wenig schmeichelhaft fällt so manche Reaktion in US-Boulevardmedien auf die Ergebnisse in New Hampshire aus. So betitelt die «New York Daily News» den Sieg Trumps als «Morgendämmerung der Hirntoten» und zeigt den republikanischen Präsidentschaftsbewerber mit diabolischer Clowns-Fratze.


  • Am Ende waren es offensichtlich seine Lieblingsthemen, die Donald Trump zu seinem Erfolg in New Hampshire geführt haben. So ergab eine Umfrage des US-Senders NBC, dass Trump die Unterstützung von 52 Prozent der Republikaner erhielt, die das Thema Einwanderung als ihr größtes Anliegen bezeichnen. So fordert Trump den Bau einer wirklich «schönen Mauer» an der Grenze zu Mexiko, um illegale Einwanderer fernzuhalten. Zudem holte er 44 Prozent der republikanischen Wählerstimmen, die seinen Vorschlag unterstützen, keine Muslime mehr in die USA einreisen zu lassen, die keine US-Staatsbürgerschaft besitzen. Die größte Zustimmung erhielt der Immobilienunternehmer laut NBC aber in jener Gruppe (65 Prozent), die sich einen Kandidaten wünscht, der «sagt, wie es ist», so wie bei jenen (61 Prozen) , die sich einen Präsidenten wünschen, der nicht dem politischen Establishment entstammt.  


  • Nach ihrer Schlappe setzt Hillary Clinton nun auf die nächsten Vorwahlen. In den Staaten nach New Hampshire sieht es gut aus für die Demokratin Clinton und schlecht für Sanders. Viel dürfte davon abhängen, wie lange er durchhält. Wie lange er seine Kampagne noch finanzieren kann. 75,1 Millionen US-Dollar hat er laut «New York Times» an Spenden zusammenbekommen, 46,7 Millionen hat er davon schon ausgegeben. Vielleicht beschert ihm der jüngste Sieg noch einmal einen Aufwind, was das Geld angeht. 

    Besonders schmerzhaft dürfte für Clinton aber der Umstand sein, dass Sanders laut dem Politikwissenschaftler David Jones in New Hampshire bei so ziemlich allen Gruppen gewann - auch bei den Frauen - die für Clinton - die als erste Frau das Präsidentenamt übernehmen will - eine  kaum verzichtbare Zielgruppe darstellen. 

    Will die Reihen hinter sich fest geschlossen wissen: Hillary Clinton

     
  • John Kasich, strahlender Zweiter von New Hampshire, ist im Bewerberfeld der Republikaner einer der erfahrensten Politiker. Der Gouverneur von Ohio kam bereits in jungen Jahren  in den Senat des US-Bundesstaates, war dann dort Abgeordneter und schließlich in dieser Funktion auch in Washington. Der 63-jährige gilt als sehr konservativ. Im Wahlkampf 2016 hat Kasich mehr und mehr versucht, sich als nüchterne und rationale Stimme der Vernunft und als Mann der Mitte zu präsentieren. In New Hampshire legte er Wert auf vergleichsweise sanfte und positive Botschaften.

    Strahlender Zweiter: John Kasich. Foto: Katherine Taylor, epa/dpa 
  • Marco Rubio zeigt sich von seinem Abschneiden bei der Vorwahl in New Hampshire enttäuscht. «Ich bin nicht von Euch enttäuscht, sondern von mir selbst», erklärt Rubio seinen Anhängern. Er führt seine Niederlage auf einen verunglückten Auftritt bei einer Fernsehdebatte mit seinen republikanischen Mitbewerbern zurück. «Das wird mir nicht noch einmal passieren», meint er. Rubio erhielt nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmbezirke etwa zehn bis elf Prozent der Stimmen und landete nur auf Platz fünf bei den Republikanern.

