Bennis Wühlkiste

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Live
Sonntag, 6. November 2016 7

Bennis Wühlkiste Live

Lesen bedeutet für mich, die Seele auf Reisen zu schicken. Schon Oscar Wilde wusste: "Es gibt weder moralische noch unmoralische Bücher. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben, sonst nichts." Gleiches gilt für Hörbücher oder DVDs. In meinem Blog finden Sie Rezensionen über Neuerscheinungen und ältere Titel.

  • Intensive Lektüre - den Lauten nach zu urteilen, macht es durchweg Spaß!

  • Ostern auf der Wimmelwiese, Feuerwehrauto Flo und ein Bücherturm...

    Foto: Neumaier 

    Schon das Auspacken der Überraschungskiste des Loewe-Verlags war ein Highlight: Uuuiii! Meins! Buch! Des da!

    Meine eineinhalbjährige Tochter war von den Socken. Freude pur. Die steigerte sich aber noch bei der  gemeinsamen Lektüre mit Mama und Papa: Besonders Feuerwehrauto Flo, das zum ersten alleinigen Einsatz ausrückt, hatte es Töchterchen angetan. Tata! Uuuuiii! Hah! Buch! Woah! Auto, Auto....
    Übersetzt bedeutet das: Die 14 Seiten wurden mehrmals vor und zurückgeblättert und als Fazit blieb stehen: Tolles Buch, mehr davon!
    Natürlich, gerne doch. Ostern auf der Wimmelwiese war dran. Auf Ooohs folgten Aaahs, nur kurz unterbrochen von Uuuis. Also: Auch gut. Nochmalige Lektüre folgt mit Sicherheit.
    Und auch Werk Numero drei, der Bücherturm Tiere veranlasste Prinzessin zu Jubelstürmen - oder vielmehr Tierstimmen-Nachahmung. Fauchen prusten, tröten, alles war dabei, wenn Löwe, Nilpferd, Giraffe, Elefant und Co auf den kleinen Pappseiten auftauchten.
    Dann wurde wurde mit einem lauten "Tata" nochmals Feuerwehrauto Florian gefordert.
    Nebenbei bemerkt, auch der Pappdeckel, der im Paket schützend über die Büchlein gelegt war, wurde einer neuen Verwendung zugeführt: Mit einem fordernden "Bup, Bup" - was soviel wie "Punkt, Punkt" bedeutet - und einem Holzfarbstift in der Hand wurde ich aufgefordert, nach dem Sprüchlein "Punkt, Punkt, Komma, Strich" Smilies auf den Karton zu zaubern...

    Letztlich ein wunderschöner Abend mit mehr als befriedigender Lektüre - absolut weiterzuempfehlen.





  • Heute rezensiert mal ein Gast: Meine Tochter, eineinhalb Jahre alt. Die Freude war schon beim Auspacken groß!

  • Endlich Eis und neues Feuer für daheim - Game of Thrones, Staffel 5

    Tywin Lennister, der vielleicht mächtigste Mann von Westeros, erschossen vom eigenen Sohn. Im Nachthemd, auf dem Abort! So ernst sich "Game of Thrones" auch nimmt: Ein wenig Humor scheinen die Macher der Fantasy-Saga doch zu besitzen. Für die Serie erweist sich der denkwürdige Schlussakt der vierten Staffel aber aus anderem Grund als wertvoll: Er ermöglicht dem preisgekrönten HBO-Hit, nach einer Phase des Stagnierens neues Momentum aufzubauen und zu alter Stärke zurückzufinden. In der fünften Staffel (2015), die nun endlich auch im Heimkino ankommt, unterstreicht das epische Drama "Game of Thrones" seinen Ruf als eine der besten Serien der Welt.


    Abbildung: Warner 

    Die Kunde von Tywins Tod verbreitet sich rasch, und jeder Mann (und jede Frau) mit Machtanspruch weiß, was er bedeutet: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, das geschwächte Haus Lennister vom Eisernen Thron zu stoßen oder zumindest die Kräfteverhältnisse zu den eigenen Gunsten zu verschieben. Ob auf dem Schlachtfeld oder in irgendwelchen Schlafgemächern.

    Es herrscht Chaos

    Wo es zuletzt eine doch relativ klare Ordnung gab, herrscht nun Chaos. Tatsächlich war die Lage in Westeros nie so undurchsichtig und unberechenbar wie zu Beginn der fünften Staffel. So wird "Game of Thrones" wieder richtig interessant: Fällt das Haus Lennister auseinander, wie zuvor die Starks auseinanderfielen? Was wird aus dem Vatermörder Tyrion (Peter Dinklage)? Was aus der Drachenmutter Daenerys (Emilia Clarke)? Und wann treffen endlich die Weißen Wanderer ein, auf die Fans im Grunde seit der ersten Staffel warten? Nur so viel: Die Zeit, da alte Versprechen eingelöst werden, scheint gekommen. Mit der fünften Staffel nähert sich "Game of Thrones", auch wenn die Karten neu gemischt werden, spürbar dem Höhepunkt der Geschichte.

    Wer auf die DVD- beziehungsweise Blu-ray-Veröffentlichung gewartet hat, wird dafür wie immer fürstlich entlohnt: Auch diesmal wurden beide Pakete mit diversen aufwendig gestalteten Extras rund um das Fantasy-Phänomen "Game of Thrones" ausgestattet. Auf der HD-Fassung findet sich außerdem, was für Serien bisher eine absolute Seltenheit ist, eine Dolby-Atmos-Tonspur (englisch). Da wirken über die Köpfe hinwegfliegende Drachen gleich doppelt imposant!

    6. Staffel schon im Pay-TV

    Indes lief und läuft im Pay-TV bereits die sechste Staffel, die unter etwas anderen Voraussetzungen entstand als die vorangegangenen Seasons. Erstmals konnten die Produzenten David Benioff und D. B. Weiss nicht auf eine finale Buchvorlage von George R. R. Martin zurückgreifen. Der Autor konnte den sechsten Band seiner Reihe "Das Lied von Eis und Feuer" nicht rechtzeitig fertigstellen, verriet den Machern von "Game of Thrones" aber die grobe Entwicklung der Handlung. Was bedeutet: Mit Staffel 6 wird die Serie die Bücher überholen. (tsch)


    Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

    Genre: TV-Serien
    Studio: Warner
    Vertrieb: Warner



  • Der Vater von Tiger, Bär und Tigerente - Zum 85. Geburtstag des Illustrators
    Janosch
     

    Janosch zählt zu den bekanntesten
    Kinderbuchautoren - Tiger, Bär und Tigerente kennen Generationen von Kindern.

    Seine Kindheit war weniger beschaulich - vielleicht ein Grund dafür, dass er
    viele Ecken und Kanten hat.


    Schriftsteller Horst "Janosch" Eckert wird 85 Jahre alt. Foto: dpa 


    "Panama! Panama ist das Land meiner
    Träume", sagt der kleine Tiger zum kleinen Bären.
    Dieser wunderbare Name steht
    auf einer Bananenkiste, die die beiden gefunden haben.
    Bär und Tiger machen sich
    auf den Weg zu diesem magischen Ziel - und finden es in ihrem eigenen Zuhause.

    Es gibt wohl kaum jemanden, dem die liebenswerten Figuren des Illustrators und
    Schriftstellers Janosch noch nicht begegnet sind.
    Vor allem die Tigerente hat
    es, nicht zuletzt mit Hilfe der gleichnamigen Fernsehsendung, zu echter
    Berühmtheit gebracht.
    Mit "Oh wie schön ist Panama" schaffte Janosch 1978
    endgültig den Durchbruch.
    Am 11. März wird er 85 Jahre alt. 

    Pseudonym Janosch statt Horst Eckert

    Zu seinem
    Pseudonym überredete ihn sein erster Verleger, Georg Lentz.
    Geboren wurde
    Janosch 1931 als Horst Eckert im oberschlesischen Hindenburg (heute Zabrze).

    Sein Vater nannte ihn nach dem von den Nazis als Märtyrer verehrten Horst
    Wessel, aber niemand in der Familie benutzte diesen Namen - eine von zahlreichen
    Ungereimtheiten in Janoschs Leben.

    Von der Beschaulichkeit seiner
    Bilderbücher war seine eigene Kindheit weit entfernt: Janosch berichtet von
    Alkohol, Prügel und ärmlichen, beengten Lebensbedingungen.
    Zeitweise wuchs er
    bei seinen Großeltern auf, bei denen die Verhältnisse aber auch nicht besser
    waren.
    In "Leben und Kunst" beschreibt er, wie sehr ihn diese frühen Jahre
    geprägt haben.
    Sein ambivalentes Verhältnis zu Frauen rührt hierher - die erste
    Frau in seinem Leben war die Großmutter, und die verprügelte regelmäßig den
    Großvater.
    Auch sein Hass auf die katholische Kirche wurde in Oberschlesien
    grundgelegt.
    Gott habe man ihm von klein auf "als den ewigen Richter und Henker"
    begreiflich gemacht.

    1946 Flucht nach Westdeutschland

    Bereits mit 13 Jahren begann er eine Lehre als Schmied.
    1946 flüchtete Janosch mit seinen Eltern nach Westdeutschland und begann im Raum
    Oldenburg in verschiedenen Textilfabriken zu arbeiten.
    Nach dem Besuch einer
    Textilfachschule in Krefeld hatte er offenbar seine Richtung gefunden.
    1953
    begann er ein Kunststudium an der Akademie der Bildenden Künste in München,
    musste aber wegen "mangelnder Begabung" die Akademie nach einigen Semestern
    verlassen.
     

    Dieses Urteil hat er für sich übernommen. In Interviews
    bezeichnete er sich selbst als unintelligent, unbegabt, dabei aber "eitel wie
    ein Mädel".
    Trotzdem malte er weiter, jetzt als freischaffender Künstler. Ab
    1956 begann er in Zeitungs-Feuilletons zu schreiben, 1960 erschien sein erstes
    Kinderbuch, später auch Romane und Theaterstücke für Erwachsene.

    In den
    1970er Jahren gehörte Janosch zu den originellsten und kreativsten
    Kinderbuchautoren der Bundesrepublik.
    Wie kein anderer Grafiker entfaltete er
    seine Produktivität, verbunden mit überschäumender Lust am Fabulieren.
    In seinen
    Bilderbüchern spielen vor allem Tiere tragende Rollen.
    Günter Kastenfrosch
    gehört dazu, Emil Grünbär, Tante Gans und natürlich Tiger und Bär.

    Die Lust
    am Nonsens und die Ablehnung von Autoritäten schuf sich vor allem in seinen
    Verfremdungen von Märchen, Tierfabeln und älteren Kinderbuch-Klassikern Raum.

    Außenseiter spielten immer wieder eine Rolle, Freundschaft und die Suche nach
    dem Paradies.
    Für "Oh wie schön ist Panama" erhielt er 1979 den Deutschen
    Jugendbuchpreis.
     

    Janosch pflegt seine Feindschaften mit Inbrunst

    Der Theologe Hubertus Halbfas bescheinigte den Bär- und
    Tigerbüchern religiöse Qualitäten.
    Ob Janosch diese Einschätzung teilt, ist
    unbekannt.
    Er sei kein Atheist, sagte er, aber die katholische Kirche überlebe
    ausschließlich durch Repressalien.
    Dazu rechnete er vor allem das Bild der
    Hölle, das in seiner Kinder- und Jugendzeit eine weitaus größere Rolle spielte
    als heute.
     

    Janosch pflegt seine Feindschaften mit Inbrunst: Verleger und
    Lektoren sind ihm zuwider.
    Die Lektoren, weil sie seine Bücher verdorben hätten,
    die Verleger, weil sie ihn finanziell über den Tisch gezogen hätten.
    Dagegen
    prangern Vertreterinnen der Frauenbewegung seine Illustrationen als
    frauenfeindlich an.
    In der Öffentlichkeit wird sein Werk überwiegend auf seine
    Kinderbücher reduziert.
    Seine melancholische, vor allem aber anarchische Seite
    wie sie etwa auch in seinen Zeichnungen für das Magazin der "Zeit" zutage tritt,
    wird dabei oft übersehen.
    (kna)

  • Das Ende einer Saga: Die Tribute von Panem 4 oder Mockingjay 2. Bald gibt es hier meine Rezension zum DVD-Release und wieder einmal ein Gewinnspiel. Es gibt ein großes Fan-Paket zu gewinnen. Mehr zu den Teilnahmebedingungen in Kürze...

  • Erich Follath - Jenseits aller Grenzen

    Ibn Battuta gilt als der »Marco Polo des Orients«: Der große Abenteurer bereiste im 14. Jahrhundert weite Teile der damals bekannten Welt, seine 30-jährige Odyssee führte ihn von Marokko über Mekka, Konstantinopel und die Krim bis nach Samarkand, Indien, Indonesien und China. Das einigende Band der von ihm bereisten Länder war der Islam, den Ibn Battuta in seinen Schriften als Religion des Fortschritts und der Toleranz schildert.

    700 Jahre nach Ibn Battuta hat sich Erich Follath auf die Spuren des »Königs aller Reisenden« begeben und begegnet einer fundamental veränderten islamischen Welt: An zwölf Orten, die Ibn Battuta wichtig waren und die immer noch einen besonderen Klang haben, zeigt Follath eindrucksvoll, wo die islamische Welt heute steht, mit welchen Problemen sie kämpft und welche Herausforderungen sie zu bewältigen hat. Sein Buch ist eine Spurensuche nach einer der geheimnisvollsten Persönlichkeiten des Mittelalters, eine Nachforschung, die alte Stätten und aktuelle Brandherde der Politik erklärt und dem Leser faszinierende Einblicke in Geschichte und Gegenwart der islamischen Welt eröffnet.



    Abbildung: DVA 

    Er war einer der bedeutendsten Reisenden aller Zeiten: Abu Abdullah Muhammad Ibn Batutta, der im 14. Jahrhundert große Teile der bekannten Welt – von Marokko bis China – durchquerte. Der Journalist Erich Follath hat sich im Jahr 2015 auf seine Spuren geheftet, eine Reise durch die Vergangenheit und Gegenwart unternommen und in "Jenseits aller Grenzen. Auf den Spuren des großen Abenteuers Ibn Battuta durch die Welt des Islam" eine spannende Mischung aus historischer und aktueller Reportage verfasst.

    Jahrzehntelang unterwegs

    Zwei große Reisende gibt es im 12./13. und 14. Jahrhundert: Marco Polo und Ibn Battuta. Beide waren jahrzehntelang unterwegs, beide verfassten mit Co-Autoren ihre Beschreibungen, bei beiden wird deren Wahrheitsgehalt mitunter bezweifelt. Bei allen Ähnlichkeiten gibt es doch einen gravierenden Unterschied: Marco Polo reiste in die Terra inkognito, in völlig unbekannte Gebiete, Ibn Batutta hingegen bewegte sich im "Dar al-Islam", im "Haus des Islam", in Regionen, in denen der Islam damals Staatsreligion war oder in denen es große muslimische Siedlungen gab.

    Er war – wie Follath schreibt – als Weltbürger unterwegs, ein Bürger der großen islamischen Welt, die im 14. Jahrhundert von Südspanien über Nordafrika, den arabischen Raum, über Mittelasien, Indien und Indonesien bis nach China reichte. Und so weitete sich was als einfache Pilgerfahrt eines islamischen Rechtsgelehrten nach Mekka begann, zu einer abenteuerlichen Lebensreise, auch vielleicht ausgelöst durch zwei Prophezeiungen, die Ib Battuta angeblich in Ägypten erhielt: Er werde bis nach Indien und China reisen.

    Follath auf den Spuren Ibn Battutas Reisetagebuch

    Erich Follath folgt seinem Helden. Er beschreibt 13 Städte, beginnend mit Ibn Battutas Geburts- und Sterbeort Tanger und besucht auf dessen Spuren zwölf weitere – darunter Kairo, Mekka, Istanbul, Dubai und Hangzhou, chronologisch dem Lebenslauf des Ibn Battutas folgend. Jedes Kapitel behandelt einen Ort und beginnt mit der Beschreibung von der Reise dorthin und dem damaligen Leben, also einer unterhaltsamen, einordnenden Nacherzählung von Ibn Battutas Reisetagebuch. Denn dieser berichtete ausführlich von den Gefahren und des Überraschungen des Unterwegsseins. Er erzählte von Kämpfen mit afghanischen Wegelagerern, von überbordendem Luxus und furchtbarer Despotie am Hofe des Sultans von Delhi, seltsamen schwebenden Yogis, einem Amazonenreich in Ostasien oder dem Zusammentreffen mit einem marokkanischen Landsmann in China.

    Die fast 700 Jahre alte Darstellung kontrastiert und ergänzt Follath mit aktuell recherchierten Stücken, die gut zwischen Reportage-Elementen, historischen und politischen Einordnungen changieren. Er schreibt über Paul Bowles Haschischräusche in Tanger, über die vorsichtige Demokratisierung Marokkos, die verlorene Revolution in Ägypten und die Entwicklung in Syrien oder den Spagat zwischen weltoffenem und fundamentalistischen Islam, der sich täglich auf den Straßen von Jakarta abspielt. Nicht überall wird man seinen Einschätzungen zustimmen. Dennoch gelingt Follath auf Ibn Battutas Spuren ein eindrucksvolles, vielschichtiges Bild der heutigen islamischen Welt – ein sehr lesenswertes und erhellendes Porträt des "Dar al-Islam".


    ISBN: 978-3-421-04690-1


  • Misha Glenny:  König der Favelas - Brasilien zwischen Koks, Killern und Korruption

    Antônio Francisco Bonfim Lopes, genannt Nem. Fleißiger Schüler, cleverer Erwachsener, liebender Familienvater, Drogenboss. 2011 endet ein Fluchtversuch in seiner spektakulären Festnahme, die zum nationalen Medienereignis wird. Eine der faszinierendsten, erschreckendsten und zugleich aufschlussreichsten True-Crime-Geschichten der Gegenwart.

    Abbildung: Klett-Cotta/Tropen 

    Der Untertitel - Brasilien zwischen Koks, Killern und Korruption - hat mich an meine Jugendzeit erinnert. Nicht wegen Koks und Killern, sondern wegen der Alliteration. Damals liefen spätabends auf RTL II oder Kabel 1 "Reality-Reportagen" mit  Titeln wie: Döner, Disco, Dauerrausch oder Bräute, Bier und Ballermann [beide jedoch frei erfunden, kann mich nicht mehr erinnern] - aber egal, hat nix mit dem Buch zu tun und würde ihm auch nicht gerecht.

    Ein  Weg, gesäumt von Gewalt und dunklen Machenschaften

    Denn Autor Misha Glenny taucht tief in die kriminelle Welt Brasiliens, ja sogar in die Psyche der Protagonisten - alles echte Personen - ein. Glenny nimmt den Leser mit auf dem Weg, den Antônio Francisco Bonfim Lopes hinter sich bringt. Ein mitunter schwerer Gang, gesäumt von Brutalität, Verrat, und dunklen Machenschaften. Es ist die wahre Geschichte, die wohl vielen hätte passieren könne, den Umständen des Lebens in der Favela und im Rio de Janeiro (nicht nur) jener Tage geschuldet ist.

    Ein mickriger Lohn, der gerade so reicht, dass alltägliche Leben zu bestreiten, aber nicht, um die schwer kranke Tochter mit Medikamenten zu versorgen oder deren Arztrechnungen zu bezahlen. So führt der Weg unweigerlich dorthin, wo es schnelle Knete zu machen gibt - in die Kriminalität, ins Drogengeschäft, in eine der unzähligen Straßengangs. 

    Der meistgesuchte Verbrecher Brasiliens

    Doch Antonios Weg endet nicht, er steigt vom Aufpasser immer höher, wird regelrecht nach oben gespült, bis hin zum Drogenboss der Favela und noch viel weiter. Er ist der meistgesuchte Verbrecher Brasiliens - und das zu Recht. 

    Misha Glenny erzählt diese Lebensgeschichte, für die er  Zugang zu besten Quellen im Gefängnis hatte. Eine Geschichte, die Glenny allerdings bei Weitem sich nicht nur darin erschöpfen lässt, eine Gangster-Biographie zu schreiben, sondern eine Geschichte, in der er sehr gründlich und sehr breit gerade auch das gesamte Umfeld dieses Lebens erzählt. Das Wachstum der Favela, die Zustände und Umstände, in denen dort gelebt wird, das soziale Leben in Rio, die krasse Gegensatz zwischen Reich und Arm, die Ausweglosigkeit eines normalen Angestelltenlebens. 

    Soziale Strukturen im Blick

     Und ebenso erzählt Glenny von der sozialen Struktur innerhalb dieser fast „geschlossenen Gesellschaft“ des Lebens in der Favela, dass der „Chef“ nicht nur Krimineller ist, sondern eben auch Sozialamt, Bürgermeister, Ordnungskraft im brodelnden Gefüge.

    Man bekommt beinahe ein bisschen Probleme zu erkennen, dass diese Geschichte der Wahrheit entspricht. Vielmehr lesen sich Teile des Buches wie ein spannender Roman. Umso befremdlicher, wenn einem dann wieder klar wird, dass diese Geschichte real ist, der Wahrheit entspricht.


    Misha Glenny: König der Favelas409 Seiten, gebunden, mit farbigem Bildteil; Tropen/Klett-Cotta; 22,95 Euro; 
    ISBN: 978-3-608-50335-7


  • The Walk - Eine wahre Geschichte


    Abbildung: Sony 

    "Warum forderst Du das Schicksal und den Tod heraus?" Über diese Frage muss Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) schmunzeln. "Der Tod - ich denke dabei nur an das Leben!", erzählt er und blickt voller Stolz zurück auf den größten artistischen Coup des letzten Jahrhunderts. Robert Zemeckis ("Forrest Gump", "Zurück in die Zukunft") erzählt in "The Walk - Eine wahre Geschichte" (2014) von diesem Drahtseilakt, den man nach geringer Resonanz im Kino nun auch vom heimischen Sofa aus bestaunen kann.

    Man mag die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, sich ob des tollkühnen Wahnsinns wundern. Nützt alles nichts: Der Franzose Petit ist nun einmal 1974 zwischen den Türmen des World Trade Centers hin und her spaziert. In 417 Metern Höhe, auf einem dünnen Drahtseil von einem Zoll. Ohne Sicherung.


    Abbildung Sony 


    In dem empfehlenswerten Dokumentarfilm "Man on Wire" (2008) wurden der spektakuläre Coup und seine Vorgeschichte schon einmal aufgearbeitet, nun hat Zemeckis das Thema in Form eines hollywoodtauglichen Biopic-Dramas umgesetzt. Dabei gelingt dem Starregisseur ein unterhaltasamer und spannender Blockbuster, der als biografische Vignette funktioniert, aber auch als Reflexion über das Wesen der Kunst und nicht zuletzt als überwältigendes Spektakel zwischen den Wolken. Besonders empfehlenswert in der schwindelerregenden 3D-Fassung! (tsch)


    Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc, Blu-ray 3D und als Video-on-Demand.
    Studio: Sony; Vertrieb: Sony


    GEWINNSPIEL:

    Es gibt eine 3-D-Bluray von "The Walk" zu gewinnen. Wie man gewinnen kann? Ganz einfach: 
    Schickt eine E-Mail mit "The Walk" im Betreff, eurer Adresse und Kontaktnummer bis Mittwoch, 9. März 2016, 12.00 Uhr, an benjamin.neumaier@mittelbayerische.de.

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


  • The 100 - 2. Staffel --- Ja, da geht was!

    Abbildung: Warner 



    Die TV-Serie The 100 spielt im Jahr 3010. Im Jahr 2913 Jahre hat ein Atomkrieg alle Menschen auf der Erde vernichtet. An Bord des Raumschiffs Ark konnten die letzten Menschen 97 Jahre lang überleben. 100 jugendliche Straftäter werden auf die Erdoberfläche geschickt, um zu prüfen, ob die Erde wieder bewohnbar ist. Allerdings hat sich dort wohl durch die Strahlung einiges geändert.

    Gefahr von allen Seiten

    In Staffel 2 von The 100 ist die Gruppe immer noch verteilt und sucht verzweifelt nach ihren Leuten. Als Mitglieder der 100 und neue Ankömmlinge der Ark versuchen, ihren Platz auf der Erde zu finden, werden sie mit weiteren Gefahren konfrontiert: Die skrupellosen Menschen des Militärbunkers Mount Weather und die Grounder, die mit einer riesigen Armee vor dem Lager der Überlebenden lagern. Während einige Leben im dem Chaos ausgelöscht werden, kommen allerdings auch Helden ans Tageslicht.

    Clarke und Co. treffen harte Entscheidungen, töten aus Verzweiflung, Liebe oder Hoffnung, schmieden überraschende Allianzen und erleben mitunter krasse Wendepunkte. Staffel 2 bietet Liebe und Verrat, Hoffnung und Tristesse, Schlachten und Flucht, Schwüre und Wortbrüche. 

    Offenes Ende

    Dabei scheuen sich die Macher nicht davor, liebgewonnene tragende Charaktere sterben zu lassen und lassen zum Schluss neben einem offenen Ende auch viele Fragen offen, die schon gespannt auf Staffel 3 machen...  

    War Staffel 1 schon gut und mystisch, setzt Staffel 2 da noch einen drauf.


    The 100 - Die komplette 2. Staffel; Anzahl Disks: 4; FSK: ab 16; Studio: Warner Home Video; Erscheinungstermin: 25. Februar 2016; Spieldauer: 645 Minuten; Dvd ca. 27 Euro; Bluray ca. 35 Euro

    Clarke schmiedet eigene Pläne Abbildung: Warner 

  • Mal Peet:  Die Murdstone-Trilogie

    Eine schwarze Komödie voller abstruser Situationen und verrückter Charaktere: Als Autor anspruchsvoller Literatur liegt Philip Murdstone nichts ferner als Fantasy. Daher ist seine Verwunderung groß, als seine Agentin ihm nahelegt, eine Fantasy-Trilogie zu schreiben, um seine Geldsorgen zu beheben. Doch wenn man wie Philip bereits von Tolkien Ausschlag bekommt, ist das leichter gesagt als getan. Seine dunkelste Stunde scheint gekommen, als er im Suff einen Kobold namens Pocket halluziniert, der ihm einen Fantasyroman diktiert. Überraschenderweise landet Philip damit einen Millionenbestseller und wird zur Fantasy-Ikone. Nur war der Kobold mehr als eine Halluzination. Und er ist gar nicht begeistert, dass sich Philip nicht an ihren Deal erinnert.


    Abbildung: Piper 


    Fantasy-Parodien gibt es einige. Ich habe noch nie eine gelesen, mir aber sagen lassen, dass die meisten  nach dem gleichen Schema funktionieren: Es wird eine überzogene Fantasy-Geschichte erzählt, die möglichste viele überspitzte Klischees enthält. Dieses Buch ist ganz anders.

    Feinfühliger Jugendbuchautor

    Die Murdstone Trilogie handelt vom fiktiven Autor Philip Murdstone. Dieser ist eigentlich ein feinfühliger Jugendbuchautor, wird aber von seiner Agentin dazu "gezwungen" Fantasy zu schreiben. Nach dem er die sich quer durch die aktuellen Fantasy-Bestseller gelesen hat, ist klar, dass er damit gar nichts anfangen kann. Doch Rettung naht in Form des seltsamen Kobolds, der ihm eine Geschichte im Austausch gegen einen Gefallen anbietet. Dass das auf Dauer nicht gut gehen wird, ist natürlich klar.

    Klischees und Vorurteile

    Einerseits präsentiert das Buch eine Geschichte, die in unserer realen Welt spielt und zunehmend fantastischer wird. Andererseits wird die aktuelle Fantasy-Literatur aber auch an Hand von dem, was dem Autor passiert persifliert. 
    In der Satire sind die Charaktere deutlich überspitzt dargestellt und triefen nur so vor Klischees und Vorurteilen. So ist Philip Murdstone ein "typischer Schriftsteller", der in seinem zurückgezogenen Cottage auf dem Land sein Dasein fristet und wie sich jeder einen Autor vorstellt. Seine Agentin dagegen ist eine von Ehrgeiz zerfressene Frau, die buchstäblich über Leichen gehen würde, um Erfolg in der Branche zu haben. Die Dorfbewohner aus Murdstones Ort sind allesamt ziemlich verschroben und eigenwillig und überhaupt machen die ganzen Figuren einfach Spaß.

    Deutlich überspitzt

    Herrlich überzogen nimmt Mal Peet hier die Literatur und vor allem die Fantasy-Szene aufs Korn. Jeder bekommt sein Fett weg, auch vor Jugendbüchern und -dystopien wird nicht halt gemacht. Auch die Vermarktung der Bücher wird hier thematisiert und kritisiert. Neben all diesen Themen kommt die Handlung aber nicht zu kurz und mit richtig viel Humor begleitet man Murdstone auf seiner Odyssee durch seine drei Fantasyromane. Highlights in "der Trilogie in einem Band" sind zum Beispiel die Szene, in der die Agentin dem Autor erklärt, wie ein Fantasy-Buch aufgebaut ist oder die Szene, in der der Autor auf einer Convention liest. Herrlich, einfach nur herrlich!

    Fazit

    Eine ungewöhnliche Parodie vor Humor, Satire, 
    Klischees und Vorurteilen strotzend - ganz klar lesenswert, selbst für Fantasy-Fans wie mich!


    Mal Peet: Die Murdstone Trilogie320 Seiten, Kartoniert, Piper; 12,99 Euro;
    ISBN: 978-3-492-28069-3

  • Jussi Adler Olsen - Erwartung

    Marco ist fünfzehn und hasst sein Leben in einem Clan,dessen Mitglieder von ihrem gewalttätigen und zynischen Anführer Zola in die Kriminalität gezwungen werden. Als er sein Sklavendasein nicht mehr aushält und flieht, stößt er ganz in der Nähe von Zolas Wohnsitz auf eine Männerleiche…

    Die Suche nach dem Mörder führt Carl, Assad, Rose und Gordon, den Neuen im Sonderdezernat Q, tief hinein in das Netzwerk der Kopenhagener Unterwelt, in den Sumpf von Korruption und schweren Verbrechen in Politik und Finanzwelt- und sie zieht Kreise bis in den afrikanischen Dschungel.


    Abbildung: dtv 

    Es gibt Bücher, die machen abhängig - wie Nasenspray im Winter. Nur, dass es sehr gesund ist, von Büchern abhängig zu sein - vor allem von der Carl-Mørck-Reihe von Jussi Adler-Olsen. Da war es für mich beinahe eine Schande, alle Fälle des Sonderdezernats gelesen zu haben, inklusive des neuesten 6. Falls, aber eben den fünften Band irgendwie ausgelassen zu haben - das habe ich nun bei der Erscheinung des Taschenbuchs nachgeholt...

    Schrullig aber brillant

    "Erwartung" ist der 5. Fall für Mørck - einen schrulligen, aber brillanten Kommissar, der von seinen Kollegen alles andere als gemocht wird. Und weil er so unbeliebt ist, hat er sein Büro im Keller der Kripo in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dort leitet er das Sonderdezernat Q für Fälle, die nie aufgeklärt werden konnten.

    Diesmal sucht Mørck nach einem hohen Beamten, der seit ein paar Jahren verschwunden ist. Bei den Ermittlungen läuft ihm immer wieder der 15 Jahre alte Marco über den Weg: ein Taschendieb, der von seinem Clan seit Jahren zum Betteln gezwungen wird. Als Marco hört, dass er verstümmelt werden soll, damit ihm die Leute aus Mitleid mehr Geld geben, flüchtet er. Marco taucht in Kopenhagen unter und findet heraus, dass sein Clan einen hohen Regierungsbeamten umgebracht hat - den Mann, den Carl Mørck sucht.

    Schwer aus der Hand zu legen

    Auch mit seinem fünften Fall hatte Jussi Adler-Olsen das erreicht, von dem andere Autoren nur träumen: Kaum ist der Krimi raus, ist er schon ein Bestseller, weil sich das Buch einfach nicht weglegen lässt. Zum Beispiel, als Marco von früheren Kindersoldaten aus Afrika gejagt wird, weil Marcos Clan ihn einfach nicht fassen kann. Da geht’s kreuz und quer durch Kopenhagen: man läuft als Leser mit Marco mit, sucht nach einem Fluchtweg und atmet wie Marco kurz durch, wenn man glaubt, die Verfolger abgehängt zu haben.

    Nicht der beste Fall, aber dennoch spannend

    "Erwartung" mag vielleicht nicht an die beiden ersten Bände der Carl Mørck-Reihe rankommen, ABER der Krimi ist wieder klasse geschrieben und super-spannend, so dass es richtig traurig ist, wenn man als Leser mit dem Buch fertig ist. 


    Jussi Adler Olsen: Erwartung; Taschenbuch, 576 Seiten, dtv, 14,90 Euro bzw. 9,95 Euro

    ISBN 978-3-423-19902-5


  • Stephen King - Basar der bösen Träume

    Abermals legt Stephen King, u. a. Träger des renommierten »O.-Henry-Preises«, eine umfassende und vielseitige Kurzgeschichtensammlung vor. Von den insgesamt 20 Storys wurden bislang erst drei auf Deutsch veröffentlicht. Die Originale erschienen teilweise in Zeitschriften; andere sind bislang gänzlich unveröffentlicht.

    Nicht immer blanker Horror, aber immer psychologisch packend und manchmal schlicht schmerzhaft wie ein Schlag in die Magengrube – Geschichten, die uns einladen, Stephen Kings Meisterschaft im Erzählen aufs Neue beizuwohnen, oder, wie er selbst in seinem Basar der bösen Träume ausruft: »Hereinspaziert, ich habe die Geschichten eigens für Sie geschrieben. Aber seien Sie vorsichtig. Bestenfalls sind sie bissig und schnappen zu.«



    Abbildung: Heyne 

    "Basar der bösen Träume" ist eine neue Kurzgeschichtensammlung von Bestseller-Autor Stephen King. Der Meister des Horrors legt in diesem Buch vielseitige und abwechslungsreiche Kurzgeschichten vor, die bisher teilweise sogar noch unveröffentlicht sind - zwanzig auf einen Schlag.

    Nachdenkliche Töne

    King schlägt dabei ruhigere und nachdenklichere Töne an -  es geht vorwiegend um den Tod und das Sterben. Spannung ist meistens garantiert. Hervorstechendes Merkmal der Kurzgeschichten ist in „Basar der bösen Träume“ aber die psychologische Raffinesse und nicht der pure Horror. Das mag dem ein oder anderen King Fans negativ aufstoßen, mich hat es nicht gestört (Wobei ich mich nicht als King-Fan oder King-Insider beschreiben würde). 

    Protagonisten in Kings-Geschichten-Potpourri sind beispielweise ein an  Alzheimer erkrankter Vater, der nach einem Autounfall plötzlich seine Verteidigung vor Gericht übernimmt. In einer anderen Story zeigt sich Psychostress in Form eines kleinen Jungen und treibt einen Mann beinahe in den Wahnsinn. Außerdem lockt ein führerloses Auto mit einer tödlichen Gefahr oder ein Richter begegnet in einer anderen Geschichte dem Übersinnlichen. Die Themenvielfalt wird in dieser Geschichtensammlung groß geschrieben.

     Fazit

    Aber wie es so oft ist bei Sammlungen, trifft die eine Story mehr, die andre weniger den Nerv des jeweiligen Lesers – und ich muss auch sagen, dass ich bei ein paar der Geschichten nach wenigen Minuten weitergeblättert habe. Dennoch: Basar der bösen Träume“ überzeugt mit Vielfalt und erstaunlichem Tiefgang. 


    Stephen King: Basar der bösen Träume: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 768 Seiten, Heyne, 22,99 Euro
    ISBN: 978-3-453-27023-7

  • Wolf Haas - Brennerova

    Zuerst wird der Brenner von einem Kind bewusstlos geschlagen. Und dann versucht seine Freundin, ihn vor den Traualtar zu schleppen. Es läuft nämlich gerade ausgesprochen gut zwischen den beiden. Einziges Problem: Mit seiner anderen Freundin läuft es auch sehr gut. Und was ist mit der dritten Frau? Spurlos verschwunden. Die Suche nach ihr hilft dem Detektiv bei der Lösung seiner privaten Probleme. Denn nie kannst du besser über das Glück nachdenken, als wenn der berüchtigtste Zuhälter der Stadt gerade dazu ansetzt, dir die Hände abzuhacken.

    Abbildung: Heyne 

    Die Brenner-Krimis von Wolf Haas sind Kult, haben eine eingeschworene Fangemeinde. 2009 schien dann Schluss, aber Wolf Haas ist  gut für Überraschungen und hat mit Brennerova bereits 2014 den nächsten Krimi dieser Reihe veröffentlicht - der jetzt als Taschenbuch erhältlich ist. Simon Brenner wird durchgängig nur „der Brenner“ genannt, wie man das in Österreich wohl so macht. Er ist ein ehemaliger Polizist, dessen Karriere wegen seiner Eigenwilligkeit als Inspektor endete. Danach hat er als Privatdetektiv gearbeitet und im vorangegangenen Band hat er das professionelle Ermitteln dann ganz aufgegeben und arbeitete als Chauffeur.