    Ein enttäuschter Marco Rubio spricht zu seinen Unterstützern. Foto: Justin Lane 
  • Hillary Clinton zeigt sich trotz ihrer Niederlage zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Wahlkampfs. «Wir werden jetzt für jede Stimme in jedem Staat kämpfen», erklärt Clinton. «Ich werde härter als jeder andere dafür arbeiten, tatsächlichen Wandel herbeizuführen und Euer Leben besser zu machen», so Clinton zu ihren Anhängern.

    Foto: Michael Reynolds, epa/dpa 
  • Seinen Sieg will der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders als ein Zeichen für soziale Gerechtigkeit verstanden wissen. «Wir müssen den Milliardären erklären, dass sie nicht alles haben können», so Sanders nach seinem Wahlsieg in New Hampshire. Der 74 Jahre alte Sanders, der sich selbst als «demokratischer Sozialist» bezeichnet, hat die zunächst hoch favorisierte Clinton deutlich mit rund 20 Prozentpunkten Vorsprung geschlagen.

    Lässt sich von seinen Anhänger feiern: Bernie Sanders. Foto: CJ Gunther, epa/dpa
  • Menschen von New Hampshire, vergesst das niemals: Mit Euch hat es angefangen.

    Donald Trump zu seinem Wahlsieg.
  • Donald Trump gewinnt hat die US-Vorwahl bei den Republikanern in New Hampshiren. Nach übereinstimmenden Prognosen mehrerer US-Fernsehsender kommt  der Gouverneur von Ohio, John Kasich auf Rang zwei. Nach einem Viertel der ausgezählten Stimmbezirke liegt Trump bei 34 Prozent der Stimmen, Kasich bei 15 Prozent. Auf Platz drei folgte Jeb Bush gleichauf mit Ted Cruz (je zwölf Prozent) und Marco Rubio. 

    Feiert seinen ersten Sieg bei Republikanern: Donald Trump. Foto: Justin Lane, epa/dpa 

  • Ich liebe New Hampshire noch immer, und ich werde es immer lieben. Nun tragen wir unsere Kampagne in das ganze Land. Ich werde härter arbeiten als jeder andere, um die Änderungen durchzusetzen, die Euer Leben besser machen. (...) Ich weiß, dass ich einige Hausaufgaben zu erledigen habe, vor allem bei jungen Menschen. Aber auch, wenn sie mich nicht unterstützen: Ich unterstütze sie.

    Die Demokratin Hillary Clinton nach ihrer Niederlage in New Hampshire. 2008, als sie sich schon einmal für das Präsidentenamt beworben hatte und beim innerparteilichen Kandidatenrennen an Barack Obama gescheitert war, hatte sie in New Hampshire noch gewonnen.








  • Der Demokrat Bernie Sanders gewinnt die Vorwahl in New Hampshire. Das Lager seiner Kontrahentin Hillary Clinton hat die die Niederlage bereits nach Auszählung von 15 Prozent der Stimmbezirke in einem Statement anerkannt.


  • Übrigens: Organisiert werden die Vorwahlen in New Hampshire im Unterschied zu Iowa nicht von den Parteien, sondern von der Regierung des Bundesstaates. Es gibt 307 Wahllokale. Gewählt wird geheim. Und es gibt eine Besonderheit: Abstimmen dürfen alle registrierten Wähler - also nicht nur eingetragene Demokraten und Republikaner. Wer keiner der beiden Parteien angehört, wird unter «unabhängig» geführt und kann entweder für die Bewerber von Demokraten oder für die der Republikaner stimmen. Die Unabhängigen machen in New Hampshire rund 43 Prozent der Wähler aus, bei den Parteien sind es je etwa 30 Prozent. Ab ab etwa 01.00 MEZ wird mit Spannung die Auszählung der Stimmen erwartet.
  • Bei der Vorwahl in New Hampshire bahnt sich bei den Demokraten eine Niederlage für Hillary Clinton an. In dem US-Bundesstaat liegt ihr Konkurrent Bernie Sanders in Umfragen deutlich vorne. Bei den Republikanern führt Donald Trump Umfragen zufolge vor seinen Konkurrenten Marco Rubio und Ted Cruz. Entscheidend für den weiteren Verlauf des Rennens dürfte auch sein, wie die gemäßigteren Bewerber Jeb Bush und John Kasich abschneiden. Beide hatten bei der Vorwahl in Iowa in der vergangenen Woche nur Ergebnisse unter drei Prozent geholt.