    Aus Langeweile nach Nishni Nowgorod

    Eher aus Langeweile hat sich der Brenner durch ein paar Dating-Portale geklickt, schließlich ein Profil angelegt und Kontakt mit der wunderschönen Russin Nadeshda aufgenommen. Er reist sogar nach Nishni Nowgorod, was nicht ganz ohne Blessuren abläuft, und wird von Nadeshda beauftragt, nach ihrer jüngeren Schwester Serafima zu suchen, die von einer vermeintlichen Modelagentur nach Wien geholt wurde und seitdem verschwunden ist. Nahe liegend, dass es um Menschenhandel und Prostitution geht. Und wer den Brenner kennt, für den ist es auch nahe liegend, dass es etwas anders verläuft, als man es im Genre des Krimis vermuten würde. 

    Dazu kommen Geiselnahmen, in Geiselnehmer verliebte Protagonistinnen und einen und präzise Beschreibung, was eine OP-Schwester über  zwei Chirurgen denkt, die gerade zwei Paar abgehackte Hände anzunähen haben, wobei davon dann eigentlich doch eher am Rande die Rede ist, sondern vielmehr von dem, was die mit ihren Händen sonst schon angestellt haben.

    Fazit

    In seiner ihm eigenen Sprache der Auslassungen und unvollständigen Sätze erzählt Wolf Haas einen Krimi voller skurriler Einfälle. Die Handlung enthält  unerwartete Wendungen und spannende Protagonisten. Nicht durchgehend fesselnd und spannend, aber wer die Sprache von Haas mag, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.


    Wolf Haas: BrennerovaTaschenbuch, Klappenbroschur, 240 Seiten, Heyne,  9,99 Euro;
    ISBN: 978-3-453-43839-2

  • Neues Buch mit Harry Potter

    Das Abenteuer um Harry Potter geht weiter. Im Sommer soll ein achtes Buch über den berühmten Zauberer erscheinen. Es heißt "Harry Potter und das verwunschene Kind". Darin ist Harry schon erwachsen und Papa von Kindern.
    Jedoch ist das Buch nicht so wie die bisherigen Bände. Es ist das Buch zu einem Theaterstück. Das Stück wird im Sommer in der Stadt London in Großbritannien gezeigt.
    Viele enttäuschte Fans hätten sich bei der Autorin gemeldet, weil sie das Theaterstück nicht sehen können, heißt es. Nun dürfen sie sich also auf die Geschichte in Buch-Form freuen. Erst mal erscheint das Buch aber nur auf Englisch. Wann es auf Deutsch herauskommt, weiß man noch nicht. (dpa)
  • Stephen King - Revival

    Revival erzählt die Geschichte des Jungen Jamie und des Predigers Charles Jacobs, deren Wege sich von den Sechzigern bis heute auf unglückselige Weise immer wieder kreuzen. Sie steuert auf ein beängstigendes, auswegloses Ende zu, wie es selbst Stephen King bislang nicht zu Papier gebracht hat, und ist gleichzeitig Abrechnung mit dem Religionsfanatismus in unserem hoch technisierten Zeitalter und Verbeugung vor den Größen des klassischen Horrors.

    Abbildung: Heyne 

    Jamie Morton hat eine recht unbeschwerte Kindheit. Er wächst in den 60er Jahren im US-Bundesstaat Maine auf, mit seinen Eltern und vier Geschwistern, und er spielt gerne mit seinen Plastiksoldaten auf dem Rasen vor dem Haus. Bis zu diesem einen Tag, als Charles Jacobs in sein Leben tritt. "Ich blickte auf und sah einen Mann vor mir stehen. Weil sich die Nachmittagssonne hinter ihm befand, war er eine von goldenem Licht umgebene Silhouette - eine menschliche Sonnenfinsternis", berichtet er. Ein neuer Pfarrer ist in der Stadt. Und der Leser spürt schon: Es wird düster.

    Ein schrecklicher Unfall

    Mit dieser Begegnung beginnt der  Roman "Revival" (Wiederbelebung) von Horror-Papst Stephen King. Pfarrer Jacobs und seine Familie werden in der Kleinstadt Harlow herzlich empfangen. Doch dann verliert er Frau und Kind bei einem Autounfall und fällt vom Glauben ab. Jacobs verflucht Gott, und die Kleinstädter verfluchen ihn dafür. Er stürzt sich ganz in sein Hobby, seinen Experimenten mit Elektrizität - einer finsteren Macht.

    King erzählt die Geschichte zweier Menschen, deren Wege sich über fünf Jahrzehnte lang kreuzen. Der kleine Jamie wird erwachsen, spielt Gitarre in zweitklassigen Rockbands, bricht sich bei einem Motorradunfall fünf Mal das Bein und wird heroinabhängig. Der Ex-Pfarrer Jacobs wird vom Schausteller zum religiösen Wunderheiler zum besessenen Wissenschaftler. Mit seinem magischen Stromkasten heilt er Jamie von seiner Sucht. Aber der Preis dafür ist hoch.

    Der Preis für Heilung ist hoch

    Jacobs legt den Schalter an seiner Maschine um und heilt jedes noch so schlimme Gebrechen mit einem Klick. Krumme Knochen wachsen gerade, lahme Männer werfen die Krücken von sich, eine Frau mit Bronchitis lässt die Sauerstoffmaske fallen und holt tief Luft. Doch seine Elektroshock-Therapie hat Nebenwirkungen. Die Patienten bekommen Wahnvorstellungen, haben Blackouts und stellen gruselige Sachen an. Der Ex-Junkie Jamie Morton wacht irgendwann nackt im Garten auf, als er sich mit einer Gabel den Arm blutig sticht.

    Vielleicht will King mit "Revival" religiösen Wahn und Fanatismus aufs Korn nehmen. Vielleicht trägt die Geschichte auch ein Stück weit biografische Züge, weil sie das Thema Drogensucht anschneidet und der Autor von Schockern wie "Es", "Friedhof der Kuscheltiere" oder "Shining" selbst einst Alkoholiker war. Auf jeden Fall sind die 512 Seiten unterhaltsam. Nur: Der Horror kommt etwas zu kurz. Mit Ausnahme von ein paar gruseligen Visionen hält sich der Spuk über weite Strecken in Grenzen.

    Ein fulminantes Ende

    Wäre da nicht das fulminante Ende, gegen das selbst kinderfressende Clowns und Zombie-Haustiere beruhigend wirken. Der Leser erhascht einen Blick ins Jenseits und muss dabei erfahren: Die Angst vor dem Tod hat ihren guten Grund. Da wurde es Stephen King beim Schreiben offenbar selbst mulmig. Der Horror-Papst sagte in einem Interview: "Es ist zu Furcht einflößend. Ich will über dieses Buch gar nicht mehr nachdenken."


    Stephen King: RevivalGebundenes Buch mit Schutzumschlag, 512 Seiten, Heyne, 22,99 Euro;
    ISBN: 978-3-453-26963-7




  • Jury für Deutschen Buchpreis 2016 steht fest 

    Die Jury für den Deutschen Buchpreis steht fest. Die sieben Literaturexperten Thomas Andre ("Hamburger Abendblatt"), Lena Bopp ("Frankfurter Allgemeine Zeitung"), Berthold Franke 
    (Goethe-Institut, Prag), Susanne Jäggi (Librium Bücher, Baden), Christoph Schröder (freier Kritiker, Frankfurt am Main), Sabine Vogel ("Berliner Zeitung") und Najem Wali (Autor und Kritiker, Berlin) entscheiden, wer in diesem Jahr den Preis für den besten deutschsprachigen Roman erhält, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. 

    Autor Frank Witzel, Gewinner des Deutschen Buchpreises 2015 Foto: dpa 


    Die Akademie des Buchpreises, die sich aus Vertretern der Buch- und Medienbranche und des Goethe-Instituts zusammensetzt, wählt die Mitglieder der Jury jedes Jahr neu. Den Roman des Jahres ermittelt die Jury in einem mehrstufigen Verfahren. Zunächst sichtet sie alle eingereichten Romane und stellt eine 20 Titel umfassende Longlist zusammen. Diese wird am 23. August bekanntgegeben. Daraus wählen die Juroren sechs Titel für die Shortlist aus, die am 20. September veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autorinnen und Autoren, an wen von ihnen die Auszeichnung geht. 

    Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vergeben. Die Verleihung findet jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. In diesem Jahr ist das der 17. Oktober. Der Preisträger erhält 25.000 Euro, die fünf Finalisten bekommen jeweils 2.500 Euro. (epd)
  • Finalisten für den Preis der Leipziger Buchmesse gekürt

    Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2016 stehen fest. 15 Finalisten wählte die Jury unter dem Vorsitz der Journalistin und Literaturkritikerin Kristina Maidt-Zinke unter 401 Einsendungen aus, wie die Leipziger Buchmesse am Donnerstag mitteilte. Die insgesamt mit 60.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 17. März in den drei Kategorien Belletristik, Übersetzung und Sachbuch/Essayistik verliehen. 

    Ins Rennen um den Belletristik-Preis gehen in diesem Jahr die bereits vielfach ausgezeichnete Autorin Marion Poschmann mit ihrem Werk "Geliehene Landschaften. Lehrgedichte und Elegien" und der Dramatiker Roland Schimmelpfennig mit "An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts". Zudem stehen Nis-Momme Stockmann mit "Der Fuchs", Heinz Strunk mit "Der goldene Handschuh" und Guntram Vesper mit "Frohburg" auf der finalen Liste. 

    In der Kategorie Sachbuch/Essayistik stehen Werner Busch mit "Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit", Jürgen Goldstein mit "Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt" und Ulrich Raulff mit "Das letzte Jahrhundert der Pferde. Geschichte einer Trennung" im Wettbewerb. Um den Preis beworben haben sich auch Christoph Ribbat mit "Im Restaurant. Eine Geschichte aus dem Bauch der Moderne" und Hans Joachim Schellnhuber mit "Selbstverbrennung: Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff". 

    Zu den fünf Finalisten in der Kategorie Übersetzung gehört Kirsten Brandt, die das Werk "Flüchtiger Glanz" von Joan Sales aus dem Katalanischen ins Deutsche übertragen hat. Weiterhin nominiert sind Brigitte Döbert mit der Übersetzung des Werkes "Die Tutoren" von Bora Cosic (aus dem Serbischen), Claudia Hamm für "Das Reich des Gottes" von Emmanuel Carrère (aus dem Französischen), Frank Heibert für "Frank" von Richard Ford (aus dem Englischen) und Ursula Keller für "Eine Straße in Moskau" von Michail Ossorgin (aus dem Russischen). 

    Der Preis der Leipziger Buchmesse gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen in der deutschsprachigen Literaturlandschaft. Die Auszeichnung wird seit 2005 verliehen. Die Leipziger Buchmesse öffnet dieses Jahr vom 17. bis 20. März ihre Türen. (epd)
  • Rick Yancey - Das unendliche Meer

    Die erste Welle vernichtete eine halbe Million Menschen, die zweite noch viel mehr. Die dritte Welle dauerte ganze zwölf Wochen an, danach waren vier Milliarden tot. Nach der vierten Welle kann man niemandem mehr trauen. Cassie Sullivan hat überlebt, nur um sich jetzt in einer Welt wiederzufinden, die von Misstrauen, Verrat und Verzweiflung bestimmt wird. Und während die fünfte Welle ihren Verlauf nimmt, halten Cassie, Ben und Ringer ihre kleine Widerstandsgruppe zusammen, um gemeinsam gegen die Anderen zu kämpfen. Sie sind, was von der Menschheit übrig blieb, und sie werden sich so schnell nicht geschlagen geben. Und während Cassie immer noch hofft, dass ihr Retter Evan Walker lebt, wird der Kampf ums Überleben immer aussichtsloser. Bis eines Tages ein Fremder versucht, in ihr Versteck einzudringen...

    Abbildung: Goldmann 

    Der erste Teil von Rick Yanceys All-Age-Trilogie (Die 5. Welle)  war gut - besser als ich zuerst gedacht hätte. Was lag also näher, als gleich Teil zwei - Das unendliche Meer - anzupacken. So viel kann ich verraten: Ich wurde nicht enttäuscht.

    Beklemmung und Spannung

    Mittelbände einer Trilogie haben grundsätzlich ja das Problem, nur ja nicht zu viel vorwegzunehmen, sonst bleibt für das Finale zu wenig übrig. Auf der anderen Seite würde eine Handlungsarmut Leser abschrecken. Rick Yancey hat diese Gratwanderung vorzüglich gelöst. Nicht nur, dass er uns seine ganz besondere, verhaltene Liebesgeschichte weiterspinnt (Stichworte: Evan und Cassie), auch die Zeichnung seiner Charaktere, die angesichts der Bedrohungen von außen immer verzweifelter werden, überzeugt auf der ganzen Linie. Die Beklemmung die durch die Verfolgung der Flüchtlinge auf diese einströmt (Stichwort: Grace), hat er sehr intensiv und für jeden Leser gut nachvollziehbar beschrieben. Dabei kann er auf eine bekannte und weidlich genutzte Bühne – die beinahe  menschenleeren USA – zurückgreifen und sich ganz auf die Fortsetzung seiner Handlung konzentrieren. Und diese hält nicht nur in emotionaler Hinsicht, sondern auch was den Spannungsanteil (Stichworte: Ringer und Vosch) anbelangt so einiges für den Leser bereit. Langeweile ist ein Fremdwort, wenn die Handlung von einem temporeichen Höhepunkt zum Nächsten eilt. Yancey scheut dabei auch nicht davor zu rück, liebgewonnenen charaktere das zeitliche segnen zu lassen (Stichwort: nein, nicht wirklich, ich will ja keinem die Spannugn verderben!).

    Jetzt heißt es warten

    Durch und durch eine spannende Dystopie, in der mehr steckt, als man als Leser auf den ersten Blick erwartet. Nun heißt es allerdings warten. Warten auf Teil drei und den Abschluss der Trilogie - der soll aber im Oktober diesen Jahres im deutschen Handel erhältlich sein.

    Rick Yancey: Das unendliche Meer; gebundenes Buch mit Schutzumschlag; 352 Seiten;  16,99 Euro;
    ISBN: 978-3-442-31335-8



  • Rick Yancey - Die 5. Welle

    Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. Nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie lernen müssen, denn seit der Ankunft der Anderen hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Das Wenige, was sie noch besitzt, passt in einen Rucksack. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie, nachdem sie auf der Flucht vor den Anderen angeschossen wurde. Eigentlich weiß sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält ...

    Abbildung: Goldmann 

    Die 5. Welle von Rick Yancey ist aktuell in aller Munde - was natürlich am Kino-Blockbuster liegt, der aktuell über die Großleinwände der Republik flimmert. Ganz ehrlich: Ohne den Film, den ich aber noch nicht gesehen habe, wäre ich auch nicht auf das Buch aufmerksam geworden. Zu viele Werke mit extraterrestrischen Besuchern oder Eroberern  geistern bereits durch die Regale. Aber Yanceys All-Age-Roman hat es, das gewisse Etwas. 

    Prolog zieht den Leser in die Geschichte

    Nun könnte man es sich, um sich davon zu überzeugen, leicht machen und sich im Kino berieseln lassen, aber für mich kommt zuerst einmal die Lektüre. Und die zieht den Leser bereits im Prolog in ihren Bann - der soll aber hier nicht gespoilert werden...

    Zum Plot:  In mehreren Wellen wollend ei Aliens die Menschheit auslöschen. Mit einer haben sie der Erde Strom, Internet, Mobilität, also quasi die komplette Infrastruktur genommen, die Erde  zurück ins Mittelalter geworfen. Es folgen Tsunamis und bei einer anderen sucht ein Virus die Erdenbewohner heim. 

    Protagonisten sind Kinder und Jugendliche

    Cassie hat überlebt. Von der 16-Jährigen erfährt der Leser auch die Geschehnisse der unmittelbaren Vergangenheit. Doch der Autor lässt nicht nur Cassie zu Wort kommen, er schildert das Drama aus mehreren Perspektiven. Auch Cassies jüngerer Bruder Sammy, ihr Schulschwarm Ben Parish und ein paar Nebendarsteller treiben die Geschichte durch ihre Erlebnisse  voran. Dass die einzelnen Erzählstränge irgendwann zusammenlaufen, ist eigentlich nicht erwähnenswert - die Art wie Yancey es anstellt, ist aber stark. Denn stromlinienförmig läuft die Story  nicht: Rick Yancey verstrickt nicht nur den Leser, sondern auch die Protagonisten in ein Verwirrspiel der besonderen Art, bei dem Leser und Figuren schon bald nicht mehr wissen, wem man überhaupt noch trauen kann.

    Ein All-Age-Roman

    "Die 5. Welle" ist jugendlich frisch, aber auch episch  tiefgründig geschrieben, sodass der Leser alles ebenso spürt, wie die Protagonisten: Eben ein All-Age-Roman. Dabei gilt: „Wer als Autor hier einen Erfolg landet, muss es verstehen, mitreißend zu schreiben und die Ansprüche unterschiedlicher Altersgruppen an Themenwahl, Plot, Charaktere und Sprache zu erfüllen. Seine Dystopie mit Elementen aus Science Fiction, Horror, Thriller und Popkultur brachte ihm über Altersgrenzen hinweg den großen Durchbruch bei Publikum und Kritik. Erwachsene spielen als Hauptfiguren in dem Roman übrigens kaum eine Rolle – das Schicksal der Menschheit liegt in den Händen der jungen Generation“, heißt es in eienr Pressemitteilung des Goldmann-Verlags.

    Fazit:

    Kleine Längen verzeiht man der Geschichte, denn im Großen und Ganzen bekommt man von Rick Yancey ein Feuerwerk der Emotionen, eine Achterbahn der Spannung und ein Verwirrspiel der Extraklasse präsentiert, gekonnt in Szene gesetzt vor einem dystopischen Szenario. UND: Der Stoff hat ja auch Hollywood interessiert, was an sich zwar nicht unbedingt ein Ausrufezeichen ist, aber dennoch für sich spricht.