    Foto: Justin Lane, epa/dpa 
  • Amerikanische Flaggen, Adlerfiguren und die Freiheitsstatue im Miniformat - das Auto von Lynda Farley ist ein rollendes Bekenntnis zum Patriotismus. Es ist über und über mit Gegenständen und Sprüchen dekoriert. Und Farley ist ein Fan des Republikaners Ted Cruz. Sie ist bis nach New Hampshire gefahren, um ihn im Wahlkampf zu unterstützen, wie sie sagt. Auf der Windschutzscheibe ihres Wagens prangt sein Name neben dem von Jesus. 

    Warum sie es ausgerechnet auf Cruz abgesehen hat? «Ich beobachte sie alle schon eine ganze Weile», sagt sie über das republikanische Bewerberfeld. Der Senator von Texas sei der einzige, der sich nicht unter Druck setzen lasse und nicht gegen seine Überzeugungen handele. Cruz liegt in New Hampshire in den Umfragen weit zurück.

    Ihren Wagen nennt sie «Liberty Van» («Freiheitsvan»). «Ich rauche, das ist eines meiner Freiheitsthemen», sagt sie. Den Wagen dekoriert sie seit 2005. Foto: Maren Hennemuth, dpa
    von Dirk Wittenberg, dpa bearbeitet von Desk 2/9/2016 9:35:23 AM

  • Mit der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire geht in den USA das Rennen um die Präsidentschaftskandidaten von Demokraten und Republikanern weiter. Einige Wähler in drei kleinen Ortschaften stimmten schon in der Nacht ab, wie US-Medien berichten. In dem Ort Dixville Notch gaben neun Menschen ihre Stimmen ab. Dort hat diese Mitternachtsabstimmung seit 1960 Tradition. In Dixville Notch gab es bei den Republikanern drei Stimmen für John Kasich und zwei für Donald Trump. Bei den Demokraten bekam Bernie Sanders vier Stimmen, Hillary Clinton ging leer aus. Derweil deutet eine Umfrage der Emerson College Polling Society auf einen möglichen Wechsel in der republikanischen Wählergunst hin. Demnach kommt der bisher abgeschlagene Jeb Bush mit 16 Prozent auf einen überraschenden zweiten Platz hinter Donald Trump (31 Prozent).
     


  • Der frühere New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg erwägt eine Kandidatur im US-Präsidentschaftsrennen. Er prüfe «alle Optionen», antwortete der 73-Jährige auf eine entsprechende Frage der «Financial Times». Das bisherige Niveau der Wahlkampfdebatten empfinde er als «Skandal und Beleidigung der Wähler», sagte Bloomberg der Zeitung. Das amerikanische Volk habe Besseres verdient. Falls er sich entscheiden sollte anzutreten, müsste Bloomberg demnach Anfang März damit beginnen, seinen Namen auf die Stimmzettel setzen zu lassen. Bloomberg war einst Demokrat, dann wurde er Republikaner, seit 2007 ist er parteilos.

    Michael Bloomberg liebäugelt mit einer Kandidatur. Foto: Michael Reynolds, epa/dpa 
  • Sollten Donald Trump eines Tages die zwiespältigen Inhalte ausgehen - ihm bliebe noch immer seine mindestens ebenso umstrittene Frisur. Die hat sich jetzt auch die Stockholmer Kreativagentur Animal zum Anlass genommen, dem US-Republikaner auf der eigens gestalteten Website einmal gehörig den Marsch zu blasen. Mehr als 233 Millionen Mal musste der Politiker bisher dies über sich ergehen lassen.