    Rick Yancey : Die 5. WelleGebundenes Buch mit Schutzumschlag, 496 Seiten, Goldmann, 16,99 Euro
    ISBN: 978-3-442-31334-1

    Rick Yancey: Die 5. Welle, Taschenbuch, Goldmann, 9,99 Euro
    ISBN: 978-3-442-48280-1


    Auch als Hörbuch MP3-CD oder als Download verfügbar
  • Centurio - Macro und Cato wieder mal in Bedrängnis

    Im ersten Jahrhundert nach Christus steht nur das kleine Königreich Palmyra zwischen dem römischen Imperium und seinem Erzfeind, dem Reich der Parther. Als die Parther in Palmyra einfallen, um eine Invasion vorzubereiten, werden die beiden Veteranen Macro und Cato mit der Aufgabe betraut, die scheinbar unbesiegbare Übermacht aufzuhalten.


    Abbildung: Heyne 

    Im Mittelpunkt von Simon Scarrows "Centurio" steht das kleine Königreich Palmyra, das als Pufferstaat zwischen dem römischen Imperium und dem Partherreich liegt. Als in Palmyra ein Bürgerkrieg ausbricht, werden die Kohorten von Macro und Cato als schnelle Vorauseinheit nach Palmyra geschickt, um die römischen Interessen zu wahren und den amtierenden König zu schützen. Da gleichzeitig eine Armee der Parther unterwegs ist, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Zumal die Verbündeten Roms in der dortigen Zitadelle eingeschlossen sind.

    Jede Menge Konfliktpotenzial

    Natürlich verwickeln sich die beiden römischen Centurionen dabei wieder in allerhand Ränke von Adligen, einen Thronfolgestreit und auch innerhalb ihrer Truppen gibt es ernsthafte Probleme. Dazu kommt, dass der syrische Statthalter Longinus die beiden eher heute als morgen vom Antlitz der Erde getilgt sehen möchte. Eine Menge Konfliktpotential also, zu dem sich auch noch eine geheime und gefährliche Liebe gesellt...

    Scarrow bleibt seinem schnellen, spannenden und informativen Schreibstil treu, beschreibt malerisch wenn es angebracht ist, spart aber an Adjektiven, wenn es dem  Handlungsfortschritt dient und bringt so Drive in die Story.  Auch die militärische Taktik und politische Ränkespiele bekommen mehr Platz als in den Vorgängerromanen - ein Ansatz der fruchtet. 

    Kurz gesagt: Eines der besseren Bücher der Adler-Serie - und das will durchaus etwas heißen!


    Simon Scarrow: Centurio; Taschenbuch, Broschur, 608 Seiten, Heyne, 9,95 Euro;
    ISBN: 978-3-453-43505-6


  • Die Feinde Roms - nicht durchweg zufriedenstellend

    Die Germanen und Daker, diese energischen „Barbaren“ aus dem Norden, zerstörten die westlichen Teile des römischen Imperiums. Sie waren es, die dem sterbenden Koloss im Süden den Gnadenstoß erteilten und anschließend das mittelalterliche Europa errichteten, das Feudalsystem und das Rittertum. Ihre direkten Nachfahren waren die Ritter und Krieger. In jeglicher Hinsicht waren sie die Erschaffer der modernen Welt, und es scheint ironisch, dass die meisten Menschen so gut wie nichts über sie wissen. Im Jahr 390 vor Christus zog eine gallische Armee gegen Rom ins Feld. Eine zuversichtliche römische Armee von 15.000 Mann, die ihr den Weg blockieren wollte, wurde besiegt. Drei Tage nach dieser Schlacht eroberten die Gallier Rom, von dem sie einen Großteil niederbrannten, und sie forderten viel Gold, wenn sie die Stadt verlassen sollten. Während dieses gewogen wurde, warf Brennus, der Anführer der Gallier, sein Schwert auf die Waage mit den Worten „Vae victis“, Schmerz den Besiegten – so sagt man. Ein Gefühl, welches die Gallier unmittelbar danach eigenhändig erleben sollten. Dieses Buch setzt sich kenntnisreich in Wort und Bild mit der Geschichte, den Waffen und der Kleidung dieser Feinde Roms auseinander. Detaillierte Illustrationen verschaffen ein realistisches Bild ihrer Krieger. (Buchrücken)

    Abbildung: Brandenburgisches Verlagshaus 

    Die Feinde Roms von Peter Wilcox ist nicht tiefgehend wissenschaftlich, stellt aber eine unterhaltsame, ansprechend gemachte Einstiegslektüre dar. Es ist mit farbigen Zeichnungen reich bebildert und informativ. Wissenschaftliche Standards dürfen nicht angelegt werden - reines Infotainment, aber schön gemacht.
    Leider fehlen Inhaltsverzeichnis und Einleitung komplett und wie schon in anderen Bänden der Reihe beklagen einige Leser  Übersetzungsfehler oder falsche historische Einordnungen.

    So führt Rezensent Dirk Damm etwa aus:
    "Widersprüche, Ungenauigkeiten und Fehler...nur ein paar Beispiele, das Buch ist leider voll davon
    (Teil I, Eileitung, Seite 8) ..."einige Wissenschaftler sehen in dem , letzlich erfolglosen, Einfall von plünderden keltischen Horden in das römische Italien die erste Auskundschaftung des Südens durch germaninische Krieger. Die Kimbern und Teutonen hatten zwischen 114 und 102v. Chr.in einer Reihe von Aufeinandertreffen in ganz Gallien zahlreiche römische Armeen vernichtet...

    1.Kelten ist ein Oberbegriff für eine Volksgruppe, Germanen ebenfalls, Kelten ungleich Germanen...zwar wird an anderer Stelle im Buch dies richtig dargestellt aber der obige Text ist nichts was man unkommentiert als Einleitung verwenden sollte.

    2.Welches Gallien? Als "umgangssprachlicher" Oberbegriff verwendet umfaßt Gallien das heutige Frankreich,Belgien, Teile im Westen der BRD...nach damaliger römischer Unterteilung gab es 5 verschiedene gallische Regionen die das heutige Frankreich, Belgien, Teile der BRD, Norditaliens, Österreichs, der Schweiz,...umfaßten..etc...

    3.Im Rahmen der Wanderung der Kimber und Teutonen kam es zwischen 113 und 101 v.Chr zu 5 großen Schlachten zwischen "den Stämmen" und "den Römern", 3 mal waren "die Stämme" siegreich, 2 mal die Römer, die Niederlage der Stämme war so umfassend, daß sie als eigenständige Stämme danach nicht mehr existent waren...aber..zahlreiche vernichtete römische Armeen klingt ja auch viel dramatischer und unterhaltsamer, wer will den schon in einem Sachbuch konkrete Informationen lesen können^^"

    oder:

    "Glossar dürftig und enthält Fehler:
    So werden zb. "die Skyten" zu einem iranischen Nomadenstamm, nach dem derzeitigen Wissenstand weiß man...das man von den Skythen selbst nur wenig weiß,...da sie selbst kaum etwas hinterlassen haben und "Skythen" für die antiken Geschichtsschreiber ein Sammelbegriff für alle Völker von der Donau bis zum kaspischen Meer und der Weichsel bis zu den mythischen Riphäen...aber...der mutmaßliche Ursprung der Skythen liegt im sibirischen Raum!
    In dem Zeitraum der in dem vorliegenden Buch näher betrachtet wird, 115 v Chr. bis 528 n. Chr. waren die iranischen Reiterstämme in einer Stammeskonföderation, Sauromaten oder Sarmaten genannt, vereint und hatten in den Regionen welche im Buch betrachtet werden die Skythischen Stämme vertrieben, bzw. unterworfen und assimiliert."


    Historische Feinsinnigkeiten und in die Tiefe gehende Analysen darf man also nicht erwarten, historische Fehler sind aber eigentlich nicht zu akzeptieren. Dennoch: Das Buch ist informativ und spiegelt im Großteil korrekte historische Tatsachen wieder. Wem das reicht und wer sich einen groben Überblick verschaffen will, der kann zugreifen.


    Peter Wilcox, Illustriert von Gery Embleton / Angus McBride, Die Feinde Roms - Germanen und Daker - Gallische und britische Kelten, 96 Seiten, zum Teil farbige Abbildungen,  Hardcover, ISBN 978-3-939908-59-3

  • Simon Scarrow wechselt erfolgreich die Epoche

    Malta, A. D. 1565: Die Inselgruppe steht als Bollwerk zwischen Europa und dem Osmanischen Weltreich, das sich immer weiter ausdehnt. Die gewaltige osmanische Flotte kennt nur ein Ziel: Malta, das die christlichen Länder im Mittelmeerraum verteidigt, von der Landkarte zu wischen. In diesen dunklen Stunden kehrt Sir Thomas Barrett, der einst von der englischen Königin ins Exil verbannt wurde, zurück nach Malta, um den Rittern des Malteserordens beizustehen. Doch neben dieser schweren Aufgabe muss er noch eine geheime Order der Königin ausführen, von der die Zukunft des englischen Reiches abhängt. Im erbitterten Kampf um Malta stehen Schwerter gegen Säbel...


    Abbildung: Heyne 


    Der Johanniter-Orden mit Sitz auf Malta ist letzter Vorposten des christlichen Europa im Mittelmeer gegen das expandierende Osmanische Reich. 1565 beschließt daher Sultan Süleyman der Prächtige, die Insel zu erobern und den Ritterorden zu vernichten.

    Nur wenige hundert Ritter stehen einer gewaltigen Armada gegenüber. Mit dabei ist der englische Ritter Sir Thomas Barrett, der aber nicht nur als Ordensritter auf Malta kämpft, sondern auch einen geheimen Auftrag der Königin ausführen soll.

    Simon Scarrow, bekannt durch seine populäre Rom-Serie mit den Zenturionen Macro und Cato, wechselt die historische Szenerie, und das mit großem Erfolg. In der für ihn typischen sehr lebendigen Sprache, die Szenen und Schauplätze vor dem geistigen Auge regelrecht zeichnet,  und mit eindringlichen Bildern vermittelt er das Drama, das sich auf der belagerten Insel abgespielt hat. Um ein reines Schlachtengemälde zu vermeiden, baut er die Hauptfiguren sehr behutsam auf und stellt sie als Menschen mit Leid und Glück gleichermaßen dar.

    Prädikat: lesenswert!


    Simon Scarrow: Schwert und Säbel, Heyne Verlag, München, 672 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-453-47127-6




  • "Metro 2033"-Autor Dmitry Glukhovsky sagt
    Moskauer U-Bahn-Stationen an - und:  Metro 2035 kommt!
     


    Der russische Fantasy-Autor Dmitry Glukhovsky ("Metro 2033") hat
    sich als Ansager der Moskauer U-Bahn einen Kindheitstraum erfüllt.
    Die Stimme
    des 36-Jährigen, dessen Bücher auch in Deutschland erscheinen, läuft derzeit in
    einem "Literaturzug" der Hauptstadt vom Band.
    Die Ansage im Sonderzug auf einer
    regulären Moskauer Linie war ihm von der Verkehrsbehörde angeboten worden.


    "Als Kind bin ich eine Stunde lang von zu Hause zur Schule gefahren, die
    Metro ist meine zweite Heimat", sagte 
     Glukhovsky am Donnerstag der Deutschen
    Presse-Agentur.
    Er würde es zwar lieber sehen, wenn eine Station nach ihm
    benannt würde.
    "Aber das geschieht hoffentlich posthum", meinte er
    augenzwinkernd.
    In seinem Buch macht Glukhovsky die Metro nach einem Atomkrieg
    zur letzten Zuflucht der Menschheit.
    (dpa)



    Abbildung: Heyne 


    Am 11. April erscheint übrigens die lange erwartete Fortsetzung seiner Bestseller-Reihe "Metro 2035". Protagonist ist wieder Artjom, der schon in Metro 2033 durch die U-Bahn-Tunnel Moskaus wanderte. So viel gibt der Verlag (Heyne) bisher preis: Seit ein verheerender Atomkrieg zwanzig Jahre zuvor die Erde verwüstet hat, haben die Menschen in den Tiefen der Metro- Netze eine neue Zivilisation errichtet. Doch die vermeintliche Sicherheit der UBahn- Schächte trügt: Zwei Jahre, nachdem Artjom die Bewohner der Moskauer Metro gerettet hat, gefährden Seuchen die Nahrungsmittelversorgung, und ideologische Konflikte drohen zu eskalieren. Die einzige Rettung scheint in einer Rückkehr an die Oberfläche zu liegen. Aber ist das überhaupt noch möglich? Wider alle Vernunft begibt sich Artjom auf eine lebensbedrohliche Reise durch eine Welt, deren mysteriöses Schweigen ein furchtbares Geheimnis birgt…

    Man darf gespannt sein - ich zähle schon die Tage!
  • Viel gefeiert, wenig gelesen? Vor 75 Jahren starb James Joyce

    Er war einer der wichtigsten und einflussreichsten irischen Schriftsteller. Aber wer sich James Joyce 75 Jahre nach seinem Tod  nähert, braucht Zeit und eine gute Lese-Kondition. Den "Bloomsday" zu feiern, ist da schon einfacher. 


    Foto: dpa-Archiv 


    Eigentlich fängt James Joyces berühmtestes Buch ganz harmlos an. "Stattlich und feist erschien Buck Mulligan am Treppenaustritt, ein Seifenbecken in Händen, auf dem gekreuzt ein Spiegel und ein Rasiermesser lagen." Aber wer "Ulysses" liest - und manche sind der Meinung, dass das zur literarischen Bildung unbedingt gehört -, braucht Kondition. Knapp 1000 Seiten für die Geschehnisse eines einzigen 16. Junis im Jahr 1904. "Am besten ist, sich frisch auf ein Abenteuer einlassen und das Ganze nicht als eine Intelligenzprüfung anzusehen", rät Fritz Senn, Vorsitzender der James-Joyce-Gesellschaft in Zürich. Dort starb der Ire am Mittwoch (13.1.) vor 75 Jahren. 

    Kult ist Joyce auf jeden Fall

    Auch wenn Joyce zweifellos einer dieser Autoren ist, die fast jeder kennt, aber vergleichsweise wenige lesen: Kult ist er auf jeden Fall. Der "Bloomsday", benannt nach der "Ulysses"-Hauptfigur Leopold Bloom, ist er ein regelrechter Feiertag in Dublin. Echte und vermeintliche "Ulysses"-Leser pilgern zu den Schauplätzen des Romans, essen Gorgonzolabrot, tragen Bowlerhüte und verbinden das Ganze gern mit einer Tour durch Irish Pubs. 
    Dass Joyce den 16. Juni 1904 verewigt, ist angeblich kein Zufall: Es soll der Tag sein, an dem er seine künftige Frau Nora Barnachle erstmals ausführte. Im gleichen Jahr verließ er seine Heimat Irland.
    In einem Vorort von Dublin war der spätere Schriftsteller James Augustine Aloysius Joyce 1882 zur Welt gekommen. Er studierte in Dublin, schrieb schon früh und überlegte sich, Geistlicher zu werden. Mit 20 ging für eine Weile nach Paris. Dort lebte er auch nach seiner Hochzeit unter anderem, neben Zürich und Triest. Er arbeitete als Journalist, Lehrer und Schriftsteller. 1922 erschien in Paris "Ulysses" - in England und den USA war das Buch zunächst verboten. 

    "Finnegans Wake" - ein sprachlich extrem experimenteller Roman

    Doch das Werk des schmalen Mannes mit der Nickelbrille und dem Oberlippenbart, dem ein Augenleiden schwer zu schaffen machte, umfasst viel mehr. Vor allem die Kurzgeschichten-Sammlung "Dubliner" und "Finnegans Wake" - ein sprachlich extrem experimenteller Roman, der
    jahrzehntelang als unübersetzbar galt und manchen noch gilt.
    "Ein Grenzfall der oft Gerade-noch-Verständlichkeit", sagt auch Joyce-Experte Senn. Sein Tipp: "Am besten ist, sich dem Klang und der gelegentlichen Erhellung und dem aufblitzenden Humor hinzugeben."
    Von Übersetzungen rät Senn ab, aber wer kein Englisch-Muttersprachler oder sehr geübt ist, hat beim Lesen des Originals kaum eine Chance. "Kainnäh ÜbelSätzZung des Wehrkeß fun Schämes Scheuß", diesen Untertitel verlieh etwa Dieter H. Stündel 1993 seiner Übertragung des Werks ins
    Deutsche - er lässt ahnen, was kommt.
     

    Kreativ und mit sehr viel Witz

    Kreativ und mit sehr viel Witz brach Joyce in "Finnegans Wake", seinem letzten großen Werk, mit allen Regeln und Gewohnheiten der Sprache. Andere Regeln hatte er zuvor längst gebrochen und etwa das Innere, auch Unbewusste seiner Figuren ohne Tabus offengelegt. Um konventionelle Erzählformen scherte er sich nicht.
    Sich diesem für die Literatur des 20. Jahrhunderts so bahnbrechenden, aber auch umstrittenen Autor zu nähern, lohne sich für jeden, der Freude an der Sprache habe, ist Stiftungsleiter Senn überzeugt. In Joyces Beschreibung des Provinziellen in Dublin 1904 spiegele sich "alles menschliche Verhalten". Auch Zeitgemäßes, etwa Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile und Missverständnisse, sei Thema. "Aber", fügt Senn hinzu, "es braucht Zeit und Konzentration." (dpa)

    Anmerkung: Auch wenn James Joyce einer der größten Schriftsteller seiner Zeit ist und absoluten Kultstatus genießt - ich habe es auch in fünf Anläufen nicht geschafft "Ulysses" zu lesen...es geht einfach nicht...


  • Simkins/Embleton: Die römische Armee von Cäsar bis Constantin

    Obwohl die römischen Krieger selbst kaum Zeugnis von ihrer Existenz hinterließen, hat einiges an Quellen überlebt. Auch zahlreiche archäologische Funde und das Studium erhaltener Skulpturen geben Aufschluss über die Beschaffenheit der römischen Armee, die Territorien von erstaunlichem Ausmaß eroberte. Vom Jahr 44 v.Chr. an, als der römische Diktator Julius Cäsar ermordet wurde, bis hin zu dem Zeitpunkt, als Constantin Byzanz zur römischen Hauptstadt machte und in Konstantinopel umbenannte, werden sowohl die Entwicklung als auch Organisationsstruktur, Rüstungen und Waffen der römischen Armee beschrieben. Zahlreiche, zum Teil farbige Illustrationen ergänzen detailliert den kenntnisreichen Text.


    Abbildung: Brandenburgisches Verlagshaus 

    Die Römische Armee von Simkins/Embleton gibt dem Geschichtsinteressierten einen schnellen Überblick über zahlreiche Facetten des Militärs in der römischen Kaiserzeit.  In kurzen Kapiteln werden Aufbau des Heeres, Verhalten in Feindesland, Ausrüstung, Waffen oder Soldatengattungen erläutert. Zahlreiche Abbildungen und Zeichnungen vermitteln ein lebendigeres Bild. Zur Erläuterung werden auch immer wieder Primärquellen genutzt. Des Weiteren werden auch Themen wie Religion, Festungsbau, Beerdigungsbräuche oder medizinische Versorgung der Legionen behandelt.
    Das alles wie gesagt in kurzen Kapiteln. 

    Die Kritik am Buch, die es in einigen Foren zu lesen gibt, das Buch sei Historische ungenau, mangelhaft übersetzt oder teils fehlerbehaftet, möchte ich mich mir nicht anmassen. Lediglich bei der Übersetzung hätte man genauer sein können, manche feststehenden Begriffe wurden falsch wiedergegeben.

    Letztlich ist das Buch das, was es auch sein soll:  eine schnell zu lesende Quelle zum römischen Militärwesen, das wohl nicht allerhöchsten Ansprüchen (für das Arbeiten an der Uni würde ich es nicht empfehlen) genügt. Dennoch ist es informativ, aufschlussreich bebildert und bietet einen schnellen Überblick. Wer tiefer gehen will, der muss sich woanders umschauen.



    Michael Simkins, Illustration von Ronald Embleton, Die Römische Armee Von Caesar bis Constantin, 44 v. Chr. - 333 n. Chr., 96 Seiten, zahlreiche zum Teil farbige Abbildungen, 18,5 x 25 cm, Hardcover, ISBN: 978-3-87748-646-7

  • Das Heerlager der Heiligen

    Die „Armada der letzten Chance“, eine Flotte aus rostigen Schiffen mit einer Million verhungernder Inder an Bord sticht in See, um im reichen Europa Rettung und eine neue Heimat zu suchen. Sie bildet die Vorhut weiterer unzähliger Massen aus der Dritten Welt, die denselben Weg aus dem Elend wählen werden. Das realitätsblind gewordene Abendland reagiert auf diese drohende, waffenlose Invasion mit einem utopisch-humanitären Taumel, der letztlich seinen Untergang zur Folge hat: innerlich zerfressen von Selbstverachtung, schlechtem Gewissen und schwindendem Selbstbehauptungswillen ist der europäische Kontinent nicht mehr imstande, das Eigene zu verteidigen.

    Der legendäre, bitterböse, prophetische Kultroman von Jean Raspail aus dem Jahr 1973, in Frankreich ein bis heute vieldiskutierter Bestseller. Die über das Mittelmeer verlaufenden Schlepperrouten und die Bilder überfüllter Boote, die "Willkommenskultur", die keine persönliche, sondern eine institutionell-opportune ist – all das ist im Heerlager der Heiligen dystopisch vorweggenommen und in Szenen von starker Präsenz umgesetzt.

    Raspails Roman war in Deutschland lange vergriffen und ist nun endlich wieder erhältlich – in einer neuen, erstmals vollständigen Übersetzung von Martin Lichtmesz.


    Abbildung: Antaios  


    Das Heerlager der Heiligen von Jean Raspail ist kein Buch, das man mal so schnell im Vorbeigehen liest. Es enthält Zündstoff - der wurde zwar schon 1973 zwischen zwei Buchdeckel gepresst, mit der Flüchtlingswelle bekommt der fantastische Roman allerdings wieder "Aktualität".

    Eine Flotte von Hunderttausenden

    In Form einer Swift’schen Satire schildert Raspail, wie eine Flotte mit Hundertausenden hungernden, leprakranken, verzweifelten Indern an Bord auf die Festung Europa zusteuert. Deren Medienmacher, Kleriker, Intellektuelle und Politiker verfallen angesichts dieser bevorstehenden Invasion in einen von postkolonialen Schuldkomplexen angestachelten „Humanitäts“-Rausch, der sich zunehmend mit apokalyptischen Heilserwartungen auflädt. Eine allgemeine Mobilmachung wird ausgerufen, nicht um sich zu verteidigen, sondern um die unterdrückten „Brüder“ aus dem Osten mit offenen Armen zu empfangen. Inzwischen glauben die Millionen in Frankreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund, den Glockenschlag des revolutionären Umsturzes zu vernehmen, der sie zu den neuen Herren des weißen Kontinents machen wird. 

    Raspails Roman ist grotesk-apokalyptisch bis zur Obszönität, er schwelgt im Häßlichen, Grausamen, ist aber überdies von starker visionärer Kraft. Der Autor verlängerte, wie Orwell in der negativen Utopie "1984", die Linien seiner Gegenwart. Die traurigste Rolle spielen die Gutgläubigen der multikulturellen Gesellschaft - jene, die an Dialog glauben, aber gleich vom ersten Ansturm am Strand überrannt werden.

    Fesselnd, visionär, aktuell

    Das Heerlager der Heiligen: fesselnd, visionär, aktuell. Ein Buch, das lange vergessen war, nun wieder auflebt und das man gelesen haben sollte.


    Jean Raspail: Das Heerlager der Heiligenroman edition nordost - Antaois 2015; 416 Seiten; gebunden; 22,00 Euro.
    ISBN-13: 9783944422121
    ISBN-10: 3944422120



  • Ellerbrock/Winkelmann: Die Parther - Die vergessene Großmacht

    Roms Kriege mit dem Partherreich sind legendär. Wie sah diese Großmacht aus, die Rom immer wieder in Bedrängnis brachte? Uwe Ellerbrock und Sylvia Winkelmann vermitteln einen umfassenden Überblick über die geschichtliche und kulturelle Entwicklung der Parther. Vollständig überbearbeitete Ausgabe.

    Abbildung: Philipp von Zabern Verlag 

    Stimmen:

    Die Kritiken über dieses geschichtliche Werk, das sich um einend er härtesten Widersacher des Imperium Romanum dreht, driften weit auseinander. Hop oder top muss man beinahe sagen:

    "Thematisch und chronologisch übersichtlich aufgliedernd, liefern die beiden Autoren einen hervorragenden Überblick über dieses Großreich, das fünfhundert Jahre lang blühte." FAZ

    "Ein umfassendes Kompendium über dieses oft übersehene parthische Reich." Ianus. Information zum Altsprachlichen Unterricht

    "Die Autoren haben die Parther aus dem Dunkel der Vergangenheit geholt. ´Die Parther´ sind als nahezu unerschöpfliche Informationsquelle zum 500 Jahre existierenden Großreich zu empfehlen." History Magazin - Geschichte im Fokus

    "Ellerbrock und Winkelmann wenden sich mit
    ihrer Einührung an einen Leser, dem das Partherreich
    “vermutlich weniger oder gar nicht bekannt” ist (S.
     13);
    diesen unvorbereiteten Leser kann man eigentlich nur
    vor dem Buch warnen, da er hier keine verlässlichen,
    quellenfundierten Informationen auf dem aktuellen
    Forschungsstand, sondern fehlerhae und wenig wissenschaliche
    Schilderungen finden wird, die ihn an
    vielen Punkten in die Irre ühren.
    Studierende, die
    eine qualitätsvolle Einührung zum Partherreich suchen,
    sollten daher dieses Buch im Regal stehen lassen."
    H-Net-Reviews


    Rezension:

    Auch deshalb wurde nochmal Hand an das Buch gelegt und entsprechende Passagen - Sachindex, Ortsindex, weitere Literaturhinweise sowie Karten und Abbildungen -  überarbeitet. Dem widmen sich die Autoren auch in ihrem "Vorwort zur 2. Auflage", beschrieben die Quellenlage und merken an, "dass neue Erkenntnisse über das Partherreich, die sich aus den Forschungen der letzten Jahre ergeben haben, in der vorliegenden Neuauflage eingearbeitet wurden."

    "Die Parther" habe aber, auch nicht den Anspruch, eine wissenschaftliche Fachpublikation sein [Uwe Ellerbrock ist Facharzt für Anästhesie und war 1985-2007 Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin im RegioKlinikum Elmshorn. Seit über 15 Jahren ist er begeisterter Sammler parthischer Münzen und beschäftigt sich intensiv mit dem Großreich.], sondern dem Geschichtsinteressierten einen allgemeinen Überblick verschaffen - und das gelingt durchaus. 

    In 14 Kapiteln stellen die Autoren die historische Genese des Partherreiches vor, widmen sich dem Städtebau und der Architektur, werfen einen Blick auf parthische Vasallaenstaaten, das Militärwesen, das gesellschaftliche Leben, Kunst, Religion oder auch das, was von den Parthern übrigblieb.

    Dabei schildern die Autoren meist kurz und knapp etwa den Aufbau des parthischen Heeres, ihre Kampfweise, Taktik oder besondere Schlachten, wie die bei Carrhae, in der mehrere römische Legionen - 40000 Mann - komplett aufgerieben wurden.

    Der Leser ist nach der Lektüre dieses Werkes kein Parther-Kenner, für jemand, der sich grundsätzlich in die Geschichte dieses voriranischen Volkes einlesen möchte, ist es aber durchaus lesenswert.


    Ellerbrock, Uwe / Winkelmann, Syliva: Die Parther - Die vergessene GroßmachtNeuausgabe 2015. 368 S. mit 82 farb. und 2 s/w Abb., 3 farb. Karten und 4 s/w Tabellen, geb. Zabern, 39,95 Euro;
    ISBN: 978-3-8053-4828-7


  • Shawn Levy: Robert de Niro - ein Leben

    Robert De Niro gehört zu den besten und erfolgreichsten Schauspielern der Welt (»Taxi Driver«,»Der Pate«, »Es war einmal in Amerika«). Der New-York-Times-Bestseller-Autor Shawn Levy hat bislang unveröffentlichtes Material und private Aufzeichnungen De Niros zusammengetragen, darunter Gespräche mit Scorsese, Coppola und Pacino. Er eröffnet ein neues faszinierendes Bild der grandiosen Arbeit des zweifachen Oscar-Preisträgers mit seltenen Einblicken in das private Leben des öffentlichkeitsscheuen Schauspielers.


    Abbildung: Krüger/S. Fischer Verlage 


    Robert de Niro ist zweifelsohne einer der ganz großen Schauspieler. Wie und warum er Kinogeschichte schrieb, veranschaulicht Shawn Levy eindrucksvoll in seiner "Robert de Niro"-Biografie. Spannend sind vor allem die Kapitel zum Karrierestart des heute 72-jährigen Stars.

    In der umfangreichen Biografie des amerikanischen Journalisten Shawn Levy sind  die Kapitel über den Beginn dieser großen Schauspielerkarriere die spannendsten. Wie und warum Robert de Niro Kinogeschichte schreibt, dieses Ausnahmetalent seine Arbeit so ernst nimmt wie wenige, wie er sich akribisch auf jede Rolle vorbereitet und dabei an seine physischen und psychischen Grenzen geht, das ist eindrucksvoll.


    "Nach Der Pate - Teil II galt sein Schauspiel als Meisterleistung, und über Nacht wurde er von einem eigenwilligen Schauspieler zum Star - in seinem zehnten Kinofilm." (S. 155)

    Levy liefert Hintergrundinfos zu Drehorten, Drehpannen, Castings (in die sich De Niro schon zu Beginn seiner Karriere gerne einmischt), Anekdoten, Eigenheiten von Kollegen oder Regisseuren..Hollywood live zwischen zwei Buchrücken!

    Urologe und Herrenausstatter

    Später wird dann die Geschichte fader, weil auch de Niros Filme fader werden - Levy bringt gefühlt alles auf den Tisch, was er über de Niros weiß - inklusive des Besuchs beim Herrenausstatter oder Urologen...das wirkt manchmal bizarr. Aber spätestens dann nicht mehr, wenn der Autor auf einer der nächsten Seiten dem Leser eröffnet, dass de Niro an Prostatakrebs erkrankte...

    Der Autor verneigt sich zwar in großen Teilen der Biographie vor de Niro, spart aber, wie bereits angedeutet, eben auch nicht mit Kritik:

    "Der erste Film, der wirklich einen Einbruch darstellte, war City by the Sea", ein minderwertiges Machwerk." (S. 566)

    "Die Kritiken [zu Hide and Seek] waren abschätzig, wie es bei allen De-Niro-Filmen die Regel geworden zu sein schien." (S.573)


    Was der Biographie allerdings nicht geschadet hätte, ist ein Inhaltsverzeichnis. Zwar kann sich der Leser  anhand des Registers auch auf spezielle Themen stürzen - allerdings nur relativ bedingt. Die Benennung der Kapitel mit römischen Zahlen trägt auch nicht unbedingt zum Überblick bei. Aber na gut, ein Buch ist ja da, um Seite für Seite gelesen zu werden.

    Autorisiert hat de Niro diese Biografie nicht.  Levy konnte aber das umfangreiche Archiv des Schauspielers nutzen, er hat alle Fakten und viele, auch viele überflüssige Details zusammengetragen und entwirft die Lebens-, vor allem aber die Arbeitsgeschichte des inzwischen 72-jährigen Stars. 


    Shawn Levy: Robert de Niro - ein Leben; Hardcover; 672 Seiten; Fischer Verage/Krüger; 26,99 Euro

    ISBN: 978-3-8105-2407-2

  • Torsten Fink - Imperium des Lichts

    Das Imperium des Lichts steht auf dem Höhepunkt seiner Macht. Doch die Feinde sammeln sich, und Sebastos Valis – der Kaiser und Erste Hüter des Lichts – ist todkrank. Das einzig mögliche Heilmittel befindet sich im Besitz des ältesten Feindes des Reiches, der Herrin der Dunkelheit. Der junge Offizier Aureus Moris wird ausgewählt, eine Expedition ins Reich der Finsternis zu führen, um über die Herausgabe des Heilmittels zu verhandeln. Doch er erkennt bald, dass die Dunkelheit nicht so schrecklich ist, wie erwartet – und dass sogar das strahlende Licht dunkle Schatten wirft.


    Abbildung: randomhouse.de 

    Eine Ende mit Schrecken bietet "Imperium des Lichts" nicht im buchstäblichen Sinn, für mich als Leser aber war es da dennoch. Denn mir ruinierte das Ende einen gut geschriebenen und vor guten Ideen strotzenden Fantasy-Roman. Diese Sichtweise ist natürlich subjektiv - andere mögen das Ende klasse finden - ich blieb jedoch mit gemischten Gefühlen zurück.

    Enttäuschend war es vor allem deshalb, weil der Roman vorab schnell an Fahrt aufnimmt und viel Fantasie bietet. Der Krieg zwischen zwei Königreichen manifestiert sich in einem Glaubenskrieg: Licht gegen Dunkelheit. An sich nicht unbedingt originell, aber in der Ausführung klasse. Streitende Brüder, das Wandern zwischen Licht und Dunkelheit, respektive Gut und Böse, übernatürliche Wesen kontra irdischen Soldaten, falsche Fährten, ein offensichtlicher Bösewicht, der mit sich hadert sowie ein Held, der am Grat des Wahnsinns wandelt - das hat was.

    Zudem lässt Autor Torsten Fink keine Langeweile aufkommen, zeichnet stilvolle unterschiedliche Landschaften, spielt mit seinen Protagonisten und Nebenfiguren und  erzählt flott - am Ende für meinen Geschmack leider eben etwas zu flott. Für Fink-Fans mit Sicherheit lesenswert und alle anderen müssen das Ende des Romans dann bitte selbst beurteilen.

    Torsten Fink: Imperium des LichtsPaperback, Broschur, 576 Seiten, Blanvalet; 13,99 Euro;
    ISBN: 978-3-7341-6046-2



  • "Fear the Walking Dead" - wehret den Anfängen...

    Highschool-Vertrauenslehrerin Madison Clark und Englischlehrer Travis Manawa haben sich mühsam ein bisschen Stabilität und Alltag innerhalb ihrer Patchwork-Familie aufgebaut. Der eine hat Geheimnisse, der andere läuft vor etwas davon oder möchte seine Vergangenheit hinter sich lassen. Es funktioniert, irgendwie… Plötzlich droht der Ausbruch einer geheimnisvollen Epidemie und langsam beginnt sich die Gesellschaftsstruktur aufzulösen. Die lebenden Toten ergreifen Besitz von der Stadt und eine ausweglose Flucht beginnt. Eine Flucht, die jeden an seine Grenzen treibt…

    Abbildung: WVG 

    Die Gruselserie "The Walking Dead" gehört nicht nur zu den erfolgreichsten, sondern auch zu den medial meistdiskutierten Serienproduktionen der letzten Jahre. Nun erschien zwitgleich mit der Mutterserie die erste Staffel (sechs Folgen, 2015) des Spin-offs "Fear The Walking Dead" auf zwei Bluray Discs und erzählt nicht minder spannend die Vorgeschichte der Zombiefizierung.

    Zunächst ist aber Umgewöhnung angesagt: Statt bei Atlanta ist die Serie nun in Los Angeles angelegt. Außerdem ändert sich die Besetzung komplett: Der Junkie Nick (Frank Dillane) und seine Eltern Travis (Cliff Curtis) und Madison (Kim Dickens) hören erste Gerüchte um einen seltsamen Virus-Ausbruch. Bald sind sie mit ihrem ersten Beißer, so der Name der Zombies analog zu "The Walking Dead", konfrontiert.

    Teils furchteinflößender

    Trotz des neuen Settings ähnelt die Grundstimmung der Original-Serie. Zwar nicht ganz so intensiv, nicht mehr so neu, dafür aber mitunter furchteinflößender - zumindest in den ersten beiden Episoden, als die Protagonisten noch nicht wissen, wie sie mit den Beißern umzugehen haben und teils unvorsichtig an die "Sache" herangehen. Die neuen Figuren - natürlich wieder bunt gemischt starke und schwache Charaktere - werden schnell vertraut, und die Spannung bleibt ununterbrochen hoch. Eine zweite Staffel ist bereits angekündigt.


    Die Protagonisten der Serie    Abbildung: WVG 


    Zum Grusel-Erlebnis trägt auch der stimmungsvolle Soundtrack bei. Gerade der bedrückende Surroundmix lässt die Nackenhaare zu Berge stehen. Die Optik ähnelt mit vielen erdigen Farbtönen der Vorlage.  Der solide Bonusteil wartet mit zwei Featurettes auf.

    Eine starke Serie, die einen gespannt auf Nachschub warten lässt.


    Studio: Splendid
    Vertrieb: WVG
    Extras: Featurettes
    Freigabealter: 18
    Laufzeit: 299 Min. (6 Episoden)
    Preis: Bluray ca. 20 Euro, DVD ca. 17 Euro
    EAN Code: 4013549072014


  • Star Wars Battlefront - ja, da geht was, aber es ginge noch mehr!