    von animalstockholm via Instagram
  • Die Termine für die Wahlen der Präsidentschaftskandidaten von Demokraten und Republikanern in den US-Bundesstaaten auf einen Blick: 

    Grafik: A. Brühl 
  • Im US-Wahlkampf dreht sich mit der zweiten Vorwahl in New Hampshire auch das Personalkarussell schneller. Ein Überblick zum Stand der wichtigsten Kandidaten bei Demokraten und Republikanern:

    Wird New Hampshire gewinnen: Bernie Sanders. Foto: Justin Lane, epa/dpa
    HILLARY CLINTON Sie bleibt trotz des unberechenbaren Wahljahrs Top-Favoritin der Demokraten. Herausragend vorbereitet, aber viele offene Flanken. Muss viel stärker kämpfen als gedacht. Inhaltlicher Vollprofi mit nur mittlerer Wahlkampfbegabung. 

    BERNIE SANDERS Er ist die große Überraschung. Kommt mit dezidiert linken Positionen, Banken- und Systemkritik sehr gut an. Punktet trotz seiner 74 Jahre bestens bei jungen Wählern. 

    DONALD TRUMP Marschiert in Umfragen für New Hampshire vorneweg und liegt auch USA-weit noch vorn. Teilt weiter gegen alle aus, hetzt, bleibt unberechenbar. Bekommt etwa 80 Prozent der gesamten Aufmerksamkeit.

    TED CRUZ Für viele die Verkörperung des Politikers ohne Skrupel und Rücksicht. Knallharter Rechtsausleger und nah an den Evangelikalen. Hochintelligent, geschulter Schauspieler. Muss in frühen Wahlen viele Stimmen sammeln, sonst wird es schwer.

    MARCO RUBIO Plötzlich Hoffnungsträger. Könnte Kompromisskandidat der Republikaner sein. Auch der Senator aus Florida ringt um die Latinos. Erst 44, muss er sich seines jungenhaften Aussehens erwehren. Außenpolitischer Falke mit einigen Fragezeichen in puncto Erfahrung.
  • Nach dem nordkoreanischen Raketenstart nehmen die Republikaner China in die Pflicht. «China soll das Problem lösen», so Donald Trump bei der Debatte mit seinen republikanischen Rivalen. Peking könne das Regime in Pjöngjang kontrollieren. Der erzkonservative Senator Ted Cruz sagt, er würde als erstes die US-Raketenabwehr - unter anderem in Südkorea - verstärken. Der Test sei eine Folge der gescheiterten Politik des früheren Präsidenten Bill Clinton, der die Sanktionen gegen den kommunistischen Staat gelockert hatte. «Was wir hier bei Nordkorea sehen, ist ein Vorgeschmack darauf, was wir mit dem Iran erleben werden», meint der Sieger der Vorwahl im Bundesstaat Iowa. Senator Marco Rubio betont, es gebe Verfahren, solche Raketen abzuschießen, sollten sie die USA oder ihre Verbündeten bedrohen. Mitbewerber Jeb Bush schließt vorbeugende US-Angriffe gegen Nordkorea nicht aus.

    US-Präsidentschaftskandidat Jeb Bush. Foto: Larry W. Smith, epa/dpa 
  • Donald Trump will im Fall eines Wahlsieges nicht nur die höchst umstrittene Verhörmethode «Waterboarding» gegen Terroristen wiedereinführen. Er würde noch «verdammt viel Schlimmeres» zulassen, als diese Form des simulierten Ertränkens, so der Multimilliardär in der TV-Debatte. Der erzkonservative Senator Ted Cruz erklärte, er würde in Notfällen, wenn es etwa um die Verhinderung einer unmittelbar drohenden Terrorattacke gehe, ebenfalls «offen» für das Waterboarding von Terrorverdächtigen sein. 
  • Vor der wichtigen zweiten Vorwahl in New Hampshire sind die «Underdogs» im republikanischen Bewerberfeld in die Offensive gegangen. In einer TV-Debatte lieferten sich Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush und der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, teils heftige Schlagabtausche mit dem derzeitigen Spitzenreiter Donald Trump und dem zunehmend aussichtsreichen Senator Marco RubioSo hielt Christie dem Rubio vor, er habe nicht das Zeug für das höchste Amt, niemals für eine wirklich wichtige Entscheidung geradestehen müssen und sondere in erster Linie auswendig gelernte «25-Sekunden»-Kurzstatements ab. Bei vielen Abstimmungen im Senat habe Rubio zudem gefehlt: «Das ist nicht Führungskraft. Das ist Schwänzerei.»