    Einmal Darth Vader sein. Oder mit dem Speeder Bike über den Waldmond Endor heizen. Hinterm Steuer eines TIE-Jägers Rebellenschiffe jagen, in der Eiswüste von Hoth Schnee-Sturmtruppen kalt stellen oder mit dem Rasenden Falken über die Oberfläche des Todessterns düsen Solche Szenarien hautnah mitzuerleben - davon träumen "Star Wars"-Fans schon lange, und EAs Multiplayer-Ballerei "Star Wars: Battlefront" verwirklicht diesen Traum jetzt. Oder zumindest einen Teil davon.


    Abbildung: EA 


    Das von "Krieg der Sterne"-Fans am meisten herbeigesehnte Spiel des Jahres zitiert üppig aus dem inzwischen umfangreichen Leinwand-Kanon der Sternen-Saga. Allerdings konzentriert sich Macher Dice ("Battlefield") dabei vor allem auf die Original-Trilogie. Nachvollziehbar - immerhin wird die beliebtere der beiden Trilogien in Kürze fortgesetzt. Han Solo, Leia Organa und Luke Skywalker dürfen nach fast 30 Jahren Abstinenz endlich wieder ran. Und dabei an die nächste Jedi-Generation übergeben.

    Kaum verwunderlich, dass die Helden von vorgestern auch in "Battlefront" auftreten. Ob im Unterholz von Endor, in der Eiswüste von Hoth, zwischen den Sanddünen von Tatooine oder den vulkanischen Felsen auf Sullust: Immer wieder gewährt man einen Blick auf die Helden und Antihelden der guten alten "Star Wars"-Zeit. Man darf Luke Skywalker dabei zusehen, wie er das grüne Lichtschwert kreisen lässt. Darth Vader, wie er mit seinem gefürchteten Machtgriff hilflose Rebellen würgt. Oder Prinzessin Leia, wie sie durch den Schnee von Hoth stapft und mit gut gezielten Blaster-Salven imperiale Sturmtruppen in die Flucht schlägt.


    Abbildung: EA 


    Dass man selbst in die Rolle der "Krieg der Sterne"-Ikonen schlüpfen darf, ist allerdings höchst unwahrscheinlich. Denn: "Battlefront" stützt sich bis auf wenige Ausnahmen auf geballte Mehrspieler-Action. Wer hier die Rolle eines Imperialen oder Rebellen übernimmt, stürzt an der Seite zahlreicher Gesinnungsgenossen in die Schlacht. Will der Spieler aber unbedingt alleine losschlagen, dann kämpft er in Spielmodi wie "Schlacht" oder "Überleben" gegen feindliche Angriffswellen.

    Nützlich: Auch der Trainings-Modus darf alleine bespielt werden. Hier lassen sich Nachwuchs-Jedi und -Schützen erklären, wie das so funktioniert - mit dem Schwingen des Lichtsäbels, dem Verschießen von Laser-Salven oder dem Einsatz des Raketenrucksacks.

    Nicht sonderlich kompliziert

    Besonders kompliziert sind diese Spielmechanismen allerdings nicht: Dice achtete peinlich genau darauf, mit "Battlefront" nicht nur kampferprobte Multiplayer-Veteranen anzusprechen. Stattdessen will man mit der Umsetzung der prominenten Marke die breite Masse erreichen. Hier soll so ziemlich jeder zum Gamepad greifen können, der sich für die Weltraum-Saga erwärmen kann. Nach dem Kinobesuch von "Das Erwachen der Macht" (Kinostart: 17. Dezember) mit ein paar Kumpels und einem Kasten Bier bei "Battlefront" loslegen? Das war wohl das Ziel der Entwickler, denn beim Gameplay gibt sich das Vielspieler-Getümmel fast schon simpel: Knöpfchen drücken und schießen - viel mehr muss man nicht wissen, damit man sich in "Battlefront" durchschlagen kann.

    Wie üblich bei "Star Wars" muss nicht mal nachgeladen werden: Das aus anderen Ego- und Multiplayer-Ballereien bekannte Stöbern nach Munitionsnachschub entfällt, weil die Energiewaffen über einen unerschöpflichen Vorrat verfügen. Allerdings kann sich das Alter Ego des Spielers buchstäblich die Finger verbrennen: Einige der Laser-Knarren laufen im Dauerfeuer-Betrieb schnell heiß. Die großkalibrigen Modelle versagen dann gleich ganz den Dienst: Hier muss man erst abwarten, bis der Schießprügel wieder abgekühlt ist, bevor man erneut den Abzug durchdrücken darf.

    Der Gipfel der Komplexität sind auch schon die "Sternenkarten": Die und diverse Ausrüstungsstücke werden erst allmählich freigespielt. In den Schlachten aktivieren die Karten dann Extra-Funktionen wie einen Raketenwerfer oder Schutzschild.


    Abbildung: EA 


    Das Gameplay ist also denkbar einfach geraten - kniffliger wird's nur, wenn man hinter den Kontrollen eines Fluggeräts Platz nimmt: Wer im X-Wing oder TIE-Jäger über der Oberfläche eines Planeten kreisen und andere Flieger in Explosionen verglühen lassen will, muss erst eine Weile üben. Denn die Kontrolle von Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit über die beiden Analog-Sticks ist viel zu fummelig geraten.

    Ohnehin wird es nicht zwangsläufig einfach, wenn dem Spieler erstmal die Plasma-Strahlen um die Ohren pfeifen: Wie immer im Mehrspieler-Genre ist die Komplexität der Schlacht nicht zuletzt von der Kompetenz der anderen Spieler abhängig - und die fühlt sich aktuell alles andere als zahm oder einsteigerfreundlich an.

    Auf Tatooine, Sullust, Endor und Hoth wird scharf geschossen: Momentan stürzt sich vor allem die schlachterprobte Speerspitze der Mehrspieler-Bewegung ins Gefecht - ausgesprochene Neulinge schauen trotz einfachster Kontrollen ziemlich in die Röhre. Ähnlich verhält es sich bei den Einzelspieler-Modi: Hat man das Training erst einmal hinter sich gelassen, steigt der Schwierigkeitsgrad steil an. Zu steil.

    Multiplayer müssen sich anstrengen

    Leider ist auch nicht jeder Spielmodus so selbsterklärend, wie die Entwickler das gerne hätten: Zwar gibt man sich sichtlich Mühe, jede Spielart idiotensicher zu vermitteln - trotzdem blicken in vielen Fällen nur geübte Mehrspieler richtig durch. Dice findet nur selten die richtige Balance zwischen Einsteiger-Freundlich- und Profi-Tauglichkeit: Die meiste Zeit über bleibt "Battlefront" ein grandios aufgezogenes Effektspektakel, das kurzfristig unterhält, aber keinen Spieler-Nerv so richtig kitzelt.

    Neulinge fühlen sich noch immer über-, Profis unterfordert. Das liegt nicht zuletzt an der mangelnden Abwechslung: Gerade einmal vier Planeten, eine nur überschaubare Anzahl an Spielmodi, ewig gleiche Action-Arenen und keinerlei Story-Modus - für 65 Euro ist das ein bisschen wenig.

    Fazit

    Am Ende ist "Battlefront" nicht der erhoffte "Star Wars"-Großangriff, sondern vielmehr das Versprechen eines Spiels. Eines Spiels, das mit kommenden Updates hoffentlich noch größer, runder und besser ausbalanciert wird. Updates, für die zum Teil jedoch bezahlt werden muss. Ein Sammelsurium aus rekordverdächtig schick präsentierten Film-Versatzstücken ist es schon jetzt, aber das allein reicht nicht. (nb/tsch)


    Hersteller: DICE
    Vertrieb: EA Games
    Genre: Action
    Preis: ca. 60 Euro
    EAN Code: 5035226112560
    Alter: ab 16 Jahren
    Multiplayer: 2-40 (WWW)
  • The Walking Dead - der inoffizielle Serienguide

    Die Welt, wie wir sie kennen, ist vergangen. Keine Regierung, keine Läden, keine Post, kein Fernsehen – in der Welt der Untoten gibt es einzig und allein den Kampf ums Überleben. Und um die letzten Reste Menschlichkeit, die nicht verloren gehen dürfen.

    THE WALKING DEAD, das diese epische Geschichte erzählt, muss um seinen Fortbestand nicht bangen. Der Anfang als Comic vor mehr als einem Jahrzehnt war noch Sache eines eingeweihten Kreises. Doch heutzutage ist der Stoff ein multimedialer Erfolg ohnegleichen, und das auf globaler Ebene. Die Frage, wie man leben würde, wenn die Zivilisation zusammenbricht, verbreitet sich wie ein Virus und lockt die Zuschauer scharenweise an. Vier Staffeln der Fernsehserie gibt es bislang und ein Ende ist nicht abzusehen.

    Die Welt der wandelnden Toten ist mit Comics, Romanen und Fernsehserie zu komplexer Größe angewachsen. Dieses Buch erhellt alle Hintergründe, stellt Analysen auf und Zusammenhänge her und bietet einen packenden Ausblick auf die vierte Staffel, die im deutschen Free-TV noch nicht zu sehen war. (Buckrücken, Quelle Schwarzkop & Schwarzkopf)



    Abbildung: Schwarzkopf & Schwarzkopf 


    Für Fans der Serie, die sich zudem für spannende Details interessieren, oder schnell noch einmal wissen wollen, was eigentlich in Folge X los war, ist dieses Buch ideal, denn die Autoren fassen das Geschehen der Staffeln 1 bis 4 Episode für Episode zusammen.

    Dabei halten sie sich angenehm kurz, vergessen wichtige Punkte aber keinesfalls.
    Zusätzlich gibt es zu jeder Folge interessante Informationen wie z.B. besondere Nebendarsteller, Plot-Highlights oder Songs - und zeigen mitunter auch Humor:

    "Wenn Zombies menschliche Innereien verzehren, dann sind diese aus Wursthaut gefertigt und mit Barbecue gefüllt. Bei vegetarischen Zombies achtet man auf eine vegetarische Füllung."

    Osterried und Langhagen liefern zudem Lebensläufe der Darsteller, Hintergründe und Abweichungen der Fernsehserie zum Comic und zur Genese der TV-Serie. Darin sind auch Streitigkeiten in der Ausrichtung, wechselnde Producer und Regisseure penibel genau aufgelistet. Das ist zwar nicht nur für Fans interessant, aber jene, die sich mit dieser Serie noch nicht auseinandergesetzt haben aber planen, sich diese einmal anzusehen, sollten das Buch hingegen mit Vorsicht genießen, denn natürlich wird ohne Ende gespoilert. Dies macht einen Serienguide ja schließlich aus.

    Das in Hochglanz gedruckte Buch beeindruckt zudem mit zahlreichen Abbildungen und ist durchaus mehr als nur ein nettes Gimmick für Walking Dead-Fans.


    Peter Osteried und Christian Langhagen, THE WALKING DEAD - Der inoffizielle Serienguide
    160 Seiten | farbige Broschur  | Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag | 16,95 EUR (D)
    ISBN 978-3-86265-361-4


  • Der Verlust des letzten Stückchens Menschlichkeit

    In der Erfolgsserie „The Walking Dead“ geht es ums nackte Überleben – und um eine neue Definition des Wortes „Mensch“.


    Abbildung: WVG-Medien 


    The Walking Dead – Staffel 5 spinnt die Geschichte von Rick Grimes und einer Gruppe Überlebender in den Wehen der Zombie-Apokalypse weiter. Von Menschlichkeit gibt es keine Spur mehr. Jetzt gilt nur noch das nackte Überleben.

    Die ganze Serie ist eine Versuchsanordnung mitten aus der Hölle: Die Welt wurde von Zombies überrannt, die wenigen Verschonten finden keinen sicheren Ort mehr, kein Vertrauen, keine Hoffnung. Die Ressourcen werden knapper, Skepsis gegenüber Fremden wächst. Die mit einigen Preisen bedachte Serie exerziert erbarmungslos vor, wie Menschen unter diesen Bedingungen zu Bestien mutieren. Sie stumpfen emotional ab, hartherzige Entscheidungen für das eigene Überleben stehen auf der Tagesordnung. Die zunehmende Verrohung wird eindrucksvoll dargestellt an Ex-Polizist und Anführer Rick, der vom liebevollen Familienvater und aufrechten Gesetzeshüter zum teils animalischen Killer wird.

    Noch schlimmer als die Zombies

    Diese Verwandlung vom rationalen zum instinktiv handelnden, vom unbedingten Überlebenswillen getriebenen Menschen, gepaart mit dem Streit der Überlebenden untereinander, dem Verkommen moralischer Werte – darunter Themen wie Selbstmord, Kannibalismus, Abtreibung, „Präventivtötung“ von Infizierten und potenziell gefährlichen Gefangenen sowie Rassismus – stehen im Fokus der Serie und besonders der fünften Staffel.

    Zu Beginn scheint die Lage aussichtslos: Die Gruppe um Rick (Andrew Lincoln) wurde gefangen. Statt der Beißer – so nennen die Überlebenden die wandelnden Toten – sorgen nun andere Menschen für den Tod von Menschen: in einer Hinrichtungszeremonie. Den Protagonisten gelingt im letzten Moment die Flucht. Forscher Eugene will derweil das Zombie-Virus mit einem Mikrobenstamm bekämpfen...mit mehr oder weniger überraschendem Ausgang. Die Serie nimmt sich Zeit, die Haupthandlung in kleinen Schritten voranzutreiben. In den Nebensträngen geht es immer wieder heftig zur Sache.

    Nichts für schwache Gemüter

    Dabei steht weniger die Bedrohung durch Zombies im Vordergrund – die hat sich Staffel für Staffel hin zu den grausamen Rivalitäten unter den Menschen verschoben. Damit verdichtet sich die Dramaturgie auf die zentrale Frage, auf die sich letztlich der Erfolg der Serie gründet: Wie definieren Apokalypse-Überlebende „Mensch-Sein“ – und wollen sie es verteidigen?
    Die Antwort, die die Serie darauf gibt, ist nichts für schwache Gemüter und deshalb ist die Serie auch erst ab 18 Jahren freigegeben.
     

    The Walking Dead Staffel 5: WVG-Medien; Laufzeit ca. 681 Min. + 207 Min. Extras; DVD ca. 28 Euro; Blu-ray ca. 32 Euro; Altersfreigabe: ab 18 Jahren


    GEWINNSPIEL:
    Es gibt Blurays der der 5. Staffel von The Walking Dead zu gewinnen. Das Wichtigste zuerst: Teilnehmen dürfen wegen der Altersfreigabe der Zombie-Serie nur Personen ab 18 Jahren. 
    Wer eine Bluray der Serie gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit Betreff "Walking Dead" an benjamin.neumaier@mittelbayerische.de und beantwortet folgende Frage: Wie heißt der Forscher, der die Zombie-Seuche bei The Walking Dead beenden will?
    Die Antwort schicken Sie bitte bis spätestens 27. November 2015, 12.00 Uhr,  an die vorab angegebene E-Mail-Adresse. Geben Sie ihre Adresse und Telefonnummer an. Bei den gezogenen Gewinnern wird das Alter kontrolliert.
    (Auch wenn sie nach dem Versenden der E-Mail eine auotmaische Abwesenheits-Notiz bekommen, bekomme ich ihre Mail - sie nehmen an der Ziehung teil. Keine Sorge)


  • Thron in Flammen - die Geschichte nimmt Fahrt auf

    Seit sie herausgefunden hat, wer ihren Vater ermordet hat, ist Adare – die Tochter des annurischen Kaisers Sanlitun – auf der Flucht, der Unbehauene Thron ist ihren Feinden in die Hände gefallen. Gleichzeitig verfolgen Adares Brüder, Valyn und Kaden, ihre eigenen Pläne: Valyn geht ein Bündnis mit den verfeindeten Barbarenhorden aus dem Norden ein, und Kaden wandelt auf uralten magischen Pfaden, um das Geheimnis zu ergründen, das Annur seit Jahrhunderten vor dem Bösen beschützt. Ein Geheimnis, von dem das Schicksal der gesamten Menschheit abhängt ...

    Abbildung: Heyne 

    Die drei Geschwister Kaden, Valyn und Adare - die drei Erben des ermordeten Kaisers Sanlitun - versuchen Ordnung in das Königreich Annur zu bringen. Alle drei auf ihren eigenen Wegen und immer im Kampf mit machtgierigen Widersachern, uralten Mächten und sogar Göttern.

    War  der Eröffnungsband "Der verlorene Thron" noch geprägt von Langatmigkeit, geht es in "Thron in Flammen" Schlag auf Schlag. Es ist viel Drive in der Geschichte von Brian Staveley. In mehreren Erzählsträngen - rund um die drei Kaiserkinder - schickt der Autor seine Protagonisten auf neue Wege. Adare stellt eine eigene Armee auf, Valyn verbündet sich mit den blutrünstigen Nordvölkern des Reiches und Kaden versucht das Geheimnis der uralten Feinde des Reiches, der Csestriim, zu lüften. Dabei lauern überall Gefahren, vermeintliche Verbündete, werden zu erbitterten Feinden und vermeintliche Todfeinde zu Helfern. 

    Die Sympathien wechseln schnell

    Lernte der Leser im ersten Band noch Land und Gepflogenheiten der Fantasiewelt kennen, taucht er nun immer tiefer in die Geschichte und auch Abgründe des annurischen Königreichs ein.  Zahlreiche Wendungen lassen den Leser immer wieder seine Sympathien für die Protagonisten und deren Begleiter wechseln - und nicht selten wandeln die Hauptdarsteller nahe am Abgrund. Staveley schreckt dabei auch nicht davor zurück, liebgewonnene Charaktere sterben zu lassen, schildert eindrucksvoll Kampfszenen oder  mitunter martialische und blutige Rituale. Das Ende hat es dann wahrlich in sich - aber das vorwegzunehmen, verbietet schon alleine der Anstand.

    Brian Staveley macht mit "Thron in Flammen" wahrlich einen Sprung - vom mittelmäßigen Fantasybuch (siehe meine Rezension) zum fesselnden Roman. Gäbe es Punkte, läge "Thron in Flammen bei starken 6,5 von 10 Zählern. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Staveley im Abschlussband der Trilogie - "Thron der Götter" - noch einmal steigert. Der erscheint am 13. Juni 2016.

    Brian Staveley: Thron in FlammenPaperback, Klappenbroschur, 976 Seiten, Heyne; 14,99 Euro
    ISBN: 978-3-453-31676-8

  • Fallout 4 - Vorsicht Suchtgefahr!

    Verdorrtes Gras, tote Büsche, abgestorbene Bäume - und jede Menge leblose, menschenverlassene Ödnis. So weit das Auge reicht. So beschwört Bethesda in "Fallout 4" Bilder vom Untergang. All das wirkt zunächst eher wie das Rezept für gähnende Langeweile denn wie eine hochkarätige Spaßgranate. Und doch ist das Anti-Märchen von der Welt nach dem großen Knall der am heißesten erwartete Spiele-Blockbuster des Jahres. Das "Star Wars" der Games-Welt, das ist nicht "Star Wars: Battlefront", sondern "Fallout 4". Denn die Spiele von Bethesda versprechen riesige Welten, in denen man sich frei bewegen und regelrecht verlieren kann. 

    Abbildung: Bethesda 

    Wie im Vorgänger geht es nicht um die Geschichte, die der eigene Held und die Bewohner der verstrahlten Spielwelt zu erzählen haben. Vielmehr geht es um die zahllosen kleinen Storys, die das verseuchte "Wasteland" selbst zu berichten weiß. Um all die kleinen Botschaften, Hinweise und Erzählungen, die im nuklearen Straub der alten Welt vergraben liegen.

    Vieles davon landet nach dem Aufstöbern naturgemäß im Rucksack des Helden und wird dann in der Ausrüstungsliste seines "Pipboys" angezeigt. Der ist ein monströses Armband mit archaischem LCD-Bildschirm, über das der Wasteland-Reisende seinen Daten- und Ausrüstungsbestand verwaltet: Was nicht auf dem Screen des Pipboys erscheint, das existiert auch nicht. Er ist die Schnittstelle zur verstrahlten Realität des Spiels. Und wer das Glück hatte, lange genug vor der "Fallout 4"-Veröffentlichung die "Pipboy Edition" des Spiels vorzubestellen, der hat ihn jetzt sogar als leibhaftiges Spiel-Utensil zum Anfassen. Das kommt zwar ohne LCD-Schirmchen, aber dafür lässt sich das Smartphone einklemmen. Und dann mit der passenden Pipboy-App bespielen: Die schließt sich daraufhin mit Konsole oder PC kurz und entpuppt sich als überraschend praktischer Helfer, der das Pipboy-Menü im Spiel ersetzt. 

    Der Pipboy Abbildung: Bethesda

    Weil exzessives Sammeln und Modifizieren einen empfindlichen Teil des Helden-Alltags ausmacht, sollte man sich schon früh mit dem Pipboy anfreunden. Mit ihm und mit dem kleinen "Vault Boy": Das Comic-Kerlchen ist das Maskottchen von "Vault-Tec" - also des Konzerns, von dem all die famose Technologie kommt, auf die sich der frischgebackene Bürger der postatomaren Zukunft verlässt. Vault Boy prangt seit dem ersten Serien-Teil (1997 für PC) in Anzeigen der Spielwelt und macht es sich auf Plakaten und in Fernseh-Sendungen gemütlich. Und dank Pipboy ist er am Armgelenk des Helden quasi omnipotent. Er erklärt die Besonderheiten der unwirtlichen Umwelt, vermittelt das Spielsystem und schlüsselt die Funktionsweise der unterschiedlichen Helden-Fähigkeiten auf. Kurzum: Er ist der Erklär- und Propaganda-Bär der "Fallout"-Welt - ein ständiger Weg- und Werbe-Begleiter, der maßgeblich für die sarkastische und zutiefst selbstironische Tonart des Rollenspiels verantwortlich ist.

    Spiegelbild unserer Welt

    In "Fallout" wird der Weltuntergang zwar nicht verharmlost, aber sehr wohl auf die Schippe genommen. Die kaputte Zukunft ist hier ein Spiegelbild unserer eigenen Welt. Und zugleich eine großartige Anspielung darauf, wie man sich in den 50er-Jahren die Welt der Zukunft und ihren Untergang vorgestellt hat. "Fallout 4" - das ist die Vermischung von Old-Tech und High-Tech. Hier treffen Bauhaus und Eames auf Steve Jobs.

    Überraschend ernsthaft ist der Einstieg ins Spiel: Die letzten Minuten vor dem nuklearen Angriff durch chinesische Aggressoren verbringt der Held zusammen mit Frau und Kind im kitschigen Eigenheim. Nur Augenblicke vor dem Fall der ersten Bombe geht's dann auch schon in den "Vault". In diesem gigantischen Luxus-Bunker soll die kleine Familie weiter in Frieden leben können. Doch dann kommt alles anders.

    Ein tiefgefrorener Held

    Der Held wird kurzerhand tiefgefroren - und als er ganze 200 Jahre später wieder zu sich kommt, ist seine Frau tot und sein kleiner Sohn verschwunden. Damit sind dann auch schon die Weichen für das große Abenteuer gestellt: Der Spieler hilft dem Alter Ego dabei, sein Gefängnis zu verlassen, um an der in Schutt und Scherben liegenden Erdoberfläche den Sprössling wiederzufinden.

    Damit verkehrt Entwickler Bethesda kurzerhand das Abenteuer-Motiv von "Fallout 3" ins Gegenteil: Dort wollte der Sohn den Vater finden - diesmal wird umgekehrt ein Stiefel draus. Und die erzählerische Prämisse der Entwickler wird umso deutlicher: Es geht um das Bekannte im Angesicht des Unbekannten. Darum, sich in einer furchteinflößenden, zerstörten Welt einen sicheren Hafen zu erschaffen. Das passt nicht nur hervorragend zum Rollenspiel-Genre, in dem der Held zwischen seinen Abenteuern immer wieder zur Erholung in seine "Basis" zurückkehrt. Es passt auch zum neuen Baustellen- und Konstruktions-Modus in "Fallout 4".

    Hier bastelt der Charakter mit erbeuteten Ressourcen zuerst sein kleines Schrott-Traumhaus - später wird sogar eine ganze Siedlung aus dem Boden gestampft. Ein Vorort voller dienstbeflissener Friedenswächter, den "Minute-Men". Zwischen all der Ego-Shooter-verwandten Ballerei gegen grunzende und von Pusteln übersäte Mutanten geht es neben Kronkorken und Schrottsammeln also vor allem um eins: um die Heimkehr zur Familie. Darum funktioniert "Fallout 4"  auch so gut: Es setzt die richtigen Schwerpunkte und Kontraste. Und erschafft dabei eine Spielwelt, die noch immer ihresgleichen sucht.

    Fallout 4 - ein Spiel das nicht nur für Fans der Serie absolutes Suchtpotential hat.



    Hersteller: Bethesda Game Studios/ ZeniMax
    Vertrieb: Bethesda Softworks
    Genre: Rollenspiel
    Preis: ca. 70 Euro
    EAN Code: 5055856406471
    Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene
    Alter: ab 18 Jahren
    Multiplayer: nein

    Abbildung: Bethesda 


    Abbildung: Bethesda 

    Abbildung: Bethesda 

  • Sergej Kusnezow - Das marmorne Paradies

    Ein furchtbarer Krieg hat die Erde in Schutt und Asche gelegt, die wenigen Überlebenden haben sich in den Schächten der Moskauer U-Bahn eine neue Existenz aufgebaut. Doch auch außerhalb der Stadt, im Keller einer Hochschule, kämpfen Menschen ums Überleben. Als diese Kolonie angegriffen wird, können sich der todkranke Sergej und sein Sohn Denis retten. Sie machen sich mit einer Karawane auf die gefährliche Reise zur Metro, durch verstrahltes Gebiet, das nur noch von Mutanten bevölkert zu sein scheint. Und einer ihrer Reisegefährten hat offenbar ganz eigene Pläne …


    Abbildung: Heyne 

    Das Metro 2033-Universum von Dmitry Glukhovsky ist für zahreiche Autoren zur Spielwiese geworden. Denn neben Glukhovskys Romanen Metro 2033 und Metro 2034 wir die Reihe seit Längerem von Co-Autoren fortgesetzt - mal mehr, mal weniger erfolgreich.

    Kusnezows "Das marmorne Paradies" gehört zu den weniger erfolgreichen Ablegern der Serie. Zwar mangelt es der Geschichte rund um Sergej, dessen mit übernatürlichen Fähigkeiten gesegneten Sohn Denis sowie deren undurchsichtigen Begleiter Max, nicht an Ideen, allerdings werden diese teilweise nur angerissen.

    Story wirkt teilweise aufgesetzt

    Die Storyline des Romans - der Weg der drei von einem kleinen Ort Richtung Moskauer Metro inklusive Begegnungen mit Monstern, degenerierten Menschen sowie Amazonen - dümpelt etwas dahin, der rote Faden ist dürftig. Zwar erschafft Kusnezows Fantasie zahlreiche mutierte Scheusale oder Anomalien, doch teils reißt er diese nur an. Der Leser bekommt das Gefühl, dass Kusnezow zu viel in sein Buch packen will. Viele Erzählteile wirken aufgesetzt, bilden keine homogene Einheit. Lediglich wenn die Handlung nicht ereignisreich und spannend beschrieben werden soll, geht sie flüssig weiter. Sonst ergeht sich Sergej Kusnezow in Belanglosigkeiten.

    Das ist vielleicht Jammern auf hohem Niveau (und natürlich völlig subjektiv), angesichts der starken Vorlagen der Hauptromane sowie einiger Ableger (siehe vorige Rezensionen von Metro-Titeln), fällt "Das marmorne Paradies" allerdings ab. 

    So geht es vielen Lesern:
    Ajaxa (bei amazon): "Zusammenfassend kann ich nur sagen - dass ich den Eindruck hatte der Autor wollte, gut es ist ja seine Entscheidung, alles in einen Roman packen. Und das endet meist nicht gut."

    Maxim (bei amazon): "Die Reise ins Licht von Andrej Djakow ist ein spannender actionreicher Roman, während "Das Marmorne Paradies" über weite Strecken langweilig ist."

    Baans (bei lovelybooks): "Für das Metro-Universum zu märchenhaft. Einige Besonderheiten und Mutationen ist man von den anderen Büchern ja gewohnt und stellt diese kaum in Frage, hier ist es eben ein wenig zuviel."

    Aber es gibt auch Liebhaber:
    Volker Meyer (bei amazon): "Wenn Steven King eine Metro-Geschichte erzählen würde, würde sie wohl ähnlich wie "Das Marmorne Paradies" sein. Es ist keine schlechte Geschichte. Sie ist anders, als die anderen. Geben Sie ihr eine Chance, Sie werden es nicht bereuen."

    Matthias Schaffer (bei wortjunkies.de): "Manchmal neigt Sergej Kusnezow ein wenig zu peinlichen Klischees (z.B. Amazonen, die unbedingt Männer zur Fortpflanzung brauchen). Trotzdem hätte gerne noch zusätzliche 100-200 Seiten gelesen, was definitiv FÜR diesen Fantasy-Roman spricht."



    Sergeij Kusnezow: Das Marmorne ParadiesPaperback, Broschur, 384 Seiten, Heyne, 14,00 Euro
    ISBN: 978-3-453-52861-1


  • Simon Scarrow - Die Jagd des Adlers

    Syrien, die östliche Grenze des Römischen Reichs, wird von Unruhen erschüttert. Doch die römischen Truppen sind untergraben von Korruption und Disziplinlosigkeit. Die Centurionen Macro und Cato sollen die Schlagkraft der Kohorten wiederherstellen. Unterdessen sät der Stammesführer Bannus den Hass gegen Rom. Die Revolten nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an. Gelingt es Macro und Cato nicht, die römischen Truppen gegen den Feind zu stärken, wird Rom seine östlichen Provinzen verlieren – und sie ihr Leben...

    Abbildung: Heyne 

    Die Centurionen Macro und Cato - die Helden aus Simon Scarrows Adler-Serie - verschlägt es dieses Mal in den Osten des römischen Reiches, nach Judäa. Wie in den meisten Fällen sind sie auch dieses Mal mit einem Spezialauftrag des kaiserlichen Sekretärs Narcissus ausgestattet und wie immer erwartet die beiden Römer Gewalt, Feinde die Ihnen nach dem Leben trachten, verräterische Vorgesetzte, inkompetente Offizierskollegen und Soldaten, die auf Vordermann gebracht werden wollen. Cato und Macro verschlägt es in die einige Tagesritte von Jerusalem gelegen Wüstenfestung Bushir. Dort sollen sie das Kommando übernehmen und den Rebellenführer Bannus dingfest machen - das ist allerdings leichter gesagt, als getan.

    Kampfszenen erfrischend neuartig

    Der 7. Band unterscheidet sich nicht nur durch den Wechsel vom regnerischen Britannien oder den Schiffsplanken Kilikiens in den Osten des Reiches, auch der Erzählstil ist diesmal etwas anders. Die Kämpfe sind wieder etwas abwechslungsreicher, bei denen Scarrow in den Vorgängern ja doch häufiger zu Redundanz und Wiederholung neigte, denn offene Feldschlachten gibt es in "Die Jagd des Adlers" ausnahmsweise einmal eher nicht - und stattdessen viele einfallsreiche und von mehr Taktik geprägte Scharmützel und Grabenkämpfe sowie natürlich eine unabwendbare Belagerung der Festung von Bushir. Dazu flicht Scarrow die Geschichte von Jesus von Nazareth - mit einigen Freiheiten - geschickt in die Geschichte ein.

    Die Jagd des Adlers bringt, nach dem Ausflug auf See, erneut Schwung in die Adler-Serie, ist erfrischend erzählt, glänzt mit fantasieanregenden Schauplätzen und wagt zudem schon einen Ausblick auf den Folgeband.  


    Simon Scarrow: Die Jagd des AdlersTaschenbuch, Broschur, 592 Seiten, Heyne, 9,99 Euro;
    ISBN: 978-3-453-47120-7


  • Michael Grüttner: Brandstifter und Biedermänner - Deutschland 1933 - 1939

    Michael Grüttner bietet für die ersten Jahre des Dritten Reiches eine breit angelegte Darstellung zu Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Militär und Kultur bis hin zum Geschlechterverhältnis auf der Grundlage aktuellster internationaler Forschung. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der offenkundigen Popularität des NS-Regimes, ihren Ursachen und ihren Grenzen. Die Analyse zeigt, dass Hitler einen weiteren großen Krieg schon Mitte der 1930er Jahre auch als Chance verstand, die Juden und andere unerwünschte Minderheiten gewaltsam zu beseitigen.

    Dieses Buch interpretiert die Geschichte des Nationalsozialismus in Anlehnung an Max Frisch als Zusammenspiel von »Brandstiftern« und »Biedermännern«. Als »Brandstifter« werden diejenigen bezeichnet, die die ideologischen Kernziele der Nationalsozialisten – Eroberung von »Lebensraum« und die Rassenideologie – aktiv vertraten. Ihre Politik steuerte von Anfang an auf einen neuen Krieg zu. Doch die Massenbasis des NS-Regimes bildeten die »Biedermänner«, nicht die »Brandstifter«. Die »Biedermänner« – und auch die »Biederfrauen« – empfanden die Jahre von 1933 bis 1939 als die lang ersehnte Rückkehr zu Normalität, Prosperität und Stabilität. Sie freuten sich über die Wiederherstellung von »Ruhe und Ordnung«, während die Zerstörung des Rechtsstaats von ihnen nur beiläufig registriert wurde. Die »Biedermänner« bejubelten Hitlers außenpolitische Erfolge, verdrängten aber lange Zeit die gleichzeitig stattfindenden Kriegsvorbereitungen. Als Hitler und seine Paladine 1938 zu einer Politik des »alles oder nichts« übergingen, zeigte sich jedoch, dass dauerhafte Stabilität mit den langfristigen Zielen der nationalsozialistischen Führung unvereinbar war. (Quelle: Klett-Cotta)


    Abbildung: Klett-Cotta 

    Die Geschichte des Dritten Reichs ist beinahe lückenlos erforscht un dennoch  bleibt die Frage: Warum nur konnte sich ein brutales Regime derart ungehemmt entfalten, ohne nennenswerten Widerspruch der Mehrheit der Deutschen? Michael Grüttner geht in seinem vielseitigen Werk "Brandstifter und Biedermänner"  auch dieser zentralen Frage nach.

    "Ein wesentlicher Grund ist auf jeden Fall die Tatsache, dass die Weimarer Republik in den Augen der meisten Deutschen 1933/34 vollkommen diskreditiert war. Es gab dann einen zweiten Punkt, der wichtig war: dass viele Menschen 1932/33 das Gefühl hatten, dass man eigentlich nur die Alternative hatte zwischen Nazis und Kommunisten. Und da erschien auch vielen, die keine Nazis im engeren Sinne waren, die NDSAP als das kleinere Übel."

    Grüttner bietet seinen Leserinnen und Lesern eine umfangreiche und vielseitige Einführung in die sogenannte "Friedenszeit" des "Dritten Reichs", zudem resümiert er immer wieder anschaulich die großen akademischen Kontroversen, etwa über den Nationalsozialismus als politische Religion oder über Hitlers charismatische Herrschaft.

    Für den breiten Leserkreis, an den sich Michael Grüttner – Professor am Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin – wendet, ist die Verbindung von erzählender Darstellung und Forschungsbericht Gewinn bringend. Sein Buch ist nicht einfach nur eine weitere Analyse der NS-Diktatur. Es gibt einen Überblick, bilanziert die bisherigen Forschungen und ist anschaulich erzählt, greift etwa immer wieder zeitgenössische Quellen auf, zum Beispiel die Deutschland-Berichte der Exil-SPD oder auch Tagebücher wie die des Dresdener Romanisten Viktor Klemperer oder des amerikanischen Journalisten William L. Shirer. Zudem lenkt Grüttner das Augenmerk auf gesellschaftliche Themen, zum Beispiel auf den Sport in der NS-Diktatur.

    Zahlreiche Themen dargestellt

    Michael Grüttner gelingt es, nahezu alle Themenfelder in der Geschichte des "Dritten Reichs" darzustellen. Und immer wieder zieht er den Bogen über die zentrale Zäsur des deutschen Überfalls auf Polen am 1. September 1939 hinaus, schildert Kontinuitäten in der nationalsozialistischen Politik vor und nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Für die letzten zwei Jahre vor Kriegsbeginn verzeichnet er beispielsweise eine nochmalige Radikalisierung der NS-Diktatur, innen- und außenpolitisch.

    Die umfangreiche, meist tiefschürfende und eine riesige Menge an Forschungsliteratur überblickende Darstellung ein empfehlenswertes Buch. Es eignet sich als eine viele Perspektiven eröffnende Einführung in die komplexe Geschichte des nationalsozialistischen Deutschland. Wer dieses Werk aufmerksam studiert, hat am Ende eine klare Vorstellung davon,  was in jener Zeit in Deutschland geschah, weshalb das Zusammenspiel von Biedermänner  und Brandstiftern perfekt funktionierte.