    Bush nahm sich Multimilliardär Trump vor, warf ihm unter anderem herzlose Praktiken als Unternehmer vor. «Wie stark ist es, einer alten Frau den Grundbesitz wegzunehmen?» konterte er, als Trump ihm vorhielt, er versuche, sich als «starker Mann» zu profilieren. Für Bush und Christie geht es nach ihrem äußerst schlechten Abschneiden bei der ersten Vorwahl in Iowa nun am kommenden Dienstag in New Hampshire ums politische Überleben. Kommentatoren bescheinigten ihnen sowie dem Gouverneur von Ohio, John Kasich, bei der TV-Debatte ihre bisher stärkste Leistung im Fernsehen.

    Redezeiten der republikanischen Präsidentschaftskandidaten: 


  • Im südpolnischen Dorf Slopnice werden die Vorwahlen der US-Demokraten derzeit mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Der klare Favorit der rund 6500 Einwohner im Landkreis Limanow ist Bernie Sanders, versichert Bürgermeister Adam Soltys. Kein Wunder: Eliasz Sanders, der Vater des Präsidentschaftsbewerbers, stammt aus dem etwa 50 Kilometer südöstlich von Krakau gelegenen Ort und wanderte in den 20er Jahren als 17-Jähriger in die USA aus. Auf der Webseite des Dorfes wird mittlerweile nicht nur stolz auf diese Verbindung hingewiesen, sondern auch der Besuch des Senators aus Vermont im August 2013 dokumentiert. Eine andere regionale Webseite geht mit dem «Wir sind Bernie��-Gefühl sogar noch etwas weiter. Stolz heißt es: «Ein Pole aus Limanow könnte die USA regieren.»

    Screenshot: slopnice.pl 
  • Das Interesse an den Präsidentschaftswahlen zieht stark an. Nach einer Studie des Forschungsinstituts Pew haben sich neun von zehn Befragten in der vergangenen Woche über die Wahlen informiert. News aus dem Wahlkampf verfolgen auch bemerkenswert viele jüngere US-Bürger. 83 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gaben an, dass sie aus mindestens einer Quelle Informationen über die Wahl bezogen hätten. Den einen zentralen Nachrichtenkanal gibt es laut Pew dabei nicht. Die meisten Befragten gaben Kabelfernsehen als nützliche Quelle an, daneben aber auch sehr verteilt soziale Netzwerke, Webseiten, Apps und Radiosender. Zeitungen dagegen nannten nur drei Prozent der Befragten als Informationsquelle.
  • Der Republikaner Jeb Bush, Sohn und Bruder früherer US-Präsidenten, führt in seinem abwärts trudelnden Wahlkampf immer stärker auch seine Mutter ins umkämpfte Feld. Der frühere Gouverneur von Florida lässt sich von seiner Mutter nun auch in New Hampshire unterstützenIn einer TV-Anzeige nennt die 90-Jährige ihren Sohn einen harten Arbeiter mit großem Herzen. Ein gefundenes Fressen für Donald Trump: Jeb sei so verzweifelt, dass er Mummys Hilfe brauche, twittert Trump - leider könne Mummy aber nicht gegen die IS-Terrormiliz helfen, nicht gegen die Chinesen und auch nicht gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin.