    Michael Grüttner: Brandstifter und Biedermänner - Deutschland 1933 - 19391. Aufl. 2015, 607 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 32,95 Euro;
    ISBN: 978-3-608-94916-2



  • The Walking Dead - die Kultserie geht weiter. Während über die Bezahlsender bereits die 6. Staffel flimmert, steht der Release der 5. Staffel auf DVD und Bluray kurz bevor (16.11.15). Auch ich werde mich - als Autor und Fan - mit der 5. Staffel beschäftigen. Eine Rezension und wahrscheinlich auch ein GEWINNSPIEL folgen in Kürze...

  • Robert Harris: Dictator - grandioser Abschluss der Trilogie

    Cicero, größter Redner seiner Zeit, weilt mit seinem Sekretär Tiro im Exil. Da er seinen politischen Feind Caesar zu unterstützen verspricht, kann er nach Rom zurückkehren, wo er sich wieder zu öffentlichem Ansehen emporkämpft. Genial und fehlbar, angsterfüllt und doch unbändig mutig – der mit sich ringende Mensch hinter dem Politiker Cicero macht die Geschichte so unwiderstehlich.
    Dictator umfasst bedeutsame Momente der Menschheitsgeschichte: den Untergang der römischen Republik, den folgenden Bürgerkrieg, die Enthauptung von Pompeius und den Meuchelmord an Caesar. Das Thema jedoch ist zeitlos: Wie lässt sich politische Freiheit gegen skrupellosen Ehrgeiz, korrumpierte Wahlen und den verderblichen Einfluss endloser Auslandseinsätze schützen? (Klappentext)



    Abbildung: Heyne 

    Am Ende war der brillanteste Redner im antiken Rom nurmehr zum Spielball der mächtigen Feldherrn geworden. Bis dahin galt Marcus Tullius Cicero noch selbst als einer der heimlichen Strippenzieher und begnadetsten Politiker, doch in den Turbulenzen nach der Ermordung Caesars im Jahr 44 vor Christus verfing auch er sich im Intrigengeflecht der untergehenden Republik. „Eines der verworrensten Kapitel der römischen Geschichte“, nannte der deutsche Cicero-Biograf Manfred Fuhrmann diese Zeit.

    Jenes Kapitel schlägt nun Robert Harris in „Dictator“ auf. Zwölf Jahre hat der Brite insgesamt an seiner Roman-Trilogie über Cicero gearbeitet. Wie in „Imperium“ und „Titan“ lässt er auch im letzten Band den großen Redner und Politiker durch die Augen seines Sekretärs und Sklaven, des Ich-Erzählers Tiro, erscheinen.

    Riesige Spielwiese

    In der Figur Ciceros hat der Brite Harris eine riesige Spielwiese als politischer Autor gefunden. Zwar ist Cicero einer derjenigen, über die die meisten Zeugnisse aus dem Altertum existieren - aus eigener oder fremder Hand, von Zeitgenossen oder späteren Autoren. Aber dennoch gibt es auch im Leben des Redners eine Vielzahl von Lücken, die Harris erzählerisch zu füllen vermag. „Cicero gehört zu den wenigen“, heißt es bei Altphilologe Fuhrmann, „die jeder Beschreibung seines Lebens viel Freiheit geben und sie zugleich der Gefahr der Willkür aussetzen.

    Auf diesem schmalen Grat balanciert Harris in seinen Romanen. Während er in „Imperium“ den Aufstieg des Anwalts in die politische Spitze der Römischen Republik nachgezeichnet, beginnt Nachfolger „Titan“ mit dem Konsulat, dem höchsten politischen Amt im republikanischen Rom. Der dritte Band setzt nun mit Ciceros zeitweisem Exil in Griechenland ein - eine Folge der Überwerfung mit Caesar. Es geht um seine letzten 14 Jahre, in denen der Politiker immer unbedeutender wird und die meisten seiner philosophischen Schriften verfasst.

    Spiegelbild der Gegenwart

    Harris meinte einmal, in den Nebeln der Vergangenheit werde „das Spiegelbild der Gegenwart sichtbar“. Dass selbst ein integrer Anwalt wie Cicero bei seiner politischen Arbeit kompromittiert wird, zeigt: Wie moralisch gut man sich auch gibt, ein Versagen ist vorprogrammiert. Für Harris liegt das daran, dass politische Führer selten von selbst den richtigen Moment erkennen, der Politik den Rücken zu kehren.

    Wie etwa beim Höhepunkt des Romans: der Ermordung Caesars. Einerseits war Caesar in seiner Hybris längst blind gegenüber seinen Gegnern, andererseits skandierten die Mörder nach der Tat noch „Freiheit“, „Frieden“ und „Republik“, während die mächtigen Caesar-Anhänger bereits die neue Ordnung analysierten und entsprechend handelten.

    Der Niedergang der Republik

    Der Schluss des Romans ist weithin bekannt: Den Niedergang der Republik - als die Gründung der Dreimännerherrschaft von Octavian, Antonius und Lepidus die „res publica“ endgültig beseitigte - hat Cicero gerade einmal zehn Tage überlebt. Als die Häscher des Antonius den für vogelfrei erklärten Redner im Jahr 43 vor Christus töten, sagt Tiro: „Die Freiheit war aus der Welt verschwunden.
    Ciceros Sterben war das Symbol für den Untergang der Republik und den Aufstieg der Tyrannei. Und als Kopf und Hände - seine wichtigsten Waffen - an die Rednerbühne auf dem Forum Romanum genagelt werden, ahnt man: Auch die Politik mit Worten ist zu ihrem Ende gekommen.

    Der abschließende ist der beste der drei Cicero-Romane - Exil, Rückkehr, Bürgerkrieg und ein Blick auf den alternden Cicero, der sich windet und wendet, aber mit falschen Entscheidungen dann mit zum Ende der Republik beiträgt. (nb/dpa)


    Robert Harris: „Dictator“. Aus dem Englischen von Wolfgang Müller, Heyne Verlag, 528 S., 22,99 Euro 
    ISBN: 978-3-453-26871-5
  • Robert Harris: Titan
    Cicero hat es geschafft – Verhandlungsgeschick und sein Redetalent haben ihn an die Spitze der Macht gebracht: Er bekleidet als Konsul das höchste Amt in Rom. Aber seine Widersacher haben sich längst formiert. Eine große Verschwörung droht die gesamte Republik zu stürzen. Und immer wieder scheint es der gerissene Caesar zu sein, der im Hintergrund die Fäden zieht ...

    Abbildung: Heyne 

    Mit Titan, einer gelungenen Mischung aus Polit-Thriller und historischem Roman, legt der Bestsellerautor Robert Harris die Fortsetzung seines Erfolges „Imperium“ vor. Die als Trilogie angelegte Romanserie schildert das Leben und die Karriere des römischen Politiker Ciceros. 

    Der deutsche Titel „Titan“ lässt an einen Cicero denken, wie man ihn aus dem Lateinunterricht kennt: den großen Redner und Staatsmann. Harris’ Cicero ist ein wahrer Titan: Er ist  als Konsul auf dem Höhepunkt seiner Macht, fällt aber tief - bis ins Exil (ähnlich den griechischen Titanen, die in den Tartaros, die Unterwelt, verbannt werden.). 

    Auf dem Höhepunkt der Macht

    Der Roman schildert die Ereignisse der Jahre 63-58 v. Chr.: Cicero hat allen Anstrengungen seiner Feinde zum Trotz die Wahl zum Konsul gewonnen und steht nun an der Spitze des Staates. Doch schon die erste Szene lässt erahnen, dass seine Amtszeit nicht einfach sein wird: Die Leiche eines jungen Sklaven wird aus dem Tiber gezogen und alles deutet auf einen Ritualmord hin. Cicero glaubt zwar nicht an Omen und Vorzeichen, aber trotzdem wirft dieser Vorfall seinen Schatten auf die Zukunft, denn pikanterweise ist der Besitzer des Opfers Ciceros Amtskollege als Konsul. 

    Schwerwiegendere Probleme kommen hinzu: Catilina, sein Rivale im Wahlkampf, kann seine Niederlage nicht vergessen. In seinem Umfeld sammeln sich Aristokraten, die auf den Emporkömmling Cicero herabblicken, korrupte Politiker sowie weitere dubiose Gestalten. Und im Hintergrund erscheint immer wieder eine Figur, die letztlich Ciceros Karriere entscheidet: C. Julius Caesar, der ein grösseres Spiel im Auge hat, als Cicero sich zunächst vorstellen kann. Der frischgebackene Konsul muss sich verschiedenen Fragen stellen: Wie weit wird Catilina, getrieben durch seine Rachsucht, gehen? Wie gross ist Ciceros Spielraum als Politiker wirklich? Und: sind illegale Methoden gerechtfertigt, wenn damit die Republik gerettet werden kann?

    Selbstüberschätzung und schwere Fehler

    Erzählt wird die Geschichte wieder aus der Sicht Tiros, Ciceros Haussklave und Sekretär. Als ständiger Begleiter seines Herrn ist er bei allen Ereignissen dabei, ohne selbst aktiv einzugreifen. Er schildert Cicero nicht nur als glänzenden Redner und klugen Politiker, sondern auch als Menschen, der gegen Unsicherheiten und Lampenfieber kämpft und aus Selbstüberschätzung fahrlässige Fehler begeht. Diese Fehler und der unbändige Glaube an die Gerechtigkeit und Republik lassen Cicero bei der Wahl seiner Unterstützer oftmals danebengreifen - obwohl er es eigentlich besser wüsste. Cicero erschafft sich seine mächtigsten Feinde oft selbst. 

    Darunter Cäsar, den er mehr als alle anderen fürchtet:

    "Und weißt Du, warum Du so verdorben bist, Cäsar - schlimmer als Pompeius und Clodius, sogar schlimmer als Catilina? Du wirst solange keine Ruhe geben, bis wir alle vor dir auf die Knie gehen müssen." 

    Deshalb muss er nicht nur einmal um sein Leben fürchten und am Ende als geprügelter Mann ohne Hab und Gut in einer Nacht- und Nebelaktion aus Rom, die Stadt ist sein Lebenselixier, fliehen.

    Fazit

    Robert Harris gelingt es den Roman auf einem hohen sprachlichen Niveau zu halten. Gerade die Reden Ciceros strotzen nur so vor Sprachgewalt. Zudem ist er weit weniger langatmig, als der erste Teil - das mag auch an der Thematik liegen - und zudem durch ein Glossar und Personenverzeichnis bereichert. Titan ist besser als der Vorgänger Imperium, liest sich flüssiger, ist spannender und historisch betrachtet penibel genau - Daumen hoch!


    Robert Harris: TitanTaschenbuch, Klappenbroschur, 560 Seiten, Heyne9,99 Euro;
    ISBN: 978-3-453-41936-0



  • Robert Harris: Imperium

    Robert Harris versteht es wie kein Zweiter, die Antike mit Leben zu füllen und die Gegenwart in einem Roman zu beschreiben, der vor zweitausend Jahren spielt. Im Mittelpunkt der Trilogie steht ein gerissener, mit allen Wassern gewaschener Anwalt und geborener Machtpolitiker. Er hat nur ein Ziel: Er will nach ganz oben. Seine gefährlichste Waffe ist das Wort. Sein Name: Marcus Tullius Cicero.

    Abbildung: Heyne 

    Aus dem Fakt, dass der Leibsklave Ciceros - sein Privatsekretär Tiro -, gebildet in Philosophie und Rhetorik, eine in der Realität verschollene, aber bei anderen  antiken Schriftstellern belegte Cicero-Biographie schrieb, zimmert Harris einen Roman von Struktur und Spannung. Tiro erzählt aus der Ich-Perspektive Ciceros Geschichte von den Anfängen der Senatorenzeit bis zum Konsulat, mit den Szenen, die er für die spannungsreichsten hält. Ciceros großer Prozess gegen den korrupten Statthalter Verres, der Wahlkampf um das Amt des Ädils und schließlich die Verschwörung des Catilina bilden die erzählerischen Höhepunkte der Geschichte, auf die Tiro kontinuierlich hinarbeitet. Gipfelnd im höchsten Amt der römischen Republik - dem Konsulat.

    Historische Fakten mit Fantasie gewürzt

    Die Geschichte hält sich, wie auch Harris im Nachwort betont, im Großen und Ganzen an historische Fakten. Selbstverständlich verzichtet Harris nicht auf Ausschmückungen und Erfindungen, wo keine gesicherten Fakten erhältlich sind, um die Geschichte „rund“ zu machen.

    Harris bietet dabei  alle Facetten der „großen Politik“. Macht, Intrigen und Korruption, vermittelt aber auch einen sehr guten Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse und den Berufsalltag eines Politikers. Wie Cicero auf Stimmenfang in der Provinz geht oder als Sonderermittler in Sizilien gegen Verres ermittelt, ist durchweg interessant und bietet kurzweiligen Geschichtsunterricht. Er zeichnet Marcus Tullius Cicero dabei als Diener der Repulik, rechtschaffenen Politiker, der  aber, um im Konzert der Großen nicht nur mit-, sondern eine bedeutende Rolle zu spielen, auch hin und wieder den Pfad der Tugend verlassen muss.  

    Das Problem mit Lucius ist, dass er glaubt, Politik sei ein Kampf für Gerechtigkeit. Aber Politik ist ein Beruf."

    Nach der Lektüre ist man fast geneigt, sich Ciceros „;Reden und Briefe“ anzueignen, allein die stattlichen 29 Bände schrecken ein wenig ab. ABER: Obwohl die Geschichte spannend erzählt ist, mag auch der Geschichtsinteressierte teils an seine Grenzen kommen und das Buch kurz zur Seite legen - es hat durchaus Längen. Die sind im zweiten Band -die Geschichte Marcus Tullius Ciceros ist als Trilogie angelegt - weit weniger enthalten.

    Fazit

    Letztlich vor allem für Antike- und Politik-Fans ein gutes Buch, das nicht nur tiefe Blicke in die römische Gesellschaft offenbart, sondern auch Parallelen zur Gegenwart zieht.


    Robert Harris: ImperiumTaschenbuch, Klappenbroschur, 496 Seiten, Heyne; 9,99 Euro;
    ISBN: 978-3-453-41935-3
  • Gewinner Asterix-Gewinnspiel:

    Sorry, hat etwas gedauert, aber hier sind die Gewinner des neuen Asterix-Bandes ¨Der Papyrus des Cäsar¨:
    Friedrich Lauterwald, Markus Laußer, Ralf Erbskorn - sie wurden per Los ermittelt.

    Die Asterix-Hefte gehen heute raus. Viel Spaß damit!
  • The 100 - Staffel 1

    Fast 100 Jahre sind vergangen, seit die Erde durch einen nuklearen Weltuntergang zerstört wurde. Lediglich die 400 Bewohner der zwölf internationalen Weltraumstationen, die sich damals im Orbit befanden, überlebten. Drei Generationen später sind es 4.000; sie leben auf der „Arche“ (den zwölf Stationen, die nun alle miteinander verbunden und umgebaut sind), deren Ressourcen zu Ende gehen. Das tägliche Leben wird von drakonischen Maßnahmen wie Todesstrafe und Bevölkerungskontrolle beherrscht, während die Anführer rabiate Schritte unternehmen, um die Zukunft zu sichern. Dazu gehört sogar, dass sie insgeheim eine Gruppe von 100 jugendlichen Strafgefangenen auf die Erde verbannen, um zu erforschen, ob sie bewohnbar ist. Seit fast einem Jahrhundert hat niemand mehr den Fuß auf die Erde gesetzt – bis jetzt. Für die 100, die auf der Erde eintreffen, ist dieser fremde Planet, den sie nicht kennen, geheimnisvoll: in einem Moment voller Zauber, tödlich im nächsten.

    Abbildung: Warner Home Entertainment


    Kann man auf der Erde leben? Dieser Frage müssen sich 100 Versuchskaninchen in der Science-Fiction-Serie „The 100“ stellen. Gleich zu Beginn der 13 Folgen von Staffel 1, die am 29. Oktober auf drei DVDs erschienen ist, entspinnen sich mehrere spannende Handlungsstränge.

    Die 100 bekommen schnell Probleme

    Nach dem Atomkrieg leben die letzten Menschen in einer Raumstation, die die Erde umkreist der Arche. Nach einigen Jahrzehnten werden die Ressourcen und vor allem der Sauerstoff knapp, und so schickt man 100 verurteilte Jugendliche zurück auf die Erde. Sie sollen testen, ob für die Menschheit 97 Jahre nach der Katastrophe auf der verwaisten Erde wieder ein Leben möglich ist. Doch die 100 haben schnell Probleme: Doch die Kommunikation bricht ab, und die Pioniere müssen, ähnlich wie bei „Herr der Fliegen“, eine Gesellschaft aufbauen. Dazu merken sie sehr schnell, dass sie auf der Erde doch nicht so allein sind, wie sie gedacht haben – und dass die Erdenbewohner ihnen nicht gerade freundlich gestimmt sind. Ein knallharter Überlebenskampf beginnt.
    Es ist ein interessanter Ansatz, der von mehreren kleinen, spannenden Nebenhandlungen auf der Raumstation – auch die restlichen Überlebenden der Katastrophe wollen auf die Erde – und innerhalb der Gruppe ausgeschmückt wird.

    Fazit: Gute Serie

    Eine interessante Dystopie, gezeichnet vom steten Kampf ums Überleben,  die von der Aufmachung teilweise an „Lost“ erinnert, jedoch nicht deren Tiefe besitzt aber dennoch mit vielen Wendungen punktet.


    The 100 - Staffel 1; Genre: TV-Serien; Studio: Warner; Vertrieb: Warner Home Entertainment; Freigabealter: 16; Laufzeit: 523 Min.; DVD, ca. 30 Euro; Blu-ray (nur als Import), ca.35 Euro


    Exkurs: Der Gegensatz zu der Romanvorlage von Kass Morgan ist relativ groß: Die Personenkonstellation und deren Verstrickung untereinander ist teils grundverschieden. Dazu kommen im späteren Verlauf der Serie stark abgewandelte Handlungsstränge. Dem Genuss beider Werke tut das keinen Abbruch - im Gegenteil: Man kann beide Werke unabhängig voneinander genießen, auch wenn natürlich einige Dinge entweder durch die Serie oder das Buch vorweggenommen werden. Beide kann ich aber empfehlen (siehe meine Rezensionen zu Band 1 und 2)


    GEWINNSPIEL
    Wer die DVD von "The 100 - Staffel 1" gewinnen möchte, sendet eine E-Mail mit "The 100" im Betreff sowie Adresse und Kontaktnummer bis Freitag, 6. November 2015 an benjamin.neumaier@mittelbayerische.de
    Die Gewinner werden benachrichtigt.
    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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