  • Auch bei den Republikanern steht die zweite Vorwahl in New Hampshire an. Marco Rubio ist nach einer der neuen CNN-Umfrage nun auf den zweiten Platz vorgerückt. Mit 18 Prozent liegt der Senator aus Florida vor dem Dritten Ted Cruz, Senator aus Texas. Mit weitem Abstand bleibt der Multimilliardär Donald Trump in auf Platz eins (29 Prozent). Platz vier: John Kasich (12 Prozent), Platz fünf: Jeb Bush (10 Prozent).

    Marco Rubio während eines Wahlkampfauftritts. Foto: Eugene Garcia, epa/dpa
  • Bei der anstehenden zweiten Vorwahl in New Hampshire (9. Februar) ist Bernie Sanders klarer Favorit bei den Demokraten; der Senator von Vermont führt in Umfragen mit 2:1 vor Hillary Clinton.

    Wird höchstwahrscheinlich seinen ersten Sieg einfahren: Bernie Sanders. Foto: Michael Reynodls, epa/dpa 
  • Hillary Clinton wirft ihrem Konkurrenten Bernie Sanders vor, im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten eine Schmierenkampagne zu betreiben. «Wenn Du etwas zu sagen hast, sag es», so Clinton bei der letzten TV-Debatte der Demokraten vor den Vorwahlen in New Hampshire. «Es ist an der Zeit, die sehr hinterlistige Verleumdung zu beenden, die Du und Deine Kampagne betreiben.» Sie reagiert damit auf Vorwürfe Sanders, sie lasse sich von großen Spendern aus der Finanzwelt beeinflussen. 

    Laut dem Nachrichtenportal «Politico» bekam Clinton von der Investmentbank Goldman Sachs 2013 für drei Vorträge 675.000 Dollar. Es war die erste Debatte der Demokraten, bei der die beiden alleine aufeinander trafen. Clinton konzentrierte sich bei dem TV-Event verstärkt auf die Themen Wirtschaft und Finanzen. Bislang war das ein Bereich, in dem Sanders mit seinen Angriffen auf die Wall Street (wir berichteten) punkten konnte. 

    «Wenn Du was zu sagen hast, dann sag es»: Hillary Clinton. Foto: Michael Reynolds, epa/dpa
  • Präsidentschaft hin oder her, das Thema Frisur wird Donald Trump in diesem Wahlkampf nicht mehr los. Der Anwalt Kevin Hayslett hat bei Twitter einen originellen Vorschlag gemacht, wie Trump womöglich auch bei Katzenfreunden Bonuspunkte sammeln könnte. 


  • Brachialpolitiker Donald Trump ist eine unerwartete Ehre zuteilgeworden: Er wurde laut dem Sender CBS von einem Landsmann in Oslo für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Trump könne mit seiner «energischen Frieden-durch-Stärke-Ideologie, als abschreckende Waffe gegen den radikalen Islam, die IS-Terrormiliz, einen über Atomkraft verfügenden Iran sowie ein kommunistisches China dienen», heißt es in dem Nominierungsvorschlag. Damit stehe der 69-jährige Immobilienunternehmer allerdings in harter Konkurrenz zu Kandidaten wie Papst Franziskus, Eward Snowden und Bundeskanzlerin Angela Merkel, witzeln die CBS-Moderatoren.

  • Die beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders und Hillary Clinton haben sich beim US-Nachrichtensender CNN einen Schlagabtausch darüber geliefert, wer von beiden für eine fortschrittlichere Politik steht. «Ich kenne niemanden, der einen «Super-Pac» (umstrittene Spendengruppe) hat und 15 Millionen Dollar von der Wall Street nimmt», so Sanders. Clinton konterte anschließend, es amüsiere sie, dass Sanders sich zum Wächter darüber erklärt habe, wer fortschrittlich ist. Die Ex-Außenministerin hatte die erste Vorwahl im US-Bundesstaat Iowa nur hauchdünn auf demokratischer Seite für sich entscheiden können. Bei der nächsten Abstimmung in New Hampshire liegt ihr ärgster Konkurrent Sanders in den Umfragen deutlich vorne.

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